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Meine Stadt 2

Nachdenkliches · Poetisches
Ein Schuss! Geschrei!
Wieder ein Mord?
Keine Panik!
Polizist schon am Ort.

Ein Mann liegt auf dem Weg.
Den RTW rief der COP.
In den Seitenstraßen organisiert sich,
knüppelschwingender Mob.

Das Opfer ist einer von Ihnen.
Ein Familienmitglied.
Der Rettungsarzt wird bedroht,
versteht nicht, was geschieht.

Im Streetfight motivlos,
vereint in grotesk absurder Weise,
auch Kinder, Schwangere
und Tattergreise.

Der lonesome Schutzmann
ruft die Einsatzhundertschaft erzürnt.
Der Rettungsarzt ist nicht dumm,
gibt Gas und türmt.

Warum lassen sie sich nicht helfen?
Ihre Fratzen hassverzehrt.
Irgendwas läuft hier schief,
seit Jahrzehnten verkehrt.

Wer es ausbaden muss, ist klar.
Es grenzt schon an Hohn.
Die Polizei bleibt auch hier,
Prügelknabe der Nation.

Der Landesfürst sich derweil zur Fernsehgala kleidet.
Er lässt sich durch den Aufruhr nicht stören.
Es gibt schließlich seinen Erlass:
Er will nichts Negatives hören!

Was interessiert ihn der Pöbel?
Das Einzige was zählt,
denkt sich der Fürst,
ist, dass der mich wählt.

An seinen Worten und Taten
solls Volk ihn messen.
Ist kein Brot mehr bezahlbar,
solls Kuchen essen.

Und ist auch der Kuchen zu teuer,
welcher Rat kann dem Volk dienen?
Dann isst es eben Torte
oder edle Pralinen.

Gar nervig ist das elende Gejammer,
dieser Massen an Infantile!
Der Fürst hat dafür keine Zeit,
besucht lieber in Bayreuth, die Wagner Festspiele.

Dort geht es um wahre Kultur
und nicht um des Volkes Verdruss!
Tannhäuser und Lohengrin ist Kunst
und Kunst bleibt Genuss!
 
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Kommentare  

In der Festspielstätte sind die hohen
Herrschaften unter sich, während ein Teil des
Volkes sogar damit beschäftigt ist,
Rettungskräfte bei ihrer Arbeit zu behindern. Da
frage ich mich schon nach den Ursachen für
solch brutale Auswüchse. Die Vorbilder ganz
oben müssten sich darüber eigentlich ihre Köpfe
zermartern! Ein absolut geniales Gedicht!
LG. Michael


Michael Brushwood (27.12.2018)

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