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Das Licht der Hajeps Band 4 / Entscheidungen / Kapitel 13

Romane/Serien · Fantastisches
© Palifin
Irgendjemand hatte wohl Diguindi wieder etwas zugeraunt, denn nun vernahm ihn Margrit abermals sehr freundlich: „Hast du mich nicht gehört, kleine Lumanti? Wir wollen dir würgelisch nichts tun, chesso?“
Seine süße Schnurrstimme hatte Diguindi immer noch! Margrits Herz begann deshalb schneller zu schlagen.
„Ach, komm doch einfach zurück, akir?“, zwitscherte die Samtstimme nach kurzer Pause. „Du siehst hier gewiss etwas falsch!“
Puh, sah sie das wirklich? Was sollte sie bloß machen? Diguindi voller Vertrauen antworten? Danox hatte inzwischen seine langen, rosa Fühlerchen in großer Sorge um Margrits Hals geschlungen und sie ließ ihn gewähren, obwohl sie die geleeartigen Dinger des kleinen Roboters noch immer als ziemlich ekelig empfand, und so hing er an ihr wie ein faustgroßer, sonderbarer Stein an einer Kette, während sie weiter an Buschwerk und Baum¬stämmen vorbei stolperte. Bestimmt hatte sie sich die Fußsohlen längst verletzt, da sie barfuss lief, aber sie spürte keinen Schmerz. Zu groß war ihre Angst, vielleicht doch noch nach Zarakuma verschleppt zu werden.
Seltsamerweise benutzten Margrits Verfolger keine Taschenlampen oder ähnliches. Sie schaute sich nochmals um. Wirklich, da blitzte nicht das kleinste Licht. Wie machten die es denn, dass sie ihr trotzdem so zielsicher folgen konnten? Und wer waren diese Männer und wie viele mochten es wohl sein? Sie meinte, nur zwei oder drei kaum erkennbare Schatten geduckt näher schleichen zu sehen. Doch schon waren sie wieder hinter Bäumen verborgen.
„Marktstamm, warum antwortest du uns nicht?“, hörte sie ihn schon wieder. „Komm, lass uns mit einander reden, bevor du einen Fehler machst!“
War das bereits eine kleine Drohung? Bei Diguindi konnte man nie ganz sicher sein. Während Margrits bloße Füße weiterhin raschelnd durchs Laub schlurften oder unsicher über Baumwurzeln sprangen, hatte Danox die spitzen Metallohren ausgefahren und lauschte nach allen Seiten in den Wald hinein.
„He, kleine Lumanti ... he!“, zwitscherte Diguindis Stimme wieder. „Renn uns doch nicht immerzu davon. Meinst du nicht, dass wir dich längst haben könnten, wenn wir es nur wollten?“
Da hatte er wohl Recht. Die Menschen kannten niemanden, der damit prahlen konnte, den Hajeps entflohen zu sein. Zu perfekt waren die technischen Geräte. Aber diese Männer hatten vermutlich den Auftrag, es erst einmal mit Überredung zu versuchen und das musste sie ausnutzen, um wenigstens einen Vorsprung zu bekommen.
„Marktstramm, würgelisch, du zwingst uns dazu, nun doch ein wenig grob zu werden!“
„Dus! Jelson! Ti wan tan bruk!“, vernahm Margrit plötzlich eine ziemlich barsche, ungeduldige Stimme im Befehlston. Sie klang recht nahe. „Wona guonga tan dakanor! Pina udil!“
„Wan wungo, rekomp Nireneska!“, hörte sie Diguindi etwas irritiert, doch gehorsam seinem Befehlshaber antworten.
Oh Gott, ausgerechnet Nireneska! All die schlimmen Sachen fielen ihr ein, die sie über diesen brutalen General gehört hatte und sie dachte an Georges Worte. Ob es wohl Diguindis Absicht war, Margrit mit der Erwähnung dieses Namens zu warnen? Keine Zeit darüber zu grübeln! Sie sauste jedenfalls los und war erstaunt, welch eine Kraft sie trotz allem Erlebten noch hatte. Bald war der riesige Schatten, der mächtige Deich, erreicht, und sie meinte sogar, den Fluss dahinter rauschen zu hören. Auch dieser Hang war leider dicht mit jungen Bäumen und Gebüsch überwuchert. Na egal!
Es war reichlich finster. Nur eine hauchfeine Mondsichel funkelte hoch oben, aber Margrit kletterte trotzdem die Böschung mit größter Schnelligkeit hinauf. Dabei stieß sie sich an manch einem biegsamen Stämmchen, Zweige zerkratzten ihr Gesicht, dichtes, struppiges Gebüsch versperrte ihr den Weg. Ihre nackten Zehen stießen sich immer wieder schmerzhaft an Wurzeln, welche im Laub verborgen waren. Sie keuchte, schwitzte vor Anstrengung je höher sie kam, aber ihre Kraft ließ deshalb nicht nach.
Danox hatte sich längst von Margrits Hals gelöst und schien jetzt in ihrem Hemd gemütlich vor sich hin zu dösen. Der hatte es gut, der kleine Kerl.
Seltsamerweise fing Margrits Haut nicht nur an zu jucken, sondern auch an manchen Stellen weh zu tun, wie bei einem Sonnenbrand. Endlich oben auf dem Hang angekommen, war das Jucken so furchtbar geworden, dass sie sich trotz aller Gefahr erst einmal überall kratzen musste. Während ihre Finger zum Schluss noch einmal etwas kräf¬tiger über den Rücken fuhren, ziepte es plötzlich merkwürdig. Sie hielt erschrocken inne. Verdammt, was war denn das? Es hatte richtig ´ritsch´ gemacht und sie fühlte ein etwa handgroßes Hautstück wie eine dünne Pelle zwischen ihren zittrigen Fingern. Margrit unterdrückte den Schreckensschrei nur mühselig und schüttelte wild und angeekelt den Hautfetzen von sich ab.
„Marktstamm!“, vernahm sie nun auch wieder die überfreundliche Stimme Diguindis, der inzwischen gemeinsam mit seinen Leuten unten am Deich stand. Margrit blickte über die Schulter zu ihm hinab und meinte, außer ihm mehrere große, geschmeidige Schatten schemenhaft erkennen zu können. „Komm jetzt bütte von da herunter, ja? Das ist gar nicht nett!“, rief er hinauf.
„Chesso!“, bestätigte Hauptmann Nireneska deutlich hörbar für Margrit und dann fügte er noch irgendetwas Unverständliches auf hajeptisch hinzu, worüber Diguindi sich zu ärgern schien, denn er zuckte nur mit den Achseln.
Unten war es plötzlich verdächtig still geworden. Margrit konnte aus dem leisen Stimmengewirr entnehmen, dass die Hajeps miteinander beratschlagten, was am besten zu tun sei. Schließlich bückten sich zwei von ihnen und gingen dabei in die Hocke. He, was machten die denn da? Bestimmt nichts Gutes! Ein Schauer rieselte Margrit den Rücken hinab. Da sah sie, wie winzige, etwa erbsengroße Lichterchen aufflackerten, ähnlich kleiner Funken. Sie schienen sich in Sekundenschnelle von alleine zu vergrößern, wuchsen heran wie Früchte! Und mit der Größe nahm auch die Helligkeit zu.
