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So stell ich mir Kuba vor

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© Robert Zobel   
   
Durch die Vorbereitungen mit drei verschiedenen Reiseführern, meinem vorhandenem Allgemeinwissen, den DDR-Erfahrungen und dem wunderbaren Kampflied „Che Guevera“, dass Wolf Biermann sehr gerne vor Publikum singt habe ich mir ein Bild von Kuba gebastelt.
Ich denke zum Beispiel, dass die Leute da keine Kugelschreiber haben und nur mit schlechten Bleistiften schreiben, die sie aus Venezuela bekommen haben. Das die Frauen alle geile Luder sind und für eine finanzielle Spritze auch eine organische gerne entgegennehmen und das von diesen Frauen nur wenige professionelle Nutten sind. Hinzu kommt, dass sie fürchterlich geschminkt sind, weil sie sich einfach eine Schminkpalette aus dem Verfügbaren zusammenstellen. Da es aber so wenig gibt, passt das meist gar nicht zusammen. Ich denke da so an blaue Lidschatten und hellroten Lippenstift mit KackefleckNagellackbemalungen.
Jeder Reiseführer warnt vor Nepper, Schlepper, Bauernfänger und deckt sehr viele Tricks auf. Dafür steht in dem Reiseführer dann auch die Übersetzung für Schimpfwörter falls ein Schlepper dann doch ein wenig penetrant wird. Ein Trick ist es eine Frau mit Kind vorzuschicken, die unbedingt Milchpulver für ihr Baby brauch. Man begleitet dann die Frau zu einem Geschäft, dessen Besitzer schon Bescheid weiß und da kostet das Milchpulver auf einmal viel zu viel. So kleine Sachen wie gefälschte Zigarren und gepanschter Rum sind allgegenwärtig und natürlich bezahlt man auch in Restaurants immer unterschiedlich. Heißt mehr als die Einwohner, was ich sogar gut finde wenn es im Verhältnis zum Verdienst steht.
Alles in allem werden da aber wenig Touristen umgebracht, viele Koffer schon am Flughafen aufgeknackt und auch Kreditkartendaten ausgespäht und dann in Florida zum Einkauf genutzt. Wie das nun geht entzieht sich meiner Kenntnis. Das dies so passiert ist verbürgt.
In drei Tagen werde ich mit Frau in Havanna landen und von da aus in die abgeschirmte Touristenhochburg Varadero kutschiert werden. Da wird alles langweilig standardisiert sein. Man kann mit Euro bezahlen und viele werden für gutes Trinkgeld auch deutsch können. Das gesamte Personal ist sehr gebildet und besteht nur aus Akademikern. Bei der Ankunft liegen oder sitzen Kraniche aus Handtüchern gefaltet auf dem Bett und man schaut auf eine viel befahrene Straße wenn man auf dem Balkon steht. Schön ist, das dahinter gleich das Meer liegt und man Walfischern beim Abschlachten zusehen kann. Letzteres ist nun überspitzt bis glattweg gelogen.
Zu kaufen gibt es nur Schnickschnack, keine deutschen Zeitungen und es gibt wohl da nur Kassetten zum Musik hören und noch keine CDs. Internet gibt es nur kontrolliert und die Cocktails schmecken da nur anders, weil man es romantisch mit der Geschichte mischt und die Sonne so doll knallt.
Es gibt da viele alte Autos und die Touristen fotografieren diese ständig. Handynetz soll ok sein und Internet kann man mit dem Iphone auch empfangen sagt man sich. Man sagt sich aber auch, dass die dieses Handy am Flughafen gleich einkassieren und beim Abflug wieder aushändigen.
Man sagt sehr viel und ich bin gespannt was ich zu sagen und vor allem zu schreiben habe.
 

http://www.webstories.cc 22.10.2019 - 21:24:41