130


20 Seiten

Das Licht der Hajeps Band 5 / Unglaubliches/ Kapitel 11 u.12 u. 13

Romane/Serien · Fantastisches
© Palifin
Kapitel 11

„Waaas?“ Günther Arendt wurde aschgrau im Gesicht. „Das hört sich ja fast so an, als ob die Hajeps nur deswegen ein männliches und ein weibliches Exemplar unserer Spezies nach Zarakuma entführt hätten, um ...“, er hielt mitten im Satz inne, reichte, ohne sich umzuschauen, wieder reflexmäßig sein leeres Weinglas nach hinten. Diesmal stand Eberhardt bereits hinter ihm und goss ihm schwungvoll nach. Aber da hatte Günther Arendt sein Glas wieder zurück gezogen, in der Annahme, nochmals denselben Fehler zu machen. „... um mit uns Menschen neue Geschöpfe zu züchten!“, erklärte er dabei weiter.
„Verdammt!“, ächzte Eberhardt leise hinter ihm und betrachtete die kleine, rote Pfütze, die nun auf dem schönen Teppich zu sehen war.
„Dergleichen dürfen wir nicht mehr zulassen!“, hörte man Günther Arendt weiter. „Sind wir denn Tiere? Was haben sie bereits schon alles mit uns gemacht! So darf das nicht mehr weitergehen! Das ist empörend, sage ich euch, wirklich empörend!“
Die Generäle nickten ihm aufgebracht zu und ein lautes Gemurmel von allen Seiten erfüllte wieder den kleinen Salon. Wütende Ausrufe wurden schließlich laut, noch mehr Fäuste wurden hochgereckt. Und immer wieder hörte man dazwischen: „Jawohl, Recht hat er, der Günther! Er ist ein echter Anführer, wir sollten endlich etwas gegen die Hajeps tun! Das dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen!“
Munk war deshalb wieder auf die Schulter von Margrit geklettert, denn ihm war klar geworden, dass die Zweibeiner ihn gewiss mit diesem Lärm auf den Nachbartisch dort hinten aufmerksam machen wollten, wo netterweise eine große, einladende Platte mit weiteren kleinen, verschieden belegten Stullchen und Brötchen abgestellt worden war. Zwar war einiges davon bereits weggefuttert, aber es war durchaus noch etliches vorhanden, was recht interessant roch. Munks neue stattliche Schnurrhaare vib¬rierten deshalb in diese Richtung.
Der Präsident breitete indes wieder die Arme zu allen Seiten beschwichtigend aus. „ Ruhe, Ruhe!“, brüllte er. „Ich habe eine Idee. Da Margrit der bisher einzige Mensch zu sein scheint, an welchem die Hajeps irgendwie länger Gefallen gefunden haben, schlage ich vor, wir schicken sie mit irgendeiner triftigen Begründung nach Zarakuma. Oworlotep scheint dort eine mächtige Person zu sein. Er wird sich freuen, wenn sie freiwillig zu ihm kommt.“
„Nein“, wisperte Margrit fassungslos, „das werde ich gewiss nicht tun! Da hätte ich es mir ja gleich sparen können wegzulaufen! Außerdem, was soll ich da? Indem ich dort bin, kann ich ja doch nicht die Mensch¬heit retten! Was soll uns das helfen? “
„Sehr viel! Niemand von uns weiß nämlich, wie es innerhalb Zarakumas aussieht. Wo zum Beispiel sind die wichtigsten Gebäude?“ Er breitete dabei schon wieder die Arme aus. „Wo trifft sich Scolo, der hohe Rat der Hajeps?“ Er ruderte scheinbar orientierungslos mit den Armen in der Luft herum. „Wer ist Agol? In welchem der vielen prächtigen Gebäude hält er sich auf? Wo haben die Hajeps ihre Flug- und Raumhäfen, wo ihre Waffen stationiert? Wo leben die Soldaten, wo die Zivilbevölkerung und, und, und ...“
„Und später soll ich dann vielleicht irgendwelche Warnanlagen ausschalten, Soldaten und Kommandeure becircen?“
„Guter Vorschlag, Margrit, und das mit dem Becircen müsste doch eigentlich ganz gut klappen, so, wie Sie jetzt aussehen!“ Günther Arendt fletschte Margrit mit seinem breiten Grinsen freundlich an.
„Und euch nachts die Tore öffnen, damit ihr sämtliche Bewohner Zarakumas im Schlaf abmurksen könnt?“
„Abmurksen! Lustiger Ausdruck dafür! Aber warum nicht? Genau! Sie hat es erfasst!“
Margrit fand, dass sein Lachen diesmal wirklich sehr dem Meckern eines Ziegenbockes glich.
Eberhardt wollte seinen Chef ein wenig beruhigen und stellte sich an seine Seite, damit dieser ihn sehen konnte und dann füllte er ihm endlich den Wein nach. Günther Arendts komisches Lachen erstarb deshalb auch sofort. Er nickte Eberhardt dankend zu und dieser errötete ein wenig.
„Nein, das werde ich natürlich nicht tun!“, fauchte Margrit indes erbost.
Da erhob sich solch ein wütender Lärm im ganzen Salon, dass nicht nur George, sondern auch Paul und Martin Angst bekamen, Margrit würde auf der Stelle von den Guerillas zerrissen. Instinktiv gruppierten sie sich um Margrit herum.
Schließlich trat George hervor. „Natürlich hat sie das so nicht gemeint!“, brüllte er einfach dazwischen und breitete, wie vorhin Günther Arendt, die Arme aus. Tatsächlich wurde es ein wenig ruhiger. „Aber wenn man so viel Schlimmes wie Margrit erleben musste“, erklärte er daher in etwas gedämpfterer Tonlage, „dann ist man noch nicht einmal in Gedanken fähig sich vorzustellen, zu den Hajeps zurück zu kehren. Außerdem, was verlangt ihr da?“ Er warf dabei Günther Arendt und seinen Generälen einen scharfen Blick zu. „Wäre denn von uns auch nur einer fähig, sein Leben für alle zu opfern?“ Er schaute sich nun im ganzen Saal herausfordernd nach allen Seiten um. „Wer möchte Margrit dabei begleiten? Hajeps tun ja anscheinend den Menschen nichts mehr, also du ... oder du?“ Er wies mit dem Finger auf einige in der Menge, die betreten vor ihm die Augen niederschlugen oder rasch zur Seite blickten „Naaah? Wer will auch so ein kleines Versuchstierchen für die Wissenschaftler Zarakumas spielen, um uns irgendwann einmal in die¬ses außerirdische Wohngebiet hinein zu lassen? Wer möchte denn gemeinsam mit Margrit die schrecklichsten Qualen erleiden, wenn die Sache nicht geklappt hat? Mann, ist das hier vielleicht eine Dränge¬lei!“, spöttelte er weiter und schaute sich dabei nach allen Seiten um. Eisige Stille herrschte inzwi¬schen im ganzen Salon.
„Okay!“, beschwichtigte endlich Günther Arendt. „Margrit mag ja wirklich noch von allem sehr geschockt und erschöpft sein, reden wir also heute darüber nicht mehr! Warten wir einen Monat ab und dann werden wir noch einmal darauf zu sprechen kommen, denn den Hajeps muss endlich das Handwerk gelegt werden!“
