317


15 Seiten

Mission Titanic - Kapitel 10

Romane/Serien · Fantastisches
Kapitel 10 – Zwischenfall im Dark Room


United Europe, Jahr 2473

In der City Centrum hatten aktuell 15,8 Millionen Menschen offiziell ihren Wohnsitz angemeldet, aber aufgrund der ansteigenden Armut und der darauffolgenden Obdachlosigkeit wurde die Einwohnerzahl mittlerweile auf rund 20 Millionen geschätzt. Die überkuppelte Hauptcity von United Europe ragte über 900 Meter in die Höhe und der Durchmesser betrug 85 Kilometer. Die Außenhaut des Centrums bestand aus Abermillionen von Titanplatten, die mithilfe einer Speziallegierung hergestellt wurden, sodass das Endprodukt schließlich härter als Stahl aber genauso leicht wie Aluminium wurde. Überdies war das Metall in der Lage, das Sonnenlicht zu absorbieren, damit die Thermische Energie in den Citys konstant 20 Grad Celsius betrug. Zudem wurde über dem Centrum, genauso wie bei allen anderen 544 Citys, die sich verstreut über ganz Europa erstreckten, ein unsichtbares Kraftfeld erzeugt, um die Nation vor Asteroiden und anderweitigen Bedrohungen aus dem Weltall zu schützen. Als damals vor dem Atomkrieg und der darauffolgenden globalen Katastrophen die Weltraumforschung noch aktiv war, hatten die Astronauten vom Orbit aus das Centrum sogar mit dem bloßen Auge erkennen können.
Die gigantische Industriestadt war das Herzstück des vereinten Europas, dort sogar Menschen aus den abgelegenen Citys arbeiteten, denn das Centrum war einer der Hauptversorger für Elektrizität, gereinigtes Wasser, Chemikalien zur Nahrungsherstellung und war für die Müllentsorgung des westlichen Sektors zuständig. Das Centrum besaß das größte Müllkraftwerk, dieses sich über eine komplette Etage erstreckte, dort die Abfallprodukte nicht nur entsorgt und recycelt, sondern auch in elektrische Energie umgewandelt wurde. Im Centrum verkehrten demnach tagtäglich, rund um die Uhr, oftmals über 33 Millionen Menschen. Täglich war es notwendig, zu gewissen Zeiten eine Einreisesperre zu verhängen, um das Maximum der Menschenkapazität nicht zu überschreiten.
Das Zeitreiseunternehmen Time Travel Agentur sowie auch der Geheimdienst hatten im Centrum ihre Hauptniederlassung – außerdem befanden sich die unzähligen Maschinerien und das sogenannte Archiv, diese computergesteuerten Geräte die Zeitreisen einleiteten, ebenfalls in der überkuppelten Hauptcity. Die Sicherheitszentrale, dort die Zeitreisen überwacht wurden, befand sich in der obersten Etage. Die Sitzplätze dort waren zu einem riesigen Halbkreis angeordnet, wie bei einem Parlament, und am Ende des halbrunden Saals hing ein überdimensionaler Monitor, darauf die Geheimdienstmitarbeiter die aktuellen Missionen mitverfolgten.