Margrit atmete erleichtert durch. Ach so, die machten nur Licht! Nun konnte man genauer erkennen, dass es außer Diguindi und Nireneska noch sechs Soldaten waren, die sie bis hierher verfolgt hatten. Zwei von ihnen kauerten noch immer in Bodennähe, hatten die komischen Leuchtedinger aus hauchfeinen Röhrchen auf den Boden geschossen und schauten dabei zu, wie die sich in all dem Laub zu rekeln begannen. Huh, irgendwie grauselig!
Schon rollten die vier inzwischen zu faustgroßen Leuchtkugeln herangewachsenen Dinger suchend die Böschung empor. Blätter stoben auf und Sand und Moos spritzte!
Margrits nackte Füße flitzten aber bereits die andere Seite Richtung Wasser den Deich hinab. Sie staunte erneut über die plötzliche Geschmeidigkeit ihrer Muskeln. Leider sah sie immer schlechter durch ihre Brille. Sie konnte sich das nicht erklären und deshalb stolperte sie dann doch über einen kleinen Felsen, der irgendwo aus all dem Laub geragt hatte und rollte nun gemeinschaftlich mit Sand, Steinen und recht vielen Blättern das letzte Stück des Deichs hinab. Unten angekommen blieb sie erst einmal liegen, versuchte ruhiger zu atmen, bang dabei den Hang hinaufschauend und in die Stille lauschend.
Sie hörte die wütenden Stimmen der Hajeps hinter dem Deich. Wo waren plötzlich die komischen Leuchtedinger? Was würde nun geschehen? Würde Diguindi gemeinschaftlich mit Nireneska gleich den Hügel hinab geflitzt kommen? Die Helligkeit hinter dem Wall wanderte breitgefächert mit raschem Tempo immer höher. Kleine Bäumchen und struppiges Gebüsch zeigten sich immer deutlicher als schwarze Scherenschnitte vor einem hell erleuchteten Hintergrund, während die Leuchtkugeln oben auf dem Wall ordentlich nebeneinander erschienen.
Entsetzt lief Margrit Richtung Wasser. Der Main funkelte einladend wie ein silbern schimmerndes Seidenband durch die rabenschwarze Nacht, doch sein plätscherndes Gedröhn war nicht ungefährlich. Jetzt im Herbst führte der Main viel Wasser. Es gab hier reißende Strömungen, aber gerade die waren es ja, auf die Margrit baute. Sie musste schnell sein, wenn sie entkommen wollte und sie war Zeit ihres Lebens eine hervorragende Schwimmerin gewesen. Schon rollten die Kugeln den Hang hinab und oben standen Diguindi und Nireneska Seite an Seite mit ihren Männern und schauten dabei zu. Die leuchtenden Bälle schienen förmlich den Weg zu riechen, welchen Margrit gerade genommen hatte. Unten angekommen flitzten sie auch schon das struppige Ufer entlang, sausten sehr zum Amüsement der Hajeps, die noch immer von oben in aller Ruhe dabei zuschauten, Margrits Fersen hinterher, doch die sprang ihnen mit erstaunlicher Geschmeidigkeit stets davon.
„Sei doch nicht immer so eigensinnig, Marktstamm!“, schimpfte Diguindis Samtstimme nun vorwurfsvoll zu Margrit hinunter. „Wirst noch dabei hinfallen, dir womöglich ein Bein brechen und dann haben wir den Ärger!“
Margrit schüttelte wild und fassungslos den Kopf, raste zum Fluss. Knapp vor der funkelnden Flut stoppte sie jedoch. Sollte sie das wirklich wagen? Vorsichtig tauchte sie die Spitze ihres Fußes in das graue Nass. Es war lausekalt und sie war nicht mehr so jung. Würde ihr geschlauchter Körper das noch alles aushalten?
„Marktschwamm, tue es nüscht!“, brüllte nun auch Nireneska fassungslos. Er schien richtig wütend zu sein,
„Xorr, wirr disch bräuschinn doch läbentisch!“
Konnte wirklich kein gutes Deutsch, der Typ! Da waren die Kugeln wieder und darum lief Margrit zügig in das Wasser hinein, zuckte aber bei jedem Schritt zusammen. Das Wasser war wirklich kalt wie Eis. War es vielleicht doch besser, wenn sie sich ihrem unausweichlichen Los beugte?
Da hörte Margrit auch schon wieder Diguindi zwitschern. „Tinninninn ... Marktschwamm, wenn das so weiter geht, werden wir wohl doch ein kleines bisschen boshaft werden müssen!“
Als ob sie sowas einschüchtern könnte! Schon umspülte das silberne Nass Margrits Hüften und sie begann heftig zu zittern. Trotzdem - nie der Willkür und dem Forscherdrang der Hajeps ausgeliefert sein! Lieber tot, als unter solchen fürchterlichen Umständen noch ein Weilchen leben! Sie warf wieder einen Blick zurück. Würden diese grässlichen Kugeln sie auch noch im Wasser verfolgen?
„Erbarmlische Lumanti, wirr brauchinn vielleischt deiner Gehürrn, deiner Organe!“, schnaufte der Rekomp nun noch aufgebrachter. „Wenne du nischt soforrta kommst, dann ...“
Margrit reichten die kleinen, schaukelnden Wellen inzwischen bis zum Hals und sie fühlte sich so, als würde sie inmitten von Eisschollen treiben. Ihr Herz krampfte sich zusammen, klopfte sehr unregelmäßig. Die furchtbare Kälte ließ sie nach Luft schnappen.
Nach einer kleinen Auseinandersetzung mit Nireneska rief Diguindi: „Jelson trawin!“
Da stoppten die komischen Lichtbälle, blieben einfach liegen, knapp vor den grauen Fluten. Würde nun etwas neues, völlig verrücktes passieren? Margrit schaute heftig keuchend zum Ufer. Gott sei Dank, die Kugeln rollten zurück, als wenn sie sich davor fürchten würden nass zu werden.
Zähneklappernd machte Margrit kräftige Schwimmstöße und bald hatte sie keinen Boden mehr unter den Füßen.
„Nein, nischt wegschwammen, Marktschwamm!“, brüllte nun Rekomp Nireneska, stampfte dabei mit dem Fuß auf und Diguindi raunte ihm wieder irgendetwas Beruhigendes zu.
„Höre zu kleine Lumanti“, begann Diguindi nach einem kurzen Gespräch mit Nireneska noch einmal. „Wir wollen uns gütlich zeigen und dich nicht bestrafen, obwohl das mit Ausreißern üblich ist. Wir wollen alle ...”, er machte eine kleine Pause, „nicht gesehen haben, dass du fort schwimmen wolltest, wenn du aus dem Wasser steigst und freiwildig zu uns kommst.“
Nireneska aber brüllte: „Wenn do nischt kammst, dann ...“
„... sind wir darüber sehr enttäuscht!“, setzte Diguindi ziemlich hastig hinzu.