„Jaaauu!“, schrie da die Meute wie auf Kommando begeistert durch den ganzen Salon.
Als Günther Arendt wieder alle zur Ruhe gebracht hatte, klärte er wie an jedem Ersten noch einige wichtige formelle Dinge, die auf dem Plan gestanden hatten. Dann hielt er wie immer eine kurze Schlussrede, in welcher er den Kampfgeist und das Durchhaltevermögen der Maden lobend hervor hob und dann verließen sie alle nacheinander den Salon.
Endlich ... endlich weniger Zweibeiner! Gedanklich befand sich Munk bereits mit allen vier Pfoten auf der köstlichen Platte. Die Frage war nur, wie er von hier aus diese Vorstellung am besten verwirklichen konnte! Er tänzelte nun ein wenig nervös auf Margrits Schulter herum, denn er traute seiner frisch gewonnenen jugendli¬chen Kraft noch nicht so recht.
Zuletzt blieben Martin, Paul und George übrig. „Mach dir keine Sorgen, Margrit“, erklärte Martin und streichelte dabei Margrit beruhigend über den Kopf und Munk fauchte dazu, denn das machte den Kater irgendwie nervös, wo er von dieser Schulter aus den Riesensatz bis zum nächsten Tisch wagen wollte. „Den nächsten Monat hat Günther das bestimmt alles wieder vergessen. Was glaubst du, was der schon alles gequatscht hat. Im Grunde können wir ja doch nichts gegen Hajeps tun. Wir haben noch immer keine vernünftigen Waffen. Aber für dich hat die Begegnung mit den Hajeps bei allem Leid wenigstens etwas Gutes gehabt, denn du siehst einfach toll aus!“
„Danke Martin!“ Margrit errötete ein wenig. „Aber hoffentlich werden mich Muttsch und die Kinder wieder erkennen, wenn ich sie morgen besuche.“
„Du willst sie schon morgen besuchen?“
Margrit nickte. „Haben die Spinnen sich daran gehalten, Muttsch und die Kinder nicht mehr zu schlagen?“
„Das haben sie wohl aber ... kriege jetzt bitte keinen Schreck!“
„Bitte nicht noch eine Hiobsbotschaft!“, ächzte Margrit erschrocken.
„Nein, allzu schlimm ist das ja nicht! Deine Mutter lebt nur nicht mehr bei den Spinnen. Sie ist damals weggelaufen, um die Kinder zu suchen. Niemand hat sie seit dem wiedergesehen.“
„Du lieber Himmel, das ist ja entsetzlich!“ Margrits Herz krampfte sich zusammen. „Und sie war doch so krank und schwach! Die Kinder sind jetzt ganz allein? Meine Güte, warum hat mir das denn keiner gesagt?“
„Wir wollten dich nicht aufregen, Margrit“, mischte sich nun auch Paul mit verschämter Miene ein. „Weißt du, du hattest doch bereits so viel Schlimmes erlebt und da dachten wir, dass es so erst einmal besser für dich wäre.“
„Ich muss die Kinder endlich von dort wegholen, koste es, was es wolle!“ Margrit drehte sich voller Nervosität einmal um sich selbst und Munk schaute verdutzt. Nun hatte er sich endlich dazu durchgerungen zu springen und sich hierfür schon geduckt, um Schwung zu holen und jetzt stand Margrit wieder ganz anders da. Nie machten Zweibeiner etwas richtig! Nie!
„Mit Muttsch haben die Kinder“, erklärte Margrit indes weiter, „dieses harte Leben bei den Spinnen ja noch ausgehalten – Munk zapple doch nicht so!“ Sie hielt ihn am Schwanz fest. „Aber jetzt müssen sie endlich von dort weg! Ich muss in die Stadt, wieder etwas sammeln, um ...“
„Aber Margrit, bist du denn wahnsinnig?“ George drehte sie wieder zu sich herum und Munk machte deshalb große, glückliche Augen. „Das schaffst du nie. Es sind drei Wochen vergangen seit dem ...“
Munk trippelte wieder auf Margrits Schulter hin und her und duckte sich abermals für den großen, alles entscheidenden Sprung. „Nein, George“, Margrit wendete sich abermals ziemlich abrupt von George ab und Munk knirschte deshalb mit den Zähnen, „ich werde es tun, davon kannst auch du mich nicht mehr abhalten!“
Aber George drehte Margrit wieder zu sich zurück und Munks Mundwinkel schnellten deshalb nach oben. „So glaube es mir doch. In den drei Wochen ist die Stadt von Plünderern bestimmt längst abgeerntet worden. Pommi und seine Helfer werden sich dabei das Beste geholt haben.“ Natürlich trippelte Munk gleich wieder ein bisschen hin und her. „Ich kann dir dabei nicht helfen, Margrit. Meine Hand und mein Fuß sind noch nicht richtig abgeheilt!“ Und dann duckte sich der Kater für den großen ...
„Das brauchst du auch nicht, George!“, schniefte Margrit, wendete sich noch schneller herum als bisher und warf dabei auch noch den Kopf in den Nacken - der Kater wäre deshalb beinahe von der Schulter gefallen. „Das schaffe ich schon alleine!“
„Aber Margrit ... komisch, der Kater wackelt ja plötzlich so seltsam mit dem Kopf?“, stellte George erstaunt fest und streichelte dem über das gesträubte Fell. „Was der wohl hat? Na ja, er wird wohl auch einiges Schreckliche mit Hajeps erlebt haben und das sind wohl die Folgen davon!“
„Du hast ja so Recht, George!“, seufzte Margrit und hielt den Kater wieder beim Schwanz fest. „Das arme Tier! Wenn Tiere reden könnten, dann würde man vielleicht staunen, mit welchen intelligenten Dingen sie sich in Wahrheit beschäftigen ... he, Günther Arendt kommt ja wieder!“
„Hole mir nur noch eines dieser leckeren Stullchen, beste Margrit!“, wisperte er ihr etwas verschämt zu. „Waren wirklich zu köstlich!“ Er hatte einen neuen, sauberen Teller in der Hand und wanderte damit an ihr vorbei, schritt auf den kleinen Nebentisch zu. Renate, die gerade abräumen wollte, hielt inne. „Na, doch noch ein Häppchen?“, rief sie Günther Arendt freundlich zu.
Dieser nickte. „Schmecken zu gut!“, erklärte er.
„Ich glaube ja auch, dass Tiere Philosophen sind, Margrit!“, begann George indes von neuem. „Trotzdem wollen wir nicht vom Thema abschweifen, denn ich werde dich auf keinen Fall schon wieder durch Würzburg ziehen lassen!“
„Du bist nicht mein Vater, George … he ... huch? Wo ist denn Munk plötzlich hin?“ Ihre Hand tastete aufgeregt nach der Katze. „Ach, da ist er ja!“ Beide sahen, wie Munk nun über den Boden zum kleinen Tisch jagte.
Der weibliche Zweibeiner wollte wohl abräumen! Nein, das konnte Munk einfach nicht zulassen. Wirklich, er hatte vom vielen Warten auf einen günstigen Augenblick die Nase voll! Nie konnte man sich auf Zweibeiner verlassen, nie! Wild entschlossen hangelte er sich deshalb an der Tischdecke hoch.
