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3 Seiten

Barbara ist tot

Schauriges · Kurzgeschichten
Auf dem Fensterbrett leuchtet noch schwach ein Weihnachtsstern, schmutzige Teller mit Bepelzungen daneben in der Spüle, ein Scherbenhaufen vor dem Fenster in der Ecke und hinten an der Tür liegt die tote Barbara.
Wenn man bereut, jemanden kennen gelernt zu haben, dann ist es die einzige Lösung. Man schafft das Problem aus der Welt. Macht es rückgängig, irgendwie.
Nur muss ich sie wegschaffen, sonst schafft man mich weg. Aber kann ich es schaffen? Sie ist fett, sie war fett und nun so aufgebläht auch ziemlich unhandlich. Die kann man nicht einfach so unter den Arm klemmen, mit ihn in den Keller nehmen und dann dort in aller Eile zerhacken. Schon gar nicht wenn sie nicht getrocknet ist und ohne Sonne dauert das wahrscheinlich Monate, wenn nicht Jahre.
Morgen will aber der Gerichtsvollzieher kommen. Barbara hat mir noch den Brief gezeigt und der will unbedingt die Wohnung sehen und das Inventar. Lasse ich sie so liegen und suche das Weite, so wird man an ihrem Körper sicher DNA-Spuren von mir finden, die sie übrigens gerne aufnahm. Wahrscheinlich wird man mir sogar eine Vergewaltigung anhängen wollen. Mensch, Mensch, Mensch. Dabei hätte alles so gut klappen können. Die war nett, ja, das war sie. Ich hab sogar einige Mal mit ihr gelacht und das völlig unkontrolliert und ich muss sagen, dass mir das gut getan hat. Das hat irgendwas, irgendeinen Krampf im Gesicht gelöst. Tat zuerst weh, aber war dann wunderbar und ich hab mich viel freier gefühlt. Hab mich darauf erst mal im Bad eingeschlossen und da sieht man auf dem Spiegel noch immer meinen nachgezeichneten Mund. Das ist und war halt was ganz Neues. Die Mundwinkel so oben.
Jetzt lache ich auch. Sie sieht aus, als wäre sie betrunken und würde jeden Moment aufstehen und mich antorkeln. Dann würden wir tanzen und danach weitere DNA-Spuren
fabrizieren und an uns hinterlassen. So wie jeden Abend halt. Entweder bin ich auf sie zugetorkelt oder ich hab sie aufgegangen. Je nachdem wer als erstes betrunken war.
Es hätte alles so weitergehen können, aber nein, sie musste ja an das Telefon gehen. Herr Tunkesch nannte er sich, gab sich für einen Mitarbeiter der Telekom aus und wollte ihr einen neuen Anschluss legen lassen. Gott sei Dank hatte ich am anderen Apparat das Ganze verfolgen und bin sofort eingeschritten. Barbara schrie und krakeelte „Bist Du verrückt, bist Du verrückt?“ und mit dieser Frage auf den Lippen ging sie dann auch von mir.
Bin ja sonst nicht so eifersüchtig oder so, aber da hatte ich ein eigenartiges Gefühl, dass sich ja auch bewahrheitet hat und da wollte ich sie nicht mehr. Und einfach so gehen ging ja nicht, weil sie ja mir gehörte und ich wollte keinem Mann eine Frau gönnen, die durch mich erst zu einem geilen Zahn geworden ist. Nee, nee so nicht. Die wird und wurde schön abgemurkst. So wie früher. Haben die Kaiser ja auch früher gemacht. Wenn irgendeine Olle nicht mehr spurte, Sklaven gerufen und Auftrag erteil zu vierteilen oder Gift oder so.
Ich war da viel humaner mit der dicken Barbara und leicht ist es mir sicher nicht gefallen, weil da ja auch Gefühle mit im Spiel waren. Gott sei Dank wurden die aber von meiner Wut überdeckt und jetzt freue ich mich sogar für sie. Sie hat ja eh kein so tolles Leben gehabt und ohne mich wäre es Ihr ja wirklich dreckig gegangen. Ihr Horizont reichte niemals so weit dies zu erkennen und da muss man dann nachhelfen. Man kann ja auch nicht einfach einen geistig Schwachen eine Glühbirne essen lassen weil der meint es gibt jetzt durchsichtige Äpfel und es heißt nicht umsonst „Apfelscheibe“.
Ich hab ihr mit einem Kopfschlag den Hals kaputt gehauen und sie bekam keine Luft mehr. Ihre Augen weiteten sich, sie rannte mit den Händen unter dem Kopf in die Küche und wollte einen Schluck Wasser trinken. Dabei ist sie dann vor lauter Sauerstoffdurst gegen das Regal und hat Ihre Vasen heruntergeholt. Und die waren wirklich mehr als ihr Heiligtum. Das hat ihr den Rest gegeben. Gerne würde ich jetzt wissen, was sie umgebracht hat. Ob es der fehlende Sauerstoff oder ein Herzschlag vor Schreck gewesen ist. Das ist nicht wichtig, aber interessant.
Was mach ich mit ihr, was mach ich mit ihr. Wo wird man sie nicht finden? Schaut ein Gerichtsvollzieher auch in Schränke hinein? Oder unter das Bett? Und was ist mit dem Balkon? Ich meine, wer hat schon was Wertvolles auf dem Balkon versteckt? Na ja, Gerichtsvollzieher kennen sicher viele, viele verrückte Fälle und Schuldner, die ihre Diamanten in den Balkonkästen verstecken. Wahrscheinlich hat so ein Beamter schon eine Art Suchplan, lässt die normalen Orte liege und wendet sich dem Parkett zu, dass er aufstemmen lässt, den Balkonkübeln und natürlich der Unterwäscheschublade.
Also am besten ist es dann wohl, ein Versteck zu wählen, dass gar keines ist. Oh, ich hab eine gute Idee.
Ich lass sie da einfach liegen und sag dann dass sie halt besoffen ist. Wenn er mir dann nicht glaubt und sie aufschneiden will um nach verschluckten Ringen zu gucken, gerne.
Dann ruf ich die Bullen. Ja, so mach ich das.
 
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Kommentare  

hallo, lieber robert zobel. ich frage mich, wer von uns beiden einen an der klatsche hat.
ich meine nicht den inhalt. ich bin der meinung, man kann und sollte über alles schreiben. nichts menschliches sei uns fremd. du hast nun schon so viele texte verfasst und doch noch immer kein gefühl für die sprache entwickelt und somit dich selbst auch nicht. jeder normal intelligente drittklässler wäre in der lage, sich besser auszudrücken. also, ich werde mir deine texte ab sofort nicht mehr antun. dir scheint ja sowieso nichts an der meinung der leser zu liegen. hauptsache, du bist deinen schnell dahin getippten müll los.
wieder enttäuschten gruß


rosmarin (26.02.2007)

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