Für einen Moment schwieg Nireneska verdutzt, schrie aber dann im Befehlston einfach weiter: „... dann wirr disch werrdinn jaginn wie einer Tier!“
„Es ist außerdem nicht gut, zu lange in diesem eisigen Wasser bleiben“, sprach Diguindi für seinen Rekompen in ruhiger Tonlage weiter, „da es für deine Gesundheit abträglich ist und wir begreifen erst recht nicht, dass du dich in die Stromschnellen treiben lassen willst, da wir wissen, dass da niemand lebendig im Tal ankommen kann.“
‚Rührend, einfach rührend!’, dachte Margrit und schwamm trotzdem weiter. Hach, sie hasste Diguindi, diese schleimige Natter mit einem Mal richtig. Dabei wusste sie, dass das nicht gerecht war, nach allem, was er für die Menschen getan hatte. Margrit sah nun, wie sich wieder einige der Hajeps hinkauerten mit diesen schmalen, röhrchenförmigen Geräten. Sie warteten, bis die Kugeln sich wieder verkleinerten und in den Röhrchen verschwinden konnten.
Währendessen beriet sich Rekomp Nireneska wieder mit Diguindi und seinen Leuten. Er war sehr verärgert und schüttelte immer wieder mit dem Kopf. Obwohl Margrit schon einige Sätze der hajeptischen Sprache zu übersetzen in der Lage war, konnte sie kaum etwas davon verstehen, weil das Rauschen des Wassers die Stimmen übertönte. Verdammt, was plante Nireneska jetzt?
Er war wütend, schien es nicht gewohnt zu sein, sich von Lumantis auf der Nase herumtanzen zu lassen. Man merkte ihm an, dass er nur sehr ungern dem Befehl folgte, die Lumanti zu schonen. Würden ihr Nireneska und Diguindi einfach hinterher schwimmen oder irgendwelche technischen Hilfsmittel nutzen, um sie wieder einzufangen? Würde es ihr gelingen zu entkommen, was zuvor noch keinem Menschen geglückt war?
Sie bewegte weiterhin kraftvoll und geschmeidig ihre mageren Arme und Beine, um sich von der Strömung erfassen und ins Tal hinab treiben zu lassen. Irgendetwas rief man ihr schon wieder zu. Sie hielt den Atem an, um es besser zu verstehen.
„Wir werden uns bemühen, Marktschwamm“, zwitscherte Diguindi, „diese kleine Hetzjagd möglichst kurz zu gestalten. Wir schätzen, dass wir dich in ungefähr fünf Minüten haben werden und ...“ Der Rest wurde von Wasser und Wind fortgetragen.
Margrit stellte fest, dass die Hajeps jetzt mit ihren Stiefeln ein wenig ins Wasser hinein gewatet waren. Merkwürdigerweise schienen sie dabei mit ihren Gewehren nicht Margrit, sondern die schimmernden Wellen anzuvisieren. Es knatterte schließlich ein bisschen oder bildete sie sich das nur ein? Einer der Soldaten hielt dabei einen kleinen, silbernen Kasten in die Höhe. Womöglich war der Kasten ein Gerät, mit dem man das Geplätscher, das ein Schwimmer verursachte, vom normalen Flussrauschen unterscheiden konnte? Margrit empfand bei diesem Gedanken mit einem Mal ein stärkeres Gefühl als Angst - Panik! Auf was hatte sie sich da nur eingelassen? Und es würgte sie wieder im Hals. Sie flatterte am ganzen Körper, japste nach Luft und schwamm dadurch recht unsicher weiter.
Doch dann hatte sie endlich die schneller werdende Strömung erreicht. Nun musste sie aufpassen, dass sie nicht auf die Felsen zu trieb, welche aus dem inzwischen schäumenden Wasser ragten. Schließlich hielt sie sich an einem der kantigen Brocken fest und verschnaufte. Wo blieben die Angriffe? Sie sah sich wachsam nach allen Seiten um und lauschte, wieder den heftigen Atem anhaltend. Außer dem Rauschen des Wasser, dessen Strömung an ihr hektisch sprudelnd vorbei zog, war kein weiteres Geräusch zu vernehmen und genau das empfand sie als beklemmend. Danox hielt sich indes, immer noch verborgen unter Margrits Hemd, mit seinen Fühlern an ihrer Schulter und Hals fest und hing dort wie eine geheimnisvolle Umhängetasche. Auch er spitzte wieder die kleinen Ohren. Margrit achtete nicht auf ihn, fragte sich nur, was sie wohl von dem schwarzen, wolkenverhangenen Sternenhimmel zu erwarten hatte. Würde sich dort bald eines dieser merkwürdigen Flugschiffe zeigen und etwas auf sie herab werfen? Oder kam es eher von den unheilverkündenden Ufern her, die sie umgaben? Kein verräterisches Licht blitzte dort hinten mehr auf, nicht der kleinste Funke. Margrits Verfolger waren inzwischen von der Dunkelheit der Nacht verschluckt worden.
Irgendwie beruhigt ließ sie den Felsen los, setzte mit kräftigen Schwimmstößen wieder ihren Weg fort. Es war irgendwie schrecklich, nur dieses Rauschen des Wassers zu hören! Hatten die Hajeps nicht von längstens fünf Minuten Fangzeit gesprochen?
Nebel kroch plötzlich über den breiten Silberstrom, dampfte wabernd über dem Wasser. Plötzlich segelte durch den Nebelschleier ein schwarzer, vogelähnlicher Schatten mit leisem Quietschen dahin. Er kam vom linken Ufer, von dort, wo sich Nireneska und Diguindi befinden mussten. War es überhaupt ein Vogel, oder ...?
Margrit strich sich das nasse Haar aus der Stirn, weil sie das komische Vieh besser in Augenschein nehmen wollte und ihre Kopfhaut ziepte dabei nicht nur gewaltig sondern sie hielt auch plötzlich ein dickes Haarbüschel in ihrer Hand! Warum jetzt auch noch das? Ihre Finger tasteten zitternd die Stelle am Kopf ab. Tatsäch¬lich, dort war jetzt eine richtige kleine Glatze. Sie schluckte, versuchte sich zu beruhigen. Wirklich, sie hatte keine Zeit, sich auch noch darüber den Kopf zu zerbrechen. Viel wichtiger war im Augenblick immer noch dieser aufgeschreckte Vogel im Nebel. Was der wohl so dicht über dem Fluss wollte? Er war ziemlich groß, etwa wie ein Kranich, aber irgendetwas empfand Margrit fremd an ihm, hätte jedoch nicht genau sagen können, was es eigentlich war. Das Tier segelte im wallenden Nebel ziem¬lich unschlüssig über den Fluss, schien wohl keine Gefahr für Margrit zu bedeuten. Sie schloss für einige Sekunden die Augen, um sich den typischen Flug eines Kranichs vorzustellen und kam dabei zu dem Ergebnis, dass dies hier kein Vogel, sondern nur ein armseliger, plumper Roboter sein musste und tauchte auch schon, kaum, dass sie zu diesem Resultat gekommen war, mit großer Kraft tief in das Wasser ein.
Das war ihr Glück, denn dort unten über all den dunklen Wasserpflanzen zu Margrits Füßen schwebte abwartend eine über sieben Meter lange und etwa vier Zentimeter dicke Schlange. Dieses Tier - war es wirklich eines? Margrit war plötzlich sehr misstrauisch! - hatte offenbar die Zeit, die sie mit dem Vogel abgelenkt gewesen war, dazu genutzt, sich ihr von unten zu nähern.