Eine Panzertür schnellte nach oben und der Oberbefehlshaber des UE-Secret Service, der fünfundfünfzigjährige Henry Gudimard, stolzierte mit ernster Miene herein. Während er zügig die Treppenstufen zu seinem stellvertretenden Geheimdienstchef Nicholas Verhoeven hinunterschritt, zog er sein Jackett aus, schleuderte seinen Bowler auf einen Computertisch und band sich seine Krawatte los, diese er über seinen Nacken hingen ließ. Wirres Gemurmel, ratternde Apparate und piepende Signale von etlichen Computergeräten waren zu hören.
„Wie lautet der aktuelle Missionsbericht?“, fragte er Nicholas, der gerade von einigen Agentenmitarbeitern umzingelt wurde, die auf ihn einredeten und ihm Schriftstücke entgegen hielten. Nicholas Verhoeven war ein paar Jahre älter als Henry und war ebenfalls ein Pionier der Zeitreisen, genauso wie Henry Gudimard.
Damals vor 30 Jahren, als die Zeitreisen ermöglicht wurden, war Nicholas ein aktiver Agent gewesen und hatte gemeinsam mit Henry, die in der Agentensprache bezeichneten Time Thieves, verfolgt, zur Strecke gebracht und das manipulierte Zeitgeschehen wieder berichtigt. Aber Nicholas hatte schon in seinen ersten Missionen die Erfahrung gemacht, dass er einfach nicht fähig war jemanden zu töten, dies in diesem Job jedoch leider oftmals unumgänglich war. Auch wenn er selbst in Lebensgefahr schwebte und er sich unbedingt verteidigen musste, konnte er sich nicht überwinden, seine Schusswaffe zu gebrauchen. Also hatte sich Agent Nicholas Verhoeven damals dazu entschlossen, ausschließlich im Innendienst in der Sicherheitszentrale hinter dem Schreibtisch tätig zu sein, und nie wieder durch die Zeit zu reisen. Der stellvertretende Geheimdienstchef hielt ein Telefax in seiner Hand, las es und kraulte sich dabei nachdenklich seinen ergrauten Vollbart. Dann richtete er seine Brille und blickte Henry überrascht an.
„Henry, gut dass du wieder hier bist. Leider ist die Situation unverändert. Das Archiv meldet immer noch, dass die Titanic am Dienstag den 16. April um 21.45 Uhr den Hafen von New York erreicht hat. Aber es gibt eine überraschende Neuigkeit vom Schleuser van Broek. Die Nachrichtenabteilung hat herausgefunden, wo er sich aufhält. Ein Akteur hatte Ike beim Polizeidepartment in Queenstown angezeigt, weil er ihn mit einer Kriegswaffe bedroht hatte. So hatte dessen Aussage gelautet, womit nur seine Dienstwaffe gemeint sein kann. Dieser Vorfall ereignete sich am Mittwoch den 10. April, um circa 22.30 Uhr, in einer Hafentaverne namens Old Fishbone. Ich empfehle ein SEK-Team dorthin zu transferieren, dieses ihm rechtzeitig auflauert, und dann werden wir ihn endgültig aus dem Verkehr ziehen. Du solltest wissen, dass Queenstown die allerletzte Anlegestelle der Titanic ist. Es ist offensichtlich, was er beabsichtigt. Mittlerweile gibt es auch diskrete Hinweise dafür, dass sich Ike bereits auf dem Schiff aufhält. Etliche Mikrokameras sind systematisch ausgefallen. Henry, dazu darf es nicht kommen! Wir müssen ihn unbedingt aufhalten und es verhindern!“
Henry Gudimard entriss ihm das Telefax förmlich aus der Hand und las es selbst, wobei er grummelte.
„Mhhh … Das wäre keine kluge Operation. Ike ist schließlich bewaffnet und wir dürfen keinesfalls eine Schießerei riskieren. Er ist zwar nur mit einer EM23 ausgerüstet, die gegen die Schutzpanzerung eines SEK-Soldaten normalerweise unwirksam ist, aber die Explosionsgeschosse darf man trotz alledem nicht unterschätzen. Ike würde sowieso seinen Schalldämpfer abschrauben, nur um Aufmerksamkeit zu erregen, und die Mission wäre gescheitert. Die Mission Titanic neu zu starten, könnte in einem unübersichtlichen Chaos enden, denn am Hafen von Southampton befinden sich nun zu viele Agenten. Ike und mich eingeschlossen. Sollte Ike bei diesem Restart etwas zustoßen, hätten wir wiederum ein mächtiges Problem mit der Belfast Mission. Alles nochmal von Anfang an? Oh nein, das riskiere ich niemals!“
„Aber Henry, Ike darf auf gar keinen Fall an Bord gehen! Der Funkkontakt zu Rijken und Klaasen ist völlig abgebrochen, weil Piet seinen Beamer ausgeschaltet hat. Ich muss dir ja nicht erklären, dass das Herunterfahren des eigenen Transmitters die allerletzte Option für einen Agenten ist. Das kann nur eins bedeuten, dass es Ike gelungen ist, beide zu überwältigen. Jetzt haben Rijken und Klaasen keinerlei Chance mehr, noch bevor die Titanic versinkt zu flüchten, weil das Hochfahren des Transmitters in diesem Jahrzehnt einige Tage in Anspruch nimmt. Piet kann seinen Transmitter nur schrittweise hochfahren, wenn unser Satellit in Reichweite ist, dafür bleiben ihm allerdings nur wenige Minuten zur Verfügung. Sogar weniger Minuten als üblich, denn der Satellit bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit in der Erdumlaufbahn nach Osten, und die Titanic fährt genau in die entgegengesetzte Richtung. Würden sie sich in den 70ern aufhalten, wäre das kein so großes Problem, weil ab diesem Jahrzehnt genügend Satelliten von den Russen und Amerikanern sich in der Erdumlaufbahn befinden. Nur mithilfe fremder Raumsonden ist unser Satellit in der Lage eine Verknüpfung herzustellen, um verschlüsselte Daten, Programme und gebündelte Energie schnellstmöglich zu übertragen. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass Schleuser van Broek die Titanic Katastrophe zu verhindern versucht. Er muss unser gesuchter TT sein, mindestens ist er ein Komplize, aber diese Möglichkeit müssen wir ausschließen, indem wir ihn verhaften noch bevor er an Bord geht. Dies ist eine einmalige Chance, unsere letzte Chance sogar!“, redete Nicholas energisch auf ihn ein. „Unser SEK-Team wird mit einem Schleuser schon fertig werden, ohne dabei Aufmerksamkeit zu erregen. Also, gib verdammt nochmal den Befehl zum Zugriff frei!“
Nachdem Henry kurz überlegte, antwortete er seinem Stellvertreter kopfschüttelnd.
„Sollte diese Operation fehlschlagen, wäre nicht nur die Mission gescheitert, sondern Ike wäre zudem erneut nicht mehr auffindbar. Außerdem müsste der Zugriff im Hafengebiet einer Stadt stattfinden, da kann man nicht ausschließen, dass trotz in der späten Abendstunde irgendwo hinter dem Vorhang ein Zeuge zuschaut, oder dass ein Akteur möglicherweise verletzt oder gar getötet wird. Ich schlage vor, wir lassen ihn passieren. Auf der Titanic ist er sehr gut aufgehoben, denn dann wissen wir auch ganz genau, wo er sich aufhält.“
Henry setzte sich ein Headset auf, betätigte am Computer einen Schalter und verband sich mit dem überdimensionalen Monitor, sodass sein Gesicht darauf zu sehen war und jeder Geheimdienstmitarbeiter in der Sicherheitszentrale nun mitbekam, was er sagte.
„Sehr geehrte Agentinnen und Agenten, ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit“, schallte es lautstark durch die Sicherheitszentrale, woraufhin das Gemurmel allmählich verstummte, bis hunderte Leute nur noch Henrys Verlautbarung auf dem Monitor mitverfolgten.
„Aufgrund der aktuellen Ereignisse, dass sich Schleuser Ike van Broek nun auf der Titanic aufhält und obendrein der Funkkontakt zu unseren Agenten abgebrochen ist, verleitet zur Schlussfolgerung, dass er unser gesuchter TT ist. Es wäre auch ein perfekter Plan, denn falls Ike die Titanic Katastrophe tatsächlich verhindert, könnte er in New York einfach aussteigen und ein neues Leben beginnen, während wir die Mission Titanic neu resetten müssten. Dann würde Ike in einer Welt leben, in der die Titanic Katastrophe niemals stattgefunden hatte. Ein anderes, ein paralleles Universum würde entstehen, dorthin wir uns niemals transferieren könnten. Ike könnte sich dann mit seinem geschichtlichen Wissen ein unbeschwertes Leben gönnen, ja, sich sogar eine Zukunft nach seinen Wünschen erschaffen.“
Nach dieser Durchsage schaltete sich Nicholas Verhoeven dazu, woraufhin auch sein Gesicht auf dem Monitor erschien.
„Und genau aus diesem Grund müssen wir Ike im Hafengebiet von Queenstown sofort stoppen. Falls nötig, müssen wir ihn sogar eliminieren! Er stellt ein viel zu großes Risiko dar, selbst wenn wir uns letztendlich getäuscht haben und er nicht unser gesuchter TT ist. Jetzt in diesem Moment ist es auf der Titanic genau 6:45 Uhr, Freitag der 12. April. Das Archiv hat bis jetzt noch keine ausschlaggebenden Aktivitäten gemeldet. Wenn wir jetzt verhindern, dass Ike an Bord des Schiffes gelangt, werden Rijken und Klaasen ihm niemals begegnen. Dann wird Piet auch nicht seinen Transmitter abschalten, somit hätten wir auch wieder eine Funkverbindung zu unseren Jungs. Entweder greifen wir uns Ike jetzt oder wir müssen hoffen, dass er doch nicht der TT ist und es Marko trotzdem irgendwie gelingt, das Zeitgeschehen wiederherzustellen. Denn erst dann, wenn die Titanic mit dem Eisberg kollidiert, wird das Schiff stillstehen und wir könnten uns dorthin transferieren, um festzustellen, was genau dort vor sich geht. Nach meiner Ansicht wäre diese Option viel zu vage und unverantwortlich obendrein, unsere Jungs so lange ohne Funkkontakt ihrem ungewissen Schicksal auf einem sinkenden Schiff zu überlassen!“
„Ich widerspreche deiner Theorie“, erwiderte Henry, woraufhin wieder ein wirres Gemurmel durch die Sicherheitszentrale raunte. „Ike beabsichtigt niemals sich in der vergangenen Welt abzusetzen, und ich glaube ihn soweit zu kennen um zu behaupten, dass er zu solch einer gravierenden Tat moralisch gar nicht fähig wäre. Lasst mich erklären“, ertönte es aus allen Lautsprechern. „Seine Mutter liegt zurzeit im Memorial Hospital im Sterben. Es wurde bei ihr CM diagnostiziert, eine äußerst tödliche CM Infektion um es genau auf den Punkt zu bringen, und nur eine Bluttransfusion aus seinen Adern könnte sie retten, weil er mittlerweile über drei Jahre in der vergangenen Welt lebt und er nun die gewissen Abwehrstoffe in sich trägt. Ike würde also niemals mit einer Zeitmanipulation riskieren, dass man ihn zur Verbannung aus allen Citys verurteilt, oder dass er für immer irgendwohin untertaucht, um ein neues Leben zu beginnen. Ike wird also freiwillig ins Centrum zurückkehren, davon ich überzeugt bin. Er hat für sein fahnenflüchtiges Verhalten, dass er seinen Exit bewusst ignoriert hatte, einen ganz anderen Beweggrund, diesen ich zugegeben momentan auch nicht weiß. Aber eins weiß ich, dass Ike für unsere Mission unentbehrlich ist. Denn er kennt sich auf der Titanic genauso gut aus, wie der Schiffskonstrukteur Thomas Andrews, schließlich hatte er beim Bau dieses Schiff mitgewirkt und die Mikrokameras installiert. Ich muss Ike unbedingt kontaktieren und ihn persönlich überzeugen, dass er für unsere Mission weiterhin tätig sein soll. Diese Strapazen würde ich nicht auf mich nehmen wollen, wäre ich nicht absolut davon überzeugt, dass Ike ein hervorragender Geheimagent ist. Also Leute, zerbrecht euch jetzt mal eure hübschen Köpfe, wie ich auf diese verfluchte Titanic transferiert werden kann. Ende der Durchsage!“