„Igitt“, kreischte Renate, ergriff sich schnell die große Platte mit den leckeren Häppchen und Günther Arendt hatte sich bereits ein Fischbrötchen auf seinen Teller gepackt und flüchtete damit.
„Schon wieder diese Fressmaschine!“, schnaufte er fassungslos und warf dabei Margrit einen bitterbösen Blick zu.
Kaum hatte Margrit den Kater schimpfend und sehr ärgerlich vom Tisch gezupft, schlängelte er sich auch schon wieder frei. Rasch zog sie die Weste aus und warf sie über den verdutzten Munk, der gerade weiter durch den Salon der davon eilenden Renate hinterher flitzen wollte. Erleichtert rettete sich Renate mitsamt Platte endlich in die Küche.
Margrit machte ein verdutztes Gesicht. Zwar hatte sie den Kater gefangen, aber ein tubenartiger, ziemlich seltsam ausschauender Gegenstand war dabei aus der Innentasche der Weste gewirbelt worden. Günther Arendt erkannte sofort dessen außerirdische Herkunft, stellte den Teller mit dem Fischbrötchen blitzartig auf den nächstbesten Tisch und jagte dem immer noch einher trudelnden Ding hinterher. Margrit war dadurch unkonzentriert und das nutzte der Kater natürlich voll aus und entwischte der Weste.
„Halt!“, rief Margrit Günther Arendt zu. „Dies ist ein Geschenk von Oworlotep an mich. Das dürfen Sie nicht haben!“
„Was ich darf und was nicht, hast du mir nicht zu bestimmen, du kleine, freche Göre!“
Doch Paul war schneller als Günther Arendt gewesen und schon hatte er die sonderbare Tube in der Hand.
„Danke!“, keuchte Margrit erleichtert.
„Bitte!“, antwortete Günther Arendt, noch ehe Paul den Mund geöffnet hatte. „Mein liebe Margrit, ich wollte Ihnen ja auch nur behilflich sein!“ Er zwinkerte ihr wohlgefällig zu.
„Nachträglich kann das jeder sagen!“, knurrte Paul feindlich.
„Wie reden Sie denn mit mir. Ich bin ihr Präsident!“
„Schon gut!“, ergab sich Paul etwas leiser.
„Margrit, was wollen Sie für dieses Ding haben?“, fragte Günther Arendt und rieb sich dabei ziemlich aufgeregt die Finger. „Es sieht mir aus wie ein Medikament. Enthält diese Tube vielleicht sogar den Schaum, der sie so jung gemacht hat?“ Er versuchte dabei, das gierige Flackern in den Augen zu unterdrücken
„Nein, der war in einem eher rundlichen Behälter.“ Margrit nahm die Tube an sich, die ihr Paul gerade gereicht hatte. „Leider weiß ich nicht, was darin enthalten ist! Womöglich ist es auch eine ... eine Waffe?“ Margrit betrachtete dabei das komische Ding von allen Seiten ziemlich verstört. „Denn Oworlotep sagte mir ... hmmm ... was hatte er mir eigentlich dazu gesagt? Verdammt, mir fällt es nicht ein. Was war das doch?“
„Sie wollen also etwas behalten, ohne zu wissen, was Sie da eigentlich haben?“ Günther Arendt lachte schon wieder wie ein Ziegenbock.
„Nun, ich werde es wohl morgen oder vielleicht auch schon heute ausprobieren, denn ich habe Vertrauen zu Oworlotep bekommen!“ Margrit wischte sich dabei eine kleine Träne weg, die ihr wegen der großen Erleichterung gekommen war, denn vielleicht brauchte sie in Würzburg nicht mehr nach neuen Gütern zu suchen.
„Sie wollen also dieses Ding blind, ohne dass es von uns getestet wurde ...“
„Margrit, gib es ihm nicht!“, wisperte Paul einfach dazwischen.
„Ja, sehr richtig, einfach blind! Leider hatte Oworlotep Schwierigkeiten mit unserer Sprache. Außerdem vertraute ich ihm damals nicht und beachtete diese Tube daher kaum!“
„Das war doch völlig in Ordnung! Denn man kann keinem Hajep trauen!“, zischelte Günther Arendt warnend. „Was glauben Sie, was ich mit Hajeps schon alles erlebt habe. Ich spreche nur nicht darüber! Hat ja keinen Zweck!“
„Oh, das tut mir Leid, wirklich!“, sagte sie mitleidig. „Aber ich denke, es wird bei allen Völkern immer sone und solche geben“, und sie betrachtete dabei schon wieder sehr nachdenklich die komische Tube. Verdammt, was hatte Oworlotep damals dazu gesagt?
„Ja, so sind Frauen“, seufzte Günther Arendt und schraubte dabei die Augen in gespielter Verzweiflung nach oben, „derjenige, der sie schön macht, in den verlieben sie sich auch gleich.“
„Ich bin doch nicht in diesen Oworlotep verliebt!“, ächzte Margrit erschrocken, denn sie stellte sich dabei diese grässlichen roten Augen, die blaue Haut und die zermatschten Hände vor.
„Das würde ich Ihnen auch nicht geraten haben!“, brummte Günther Arendt erleichtert. „Denn heute tun uns die Hajeps nichts, morgen sind sie schon wieder unsere Feinde! Die Menschheit sollte sich nicht zum Spielball Außerirdischer machen lassen und daher nur ein Ziel kennen: die Hajeps endlich von der Erde zu vertreiben!“
„Der Meinung bin ich aber auch!“, keuchte Margrit aufgeregt.
„Darf ich fragen, aus welchem Anlass Sie dieses Ding behalten wollen? “
Konnte sie ihm das sagen? Margrit nagte an der Unterlippe, denn immerhin waren auch die Spinnen eine Organisation, die Günther Arendt genauso unterstand wie die Maden.
„Ich ... ich weiß es noch nicht“, stotterte sie daher. „Herr Präsident, Sie können diese Tube haben, wenn meine Kinder künftig hier bei den Maden leben dürfen!“, schlug sie jetzt einfach vor und ihr Herz pochte.
„Was!“, schnaubte Günther Arendt wütend. „Sie wissen ganz genau, dass ich noch nie Kinder in dieser Organisation geduldet habe! Verdammt, hier stinkt es ja plötzlich so nach Fisch!“
Sein Kopf flog herum und nun starrte Günther Arendt direkt in die schrägen, behaglichen Kateraugen Munks, der inzwischen wieder auf Margrits Schulter geklettert war. Abermals gähnte der Kater.
„Boaaah!“, ächzte Günther Arendt und hielt sich die Nase zu. „Wo ist eigentlich mein Fischbröt ...?“ Er brach ab, denn da war nur noch der leere Teller zu sehen.
Munk schnurrte, beleckte sich wieder genießerisch die Innenseite seiner Pfote, um sich damit nochmals die Nase und das ganze Fell zu waschen. Manchmal machten Zweibeiner auch was richtig! Wie nett von Günther Arendt, ihm den Teller hinzustellen. Er blinzelte diesem, der jetzt ein ziemlich rotes Gesicht hatte, deshalb noch einmal freundlich zu und dann rollte er sich auf Margrits Schulter zusammen für das Nickerchen, das jetzt dringend dran war.