‚Mein Gott!’, versuchte sie sich nun zu beruhigen. ‚Das ist ja gar keine Schlange, sondern nur ein Tau, ein dickes, fettes, steifes Seil, geflochten aus merkwürdigen Fasern! Vorne am Kopf ist möglicherweise ein Sender und das da oben könnten fühlerähnliche Antennen sein, und das Ding scheint irgendwie zu glimmen, nur dadurch konnte ich es im dunklen Wasser erkennen. Jedoch muss ich mich ruhig verhalten, denn die feinen Fühler bewegen sich unauffällig, es scheint nur darauf zu lauern, sich um meine Beine oder Taille ringeln zu wollen und dann ... dann wird dieses schreckliche Ding mich zu den Hajeps schleppen!’
Sie knirschte vor Verzweiflung und Wut mit den Zähnen, die komischerweise mächtig zu wackeln begannen. Es war zum wahnsinnig werden, was alles Schreckliches fast gleichzeitig passierte! Schon jagte sie hinauf, um Atem zu holen, blickte jedoch vorsichtshalber über die Schulter. Entsetzlich, das Ding bewegte nun den elastischen Körper, war schlagartig aus seiner Starre erwacht und schlängelte sich zu Margrit empor. Anscheinend konnte es nicht sehen, folgte ihr aber dennoch. Woran lag das? Verdammt, das musste sie herausfinden oder sie war verloren!
Nur etwa einen Meter über Margrit glitzerte schaukelnd die Wasseroberfläche, etwa gleich weit von ihr entfernt war auch das Ding. Margrit konnte jetzt den stromlinienförmigen Kopf mit den fünf unterschiedlichen Antennen und Fühlern erkennen. Kleine Lichtflächen am Sender gingen bedächtig an und aus, auch am Schwanz spielte sich das Gleiche ab. Das Geschöpf hatte jetzt mit seinen sieben Metern Länge wie ein Lasso einen großen Kreis um Margrits Körper gebildet.
Und das sollte eine behutsame Art sein, Menschen zu fangen? Wie waren dann erst die anderen Methoden? Margrit zitterte am ganzen Leib und ihre Lungen drohten zu platzen, denn sie traute sich nicht, mit dem Kopf an die Oberfläche zu gehen, noch musste sie das Ding im Auge behalten!
Während der schlangenförmige Roboter Margrit immer schneller umkreiste, bemerkte sie, dass seine Schlaufe enger gezogen wurde. Das Tempo des Riesenwurms richtete sich wohl nach Margrits Reaktionen, vielleicht auch nach der Zeit, die ein Mensch unter Wasser bleiben konnte. Diese Chance musste sie nutzen! Sie versuchte sich mit Gewalt zu beruhigen, bewegte sich gar nicht mehr, wurde starr und hart wie ein Brett. Zu ihrer Verblüffung musste sie feststellen, dass der Roboter nun ebenfalls verharrte. Neue befremdliche Lichter gingen an seinem Kopf verwirrt an und aus, die Fühler zuckten tastend durch die Wasserströmungen. Offensichtlich wusste das Ding plötzlich nicht mehr so genau, woran es war. Es wartete, geduldig seine Schlinge beibehaltend, auf das, was nun geschehen würde.
Margrits Gehirn arbeitete fieberhaft. Sie wusste, dass sie unbedingt dieser Schlinge entschlüpfen musste, aber wie, ohne sich zu bewegen? Noch war das Tau knappe zwei Meter von ihrer Taille entfernt. Sehr langsam versuchte sie, die Hose zu öffnen. Zum Glück hatte sie genau aufgepasst, wie Oworlotep das gemacht hatte. Bang fragte sie sich trotzdem, ob sie sich wohl auch alles richtig gemerkt hatte. Das erste Signal war schon mal falsch und der Roboter begann sich erneut um sie zu drehen. Als sie es das vierte Mal versuchte, war sie bereits fast am Ersticken, aber es funktionierte. Die Hose sprang nicht nur wie durch ein Wunder auf, sie verlängerte auch wieder automatisch die Hosenbeine, nachdem sie von Margrits Körper gerutscht war. Zuckend, sich rekelnd wie ein seltsames Tier, trieb die Hose mit der Strömung schließlich weiter.
Und nun geschah etwas sehr Beeindruckendes, denn innerhalb weniger Sekunden jagte die Schlange los, zog ihren Ring fest um die Hose, die sich wegen der Wasserströmung auch noch aufgebläht hatte und setzte tatsächlich dazu an, das sich immer noch räkelnde Ding abzuschleppen.
‚Tja, ja’, dachte Margrit, während sie oben angekommen war und keuchend Atem schöpfte. ‚So ist es, wenn man seine Roboter nur auf Bewegungen, nicht aber auf Gewicht programmiert hat!’
Doch man sollte nie zu früh triumphieren! Entsetzt bemerkte Margrit nämlich, dass der schlangenförmige Roboter nun etwa sieben Meter von ihr entfernt die Hose zwar noch immer gepackt hielt, aber sich nicht vorwärts bewegte, denn es ratterte und rumorte ordentlich in seinen beiden Köpfen und die Antennen bewegten sich hektisch im Nebel.
Es sah wahrhaftig nicht gut für Margrit aus und darum tauchte sie wieder, stellte aber fest, dass sich von unten inzwischen eine weitere Robotschlange genähert hatte und dann kam noch etwas, leider konnte Margrit mit ihrer schlechten Brille nicht genau erkennen, was es genau war. Es sah aus wie ein Drahtball und kam vom Ufer her mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit auf sie zugeschossen. Sie ahnte, die fünf Minuten mussten inzwischen wohl um sein, man nahm also keine Rücksicht mehr auf ihre Nerven, wollte sie vielleicht ganz bewusst in Panik versetzen, damit sie Fehler machte und man sich nicht mehr lange mit der lästigen Lumanti abgeben musste. Margrit bremste, schoss dann aber schnell nach oben und imitierte ein Brett, das auf dem Wasser trieb und das Wunder geschah, die Kugel jagte in einem Abstand von vier Metern an ihr vorbei zum anderen Ufer. Leider hatte Margrit durch die heftige Bewegung ihre Brille verloren. Oh nein, dieser Nebel, dann ohne Brille, sie war wie blind! Aber immerhin hatte die Drahtkugel Margrit nicht erwischen können.
Doch schon entdeckte Margrit etwas anderes, diesmal am Himmel. Dort donnerte ein großer Schatten im dichten Morgennebel heran. Es war das typische Rattern eines Hubschraubers, das Margrit hörte.
‚Menschen’, durchfuhr es sie überrascht und höchst erleichtert. Leider war der Hubschrauber nicht beleuchtet, aber sie meinte trotz des grauen Dunstes den kreisenden Propeller zu erkennen. ‚Gott sei Dank!’
Komisch, dass sie plötzlich so gut sehen konnte! Beinahe noch besser als mit Brille! Egal! Wie konnte sie nur die Menschen auf sich aufmerksam machen? Noch ein kräftiger Schwimmstoß und dann gewahrte sie plötzlich einen hohen Zaun mitten im Wasser. Das war ja verrückt, wo kam denn der plötzlich her? Wie eine Besessene kämpfte sie nun gegen die Strömung des Flusses an, die Margrit gegen den netzartigen Zaun treiben wollten, dessen oberer Teil etwa zwei Meter aus dem Wasser ragte. Der untere Teil musste tief im Wasser verborgen von festen Seilen gehalten sein, die das schätzungsweise vier Meter hohe Netz spannten.