Die Mitarbeiter der Sicherheitszentrale blickten verdutzt auf den überdimensionalen Monitor, darauf Henrys Gesicht zu sehen war, wie er entschlossen dreinblickte. Wieder beherrschte wirres Getuschel den riesigen Saal der Sicherheitszentrale, sogar mehr als je zuvor. Schließlich war es allgemein bekannt, dass ein punktgenauer Zeitsprung auf ein bewegliches Objekt nicht machbar war. Nachdem das öffentliche Briefing seitens des Geheimdienstchefs abgeschlossen war, schaltete Henry die Übertragung aus.
Plötzlich schnellte die Eingangsluke hoch und Agent Dave erschien in der Sicherheitszentrale. Er kam gerade aus dem Jahre 1912, aus der sogenannten Fabrik von Southampton, und hatte dieses Statement mithilfe seiner technologischen Brille mitverfolgt. Etwas außer Atem und äußerst aufgeregt teilte er mit, dass er zu Beginn der Mission Titanic in der Kabine C-13 ein Zeitfenster vorinstalliert hatte, damit hätte Henry eigentlich wieder zurück zum Checkpoint reisen sollen. Henry aber hatte dieses Zeitfenster nicht benutzt, sondern hatte sich auf der Titanic in einer öffentlichen Toilette eingeschlossen, dort ein Zeitfenster installiert und war dann somit zurück zum Checkpoint gelangt, zurück ins Centrum. Dieses unbenutzte Zeitfenster in Kabine C-13, dessen Koordinaten bereits programmiert wurden und feststanden, müsste demnach noch aktiv sein.
Nicholas Verhoeven zitierte Henry in sein Büro, betätigte einen Schalter, woraufhin das Fensterglas milchig anlief, sodass niemand mehr hineinblicken konnte, setzte sich in seinen Ledersessel, kraulte sich seinen gepflegten Vollbart und blickte ihn aus seinen Brillengläser stechend an.
„Henry, die Vermutung von Dave stimmt zwar, dieses Zeitfenster ist immer noch aktiv, weil wir nach Erics Festnahme nicht resettet hatten, weil wir nach dieser Operation sofort Marko und Piet auf das Schiff beordert hatten. Aber es besteht dennoch ein erhebliches Risiko, dich auf die Titanic zu transferieren, denn aufgrund der einminütigen Verzögerung im Black Room würdest du letztendlich im Ozean landen. Du würdest im eiskalten Wasser nur noch zuschauen können, wie das Schiff davondampft. Und mitten im Meer könntest du kein Zeitfenster installieren, um wieder zurückzukehren. Aber das weißt du ja.“
„Das ist wahr“, erwiderte Henry. „Vom Checkpoint aus könnte man niemals die genauen Koordinaten ermitteln und ein Zeitfenster installieren, weil sich das Schiff permanent vorwärts bewegt. Aber nun haben wir ein Zeitfenster, welches bereits installiert ist. Dieser Exit bewegt sich zwar auch ständig vorwärts, aber wir haben die exakten Koordinaten. Es müsste funktionieren, also probieren wir es aus.“
Nicholas starrte ihn zuerst nur an, dann wankte er mit seinem Kopf.
„Was du vorhast ist purer Wahnsinn. Solch ein Experiment hatten wir bislang noch nie gewagt. Das Schiff bewegt sich immerhin mit 40 Stundenkilometer und wer weiß schon, ob sich der Dark Room dieser Geschwindigkeit anpassen wird. Falls nämlich nicht, könntest du während des Transfers zerrissen werden, zerstückelt, nur noch als Fleischbrocken dort ankommen oder du wirst sogar in Moleküle zerlegt und dich in Luft auflösen!“, warnte Nicholas.
Als Black Room wurde in der Agentensprache jener Raum bezeichnet, indem man sich während eines Zeitsprungs eine Minute lang aufhielt. Jeder Zeitreisender, der durch ein installiertes Zeitfenster stieg, verschwand zuerst in einem absolut dunklen Raum, bevor dieser nach exakt einer Minute in seiner erwünschten Zeitepoche wieder auftauchte. Das Archiv und die anderen unzähligen Computern, die eine Zeitreise einleiteten, erzeugten in der Gegenwart ein schwarzes Loch. Man hatte dieses schwarze Loch zwar versucht zu untersuchen, aber es blieb immer erfolglos, weil eine Minute dazu einfach nicht ausreichte.
Die Neukunden der TTA hatten zwar allesamt begeistert berichtet, dass ihr Aufenthalt im Dark Room mindestens eine halbe Stunde angedauert hätte, wobei sie sich fühlten, als würde man mit einer Achterbahn fahren, aber ein erfahrener Zeitreisender empfand seinen Transfer nur wie einen Augenblick. Eine Untersuchung im schwarzen Loch war also einfach nicht möglich – wie sollte man auch einen völlig finsteren, leeren sowie bodenlosen Raum untersuchen?
Der Dark Room war ein zeitloses Terrain, welches niemals erkundet werden konnte. Eine Verbesserung der Zeitreisetechnologie konnte demnach nur mit persönlichen Erfahrungen erreicht werden, indem man eine lebensmüde Testperson hindurchschickt und abwartet, was dann mit ihm geschehen würde.

