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Fortsetzungsgeschichte Der Google-Code (ein Fortsetzungskrimi)

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© Nicolas van Bruenen   
   

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kalliope-ues am 05.04.2007 : Kommissario Brainbird und sein Assistent Copas blicken sich fragend an. Was Professor Wachowiak da zu erklärend versuchte, zeichnete nur Fragezeichen in ihre Augen. Was sollte er damit gemeint haben?

Das Handy klingelte - Tokia-Tune number two - Lautstärkeregelung auf zwei, gut dass der Vibrationsalarm sanft gegen den Oberschenkel summt ... Am anderen Ende der Leitung war Copas Freundin und Vertraute, Isabelle Nightwriter. Seit Wochen hat er mit ihr nur ganz kurze Begegnungen, meist über email, seltener über Handy. Gesehen hatten Sie sich letztmals - ja, wann war das nur - könnte irgendwann anfang Januar gewesen sein - das ist schon eine Weile her.

"Sag mal, können wir uns treffen? Ich muss etwas ganz merkwürdiges mit Dir besprechen. Es ist dringend. Ich bin in Sorge. Hast Du vielleicht gleich Zeit?"

Das war ja nun wirklich sehr merkwürdig. Seit Monaten blockt Isabelle jegliches Treffen ab - manchmal haben die Begründungen schon richtig nach Ausreden gerochen, Copas hatte schon den Verdacht, Isabelle habe endlich wieder einen Partner gefunden. Und nun dieses so plötzliche, drängende Ansinnen. Es muss wohl wirklich dringend sein. Ein kurzer Blickwechsel mit Kommissario Brainbird, "einverstanden, wir können uns gleich treffen - in 15 Minuten zum Latte im Stebwories? - Ok, also bis gleich!"

Als Isabelle wenige Minuten später die Café-Kneipe-Bar (mit Wlan!) betrat, erkannte Copas sie fast nicht mehr. Es schien ihr nicht gut zu gehen. Ihr Haar stand wild verwuschelt in alle Richtungen, ihr sonst so adrettes Outfit sah so zerknittert aus wie ihre blasse Haut. Noch im letzten Jahr hatte er es sehr bedauert, dass zwischen ihnen nie mehr als vertrauensvolle Freundschaft sich hatte entwickeln können. Er wollte am liebsten ihren wunderbaren Duft immer um sich haben. Nun aber war dieser gänzlich verschwunden, ja man könnte fast sagen, dass ihr Geruch etwas streng war.

"Danke Dir, mein Seelenbruder, ich bin richtig froh, dass du dich so schnell für mich Zeit nehmen konntest. Mir ist da etwas ganz merkwürdiges passiert. Vor ein paar Monaten habe ich eine Website von und für Autoren jeglicher Coleur entdeckt, von der ich total begeistert bin. Einer von denen, die ich wirklich ausgesprochen gern lese, und der mit seinen Kommentaren mehrmals täglich auf den verschiedensten Seiten anzutreffen war – nun, wie soll ich das sagen – nun ja, ich habe seit einer Woche nichts mehr von ihm gelesen.“

Copas: „Na vielleicht hat er keine Zeit mehr dafür, der Mensch hat ja auch noch anderes zu tun.“

Isabelle: „Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Nein, das ist mir gänzlich unvorstellbar, dass er dafür so ganz plötzlich keine Zeit mehr haben sollte. Nein. Nein, das hätte er angekündigt, davon wüsste ich etwas, das hätte ich mitbekommen. Nein, Cop, das kann nicht sein.“

Copas war erstaunt, mit welcher Vehemenz Isabelle diesen Einwand vom Tisch wischte, der ihm selbst doch so nahe liegend schien. Um seine langjährige Freundin nicht zu enttäuschen fragte er lieber weiter nach, obwohl für ihn daran gar nichts außergewöhnlich war, wenn jemand irgendeine Website eine Woche lang mal nicht besucht. „Wie heißt er denn, vielleicht kann ja dann mal ein Kollege nachschauen?“

Isabelle wurde nun noch unruhiger. Fahrig strich sie sich ihre in fettigen Strähnen ins Gesicht hängenden Haare beiseite, trank hastig von ihrer bereits zweiten Tasse Latte Macchiato – ja, früher trank sie diesen in kleinen Schlucken mit Strohhalm, und es war in jeder Faser ihrer Gestik und Mimik erkennbar, wie viel Genuss ihr dies bereitete. „Cop, das kann ich dir nicht sagen, wir kennen uns doch alle nur mit unseren Pseudonymen. Er könnte überall auf der Welt wohnen – und wir haben uns außerdem noch einen Rütli-Schwur geleistet, dass wir uns niemals im Reallife begegnen wollen.“

Copas konnte nur innerlich den Kopf schütteln. Er wollte Isabelle seine steigende Irritation nicht anmerken lassen, denn offensichtlich ging es ihr schlecht, und sie brauchte seine Hilfe. „Weißt Du denn gar nichts von ihm, was uns weiterhelfen könnte?“

„Doch“, sagte Isabelle, „ich habe eine email von ihm bekommen, die ich mir zunächst nicht erklären konnte. Er schrieb: ‚424 246 3764 3277 424 9327867437 36833258 4223’ und so weiter. Erst als ich dann Rosa-Maria Bestchecker - du kennst sie doch noch? – eine SMS schicken wollte, sah ich, was es damit auf sich haben könnte. Ich hatte nämlich dummerweise von T9-Eingabe nicht auf Zahleneingabe umgestellt, und weil ich so sehr auf das richtige abtippen der Zahlen konzentriert war, sah ich es erst, als ich damit fertig war. Da stand: ‚Ich bin froh, dass ich webstories entdeckt habe …’ – und seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört, oder besser gesagt, nichts mehr gelesen. Und nun bin ich natürlich in Sorge. Ich habe schon alle möglichen Leute, von denen ich eine mailadresse habe, oder deren mailadresse beim Kommentar hinterlegt angeschrieben – niemand weiß etwas, niemand hat mehr von ihm gelesen. Du musst etwas unternehmen, Cop!“
 
Wie soll es weitergehen? Diese Story kannst du selber weiterschreiben.
 
 

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