Margrit ahnte, wodurch dieser seltsame Gummizaun entstanden war, nämlich durch die Kugel, die vorhin an ihr vorbeigesaust war. Die war in Wirklichkeit ein durch perfekte Robottechnik gesteuertes, zusammen gewickeltes Netz gewesen, welches sich in einem irren Tempo eigenständig aufgewickelt, quer über den Fluss gespannt und an den Ufern verhakt hatte.
Margrit versuchte nun, mit aller Macht und trotz der Strömung an der relativ kurzen, netzartigen Geleewand vorbeizukommen, um über die Seile, die an den Ufern den Zaun hielten, zu entwischen. Sie änderte daher die Richtung und bewegte sich quer über den Fluss. Doch dieser verdammte Zaun schien plötzlich gar kein Ende mehr zu haben. Sie musste daher für einen kurzen Moment keuchend anhalten, um Atem zu schöpfen und blickte dabei verwundert die Maschen entlang zurück. Nein, das durfte nicht wahr sein, diese verflixte Barriere war, so verrückt dieser Gedanke ihr auch erschien, einfach mit ihr mitgewandert! Panik packte sie und sie warf sich blitzartig in die entgegengesetzte Richtung, doch wenig später bot sich ihr das gleiche aussichtslose Bild. Der Albtraum war also Wirklichkeit, ganz offensichtlich bewegte sich dieser Robotzaun, gestützt von seinen Seilen, immer mit Margrit mit.
Nun wollte Margrit zurück gegen die Strömung schwimmen, aber die Wassergewalten hatten ihr den Kampf angesagt, sie waren unglaublich stark. Ferner waren jetzt auch durch Margrits heftige Bewegungen weitere Robotschlangen auf sie aufmerksam geworden, denn es waren nicht nur Wellenkämme, die dann und wann aufblinkten und glitzerten. Außerdem schaukelte die Hose inzwischen mutterseelenallein auf den sprudelnden Schaumkronen und trieb auf einen der Felsen zu, die aus dem Wasser ragten.
Wenngleich Margrit immer noch gegen die Strömungen kämpfte, so näherte sie sich doch Stück um Stück dem verhängnisvollen Zaun. Das Brummen und Rattern am Himmel war derart laut geworden, dass Margrit Hoffnung hegte, die Menschen in diesem Hubschrauber hätten sie trotz Nebel endlich gesehen, weil auch langsam die Morgendämmerung begann. Sie schaute hinauf und ... nanu? Da baumelte ja tatsächlich eine lange Strickleiter direkt vor ihrer Nase! Sie brauchte nur zuzugreifen. Schon streckte sie die Hand aus dem Wasser, um nach der untersten Sprosse der Strickleiter zu greifen, doch dann zögerte sie. Oh nein, dieser Helikopter hatte aber eine verdammt ähnliche Form mit einem Rochen!
Puh, nichts wie weg! Wie gut dass sie plötzlich, weshalb auch immer, wesentlich besser sehen konnte. Eine Falle, eine schreckliche Falle! Schnell schwamm sie an der Leiter vorbei und sah dabei im Wasser die schillernden Körper der Riesenschlangen. Sie kamen immer dichter und es waren wohl inzwischen zwölf, oder hatte sie in der Eile dieselben immer wieder aufs Neue gezählt? Die Leiter folgte ihr treuherzig und kitzelte sie am Haar. Sie hielt inne und bemühte sich blinzelnd trotz aller spritzenden, wirbelnden Schaumkronen ihre Augen nochmals zu einer Höchstleistung zu zwingen. Hoffentlich, hatte sie sich vorhin geirrt und es waren Menschen, die ... nein, wie fies! Das Kontrestin hatte die oberste seiner fünf gummiartigen Flossen ein wenig verlängert und diese die ganze Zeit wie einen Propeller über dem seltsamen Rumpf kreisen lassen, nur um Margrit zu foppen. Man, war das günstig, dass sie plötzlich so gute Augen hatte!
Leider war sie durch diese Beobachtung abgelenkt und das war ein entscheidender Fehler! Ohne es zu bemerken, trieb sie nämlich dabei dem Netz entgegen und dann hakte sie dort fest wie im Netz einer Spinne. Die beweglichen Maschen wickelten sich um ihre Handgelenke, warfen sich von allen Seiten über Margrit, zogen sich eng an ihren Körper heran. Vergeblich versuchte sie sich dem teuflischen Roboter zu entwinden, indem sie laut schreiend mit Armen und Beinen wild herumfuchtelte, während gleichzeitig zwei zangenähnliche Greifer, die an langen, geleeartigen Tauen hinabgelassen worden waren, das Netz ergriffen hatten.
Bald war es so eng, dass sich Margrit kaum rühren konnte. Sie wimmerte leise, als sie fühlte, wie sie aus dem Wasser gezogen und zum Kontrestin emporgehoben wurde, das inzwischen die oberste Flosse wieder eingezogen hatte und nun ganz manierlich nur mit den übrigen seitlichen Flügeln flatterte.
Margrits trauriges Wimmern wechselte ab mit wütendem Geschrei. Sie staunte über sich selbst, denn sie war offenbar nicht mehr Herr ihrer Sinne, bestand nur aus Wut, Angst und Zorn.
Doch plötzlich ruckte das Netz und hielt mitten auf seinem Weg nach oben inne. Das kam derart überraschend, dass Margrit sogar für einen Moment ihren Schock vergaß und aufgehört hatte, vor sich hin zu krei¬schen. Fast im selben Augenblick sauste ein trichterförmiger, weicher Behälter an ihr vorbei Richtung Wasser.
Margrit rieb sich die Augen, denn diese juckten plötzlich schrecklich und zupfte sich dabei ein kleines Stückchen Pelle von ihrer Nasenspitze. Dann versuchte sie, zumindest den Kopf ein wenig in dem Netz zu drehen und schaute dem Trichter hinterher. Sie presste zitternd die Lippen zusammen, denn sie sah nun, welche eigenartigen Passagiere der Trichter aufnehmen wollte. Von allen Seiten kamen die ekelhaften Glibberschlangen herbei. Das Gebilde, dessen obere Seite geschlos¬sen war, schien mit seinem schmalen Ende die Schlangenroboter anzusaugen, welche sich zu Margrits Überraschung, sie rieb sich daher nochmals gründlich die Augen und hatte gleich ein paar Wimpern in der Hand, mehr und mehr verkleinerten je näher sie kamen. Die Schlangen schrumpelten regelrecht zusam¬men, wobei nur die beiden Köpfe mit den Sensoren und den Fühlern übrig blieben, welche sich wie ein Puzzle zu einem einzigen Teil zusammen schoben und dann in der Tülle des Trichters verschwanden, bei dem ein kleines, rotes Licht aufblinkte, sobald eine Schlange in ihm verschwunden war. Schließlich war der Trichter gefüllt und wanderte an Margrit vorbei nach oben.
