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5 Seiten

Pater Pauli mysterious places 19.1

Nachdenkliches · Kurzgeschichten
(Symbolbild)

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Angkor Wat (Kambodscha) und Petra (Jordanien)
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Liebe Brüder und Schwestern,

heute möchte ich Euch wieder etwas über die geheimnisvollen Hinterlassenschaften untergegangener Kulturen erzählen. Ich schlage vor, Ihr zapft Euch erst einmal ein Glas Rotwein (natürlich erst in den späten Abendstunden!!), macht es Euch vor Eurem PC bequem, lasst im Hintergrund als musikalische Untermalung TechnoBase.FM, Tangerine Dream, Emerson, Lake & Palmer, Tomita, oder Klaus Schulze laufen, ruft "Google earth" auf und lest dann die folgenden Zeilen entspannt durch.

Lasst Euch in eine andere versunkene Kultur entführen und denkt darüber nach, ob der kulturelle Größenwahn unserer europäischen Vorfahren in den vergangenen Jahrhunderten auch nur ansatzweise berechtigt war.
Ein kulturell-wirtschaftlich-imperialer Größenwahn, den man u.a. geschichtlich z.B. im ersten (1839–1842) und zweiten (1856–1860) Opiumkrieg dokumentiert wiederfindet. Es sei hier auch noch einmal auf die menschenverachtende HUNNENREDE Kaiser Wilhelm II. (1900) anlässlich des chinesischen BOXER-Aufstands hingewiesen. Ganz zu schweigen von der unrühmlichen Hybris der brutal blutigen Kolonialgeschichte diverser europäischer Staaten (z. b: Kongogräuel unter dem belgischen König Leopold II bis ca. 1908).

Im nachfolgenden stelle ich Euch zwei Orte auf der Erde vor,
welche deutlich beweisen, dass außereuropäische Kulturen in den vergangenen Jahrtausenden unglaubliche Bauwerke geschaffen haben. Bauwerke, die, wenn man diese mit dem Kölner Dom (50.94129°, 6.95817°) oder der Sagrada Família (GPS 41.40361°, 2.17444°) vergleicht, vielleicht in ihrer historisch bautechnischen Leistung noch weitaus besser abschneiden.

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(1) Angkor Wat (Park Angkor):
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- Weltkulturerbe der UNESCO ab 1992
- GPS-Position: 13.4124°, 103.8667°
- Entfernung (Luftlinie) von Berlin (BRD) ca. 8.870 Km, Kurs 321 Grad (von Angkor Wat aus gesehen).

Bei der Tempelanlage Angkor Wat (Kambodscha, Region Ankor) handelt es sich wahrscheinlich um das größte religiöse Bauwerk der Welt, mitten im Dschungel von Kambodscha. Die Anlage liegt ca. 234 km (Luftlinie) nordwestlich von Phnom Penh (GPS: 11.55°, 104.916677°, Kurs 331 Grad von Phnom Penh aus gesehen). Rechnet man die dazugehörigen Khmer-Siedlungen des 9ten bis 16ten Jahrhunderts hinzu, erstreckt sich das Gebiet auf ca. 400 km² Fläche. Davon entfallen allein bis zu ca. 35 km² nur auf das ehemalige Zentrum der Stadt.

Geschätzte 2.000.000 Menschen wohnten hier damals (ab dem 12ten Jahrhundert) auf relativ engen Raum zusammen. Dies war somit damals die am dichtesten besiedelte Gegend (Urwald Großstadt) der Erde. Neuzeitliche Erkenntnisse aus dem Bereich der Flugarchäologie (Lidar: Light detection and ranging; University of Sydney, Archaeology and Development Foundation London) deuten nach Laser-Scans darauf hin, dass die Anlage noch weitaus größer gebaut war, als bis heute bekannt ist.