Kapitel 12

Elfriede Schramm begoss die Setzeier liebevoll mit heißem Fett, denn sie hasste es, wenn die Oberseite glibberig war. Ob man es wohl riskieren konnte, einfach einen Deckel auf die Pfanne zu legen? Rasch wendete sie sich zur Seite und suchte im Schrank danach, aber schon begann es in der Pfanne heftig zu blubbern, Fett spritzte empor. Also ließ sie es sein, nahm lieber die Eier vom Herd, ehe die unten zu fest werden konnten.
Elfriede lief in stiller Vorfreude das Wasser im Mund zusammen. Welch ein leckeres Mahl! Sie schnitt noch zwei dicke Scheiben vom Brot ab, das letzte nach den drei Wochen, welche inzwischen vergangen waren. Es wurde Zeit, sich wieder in die Stadt zu begeben, um dort nach neuen Nahrungsmitteln zu suchen, wenngleich dort eine räuberische Horde, die sich rote Schlange nannte, plündernd umher zog. Die Eier der wilden Hühner ließen sich immer sehr schwer finden, da Elfriede altersschwache Augen hatte.
Elfriede holte die Teller aus dem Schrank. Diese drei Wochen waren eigentlich wie im Fluge vergangen! War eine schöne Zeit gewesen. Der einzige Wermutstropfen war, dass sie seit dem weder die Kinder noch Margrit wieder gesehen hatte. Irgendwie empfand sie eine gewisse Scheu, nach den Unterkünften der Maden zu suchen, zumal Margrit ihr nicht gerade die besten Dinge über Günther Arendt erzählt und Elfriede deshalb befürchtet hatte, dass man sie wieder zurück zu den Spinnen schicken könnte, sobald sie sich zeigen würde.
Wie viel besser hatte sie es hier in dieser kleinen Hütte mitten im Wald. Sie spitzte die Ohren, denn sie hörte, wie draußen Holz gehackt wurde. Unwillkürlich musste sie an damals zurückdenken. Ach, war sie in Panik gewesen, kaum dass sie den riesigen Jisken im Garten entdeckt hatte.
„Erwischt!“, hatte sie auch noch geschrien und dann waren ihr die restlichen Worte buchstäblich im Hals stecken geblieben. Eigentlich war es ja auch eine Frechheit gewesen, sich einfach an ihrem mühsam erkämpften Fahrrad zu schaffen zu machen. Er hatte die muskelbepackten Arme auch sofort erhoben, obwohl die Pistole in ihrer Hand mächtig am Wackeln gewesen war. Und dann hatte er sich zu ihrer Überraschung plötzlich schmerzerfüllt zusammen gekrümmt und war schließlich unter heftigem Stöhnen zu Boden gegangen.
Zunächst hatte sie völlig verschüchtert gewartet, nicht gewagt sich zu rühren, dies nur für einen mehr oder weniger schlechten Trick gehalten, um sie zu überrumpeln, doch dann hatte sie begriffen: Dieser Außerirdische war wohl von irgend jemandem derart verletzt worden, dass er deshalb ohnmächtig geworden war. Und jetzt meinte sie auch trotz des Dämmerlichtes mehrere dunkele Rinnsale durch den dünnen Stoff seines Hemdes ins Gras sickern zu sehen. Er konnte auf der Flucht vor irgendwelchen Verfolgern sein, sonst hätte er womöglich ihr Rad gar nicht haben wollen.
Da er also wirklich völlig kampfunfähig war, ergriff sie sich das frisch reparierte Rad, um sich damit an dem Jisken vorbei zu schieben. Aber da packte seine große Hand plötzlich von unten zu. Er hielt das Rad unter Stöhnen einfach an den Speichen fest, aber sie brauchte nicht lange daran zu ziehen, schon verließ ihn die Kraft, die Finger öffneten sich zitternd und erneut überfiel ihn tiefe Ohnmacht.
Und dann geschah etwas in Elfriede, was sie sich eigentlich bis heute nicht erklären konnte, denn als sie sich ein gutes Stück von ihm entfernt hatte, hörte sie ihn wieder entsetzlich aufstöhnen, und plötzlich wendete sie das Rad und fuhr zu ihm zurück. Wenn auch am ganzen Körper zitternd, entwaffnete sie ihn unter beruhigenden Worten erst einmal, legte alles neben sich ins Gras, um beide Hände für ihn frei zu haben, und dann nahm sie ihm einfach diesen lästigen Helm ab. Das war gut gewesen, denn er holte tief Atem. Zwar erschrak sie über sein fremdartiges Äußeres sehr, denn er hatte überhaupt keine Ohren und auch die Augen schienen recht sonderbar geschnitten zu sein. Er war ein zwar kräftiger, jedoch wohl auch recht alter jiskischer Soldat, denn sein dunkles Gesicht, dessen Farbe sie im Dämmerlicht kaum richtig deuten konnte, schien tiefe Falten zu haben und das lange, zu einem Knoten hochgebundene Haar war an einigen Stellen schon schneeweiß! Seine Augen blickten so flehend zu ihr empor, dass sie keine Hemmungen hatte, sich die Wunde an seiner Schulter genauer zu besehen. Immer wieder redete sie dabei beruhigend auf ihn ein und obwohl er nur wenig verstanden hatte, ließ er es schließlich nicht nur zu, dass sie ihren Schal um seine Schulter wickelte, sie durfte ihm auch hoch helfen.
Einige Tage lang versorgte Elfriede dann Sungapelke, so hieß der Jisk, in jenem Haus, wo sie ihn gefunden hatte, am Rande Würzburgs. Gott sei Dank hatte er eine robuste Natur und es war nur eine Fleischwunde gewesen. So erholte er sich rasch. Dennoch verließ Elfriede ihn nur, wenn wichtige Besorgungen zu machen waren, oder wenn es darum ging, bei Pommi wieder mal Auskünfte über Margrit und die Kinder einzuholen.
Eines Tages, als sie nach Hause kam, fand sie sein Bett leer. War er einfach ohne einen Abschiedgruß fort gegangen? Oder hatten ihn seine Verfolger, er fürchtete Jisken und Hajeps gleichermaßen, gefunden und einfach weggeschleppt? Nichts ließ darauf schließen, dass innerhalb des Hauses ein Kampf stattgefunden hätte, denn dass Sungapelke sich kampflos ergab, hatte sie sich trotz seiner Verletzung nicht vorstellen können. Außerdem lagen seine wenigen Waffen wie immer ungenutzt unter dem Bett. Mehrere Decken hatte er darüber gepackt. Wo also konnte er sein?
Sie ging in die Küche und fand ihn zu ihrer Freude munter am Tisch sitzend vor. Er zerschnitt gerade einige Kartoffeln für die Suppe, leider ohne sie zu vorher schälen, um ihr bei der Küchenarbeit zu helfen. Neben sich auf dem Tisch hatte er wie immer den etwa handgroßen Computer, über welchen er schon die ganze Zeit Elfriedes Sprache zu erlernen versucht hatte. Er winkte sie zu sich heran, damit sie auf den Bildschirm sehen sollte und seine gelben Augen blitzten sie dabei glücklich an. Dort hatte er nämlich folgende Worte für sie zusammengesucht: Tief angelegte Dankbarkeit, praktiziert im Vorhandensein menschlichem Gewühls dein dir gehöriger Sungapelke!
Damals hatte sie sich viel Mühe geben müssen, um nicht laut loszulachen. Er hatte sich trotzdem sehr erschreckt, weil sie ihm anschließend dafür einen Kuss auf die Wange gegeben hatte. Letztendlich hatte sich dieser kleine Apparat, den er Chasbulak nannte, dann doch als sehr nützlich für sie beide erwiesen. Sungapelke benutzte ihn auch heute noch, wenn es mal mit der Verständigung allzu schwierig zu werden drohte.
Leise ein Liedchen vor sich hinsummend betrat Elfriede nun das kleine, gemütliche Wohnzimmer.
Ach, war das schön, die großen Fenster und dahinter die verschneiten Tannen. Ein guter Gedanke, dass sie nach etwa vierzehn Tagen in diesen Wald gezogen waren, denn Sungapelke fühlte sich hier sicherer als in Würzburg. Sein scharfes Auge hatte diese Hütte schon damals von oben entdeckt, als er mit seiner Einheit im Militärflieger unterwegs gewesen war, und er hatte bereits zu jener Zeit gehofft, dieses kleine Häuschen eines Tages unbewohnt vorzufinden.
Zumindest dieser Wunsch war ihm erfüllt worden. Ganz klar geworden war Elfriede in all den Tagen des gemeinsamen Wohnens zwar noch immer nicht, weshalb eigentlich Sungapelke schon früher auf seinem Heimatplaneten ein politischer Querulant gewesen sein sollte. Sehr nachdenklich stellte sie darum die Teller auf den Tisch, legte das Brettchen für die Pfanne zurecht. Sungapelke war jedenfalls auch auf der Erde der jiskischen Staatsmacht zu regimekritisch gewesen, so dass man ihn zur Strafe dazu verdammt hatte, alt zu werden um schließlich daran zu sterben, was Elfriede kaum glauben konnte! Aber er neigte wohl auch ein wenig dazu, Märchen zu erzählen. Für den Rest seines Lebens hatte man ihn dann nur noch leicht bewaffnet für halsbrecherische Kommandos eingesetzt, die er wegen seines scharfen Verstandes überlebt hatte. Darum war ihm sein letzter, nicht ganz so gefährlicher Auftrag recht willkommen gewesen, hatte er doch gehofft, in einem günstigen Augenblick entrinnen zu können, um endlich auf dieser Erde als Eremit ungestört zu leben. Als Fallschirmspringer war er dann, statt gemeinsam mit den Kameraden den Agol einzukreisen, der sich zusammen mit einer Lumanti hinter einem Molkat verschanzt hatte, einfach davon gelaufen.