Margrit pustete eine frisch ausgefallene Haarsträhne von ihrer Schulter, während sie dem komischen Trichter hinterher schaute. Sie runzelte die Stirn. Hajeps achteten wohl sehr auf ihre unzähligen Robot-Helferlein, pflegten und hegten sie! Margrit lachte bei diesem Gedanken laut und sarkastisch auf. Dann zitterte sie wieder. Warum ging es nicht weiter? Es war hier oben so furchtbar kalt. Wieder juckte es sie überall, aber sie konnte sich bei dieser Enge kaum kratzen. Seltsam, da hing sie nun zwischen Himmel und Erde und nichts geschah. Hatte man sie etwa in der Eile vergessen? Sie musste über diesen komischen Gedanken schon wieder laut auflachen, gleichzeitig liefen ihr Tränen über das Gesicht. Sie hörte sich selbst und fand, dass ihr Lachen anders klang als sonst, es war nicht mehr warm, entspannt und fröhlich, es war eher schrill! Würde es ihr nun so wie vielen Gefangenen ergehen?
‚Beruhige dich’, sagte sie sich schließlich. ‚Ausrasten hilft ja doch nicht.’ Nur sehr langsam kam Margrit schließlich zur Ruhe, lag völlig erschöpft in ihrem Netz und versuchte, gleichmäßiger zu atmen. Nun ruckte das Netz wieder an, vorsichtig, kaum merklich ging es weiter. Ihr Herz pochte! Nein, nicht schon wieder durchdrehen!
Man hatte ihr vermutlich nur ein wenig Zeit gelassen, damit sie sich erst einmal an den Zustand des Gefangenseins gewöhnte, und man verstand ihr Schweigen wohl als ein ´sich abfinden´ mit dem unabänderlichen Schicksal. Der Wind fuhr knatternd in den Zipfel des Hemdes, der als einziger freier Teil von Margrit wie eine kleine Fahne aus dem Netz heraus hing. Jetzt war sie nur noch ein kurzes Stück von der Luke entfernt.
„Fengi tes salfara, Marktstamm!“, rief ihr Diguindi freundlich von dort zu, deutete eine knappe Verbeugung an, kreuzte dabei flüchtig die Arme vor der Brust. „Rekomp Japongati und meine Wenigkeit heißen dich im Namen Agols herzlichst an Bord der Nelipar und deren djupan willkommen!“
Sie hatte keine Lust, diesem Schleimer irgendetwas darauf zu antworten. Er hatte die ganze Zeit schön warm in diesem komfortablen Flugschiff gesessen, während sie da unten kämpfen und um ihr Leben hatte bibbern müssen. Nach einigem Ringen mit sich selbst blickte sie schließlich doch zum Raumschiff hoch.
Nanu, Diguindi trug ja keinen Helm mehr? Zum ersten Mal sah sie sein Gesicht. Schön geschwungene, breite Brauen umrahmten große, fragende Augen. Sein Gesicht war schmal, jedoch nicht weich geschnitten. Hohe Wangenknochen und eine kühne Nase gaben Diguindi einen beinahe aristokratischen Touch! Die helle, graublaue Haut war samtig glatt und ließ ihn wie einen zu groß geratenen Jungen erscheinen. Auch er trug einen Haarkamm, jedoch war dieser nur mit wenigen Talismanen geschmückt und das gesamte Haar erschien Margrit etwas kürzer als das von Oworlotep. Er war in eine federleichte, bunte Uniform gehüllt und hatte einen nicht ganz so kräftigen Körper wie Oworlotep, war aber ein bisschen größer als der.
Diguindi hatte sich inzwischen mit einer eleganten Bewegung dicht an den Rand der Luke gehockt, auch seine Gefährten, die ebenfalls keine Helme und eine ähnliche Frisur und Kleidung trugen. Aber wo war Rekomp Nireneska? Margrit konnte nirgendwo dessen verhältnismäßig kleine, untersetzte Gestalt erkennen.
Mit wachsender Neugierde und auch ein wenig Schadenfreude begutachteten nun zwölf blauhäutige Männergesichter die im Netz verwickelte Lumanti, und je näher das Netz den Soldaten entgegen schaukelte desto unruhiger wurde es an der Luke. Einige der Männer musterten Margrits nackte Schenkel und was man noch so Entblößtes von ihr sehen konnte eingehend. Sie flüsterten einander Anzügliches zu und die Angesprochenen quiekten leise. Manche waren so unhöflich, ihre Bemerkungen mit einem ausgestreckten, wedelnden Zeigefinger in Richtung Margrit zu unterstreichen.
Margrit wurde heiß. Was war plötzlich los? War irgendetwas mit ihrem Netz nicht in Ordnung oder was war geschehen? Sie sah zögernd an sich hinunter, und entdeckte bestürzt den Grund der zunehmenden Unruhe dort oben. Sie war ja fast nackt! Das Hemd war ihr bei all der Strampelei bis hinauf zu ihrem Busen gerutscht. Oh, neiiin! Was sollte sie nur machen?
Je näher Margrit rückte umso interessierter blickten die Hajeps durch die Maschen des Netzes, um mehr von ihrer stetig deutlicher werdenden Nacktheit zu erkennen. Einige starrten jetzt auf ihren Bauchnabel, andere konzentrierten sich auf das durch die Kälte gerötete Gesäß, wenn sich das Netz ein wenig drehte oder hin und her schlenkerte. Sie stießen dabei anerkennende Pfiffe aus oder was waren das für komische Laute? Margrits Wangen glühten, denn sie konnte sich das Hemd nicht hinunterziehen, da das Netz zu eng an ihrem Körper lag.
Was war, wenn Diguindi nun die Hand nach ihr ausstreckte, um sie ins Raumschiff zu ziehen? Es waren doch so viele Männer, zu denen sie dann hineinplumpste! Sie versuchte nun, den frechsten von ihnen mit einem mutigen, gleichgültigen Gesichtsausdruck zu begegnen, aber dieses Unterfangen scheiterte an den ständig flatternden Augenlidern und der gleichbleibenden Hitze in ihren Wangen.
Es gab jetzt einen kurzen, heftigen Ruck und dann war die inzwischen am ganzen Körper bebende Lumanti, begleitet von lautem Johlen, Pfeifen und Händeklatschen, in die Luke des Raumschiffes hineingeschwenkt. Mit zum Zerreißen gespannten Nerven starrte sie in die neugierigen Gesichter, auf die alberlich ausgebreiteten Arme, die sie ihr entgegengestreckt hielten, um sie aufzufangen. Dann warf sie noch einen letzten Blick zurück über die Schulter in die Freiheit.
Noch hatte sich die Luke nicht geschlossen, schwebte Margrit mit ihrem Hinterteil ein kleines Stückchen zwischen Himmel und Raumschiff, noch war das Netz nicht abgestreift, noch ...
„Zaaaii, jelso, pine udil! Noi guo tor tagurem!“, rief nun der frechste der Soldaten, nachdem er den verdutzten Diguindi einfach zur Seite gestoßen hatte. Margrit sah, dass hinten im Raumschiff der arme, aus mehreren Wunden blutende Trowe mit gefesselten Händen am Boden lag, dann griffen die kräftigen Hände des Soldaten so heftig nach dem Netz, um die Lumanti ins Raumschiff zu zerren, dass sich dadurch einige Maschen lockerten und Margrits Arme frei wurden.