Allein der hinduistische (ab spätestens dem 16ten Jahrhundert buddhistische) Zentral-Tempel-Bereich aus dem 12ten Jahrhundert ist ca. 1.300 Meter * 1.500 Meter groß.
König Suryavarman der Zweite sorgte zwischen 1113 n.Chr. bis 1150 n.Chr. für den großzügigen Ausbau von Angkor Wat. Die Gebäude wurden in der Regel fugenlos, Stein auf Stein, aus großen Sandsteinblöcken errichtet. Das höchste Gebäude ist ca. 65 Meter hoch. Ab ca. 1860 n.Chr. wurde die Anlage durch europäische Forscher auch in Europa bekannt gemacht.
Die gesamte Stadtplanungsstruktur erinnert an moderne quadratische Stadtstrukturen, wie wir diese in amerikanischen Großstädten wiederfinden. Die dortige damalige Wasserversorgung, Verkehrswege und Siedlungsstruktur war fast genial den örtlichen Gegebenheiten und Erfordernissen angepasst und sollte ein lehrhaftes Beispiel für Städteplaner unserer Zeit sein, dass man nicht "sinnlos drauf los" planen und bauen sollte, gemäß der Devise staatliche Fördermittel solange abzuschöpfen solange die Förderquellen noch sprudeln, egal wie die Städte und Dörfer hinterher aussehen. Angkor Wat sollte aber auch ein "mahnendes Beispiel" dafür sein, wohin es führt, wenn man Verstädterungstendenzen nicht reguliert.
Irgendwann wurden historische Städte so groß, dass diese mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln (Muskelkraft!) die Versorgung des gesamten Stadtgebietes mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser vielleicht nicht mehr gewährleisten konnten. Von der enormen Entsorgungsproblematik (Abwasser, Müll) ganz zu schweigen.
Anerkennend muss man hier aber gestehen, dass die RÖMER diesbezüglich ebenfalls stellenweise fast geniales in Europa leisteten.
U-Bahn-Verkehrsnetze, Tunnelbaumaschinen, LKW, Bagger, Planierraupen, Kräne (siehe hierzu aber Techniken der alten RÖMER) und Radlader standen den damaligen Bewohnern von Angkor Wat nicht zur Verfügung. Das ist zwar jedem klar, wird aber vielleicht bei der Bewertung der Bauleistung einer historischen Kultur manchmal leicht vergessen. Das gesamte Bauwesen wurde damals von Arbeitern oft barfuß und nur per Muskelkraft geschultert. Berufsgenossenschaften und Gewerkschaften, bei denen man sich hätte beschweren können, gab es damals nicht.

Wieso und wann genau diese riesige Anlage von ihren Einwohnern aufgegeben wurde ist bis heute nicht 100%tig geklärt. Die Vermutungen gehen u.a. dahin, dass dortiger Raubbau an der Natur (u.a. abholzen von Wäldern; Erosion), Trinkwasserprobleme und zahlreiche Missernten nach Trockenperioden (14tes bis 15tes Jahrhundert) dafür mitverantwortlich waren. Wahrscheinlich verschwanden die Einwohner nicht von Heute auf Morgen aus Angkor Wat, was bei der hohen Einwohnerzahl eine unrealistische Vermutung wäre. Der Entsiedlungs-Prozess wird sich, wenn nicht durch eine Naturkatastrophe oder Vertreibung durch Krieg veranlasst, über einen längeren Zeitraum erstreckt haben. Vielleicht waren auch viele Menschen zunächst dorthin gezogen, weil diese als Arbeiter in dieser Stadt im staatlichen und religiösen Bauwesen jede Menge Stellenangebote vorfanden. Irgendwann war der Bauboom dann zu Ende, vielleicht ging den Bauherren auch das Geld aus und es kam zu einer massiven Abwanderung von Arbeitskräften und deren Familien aus Angkor Wat heraus in andere Gebiete von Kambodscha. Warum soll es damals anders als heute gewesen sein, wo Millionen aus unterschiedlichen Motivationen heraus ihre Heimatstädte und Heimatländer verlassen, weil diese dort für sich uns ihre Familien keinerlei Zukunft mehr sehen.