Leider hatte einer der Hajeps auch ihn verfolgt und in den Rücken geschossen. Da er noch weitere schwer bewaffnete Hajeps hatte herannahen sehen, war er mit einem lauten Aufschrei zusammengebrochen und hatte sich tot gestellt. Allerdings hatte er befürchtet, bei lebendigem Leib in Humus verwandelt zu werden, als die Soldaten zu seiner Erleichterung aus unerklärlichem Grund plötzlich wieder zurück gerufen wurden.
Später hatte er dann ein Fahrrad gefunden, das aber die Luft aus einem Reifen verlor. Er hatte sich jedoch damit trotz seiner Wunde bis zum Rand der Stadt gequält, um endlich in Sicherheit zu sein.
Elfriede legte noch die zwei Scheiben Brot auf den Tisch und stellte die Pfanne auf das Brett. Als sie sich umwenden wollte, um wieder in die Küche zu laufen, hörte sie, wie Sungapelke die Haustüre öffnete und den Flur betrat. Gut, so brauchte sie ihn nicht mehr herbei zu rufen. Sicher würde er Holz für den Ofen mitbringen. Sie hörte jetzt, wie er den Schnee von den Füßen trampelte und dann seine Schritte durch den Flur.
Ein wenig klopfte ihr Herz nun doch, als sie mit der Pfanne aus der Küche kam, denn sie wusste inzwischen, dass er Eier sehr gerne aß, obwohl er sich an die neuartige Lumantikost erst hatte gewöhnen müssen.
Nachdem er die warme Jacke, sie hatte ihm diese aus einer dicken Decke genäht, auf den Haken gehängt hatte, öffnete er die nur leicht angelehnte Wohnzimmertür und schaute blinzelnd zu ihr herein.
In seinen dichten rosa Wimpern schimmerte noch immer Schnee, den er sich nun verstohlen von der Wange wischte.
„Minus es sich fühlt!“, brummte er und schüttelte dabei fröstelnd die Schultern.
Sie hörte ihn genüsslich durch seine drei Nasenlöcher in Richtung gebratener Eier schnüffeln und ihr Herz lachte dabei.
„Nun, Sunga?“, fragte sie. „Was hast du wieder alles im Wald erlebt?“
Sonderbarerweise erwiderte er nichts darauf, doch meinte sie, in seinem sonst so ausdrucklosen Gesicht einen Anflug von Sorge gesehen zu haben.
Sie lächelte ihm daher unsicher zu und er schaute schnell weg, stapfe stumm in die Küche, fegte sich dabei noch schnell mit der freien Hand über die frisch geschorene Glatze, um auch von dort die letzten Schneeflocken hinunter zu wischen. Er hatte sein üppiges, rosafarbenes Haar nach der Sitte der Jisken zu einem eleganten Knoten hochgebunden. Dabei war es so lang, dass es ihm trotzdem bis tief den Nacken fiel.
Er hob, in Gedanken versunken, nun einige der Metallringe vom Herdloch, stocherte für ein Weilchen traurig in der Glut herum, legte schließlich Holz nach und hielt die verkrüppelten Hände zum Wärmen darüber. Dann verschloss er das brodelnde Feuerloch wieder und tappte zurück ins Wohnzimmer.
Elfriede blickte fragend in sein kantiges Gesicht und sah, wie seine gelben Augen leuchteten, kaum dass er die Eier entdeckt hatte. Es hatte ein Weilchen bei ihr gedauert, sich an sein recht ungewöhnliches Äußeres zu gewöhnen, denn seine Haut war dunkelgrau oder hatte die eher eine tiefe lila Farbe? Auch heute war sie sich darüber uneins. Sie entschied sich für eine Mischung aus beiden Farbtönen in verschiedenen Schattierungen. Die gebratenen Eier in der Pfanne schienen ihn von seinem Kummer abzulenken, den er gewiss hatte. Elfriede war sich sicher, dass er bald von dem erzählen würde, was er erlebt oder gesehen hatte, denn er verschwieg ihr eigentlich nichts. Stumm nahm er ihr gegenüber Platz am kleinen, hübsch gedeckten Tisch. Er hatte den Chasbulak neben sich liegen. Das sagte Elfriede schon genug. Schnell füllte sie ihm eines der Eier auf den Teller und reichte ihm eine Scheibe Brot. Am schwierigsten war es für sie gewesen, sich an seine verkrüppelten Hände zu gewöhnen, mit denen er sich oft recht ungeschickt anstellte. Ganz wie jetzt, denn er hatte schon wieder Schwierigkeiten mit der Fingerharke. Als sol¬che bezeichnete er die Gabel, von welcher ihm das ein bisschen glibberige Ei geglitscht war.
„Wie ist das mit deinen Händen passiert?“, fragte sie ihn wieder, um ihn damit ein wenig gesprächiger zu stimmen.
Zunächst schaute er verdutzt, dann nahm er den Chasbulak und suchte in dem kleinen Apparat nach Worten. „Jiskhand keiner Wissenwertes darum!“, erklärte er mit seiner rauen Stimme eifrig.
„Das heißt darüber!“, verbesserte Muttchen das letzte Wort.
Er suchte nach diesem, nickte, löschte das alte und gab das neue stattdessen ein.
„Wissenswertes darüber keiner Jiskhand!“, brummte er zufrieden.
„Nein, nein, ganz anders, völlig anders!“ Sie kam zu ihm um den Tisch herum gelaufen. Kaum stand sie neben ihm, verharrte sie erschrocken, denn von hier aus hatte sie einen guten Blick durch das Fenster und sie meinte, jemanden weit hinten durch den Wald schleichen zu sehen. Oder war das nur ein Reh gewesen?
Doch Sungapelke hatte wohl im selben Moment die gleiche Beobachtung machen können. Er grunzte erschrocken durch seine seltsame Nase. Schnell holte er den Jawubani aus einer kleinen Tasche an seinem Gürtel hervor. Aufgeregt gab Sungapelke dann einen neuen Satz für Muttchen in den Chasbulak ein.
„Hajepwald, Loteken matschieren wie Besitz!“, kommentierte er zornig.
„Oh Gott“, ächzte sie. „Du meinst, irgendwelche Loteken machen hier plötzlich Stunk?“
Er starrte sie ob dieser Ausdrucksweise entgeistert an, dann aber mühte er sich, auch diese Worte schnell in den Übersetzer zu geben.
Sie riss sich zusammen. „Ich meinte natürlich, durchstöbern die Loteken etwa diesen Wald, obwohl sie eigentlich wissen, dass der den Hajeps gehört?“
„Stunk ... Stinktier!“, beantwortete Sungapelke stolz, das richtige Wort gefunden zu haben, ihre erste Frage und zu der zweiten sagte er jetzt nur noch schlicht: „Ja!“
Muttchen musste sich wegen dieser schrecklichen Nachricht erst einmal setzen und zog den kleinen Korbstuhl, der hinten in der Ecke gestanden hatte, näher zu Sungapelke heran. „Und was bedeutet das für uns?“
Der Jisk hatte schon wieder seinen Jawubani vor Augen. „Schwarz nicht!“, erwiderte er und zuckte dabei hilflos mit den breiten Schultern.
„Sicherlich meinst du: weiß nicht!“
Er nickte, immer noch den Jawubani vor Augen habend. „Loteke jitzt wich ... hm ... wick?“ Er legte den Jawubani beiseite und schaute wieder im Chasbulak nach. „Wecker!“, rief er begeistert und stolz, schon wieder das rich¬tige Wort gefunden zu haben. „Er wecker!“ Und seine blaue Zunge beleckte aufgeregt die lila und schwarz marmorierten Lippen.
„Sie sind weg?“, fragte sie.
Er schüttelte den Kopf. „Nischt sie, nischt Frau - Mann!“
Ach, sie hatte es aufgegeben, ihn immer wieder zu verbessern, denn Sprachen schienen ihm nicht sehr zu liegen. Hauptsache man kam einigermaßen miteinander klar.
„Es waren also nicht mehrere?“, fragte sie daher einfach weiter.
Wieder blickte er prüfend durch den Jawubani und nebenbei nickte er. „Jiddin Taig isch bereitz gesät habbe ville, serr ville Loteken. Dir nischt saggin, sonst traulich! Nischt nür in Wald ... überall!“ Er machte ärgerlich eine weitschweifende Handbewegung. „Haute isch hammellisch beobachtelt, wie Chiunatra mit Trowe hier Treffer midden im Waldi.“
„Du meinst, dieser Chiu ... hm ... dings hatte hier eine Verabredung mit einem, also so einem ...?“ Sie zog ihre Stirn in nachdenkliche Falten, denn ihr war plötzlich die genaue Bezeichnung dafür entfallen. „Tr ... “
Sein ansonsten ziemlich regungsloses Gesicht schien nun doch ein wenig Heiterkeit über Muttchens Suche nach dem richtigen Wort zu zeigen. „Tr ... o ... we!“, sagte er und ließ dabei jeden Buchstaben förmlich auf seinen Lippen zergehen.
„Ach so!“ Ein bisschen rot vor Verlegenheit wurde sie nun doch.
Die kleinen Fältchen um Sungapelkes Augen zuckten amüsiert, aber nur für einen Sekundenbruchteil, dann wurde er wieder ernst. „Isch denkt, Loteken wollinn machern Paket mit Trowe, weil Trowe wissenswärter vermuttlisch weggin Zarakuma!“
„Warum?“, fragte sie.
„Trowes langer Zeitig habbin Zarakuma gebeutelt!“
„Etwa gebaut?“, hakte sie nach.
Misstrauisch schaute er erst einmal in seinem Chasbulak nach, schließlich nickte er verstohlen.
Nun konnte sie sich eigentlich amüsiert zeigen, doch die Sorge über das, was er ihr soeben berichtet hatte, ließ ihr Lächeln ersterben, denn was bedeuteten diese Gebietsansprüche der Loteken für sie beide? Fragend forschte sie in diesen rätselhaften Augen, mit denen er sie ebenso nachdenklich musterte.