Das war die entscheidende Sekunde, denn kaum, dass ihre Hände frei waren, schossen diese auch schon vor! Die eine Hand riss dem Frechling die silberne Schutzkappe vom Ohr und es folgte ein stechender Schrei aus Margrits Mund, die andere Hand riss irgendeine Waffe von dessen Gürtel. Betäubt von dem Schmerz, den der schrille Schrei direkt in seine hochempfindliche Gehöröffnung verursacht hatte, stieß der Soldat die entsetzliche Frau abwehrend von sich.
Margrit schrie weiter gellend vor sich hin, diesmal vor Angst, weil sie zur Luke hinaus, noch immer im Netz verwickelt, pfeilschnell in die Tiefe sauste. Diguindi schaute ihr besorgt hinterher, dann gab es nur einen kurzen, schrecklichen Ruck und das Netz hing ein paar Meter tiefer fest an den Halteseilen. Margrit schlenkerte hin und her und wurde schon wieder empor gezogen. Panik schnürte ihr abermals die Kehle zu.
Würde sich der freche Soldat an ihr rächen dürfen? Sie wusste ja, wie grausam die Gesetze der Hajeps waren! Sie bemerkte nebenbei, dass es entschieden heller geworden war und das Kontrestin, welches die ganze Zeit unbeirrt seinen Flug fortgesetzt hatte, noch immer über dem Fluss flog, jedoch erstreckten sich inzwischen nicht nur großflächige Waldgebiete zu beiden Seiten des Mains, sondern auch kleinere und größere Gebirgszüge.
Die Aussicht war wunderschön, nur hatte Margrit leider keine Flügel und war auch nicht so winzig klein wie ein Schmetterling um durch die widerwärtigen Maschen des Netzes zu schlüpfen und befreit zur Erde segeln zu können.
Wieder rückte sie der Luke näher. Diesmal ging es allerdings recht bedächtig das letzte Stück aufwärts! Margrit fror immer noch ganz erbärmlich! Man ließ sich dennoch viel Zeit. War das die Strafe? Aus dem Inneren des Flugschiffs meinte sie, aufgebrachtes Stimmengewirr zu hören. Wurde da etwa jemand ausgeschimpft? Sie blickte auf die Waffe, die unter ihrem Bauch im Netz lag. Sie hatte etwas kolossal Beruhigendes an sich! Dann bemerkte sie, dass die Maschen des Netzes sich auf der linken Seite gelockert hatten. Ein Hauptstrang des eigenartigen Geflechts war wohl vorhin durch das gewaltsame Hochreißen beschädigt worden und der empfindliche Mechanismus funktionierte daher an dieser Stelle nicht mehr richtig. Somit hatte Margrit endlich etwas mehr Platz im Netz.
Sie zog als erstes das Hemd hinunter, klemmte dessen Zipfel zwischen ihre Schenkel, damit diese nicht mehr hoch geweht werden konnten und visierte schließlich mit der etwa unterarmlangen Waffe die Luke an. Doch da gab es ein kleines Problem, denn wie setzte man so etwas in Gang?
Im Inneren des Militärfliegers war es wieder ziemlich unruhig geworden. Der Soldat, welchem Margrit die Ohrkappe abgezogen hatte, suchte wohl gerade nach dieser, denn man konnte durch die Luke erkennen, wie er gebückt den Boden des Flugschiffes in Augenschein nahm. Rekomp Japongati schimpfte ihn währenddessen aus und fuchtelte zur Unterstreichung seiner Worte wütend mit dem Arm Richtung Ausgang. Diguindi hingegen schaute ziemlich gelassen dabei zu, nur dann und wann seinen gut aussehenden Kopf schüttelnd.
Fieberhaft tastete Margrit indes alle Sensorenfelder an der Waffe ab. Sie versuchte es sogar mit Morsesignalen.
„Hich, hich!“, hörte sie die Männer überrascht murmeln, die sie beobachteten. „Te wan noan!“
„Kontriglus!“, stimmte ein anderer zu. „Te gun dedi kor!“ Alles nickte.
„Ach, seid ruhig!“, murmelte Margrit konzentriert, während sie weiter wie verrückt an der Waffe herumfummelte.
Die Soldaten hockten sich nun wieder im Inneren der Schleuse hin, um besser zu Margrit hinab sehen zu können und die zuckenden Gesichter verrieten eine eigentümliche Heiterkeit, einen gewissen Spaß an Margrits aggressiver Hilflosigkeit.
„Sanna! Wuuun sanna, chesso?“, rief nun Rekomp Japongati beruhigend und freundlich zu ihr hinunter. „Jelso ken. Noi guo tor clerte tagurem!“
„Nein!“, brüllte sie energisch hinauf, obwohl sie nicht so recht wusste, was er damit andeuten wollte.
„Omt nein!“ Er schüttelte recht eindrucksvoll den Kopf. „Inem akir!“ Er nickte passend dazu.
„Doch nein!“, brüllte Margrit bockig, als sie nahe genug war.
„To kos jonkert, moi redemdo!“, brüllte er ebenso laut zurück, beugte sich dabei weit zur Luke hinaus und schüttelte demonstrativ die Faust. Dann verschwand er, leise etwas vor sich hin brummelnd, wieder im Inneren der Schleuse. Er hatte wohl den Mechanismus für das Netz auf eine höhere Geschwindigkeit eingestellt, denn Margrit sauste jetzt buchstäblich hoch!
Da war es schon wieder aus mit ihrer Beherrschung! Sie warf sich widerstrebend in ihrem Netz hin und her und schrie dabei: „Nein, nein, ihr kriegt mich nicht! Oh, diese Scheißwaffe! Ihr kriegt mich nicht! Warum funktioniert die denn nicht?“ Sie haute mit der Faust gegen die Schaltfläche. „Ich werde schießen, hört ihr! Darauf könnt ihr euch verlassen! Ich werde schießen!“ Sie tobte, warf sich schließlich mit ihrem ganzen Köper gegen die Rückseite der seltsamen Waffe. Plötzlich blitzte grelles Licht auf, ein grüner Feuerstrahl verließ mit ohrenbetäubendem Getöse den Lauf der Waffe, die Margrit noch immer zwischen Brust und Netz gepresst hielt.
Sie musste mit ihrem Körper die richtige Stelle getroffen haben! Dieser Strahl zerfetzte zunächst einige Maschen des Netzes schräg über ihr, knatternd zum Kontrestin hinauf, riss dabei einen kleinen Teil von der Luke ab, flitzte anschließend um Haaresbreite am schön frisierten Schopf des entsetzten Japongatis und an den übrigen Soldaten vorbei, fuhr sodann brausend und tosend ins Innere der Schleuse, sauste über den am Boden liegenden Gulmur hinweg, dessen klobiger Kopf überrascht hochfuhr, bis in die Zentrale, wo er sich anscheinend in irgendeines der hochempfindlichen Steuerungsgeräte eingrub, denn es gab einen heftigen Knall - einen Kurzschluss? Feuer blitzte jedenfalls für einen Augenblick hinter den Scheiben des Raumschiffes auf und dann ward es in dessen Inneren schlagartig finster!