Der viereckige künstliche See um die Anlage herum hat ein Außenmaß von ca. 1,25 Km * 1,5 Km und ein Innenmaß von ca. 900 Metern * 1.100 Meter. Es gibt im Westen und Norden insgesamt 2 Zugänge zur „Insel“, mit denen man den See zu Fuß überqueren kann.

Die Anlage ist ziemlich genau in Nord-Süd Lage gebaut worden, d.h., wenn man eine der Seiten des Vierecks
theoretisch verlängert, weisen die gedachten Verlängerungslinien der Seiten in die Richtungen: Nord, Süd, West und Ost. Ca. 1.000 Meter in nördlicher Richtung von Angkor Wat trifft man auf eine weitere riesige Bodenstruktur, welche eindeutig künstlichen Ursprungs ist. Auch dieses vom Dschungel überwucherte viereckige Baufeld
(ca. 3.100 Meter * 3.200 Meter) enthält zahlreiche Bau Artefakte aus der damaligen Zeit. Rechts und links von diesem Baufeld, geht es mit geheimnisvollen künstlichen Bebauungen und landschaftlichen Umgestaltungen aus der damaligen Gründer- und Ausbauzeit noch weiter.

Angkor Wat zerfällt.
Langsam aber sicher.
Man kann nur hoffen, dass die dortigen heute Verantwortlichen die direkten und indirekten Auswirkungen bzw. Gefahren des Massentourismus richtig einschätzen und der gesamten Anlage nicht durch die Gewährung von zu viel Besuchertoleranz den Rest geben.

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(2) Petra (Jordanien):
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- Weltkulturerbe der UNESCO ab 1985
- GPS-Position: 30.329179°, 35.443615° (Edom Bergwelt)
- Entfernung (Luftlinie) von Berlin (BRD) ca. 3050 km Kurs 330 Grad von Petra aus gesehen.

Bei der antiken jordanischen Felsenstadt Petra, handelte es sich um die damalige Hauptstadt des Nabatäer-Reiches. Von ca. 500 vor Chr. bis 300 nach Chr. war Petra eine große bedeutende Handelsmetropole für Händler bzw. deren Waren
(Gewürze, Gold, Silber, Seide, Stoffe, Weihrauch...etc.) aus u.a. Syrien, Ägypten, China, Oman, Indien, Jemen, Arabien etc.. Die ganze Gegend um Petra herum soll aber schon seit ca. 9.000 vor Chr. bewohnt gewesen sein. Die Kern-Stadt war für potenzielle Eroberer damals ein strategisch schwerer Brocken, da diese von steilen Felshängen rundherum gut geschützt wurde und nur über Gebirgspfade oder einer
ca. 1.500 Meter langen Felsschlucht zu erreichen war. GPS-Position der Al Siq Schlucht in Petra Jordanien in fast 1.000 Meter über n.N.: GPS-Breite: 30°19'21.72" Nord GPS-Länge: 35°27'10.73" Ost. An einer Stelle ist/war die Schlucht nur so breit, dass diese dort auch gegen ein größeres durch die Schlucht anrückendes feindliches Heer, mit relativ wenigen Verteidigern geschützt werden konnte. In Folge der weltweit, in dieser Bau-gestalterischen Perfektion, fast einmaligen Bauweise der Grabtempel und Felsfassaden, welche direkt aus den Felsen der Berge heraus gehämmert wurden, gilt Petra seit 6.12.1985 als UNESCO-Weltkulturerbe.
Erstaunlich war auch die Qualität und Quantität der Wasserversorgung dieser Handelsstadt in dieser antiken Zeit. Aus mehr als 20 km Entfernung wurde aus allen möglichen Trinkwasserquellen das Wasser zur Felsenstadt geleitet.

Ein Problem von Petra ist heute die Erdbeben gefährdete Lage, mangelnde finanzielle Erhaltungskapazitäten der zuständigen Behörden und die Frage, inwieweit dieses Kulturerbe die direkten und indirekten Auswirkungen des Massentourismus auf Dauer verkraftet.

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