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Der Anfang eines Romans?

Fantastisches · Kurzgeschichten
An den Grenzen des Universums, da wo es am dunkelsten ist, nicht weit vom Anfang eines anderen Seins, liegt das Etaschelplanetensystem.
Vier gutgeurknallte Himmelskörper, die hier zwischen unbewohntem Grau und unbewohnbaren Sternen im Schwarz hängen und sich bewimmeln lassen.
Was in die Nähe dieses Systems kommt, das wird an- und dann mitgerissen. Meteoriten, Kleinstplaneten und Raumschiffe tanzen um die Atmosphären wie junge Hunde im Wursthagel. Dabei verglühen sie und bilden eindrucksvolle Himmelsbilder. Man ist vor Äonen darauf gekommen, dass ein riesiger Sauger viel weniger Strom verbraucht als achtundzwanzig Billionen Fernsehschirme. So ließ man bauen und wer jetzt nach Unterhaltung sucht muss seinen Blick nur noch oben richten und sieht feinstes Programm. Gesteuert wird das mit der eigenen Fantasie, aber dazu vielleicht nachher noch mehr.
Dieses System bestand einst aus einem einzigen Planeten. Aufgrund guter Populationsraten benötigte man irgendwann jedoch mehr Raum. Und da die Raumfahrt noch nicht so fortgeschritten war baute man einen eigenen Planeten. Darauf folgten dann weitere zwei.
Der weiße Sternenschleier umringt die Konstellation, die jetzt gerade in gleichmäßigem Grün erleuchtet. Da, auf Etaschel 2, wo Elebrador gerade seine Fantasie angeworfen und es sich auf seinem Sofa bequem gemacht hat, leuchtet es jedoch blassrosa.
Finster blickt er über die grauen Gebirgsfelsen auf den natürlichen Bildschirm und sieht sich alte Familienbilder an.
Mancherlei Kämpfe hat er mit ihr geführt und Ihnen tapfer Stand gehalten, die Tatsache aber, dass sie nach einem Einkauf nie wieder zurückkam und auch keines der zwei Kinder, rüttelte so fest an seinem festen Glauben, dass er sie aufgab. Auf jeden Fall belügt er sich damit.
Seit Elebrador alleine ist, hat er eine neue Beschäftigung: Das Grübeln.

Wir schreiten über einen dicken Teppich aus Glaswolle, der den Gitarrenboden bedeckt, und steigen die 18 Treppen hinauf.
Der Etaschler lässt gerade eine Flasche Flipsoße in seinen Rachenraum, wir treten nah an ihn heran und schauen uns einmal sein Gesicht an. Zwischen den Augen liegt eine Haaroase, dick und puschelig, Farbe: grau bis braun. Ansonsten ist er völlig haarlos und blank wie eine Glasnudelschlange. Bei diesem Schlangen ist es total interessant, Ihnen beim Fressen zuzuschauen weil man genau sieht wie sich der Gefressene im Schlangenkörper so verhält. Bei Elebrador kann man im Moment nur eines sehen. Er weint.
Im hinteren Teil des Zimmers erhebt sich ein Regal auf dem eine Taschentuchtulpe steht. Wir nehmen davon ein paar Blätter und reichen sie ihm. Zwei Blätter reibt er sich mit den schwieligen Händen unter dem linken Auge entlang. Das rechte Auge ist nur zum Sehen da.
Beide Augen liegen am Haar-Oasenufer und manchmal verfangen sich die Haarspitzen in den Pupillen und Elebrador muss ganz schnell zum Pupillenpelikan der nur einmal kurz niesen muss um die ganze Sache wieder angenehm zu machen. Würde er dies nicht machen, würde er dies nicht machen.
Eine hohe Stirn ragt über den Augen, die Kiefer darunter sind flach, aber tragen äußerst spitze, winzige Zähnchen.
Die Haut ist bis in die letzten Poren rosa. Wenn man vom Inneren des Elebrador schauen könnte, könnte man sogar rötlich schreiben.
Er ist ein junger, düster blickender Mann von hohem Wuchs und vornehmen Nasenschwung.

Mit überaus großer Gleichgültigkeit arbeitet er gerade an Etaschel 5. Dieser Planet soll in ca. 850 Jahren fertig sein und die Kontinente sind jetzt schon allesamt verkauft. Er ist der einzige Etaschler, der beim Bau beschäftigt wird. Ansonsten arbeiten Gaparden, regelrechte Arbeitstiere, in diesem Bereich. Elebrador ist Tackerer. Er tackert Kontinente aneinander, Gebirge fest an seinen Platz und Flussläufe in Ebenen. Seiner Meinung nach ist diese Welt schon schmerzhaft und traurig genug. Warum neue erschaffen.
 
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Kommentare  

Dem kann ich mich wirklich nur anschließen. Gelungene Idee, Spritzig bis ins feiste. Einige kleinere Feilereien notwendig, aber das Große dahinter macht saftig Lust auf mehr. Hoffentlich bald an dieser Stelle

Sofi (27.04.2006)

Hoffentlich wirklich der Anfang eines Romans, ich will nämlich über die viele Ungereimtheiten aufgeklärt werden Oo xD Bitte! Schreib! Los! rofl Mr. Anhalter durch die Galaxis ^^

Benedikt Behnke (26.04.2006)

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