Nicholas nahm seine Brille ab und massierte mit den Fingern seine Augen. Der beleibte Mann war emotional sehr aufgebracht. Obwohl man ihm dies nie anmerken vermochte, weil er stets einen ausgeglichenen Eindruck vermittelte und selbst bei haarsträubenden Endscheidungen selten seine Fassung verlor, spürte Henry dennoch seine innerliche Unruhe. Nicholas atmete tief ein, lehnte sich in seinen Ledersessel zurück und erzählte.
„Ich kann den Anblick einfach nicht mehr vergessen, als Agent Markus Kalbach als erster Mensch das Zeitfenster durchschritt und als Irgendetwas wieder zurückkam. Diese undefinierbare Fleischmasse, die vorher Agent Kalbach gewesen war, hatte zwar noch gelebt, aber wir mussten dieses Geschöpf von seinem Leiden erlösen. Wir fanden damals zwar den Fehler heraus, aber der zweite und der dritte Agent, die danach durch das Zeitfenster im Checkpoint gegangen waren, sind bis heute verschollen, wie du weißt. Sie sind nicht irgendwo in einer Zeitepoche gelandet und leben eventuell noch, sondern wir hatten sie im Dark Room verloren. Sie sind verschollen“, betonte er, „und zwar bis heute! Du hattest dich schließlich als vierter Agent freiwillig gemeldet, durch das Zeittor zu gehen, und bist unbeschadet zurückgekommen. Ich war die fünfte Testperson gewesen, nur um zu bestätigen, dass dein geglückter Transfer kein Zufall war.“
Nicholas lümmelte in seinem Ledersessel, starrte vor sich hin, lächelte und schüttelte verständnislos mit dem Kopf.
„Was waren wir doch für verrückte Narren, jung und total vom Ehrgeiz besessen. Wahnsinnige, heute in meinen Augen gesehen, die ihr Leben einfach so riskiert hatten, nur um wie Christoph Kolumbus, Neil Armstrong und wie so viele Entdecker und Erfinder ein Denkmal in der Weltgeschichte zu setzen. Aber vor allem, um Karriere zu machen.“ Nicholas blickte Henry eindringlich an. „Lass es sein, Henry. Es ist zwar eine Möglichkeit, die eventuell funktionieren könnte, aber wir haben genügend junge Agenten, genauso wie wir damals in unseren besten Jahren waren, die solch ein Experiment himmelhoch jauchzend wagen würden. Wir beide, vor allem du, haben für unsere Pflicht schon mehr als genug getan. Nun sollte ein anderer Agent dieses ungewisse, vor allem lebensgefährliche Unternehmen wagen. Denn du bist für den UE-Secret Service unentbehrlich.“
Henry aber schmunzelte.
„Ja, es stimmt. Wir beide zählen zu den Pionieren der Zeitreisen. Es war damals eine außerordentliche Herausforderung gewesen, die unser beider Leben hätte kosten können. Wir waren beide die ersten gewesen, die durch die Zeit reisten und letztendlich glückte unsere Mission. Wir leben in einem Zeitalter, indem Zeitreisen möglich ist. Die Time Travel Agentur wird sicherlich noch lange existieren, selbst wenn wir beide längst irgendwo draußen außerhalb der Zone verscharrt wurden; somit wird es auch immer wieder Leute geben, die die Weltgeschichte zu manipulieren versuchen. Unser Job ist es, solche Mistkerle davon abzuhalten, wobei wir unser Leben riskieren müssen. Nun stehen wir beide vor einer weiteren, einer ebenso neuen Herausforderung. Ist es möglich, sich auf ein bewegliches Objekt zu transferieren? Ohne genauen Koordinaten nicht, dass hatten wir bereits herausgefunden. Nun aber ist im Computer ein bereits installiertes Zeitfenster gespeichert und das Archiv würde diesen Transfer auch akzeptieren. Es ist zwar ein lebensgefährliches Wagnis, aber ich werde keinen meiner unerfahrenen Agenten als Testperson zur Verfügung stellen. Ich muss es selbst versuchen, weil ich Ike am besten kenne. Ich hatte ihn vorgeschlagen, ich hatte ihn für die Belfast Mission rekrutiert und ich war auf seiner Hochzeit gewesen. Ike vertraut mir … und zwar nur mir. Darum muss ich dieses Risiko auf mich nehmen. Aber dazu brauche ich dein Einverständnis, denn falls mein Transfer dennoch missglücken sollte, müsstest du als neuer Geheimdienstchef selbstverständlich die Verantwortung dafür tragen.“
Nicholas nahm seine Brille ab, hielt seine Hände vor das Gesicht, seufzte und überlegte. Henry hatte sich sowieso bereits dazu entschlossen, dieses gefährliche Experiment einzugehen und würde auch ohne seinen Segen durch das Zeittor marschieren. Soweit kannte er ihn. Aber mit einem Einverständnis würde er seinem Freund bekunden, dass er hinter ihm stand. Denn falls es gelingt, würden Henry und Nicholas abermals als Helden und wahre Pioniere der Zeitreisen gefeiert werden – bei einem Misserfolg jedoch würde Verhoeven möglicherweise seinen Job verlieren und Gudimard sein Leben.
„Irgendwann müsste es sowieso irgendwer wagen“, beschwichtigte Henry.
Nicholas saß einen Moment regungslos am Schreibtisch, mit seinen Händen vor das Gesicht haltend, und nickte schließlich.
„Dann mach du es, du unbelehrbarer Narr.“