Kapitel 13

„Und wie endet nun das Märchen?“, fragte Julchen aufgeregt.
„Äh, das ist gar kein Märchen!“, erwiderte Margrit verdutzt. „Das alles habe ich wirklich erlebt! Ich wollte euch nur erklären, weshalb ich plötzlich so verändert aussehe!“
„Nein, du bist nicht unsere Mama!“, schimpfte Julchen und stampfte dabei mit ihrem Fuß auf. „Weil, die Mama hat nämlich ganz viel bessere Haare als du!“ Und noch einmal trat sie wütend auf den Fußboden des kleinen Zimmerchens. Ach, es war eher eine enge Kammer, in welcher die Spinnen Margrits Kinder untergebracht hatten. Zudem schienen sich die beiden in einem schlimmeren Zustand zu befinden als je zuvor. Zwar waren sie wohl tatsächlich nicht mehr geschlagen worden, aber inzwischen bis auf die Knochen abgemagert.
„Ohne Scheiß“, bekräftigte nun auch Tobias, „in Mamas Haar war ganz viel mehr Weiß drin! Und die ... diiie hatte auch viel mehr … viiel mehr Falten überall!“ Tobias nuckelte jetzt an seiner Unterlippe, wie immer, wenn er sehr aufgeregt war und musterte die junge Frau, welche einfach ihre Kammer betreten und wirre Geschichten erzählt hatte, wieder feindlich. Die war zwar hübsch trotz der zerschlissenen Kleidung, aber trotzdem ziemlich komisch, wie die sich die ganze Zeit benahm.
Vorhin hatte sie mit Mike über die Freilassung von ihm und Julchen verhandelt und dabei immer wieder betont, sie wolle die Kinder endlich mitnehmen.
Neben Margrit stand Chan-Jao, den sowohl Tobias als auch Julchen kannten, doch das tröstete die Kleinen nicht darüber hinweg, ihnen die falsche Frau gebracht zu haben.
Da Krieg war, kam Tobais ein zwar furchtbarer, aber im Grunde doch recht alltäglicher Gedanke. „Ist ... ist die Mama etwa ... tot?“, schluckte er und schon standen ihm wieder Tränen in den Augen.
Für einen Moment zögerte Margrit mit der Antwort. Womöglich war es tatsächlich am besten, wenn sie sich selbst einfach beerdigte! Dann gewöhnten sich die Kinder vielleicht rascher an die Neue! Aber dann verwarf Margrit diesen Gedanken doch lieber und schüttelte nur den Kopf mit dem frisch gewachsenen Struwwelhaar. „Wie du siehst, lebe ich und ich fühle mich sogar sehr gut!“
Tobias wischte sich zwar die Träne weg, die ihm gekommen war, hatte danach aber schon wieder den alten trotzigen Ausdruck im Gesicht.
„Und die Mama ... die trug eine Brille! “ behauptete Tobias jetzt und Julchen nickte dazu eifrig.
Gut, dass Margrit sich eine für diesen Fall von Elsbeth geborgt hatte. Sie holte nun das komische Drahtgestell hervor und setzte es sich auf die Nase. Sie konnte durch diese Gläser wirklich kaum etwas erkennen.
„Na-ah?“, fragte sie trotzdem selbstbewusst und lächelte dabei wieder freundlich. „Was sagt ihr nun dazu?“
Tobias krauste verächtlich die Nase. „Nein, so hat die Mama nicht ausgesehen!“, zischelte er hervor.
Wieder machte Margrit ein trauriges Gesicht.
Sollte sie doch, diese falsche Schlange! Bei der tat Tobias gar nichts Leid! Auch die Sache von vorhin nicht! Da die Kinder zur Strafe nur noch sehr wenig zu essen bekamen, hatten sie sich wieder ihrer alten Fähigkeiten besonnen, die ihnen schon früher geholfen hatten, als sie noch diebische Straßenkinder gewesen waren.
Sie hatten sich inzwischen einiges zusammen geklaut und auch diesmal gleich ihre Chance erkannt, als diese komi¬sche Frau und Chan-Jao mit Mike verhandelt hatten. Da war Tobias erst einmal an deren Tasche heran geschli¬chen und hatte dann in einem günstigen Moment darin nach Nahrung gestöbert. Julchen und er waren sogar fündig geworden. Obwohl das komische Ding aussah wie eine Zahnpastatube, war aus dieser, nachdem Tobias ein bisschen damit herum hantiert hatte, mit leisem Zischen eine recht leckere Masse herausgequollen wie aus einer Sahnespraydose. Die hatten sie sich gegenseitig rasch in die Handflächen gesprayt und aufgeleckt.
Chan-Jao hatte dann von irgendwo her eine Meldung bekommen und aus irgendeinem Grund plötzlich weg gemusst. Als er sich umgedreht hatte um zu gehen, war die komische Frau ihm hinterher gelaufen. Dann hatten sie noch ein Weilchen miteinander einiges besprochen und deshalb waren Jule und er für einen Moment mit Mike alleine gewesen. Der hatte sofort gerochen, dass Julchen und Tobias gerade etwas gegessen hatten.
Der herrliche Geruch der Creme schwebte in diesem Moment verführerisch in der Kammer und da alle Menschen unter chronischen Hungergefühlen litten, hatte er sich von Tobias etwas davon eben¬falls in die Hand sprayen lassen, ohne darauf zu achten, dass es ein außerirdischer Behälter war, aus dem er die Nahrung bekam.
Schon war die komische Frau gemeinsam mit Chan-Jao zurück gewesen und Tobias hatte noch schnell den merkwürdigen Behälter wieder in der Tasche verschwinden lassen können.
„Hände weg von meiner Tasche!“, hatte sie ihnen noch zugerufen. Jetzt stand diese Frau vor ihnen, ohne zu wissen, was passiert war. Sie schaute in die traurigen, schmutzigen Gesichter ihrer Kinder. Sowohl Julchens als auch Tobias Augen waren dick geschwollen vom vielen Weinen, weil sie den Kater und natürlich erst recht ihre Oma vermissten, welche sie doch ab und an hatte trösten können. Aber das erste Problem konnte man wohl schon lösen und so bückte sich Margrit, holte aus der Pappkiste den fest eingeschlafenen Kater hervor.
„Na-ah?“, fragte sie. „Wer erkennt ihn wieder?“
Munk gähnte, riss die gelben Augen auf, schaute zunächst verdutzt und fauchte dann ziemlich unschlüssig vor sich hin, weil ihn Margrit den Kindern so komisch entgegen hielt, dass seine Pfoten nirgendwo Halt hatten.
Tobias und Julchen griffen aber nicht zu, nahmen den Kater keineswegs in den Arm. Tobias betrachtete auch Munk stirnrunzelnd und Julchen wischte sich nur ihre Nase trocken und noch immer streichelte niemand den Kater.
Munk ließ deshalb die Schnurrhaare hängen und machte ein verdrießliches Gesicht. Undankbares Pack! Schließlich kannte er ja diese beiden Zweibeiner. Es waren seine! Stets hatte er sich um sie gekümmert, sie mit allen vier Pfoten betrampelt, wenn sie mal traurig waren. Und nun sollten sie ihn endlich wieder bekommen. Und was machten sie? Nichts!
„Aber“, begann Tobias zögerlich und noch immer skeptisch, „der hier hat ja ganz viel Fell!“
„Stümmt!“, bestätigte Julchen. „Der hat Fell mit ohne Löchern drin!“
Tobias streckte prüfend die Hand nach Munk aus, um zumindest eine kahle Stelle, die der alte Kater früher hier und da gehabt hatte, im dichten Fell ausfindig zu machen. Das hätte er aber nicht tun sollen! Munk war furchtbar beleidigt. Diese Zweibeiner konnten ihm gestohlen bleiben, ihn so lange hängen zu lassen. Er holte in seiner Empörung nach Tobias aus!
„Auuutsch!“, kreischte Tobias, als er die frisch gewachsenen Krallen zu spüren bekam.
„D ... das ist Munk!“, jauchzte Julchen begeistert. „Ganz ... gaanz bestümmt!“ Sie hüpfte und klatschte dabei in ihre Händchen.
„G ... ganz ohne Scheiß!“, entfuhr es Tobias verdutzt, aber auch sehr erleichtert und er leckte sich über den zerkratzten Handrücken.