Diesen Moment des Schocks hatte der Trowe für sich ausnutzen und trotz gefesselter Hände mit seiner gewaltigen Kraft jemandem die Waffe entreißen können. Margrit hörte Schüsse im Inneren des Militärfliegers, während sie gleichzeitig in ihrem Netz wie ein Stein der Tiefe entgegen rauschte.
Diesmal schrie sie nicht, denn sie war diese Stürze mittlerweile gewohnt! Vorher meinte sie allerdings noch ein überraschtes Keuchen von der Luke her gehört zu haben. Erst mehrere Meter tiefer kam Margrit endlich zum Halten. Ihr war unglaublich schwindlig und speiübel, denn so tief war sie bisher noch nicht hinabgerauscht, doch sie ahnte, dieser Schuss war ein Volltreffer gewesen. Es war unglaublich, aber sie hatte ganz allein einen feindlichen Militärflieger in nicht unerhebliche Schwierigkeiten gebracht! Aber seltsamerweise war sie gar nicht so recht froh darüber. Das Kontrestin schwankte nämlich zum Fürchten. Der Rochen ruckte Meter um Meter zum tosenden Main hinunter.
Kleinere Lichter gingen hinter den Fenstern des Raumschiffes an, flackerten unruhig hin und her und nur noch ein Soldat befand sich an der Luke. Nach dem ersten Schrecken rief dieser wütend zu Margrit hinunter: „Kor jati to japina, to tubraka?“ Er rüttelte, seine heftigen Worte unterstreichend, wütend am Seil.
„Ich ... äh“, krächzte sie, während sie mitsamt Netz hin und her schaukelte. „Also ... das geschah nicht mit Absicht, wirklich ... das ... das habe ich ehrlich nicht gewollt!“
„Hinji! Tes gua to gelguma!“, brüllte er. Das waren allerdings seine letzten Worte, dann hörte man nur noch einen gurgelnden, entsetzten Laut, der seiner Kehle entwich, während sein Genick, von einem heftigen Schlag getroffen, einfach zerbrach. Der leblose Körper sauste nun in die rauschende Tiefe und ein breites, klobiges Wesen zeigte sich stattdessen in der Luke. Gulmurs Hände waren frei. Er musste sich in dem Tumult die Fesseln gesprengt haben. Da ging das Licht hinter ihm plötzlich an und Schüsse sausten in seine Richtung, doch er hatte sich schon hinab geworfen. In seiner Not war er mit einem gewaltigen Sprung auf Margrits Netz gelandet und hielt sich daran fest. Erschrocken schaute Margrit in diese gelben, gesprenkelten Augen, die ihr mit einem Male so nahe waren wie noch nie zuvor. Sie sah die spitzen Zähne, das gewaltige Maul. Er hatte am ganzen Körper grüne, dünne Haare, und dann nahm Margrit auch noch diesen sonderbar tierischen Geruch war.
Die Gewehrsalven hatten wohl die Halteseile des Netzes getroffen und so stark geschädigt, dass sie nun rissen. Margrit schrie gellend auf und auch der Trowe heulte in heller Verzweiflung all seine Angst aus dem riesigen Maul hinaus, als sie in wahnwitzigem Tempo den tödlichen Fluten entgegen jagten.
Würden sie einen Sturz aus etwa sechzig Meter Höhe überleben? Nein, ganz bestimmt nicht! Wenn sie aufschlugen, war das Wasser dort unten gewiss für sie so hart wie Beton. Margrit sträubten sich sämtliche Nackenhaare, als sie auch noch entdecken musste, dass sich das Netz vorne immer weiter aufribbelte und auch Gulmurs winzige Äuglein weiteten sich deshalb. Seine großen Pranken wollten sich nun statt an den Maschen um Margrits Taille klammern, als er vor Schreck beinahe losgelassen hätte, denn Danox kletterte in Windeseile mit seinen langen, haarigen Beinen unter Margrits Achsel hervor, schob sich blitzartig zwischen den beiden ängstlichen Leibern hindurch und krabbelte dann zum Netz hinaus.
‚Ja, ja’, durchfuhr es Margrit dabei traurig und zornig. ‚Es ist wie bei einer Schiffskatastrophe, die Ratten verlassen das sinkende Schiff.’
Aber komischerweise gab es plötzlich einen gewaltigen Ruck. Margrit und der Trowe schienen etwa fünf Meter über den schäumenden Fluten still zu stehen. Sie hörten ein merkwürdiges Knattern über sich und als sie hinauf schauten, sahen sie, dass Danox einen seiner geleeartigen Fühler nicht nur erheblich verbreitert, sondern auch mehrfach geschlauft und verknotet hatte, so dass ein Propeller entstanden war, den er mit rasender Schnelligkeit drehte wie ein Hubschrauber.
‚Die Fühler müssen aus Biomaterial bestehen, das er beliebig verformen kann’, dachte Margrit entgeistert.
Gulmur hatte vor lauter Fassungslosigkeit über dieses Wunder seine Schnauze weit geöffnet, aber vergessen sie wieder zu schließen. Mit seinen eigenartigen Beinchen hielt Danox das Netz unter sich eisern fest. An seiner Bauchseite war ein seltsames Leuchten zu erkennen und die Luft darunter flimmerte wie im Hochsommer auf einer Teerstrasse, aber es wurde seltsamerweise nicht heiß, und dann erhob er sich sogar mit dieser schweren Last auf etwa zwanzig Meter und brauste mit den beiden Flüchtlingen knatternd und brummend Richtung Wald. ‚Was das wohl für eine Energieform ist!’ Margrit war so glücklich, und sie hatte Tränen in den Augen, als der Wald näher rückte und auch Gulmur schluckte erst einmal den dicken Klos in seinem Halse hinunter.
Dann aber blickte er auf Margrits Waffe und sein für diese Dinge gut geschultes Auge erkannte sofort, dass sie eine weiter reichende Pistole besaß als er. „Wet noi tes jala?“, fragte er mit seiner tiefen, knarrigen Bassstimme.
Margrit, die ja einige hajeptische Vokabeln beherrschte, verstand diesen einfachen Satz sofort. Sie nickte, denn sie hatte nichts dagegen. Wenn er meinte, wirklich mit dieser Waffe umgehen zu können, war das doch gut! Allerdings hätte sie dann gerne seine Handfeuerwaffe, mit welcher er sich vorhin den Weg in die Freiheit erkämpft hatte.
„Ibas to me far anga?“, fragte sie und wies dabei auf seine Pistole, die er in seinem Gürtel verstaut hatte, um eine Hand frei zu haben. Doch er schüttelte nicht nur ziemlich verächtlich seinen gewaltigen Kopf, sondern fletschte dabei grimmig die Zähne und ohne ein weiteres Wort entriss er Margrits zitterigen Fingern einfach die Pistole.
‚Freundlich ist der aber nicht gerade!’, dachte Margrit stirnrunzelnd, während sie weiter dahin schwebten und dann pustete sie wieder ein paar ausgefallene Haare von ihrer Schulter.

Fortsetzung folgt:
 
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Kommentare  

Da schließe ich mich gleich an. Tolle Kapitel.

Marco Polo (13.01.2019)

Danke auch für den nächsten Teil. Hat sich gut und flüssig gelesen. Dickes Lob von mir.

Evi Apfel (12.01.2019)

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