Ein Warnsignal ertönte und etliche gelbe Rundumleuchten blitzten auf, als das Panzertor zum Checkpoint hochschnellte und Henry Gudimard hindurchmarschierte. Während er den abgesicherten Saal betrat, knüpfte er sich seine Krawatte zurecht und richtete seinen Bowler. Dann schnellte die riesige gepanzerte Luke wieder herunter. Weil man Henry nun in eine aktive Mission zu transferieren beabsichtigte, war sein frühestmöglicher Eintritt: Freitag der 12. April morgens um 7:15 Uhr. Um exakt diese Uhrzeit würde er in der Kabine C-13 erscheinen, insofern seine Zeitreise auch gelingen würde.
Das Warnsignal verstummte, nur noch die gelben Rundumleuchten blinkten auf. Henry starrte auf die Mitte des Saals, dort das aktive Eintrittszeitfenster installiert wurde. Ein Zeitfenster war genauso groß wie ein genormter Türrahmen, dessen Umrandung wie eine grüne Glorie leuchtete. Je mehr er sich dem Checkpoint näherte, desto intensiver vernahm er das seichte Summen und spürte eine prickelnde Elektrizität, was ein aktives Zeitfenster absonderte. Zudem sah er ein leichtes Flimmern mittig im Zeitfenster, ähnlich als würde man über einen überhitzten Asphalt schauen.
Henry war zwar schon unzählige Male durch das Zeitfenster des Checkpoints gestiegen, aber dieser bevorstehende Zeitsprung sorgte dafür, dass sein Herz einige Takte schneller pochte als gewöhnlich. Er fühlte sich genauso wie damals, als er noch junge fünfundzwanzig Jahre alt war und zum ersten Mal transferiert wurde. Damals war es für ihn genauso ungewiss gewesen, ob er jemals wieder in seine Gegenwart zurückkehrt oder diesen Zeitsprung überhaupt überleben würde. Nun waren dreißig Jahre vergangen – er war insbesondre für die Agentenanwärter längst ein Held geworden – und trotzdem beabsichtigte er erneut, wie eine entbehrliche Testperson, den waghalsigen Sprung ins Ungewisse. Nicholas und die gesamte Sicherheitszentrale beobachteten anhand des Monitors, wie Henry minutenlang direkt vor dem leuchtenden Zeitfenster stand, zögerte und sich nicht rührte. Wird er diesen Zeitsprung wagen oder letztendlich doch nicht, fragte sich jeder anwesende Agent?
„Merde, ich muss total bescheuert sein“, brummelte der in Nieuw Bruxelles geborene Geheimdienstchef leicht kopfschüttelnd vor sich hin. Dann schloss er seine Augen und stieg einfach durch das Zeittor, genauso wie er es immer tat. Die grüne Glorie leuchtete daraufhin extrem hell auf und mit einem spürbaren WUPP, war Henry spurlos verschwunden. Danach schmälerte sich die Helligkeit der grünen Glorie, und das Zeitfenster am Checkpoint leuchtete wieder normal.
Die Agenten in der Sicherheitszentrale blickten wortlos auf den übergroßen Monitor und hofften, dass sie spätestens in 2 Minuten ein Lebenszeichen von Henry erhalten würden.