„Munk ... Muuunk ... Munkilein!“, jauchzten die Kinder fast gleichzeitig. Kaum hatte Munk diese liebevolle Tonlage gehört, breitete er seine Pfoten aus, und schon befand er sich inmitten zweier weicher Kinderkörper. Ach, was wurde er nun gekrault, geküsst und geherzt und sein Schnurren war dabei fast so laut geworden wie die Stimmen der beiden Kinder.
Margrit freute sich natürlich sehr mit den dreien. Sie lachte dermaßen, dass ihr dabei die Tränen über das Gesicht liefen und selbst Chan-Jao war ein wenig gerührt. Doch als Margrit wieder versuchen wollte, die Kinder zu umarmen, wichen sie ihr mitsamt Kater aus.
Sie musste wirklich ziemlich befremdlich aussehen, denn vorhin, als sie am Eingang gestanden hatte, war selbst Mike ihr gegenüber skeptisch gewesen. Erst ein Anruf bei Adrian, dem Befehlshaber der Maden, überzeugte ihn schließlich, auch weil schon die Geschichte über Margrits Verjüngung unter den Spinnen kursierte.
Sonderbar, kaum hatte Margrit an Mike gedacht, hörte sie ihn auch schon wieder, diesmal gemeinsam mit Christian, durch den Flur kommen. Chan-Jao und Margrit, die noch immer in der geöffneten Tür der kleinen Kammer standen, schauten sich nach den beiden um.
„Hallo Margrit, ich habe eine Idee!“, rief Mike den beiden schon von weitem zu.
Chan-Jaos Augen wurden noch schmaler als sie es ohnehin schon waren, denn Mike hatte plötzlich eine ganz andere Tonlage eingeschlagen als vorhin, wo ihn Margrit noch unter Tränen darum gebeten hatte, einfach das fehlende Brot, das Margrit Mike gleich überreicht hatte, anzurechnen und somit endlich ihre Kinder frei zu lassen, ohne die gleiche gewaltige Menge an Nahrungsmitteln und Medikamenten nochmals zu verlangen. Mike hatte das Brot zwar angenommen, doch einfach gesagt: „Das bekomme ich für die vielen Ungezogenheiten deiner Kinder.“ Ansonsten hatte er sich weiterhin kalt und unnachgiebig gezeigt. Nun aber strahlte er mit einem Male übers ganze Gesicht.
„Und was wäre das für eine neue Idee?“, fragte Margrit darum skeptisch.
„Tja“, Mike räusperte sich gespielt verlegen, ehe er damit heraus kam. „Als ich vorhin die Maden angerufen habe, war auch Günther Arendt anwesend.“
„Nanu?“, rief Margrit verdutzt. „Heute ist doch gar nicht der Erste?“ Dann lachte sie unsicher.
„Also, der erzählte mir von einer besonderen Waffe, die Sie immer mit sich herumtragen würden. Nun ja, wenn sie mir die versuchshalber überlassen und wenn sich dabei herausstellt, dass wir die gebrauchen können, würde ich mir die Sache mit der Freilassung Ihrer Kinder vielleicht noch überlegen.“ Er rieb sich ziemlich provozierend, wie Margrit fand, das markante Kinn und starrte sie dabei weiterhin freundlich grinsend an.
„Nööö“, fauchte Tobias, den fetten Kater dabei an seine Schwester weiter reichend, weil der ihm auf die Schulter klettern wollte, „mit dieser komischen Frau gehen wir von hier nicht weg!“
„Stümmt“, hörte man auch Julchen, zwar etwas undeutlich, weil sie mit ihren Zähnen schon wieder einen Faden aus ihrem Kittel zog. Dennoch behielt sie dabei den Kater unter dem Arm geklemmt. „Wir warten auf die richtige Mama, so!“
„Du sollst das Nagen sein lassen!“, zischelte Mike erbost, wollte ausholen, senkte dann aber unter Margrits Blick doch lieber seine Hand.
„Außerdem habt ihr frechen Gören dabei gar nicht mitzureden!“, mühte sich Christian trotzdem, das Image seines Chefs wieder etwas aufzupolieren.
„Nun, meine liebe Margrit“, begann Mike von Neuem, „wie schaut es damit aus?“
Margrit konnte das Lauern in diesem Blick kaum ertragen. „Ich weiß ja selbst nicht, was es ist“, gab sie, genau wie vor einigen Tagen bei Günther Arendt, auch Mike zu bedenken.
„Sehr richtig, darum wollen wir diese Waffe ja erst einmal testen!“ Mike verschränkte die Arme vor der Brust, wirkte ein wenig genervt und Christian zeigte das gleiche Mienenspiel.
„Ich möchte es aber noch nicht aus der Hand geben“, wandte Margrit leise ein. „Außerdem habe ich es bereits Günther Arendt versprochen!“
„Ach so!“, entfuhr es den beiden Spinnenleuten etwas enttäuscht. Dann aber leuchteten Mikes kalte Augen doch wieder ziemlich gierig auf, denn er betrachtete Margrits glatte, junge Haut. „Sie sagen immer ´es´? Ist ´es´ womöglich gar keine Waffe, sondern ... he, es ist dieser komische Jungbrunnen, richtig?“, hakte er aufgeregt nach.
„Nein, das wohl eher nicht“, erwiderte Margrit nachdenklich.
„Ach, tatsächlich?“ Mike grinste schief und zog sich dabei die breite Krempe seines frisch gewaschenen Hutes ins Gesicht. „Nun gut!“, sagte er nach einem kurzen Moment des Nachdenkens und gab dabei Christian ein Zeichen, dass sie gehen wollten und schon liefen die beiden durch den Flur zurück. „Na dann“, rief er noch Margrit dabei zu, „vielleicht überlegen Sie sich das ja noch! Ungefähr zehn Minuten Zeit haben Sie dazu, dann bin ich nämlich weg! Habe wieder Schwierigkeiten mit einigen Bauern. Tja, so geht es unsereins!“, fügte er Mitleid heischend hinzu. „Unruhige Zeiten heutzutage!“ Er wandte sich nach ihr um. „Also ... entweder Günther Arendt oder ich!“
Margrit ging wieder vor Julchen und Tobias in die Hocke. „Hört mal“, sagte sie, „selbst wenn ich nicht eure Margrit sein sollte, so müsst ihr doch zugeben, dass es nicht schön ist, hier gefangen zu sein. Ihr könntet bei den Maden leben, denn ich habe gemeinsam mit Renate Günther Arendt überreden können. Er bekommt dieses Mittel“, sie holte dabei die eigenartige Tube hervor und die Kinder starrten das komische Ding entgeistert an, „im Austausch dafür, dass ihr künftig dort leben dürft. Nur will euch Mike ohne einen besonderen Lohn nicht freigeben.“ Sie schwieg einen Moment sehr nachdenklich, denn sie hatte plötzlich Angst. Obwohl ihr inzwischen eingefallen war, was Oworlotep damals zu dieser Tube gesagt hatte, war sie plötzlich nicht fähig zu tun, was er ihr geraten hatte. Denn was war, wenn sie damit ihre Kinder vergiftete? Nein, so weit durfte das Vertrauen zu einem Außerirdischen wohl nicht gehen, oder? Ach, sie würde wieder nach Würzburg gehen und dort so lange nach Tauschwaren suchen, bis sie hier abermals mit vielen Beuteln bepackt ankam.
Ein wenig verschämt tauschten indes die beiden Kleinen miteinander Blicke aus. Immer noch streichelte Julchen dabei Munk. „Du ... huuu?“, krächzte Julchen plötzlich verlegen und hatte dabei ihr Köpfchen tief gesenkt. „Wir haben vorhin ...“
„Ja, als du mit Mike gesprochen hast“, gestand jetzt auch Tobias ein.
“… einfach davon genascht, denn was da herauskam, das hat ganz doll gut gerochen!“, schwärmte jetzt Julchen richtig.
„Und auch ganz doll gut geschmeckt! Ganz ohne Scheiß!“, setzte Tobias mit strahlenden Augen noch hinzu. „Dürfen wir davon noch ein wenig mehr?“ Er hielt ihr nun seine Handfläche entgegen und Julchen folgte seinem Beispiel, den fauchenden Munk dabei außer Acht lassend, denn sie hatte sich den schon wieder einfach unter den Arm geklemmt.
„Oh Gott, Kinder!“, ächzte Margrit, kaum dass sie die schreckliche Beichte der beiden vernommen hatte. Sie war zu Tode erschrocken. „Wie konntet ihr nur! Ihr .... ihr habt das Zeug tatsächlich runtergeschluckt?“
Selbst Chan-Jao, der dabei zuhörte, machte ein erschrockenes Gesicht.

Fortsetzung folgt:
 
Wenn du registriert und angemeldet bist und selbst eine Story veröffentlicht hast, kannst du die Stories bewerten, oder Kommentieren. Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diese Story kommentieren.
Weitere Aktionen
Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diesen Autoren abonnieren (zu deinen Favouriten hinzufügen) und / oder per Email weiterempfehlen.
Ausdrucken
Kommentare  

Margrit soll sich einem gefährlichen Unterfangen zur Verfügung stellen. Sie ist entsetzt und ihr bester Freund zeigt sich empört. Doch bleibt den Menschen denn etwas anderes übrig?

Marco Polo (18.05.2019)

Spannend, was haben die Kinder da gegessen? Hoffentlich sterben sie nicht daran, aber ich habe ja inzwischen Vertrauen zu Oworlotep. Hm, und wie geht`s weiter?

Evi Apfel (17.05.2019)

Login
Username: 
Passwort:   
 
Permanent 
Registrieren · Passwort anfordern
Mehr vom Autor
Das Licht der Hajeps Band 6 / Zarakuma - Runa   
Das Licht der Hajeps Band 5 / Unglaubliches / Kapitel 14 u.15 u. 16 ENDE des fünften Bandes  
Das Licht der Hajeps Band 5 / Unglaubliches/ Kapitel 8 u. 9 u. 10  
Das Licht der Hajeps Band 5 / Unglaubliches/ Kapitel 5 u. 6 u. 7  
Das Licht der Hajeps Band 5 / Unglaubliches/ Kapitel 3 und 4  
Empfehlungen
Andere Leser dieser Story haben auch folgende gelesen:
Mission Titanic - Kapitel 10  
Koffer packen  
Das Licht der Hajeps Band 5 / Unglaubliches / Kapitel 14 u.15 u. 16 ENDE des fünften Bandes  
Das Licht der Hajeps Band 5 / Unglaubliches/ Kapitel 3 und 4  
Warum der Mond leuchtet  
Das Kleingedruckte | Kontakt © 2000-2006 www.webstories.eu
Counter

Counter Web De