Es war völlig dunkel in der Kabine C-13, denn sie war unbewohnt. Doch plötzlich erhellte kurzzeitig ein grünliches Licht die Zweite-Klasse-Kabine, woraufhin Henry herausgeschleudert wurde und unsanft gegen einen Schrank stieß. Daraufhin ächzte er und fiel hin. Es war absolut finster, sodass Henry nicht einmal seine eigenen Hände sehen konnte.
Schmerzverzehrt hielt er sich seine Beine – er keuchte und verbiss sich vor Schmerzen aufzuschreien. Panisch blickte er umher, aber es war absolut finster und er konnte nichts sehen. Befinde ich mich etwa immer noch im Dark Room, fragte er sich?
Henry zog sich in der Dunkelheit an einem Kleiderschrank hoch, tastete sein Jackett ab und setzte sich zuerst seine Nickelbrille auf, doch der Nachtsichtmodus funktionierte nicht. Vorsichtig tastete er sich voran, bis er einen Lichtschalter erreichte. Das aufleuchtende Licht blendete ihn dermaßen, dass er seine Augen mit den Händen schützen musste. Henry bemerkte, dass irgendwas mit ihm geschehen war. Er schwankte auffällig und fühlte sich kränklich, als hätte ihn urplötzlich ein Grippevirus heimgesucht. Er fühlte wie er förmlich glühte, möglicherweise hatte er zudem Fieber.
Henry fing an zu husten; seine Hustenanfälle wurden immer heftiger, bis er zu Boden sank und erschrocken feststellte, dass er Blut hustete. Zudem wurde ihm sehr übel und schwindelig obendrein, aber es gelang ihm nicht zu erbrechen, wovon er sich eigentlich erhofft hatte, dass es ihm danach besser erging. Keuchend rappelte er sich wieder auf, tastete nach seinem Beamer und als er diesen in seiner Hand hielt bemerkte er, dass das Display des Transmitters nicht mehr leuchtete. Trotzdem versuchte er mit seiner Gegenwart Kontakt aufzunehmen, um seinen Kollegen zu vermitteln, dass sein Zeitsprung einigermaßen geglückt war, dass er zumindest lebendig transformiert wurde.
„Sicherheitszentrale“, keuchte er, „meldet euch. Ich bin angekommen aber irgendetwas stimmt mit mir nicht. Ich … ich fühle mich nicht gut“, hauchte er erschöpft ins Mikrofon. „Hallo … hört mich jemand?“
Doch er bekam keine Antwort. Nicht einmal ein Rauschen war zu hören.
„Sicherheitszentrale? Empfangt ihr mich? Nicholas … hört ihr mich?!“, fragte Henry energisch. Verzweifelt schüttelte er seinen Beamer, doch das Display blieb dunkel.
Seine technologische Brille, sein Transmitter, seine modifizierte Taschenuhr und sogar seine EM23 funktionierten nicht mehr, als wären diese elektrischen Geräte einfach abgeschaltet worden. Die Funkverbindung zu seiner Gegenwart, ins fünfundzwanzigste Jahrhundert, war nun völlig abgebrochen. Aber Henry hatte sich wenigstens vor seinem waghalsigen Zeitsprung erkundigt, in welcher Kabine die Geheimagenten Klaasen und Rijken sowie die TTA-Kunden sich aufhielten. Er blickte zu den Bullaugen, aber die Sonne schien nicht hinein. Es war stockdunkel. Wie ungewöhnlich am Morgen eines Apriltages, dachte sich Henry. Mühselig und hustend zog er sich an der Tür hoch, öffnete sie und blickte vorsichtig auf einen hell beleuchteten Korridor. Er seufzte erleichtert, wenigstens befand er sich auf der Titanic, wie es ausschaute. Aber wann war er erschienen? Welcher Tag war es und wieso war es so dunkel? Die Ankunftszeit lautete doch 7:15 Uhr, um diese Uhrzeit müsste es doch im April längst hell sein! Aber er befand sich ja mitten auf dem Nordatlantik, da dauerte es vielleicht noch etwas, bis es richtig hell wurde.
Zufälligerweise stolzierte ein uniformierter Schiffssteward den Korridor entlang, woraufhin Henry die Kabinentür weit öffnete und ihn zu sich rief.
„Hey Mister, entschuldigen Sie bitte. Kommen Sie doch mal näher, ich brauche Ihre Hilfe“, krächzte Henry mit seinem dezenten französischen Akzent, und hustete sogleich. „Sagen Sie mir bitte, wieviel Uhr es jetzt ist.“
Henry war es anzusehen, dass er krank oder vielleicht verkatert war. Er stützte sich am Türrahmen ab und schwankte dabei, zudem wirkte seine Gesichtsfarbe fahl und seine sonst strahlend blauen Augen waren errötet.
Der Schiffssteward kramte in seiner Jackettasche, holte seine Taschenuhr hervor, zog seine Augenbrauen hoch und antwortete: „Es ist jetzt genau 19:15 Uhr, Sir. Im Speisesaal wird gerade das Abendessen serviert. An Ihrer Stelle würde ich mich beeilen, denn heute gibt es sogar für die Zweite Klasse Muscheln mit Baguette und Kräuterbutter zum Dinner. Eine wahre Delikatesse, Sir“, lächelte er freundlich.
Henry blickte ihn verwundert an.
„Was?! Es ist also abends?“, fragte er aufgebracht und hustete sogleich wieder, wobei er leicht zusammensackte. „Und-und welcher Tag ist heute?“
„Sir, wie bitte?“, hakte der Schiffsteward verwundert nach.
„Nun ja, es ist mir etwas peinlich, mein Herr. Ich ähm … ich habe in der letzten Nacht etwas zu tief ins Glas geschaut, seitdem nur noch geschlafen und weiß jetzt in der Tat nicht mehr, welcher Tag heute ist. Was für ein Schlamassel“, antwortete Henry gekünstelt lächelnd.
Daraufhin ging der Steward schmunzelnd auf ihn zu und tätschelte auf seine Schulter.
„Ich verstehe, Sir. Heute ist Sonntag. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“
„Sonntag der vierzehnte April etwa?“, fragte Henry erschrocken. „Das-das kann aber unmöglich sein! Heute müsste doch Freitag …“
Henry blickte den Schiffssteward entgeistert an. Doch es bestand keinen Zweifel, denn dieser Mann war ein Akteur, ein Angestellter der White Star Line und hätte es niemals gewagt, selbst einen verkaterten Passagier aus reiner Belustigung in die Irre zu führen. Irgendetwas war im Dark Room während seines Transfers scheinbar schief gelaufen, denn eigentlich müsste es jetzt Freitagmorgens sein, stattdessen war es bereits Sonntagabend, und es dauerte nur noch viereinhalb Stunden, bis die Titanic mit dem Eisberg kollidieren würde … Oder auch nicht. Nun war die Zeit äußerst knapp.

Trotz dass Henry sich äußerst schwach fühlte, packte er den Schiffsteward beherzt am Kragen, zog ihn in seine Kabine hinein und schlug ihn blitzschnell mit einem Karateschlag bewusstlos. Dann zog er dessen weiße Uniform aus, verkleidete sich als Schiffssteward und schwankte zu Rijkens Kabine hinüber. Henry atmete schwer, sein Gesundheitszustand schien sich rasch zu verschlechtern. Als er aber an ihrer Kabinentür mehrmals klopfte und schließlich einsah, dass sie sich dort offenbar nicht aufhielten und zudem abgeschlossen war, blieb ihm nur noch die einzige Möglichkeit, die TTA-Zeitreisenden Mara und Jean Corbusier auf dem oberen Schiffsdeck zu kontaktieren. Nochmals versuchte er seine Nickelbrille zu aktivieren, um die Navigation zu benutzen, aber es blieb erfolglos. Jedes elektrische Gerät, was er bei sich trug, funktionierte nicht mehr. Hilflos schwankte er umher und sobald er husten musste, hielt er sich ein Taschentuch vor dem Mund, woraufhin er wiedermal Blut spukte. Noch immer konnte er sich nicht erklären, was mit ihm im Dark Room geschehen war.
Nachdem er sich mühselig durchgefragt hatte, erreichte er schließlich das B-Deck und klopfte völlig erschöpft an der Kabinentür B-58. Zuerst tat sich nichts aber als er nochmal energisch dagegen klopfte, öffnete ihm Mara. Sie sah wiedermal wundervoll aus, trug ein helles Abendkleid und ihre gelockte Haarperücke war nach oben gesteckt.
Zuerst schaute sie etwas angespannt drein, schließlich dauerte es nur noch wenige Stunden bis zum Highlight, bis zum Untergang der Titanic, und sie erwartete keinerlei Besuch. Aber dann, als sie realisierte wer vor ihr stand, weitete sie erschrocken ihre Augen.
„Paps … Du? Was machst du denn hier?“, fragte sie äußerst erstaunt.
Henry atmete schwer, schwankte auffällig und hielt sich an ihr fest. Flehend blickte er sie an.
„Marlene, mein Kind ... hilf mir. Mir geht es sehr schlecht“, krächzte er und stürzte vor ihre Knie, woraufhin Mara sich niederkniete und ihn auffing. Völlig erschrocken und verwundert zugleich hielt sie Henry in ihren Armen, der zwar noch bei Bewusstsein war, aber äußerst schwach wirkte und dabei keuchte.
„Jean, Ike, Marko, Piet! Kommt sofort her und helft mir! Mein Vater ist hier und er ist krank!“, rief Mara entsetzt.
 
Wenn du registriert und angemeldet bist und selbst eine Story veröffentlicht hast, kannst du die Stories bewerten, oder Kommentieren. Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diese Story kommentieren.
Weitere Aktionen
Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diesen Autoren abonnieren (zu deinen Favouriten hinzufügen) und / oder per Email weiterempfehlen.
Ausdrucken
Kommentare  

Hallo Evi,

ich freue mich sehr, dass du drangeblieben bist.
Du bist die einzige von der ich weiß, dass du von
Anfang an die Story um Ike und Eloise
mitverfolgt hast. Man kann einem treuen Leser
zwar keinen Like geben, dafür überreiche ich dir
aber eine virtuelle Rose: @>-->----

LGF


Francis Dille (08.05.2019)

Ich kenne ja deinen tollen Roman und kann nur empfehlen ihn zu lesen. Sprühende Spannung bis zum Schluß und eine heiße Liebesromanze. Zu guter letzt all das Technische - gut durchdacht!

Evi Apfel (06.05.2019)

Login
Username: 
Passwort:   
 
Permanent 
Registrieren · Passwort anfordern
Mehr vom Autor
Mission Titanic - Kapitel 11  
Mission Titanic - Kapitel 9  
Mission Titanic - Kapitel 8  
Mission Titanic - Kapitel 7  
Mission Titanic - Kapitel 6  
Empfehlungen
Andere Leser dieser Story haben auch folgende gelesen:
Mission Titanic - Kapitel 11  
Die Belfast Mission - Kapitel 11  
Das Licht der Hajeps Band 5 / Unglaubliches / Kapitel 14 u.15 u. 16 ENDE des fünften Bandes  
Das Licht der Hajeps Band 6 / Zarakuma - Kapitel 1 u. 2  
Gute Vorsätze  
Das Kleingedruckte | Kontakt © 2000-2006 www.webstories.eu
Counter

Counter Web De