... für Leser und Schreiber.  

Kuba Teil 2

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43 Stimmen
   
© Robert Zobel   
   
21.06.09

Mein armer, armer europäischer Körper hat heute viel Sonne und Salz durchmachen müssen. Auf den Schultern hab ich ganz schön Sonnenbrand und habe deshalb den halben Tag ein T-Shirt getragen. Heute hatten wir ja die DelfinTour. Um 08:10 stiegen wir in einen Bus ein und ich wunderte mich schon, dass es ein riesiger Reisebus war, weil ich mir ein romantisches DelphinTreffen im kleinen Kreise (4-10 Personen) vorgestellt hatte. Im Bus saßen 40 Leute. Wir fuhren dann noch ein paar Leute von anderen Hotels abholen und dann an die Anlegestelle des Katamarans. Ein Katamaran war schon voll und daneben lagen noch drei weitere Boote. Aber ne, wir sollten auf den schon vollen Kahn und da staunte ich noch mal. Aber diese Staunarie fand erst sein Ende nachdem noch ein Bus kam und seine Touristen entleerte von denen auch noch die Hälfte aufs Boot kam.
Neben uns setzte sich eine Gitti aus Österreich, die Georg Kreisler nicht kannte, etwa 45-55 Jahre alt war und wie Meg Ryan aussah. Fand auf jeden Fall Kathy. An Bord gab es Kubamusic (ächz) und alte ElektroSchnulzen (doppelächz), eine Bar an der man alle Getränke umsonst bekam und einen Kapitän, Animateur und andere Gesellen. Es dauerte eine Weile Fahrt bis wir ein kleines Wassergefängnis ansteuerten. Das sah genauso aus, wie in Waterworld die Städte. Also mitten im Meer, viereckig und an allen Ecken Türme. Man legte an (wir waren nicht das einzige Boot) und inmitten dieser Begrenzung gab es vier große Wasserlöcher die bis zum Meeresgrund gingen. In jedem natürlichem Bassin schwammen drei Delphine und wir konnten einer anderen Gruppe schon zuschauen wie das ablief. 10 -13 Leute ins Wasser, Delphin wird von einem Trainer mit einer Trillerpfeife befehligt und muss alle 13 Leute einmal küssen. Das ungefähr drei Mal. Danach soll er sich von den Leuten anfassen lassen und zwischen ihnen seine Bahnen schwimmen, danach klatschen alle und er klatscht auch und für 10 CUC lässt der Delphin sich dann noch mit den Menschen fotografieren, guckt aus dem Wasser und hält sein Maul ganz dicht ans Gesicht des Menschen. Ich meine, es war mal schön, einen Delphin anzufassen, aber unter den Bedingungen hätte ich auch darauf verzichten können. Vor allem weil auf der Hinfahrt zu diesem Meeresäugerknast zwei andere Delphine munter dem Boot hinterher sprangen. Man brauch kein Hellseher sein, um zu wissen, dass es denen besser ging und geht. Kathy meinte, dass es ja nicht so schlimm ist und die Delphine sicher immer mal wieder freigelassen werden und sie dann wiederkommen, aber das glaube ich nicht. So blöd sind Delphine nicht und klar sind sie verspielt, aber darauf abgerichtet zu werden ständig Menschen zu küssen macht denen sicher keinen Spaß. Das sagt man sich nur so, damit dieses Erlebnis keinen üblen Nachgeschmack hat. Delphin fühlt sich übrigens synthetisch, nylonartig an und ein wenig wie eine Schlange. Übrigens würde ich Delphine auch essen, aber eben nur wenn man sie artgerecht schlachtet. Wieso soll man auch Kühe und Schweine essen dürfen und keine Delphine?
Gut wäre es ja, wenn man nur die Tiere essen würde, die auch Menschen essen würden. Das wäre dann ein wenig ausgewogen.
Nach den Delphinen wurden wir dann zu einer weiteren Stelle ins Meer gekarrt. Hier sollten oder durften wir Schnorcheln. Waren leider nicht genug Schnorchel da und deshalb wurden wieder zwei Gruppen gebildet. Über einem Miniriff mit ein paar bunten Fischen konnte man mit Taucherbrille und Schnorchel tauchen. Der Schnorchel war undicht und die Taucherbrille ein wenig zu klein. Zum Fischeanlocken warfen die Gesellen des Kapitäns Hamburgerbrötchen ins Wasser und die Fische strapastrummelten sich sofort darum, flossierten und kämpften wie Piranhas um Fleisch. Apropos, einen dicken Deutschen, der zu dicht an so einem Brötchen tauchte, biss irgendein großer Fisch dabei in den Rücken. Nächste Station war eine kleine Insel auf der man Languste und Chicken essen konnte. Ich wählte Chicken und das schmeckte sogar ganz guti. Danach wieder zurück und fertig der Tag.

22.06.09

Heute überschattete Langeweile fast den gesamten Tag. Wir schliefen recht lange, faulenzten und schauten dann noch Pearl Harbor auf spanisch. Das Gute ist dabei gewesen, dass man viel mehr auf die Bilder achtete Das Gesprochene lenkt nämlich überhaupt nicht ab. So um 13 Uhr machten wir uns auf um einen Nationalpark in der Nähe anzuschauen. Also rein ins Taxi, was anderes gibt es eh nicht, und los. Der Fahrer war sehr gewitzt, er deckte seinen Taxameter einfach mit seiner rechten Sonnenblende (es war bewölkt) und öffnete diese erst wieder als wir angekommen waren. Wahrscheinlich macht dieses Gerät von 5 CuC zu 10 CUC auf einmal einen programmierten Sprung oder so. Wir teilten ihm mit, wann er uns wieder abholen sollte und erlebten gleiches Gebaren auch auf der Rückfahrt, aber welcher Tourist möchte wegen ein paar Euro schon protestieren? Der Park selbst war ein TrampelPfad durch einen Teil Dschungel mit unzähligen Echsen, Libellen, Schmetterlingen, Käfern und Pflanzen. Der Boden bestand aus löchrigem Gestein aus dessen Höhlen in meiner Fantasie die schon beschriebenen Krabben einen in die Tiefe zogen. Wir sahen Termitenbauten, ganz normale Ameisen und anderes Gezeugs. Für mich ist eine fremde Flora und Fauna auch immer ein Gefahrenbereich. Wer weiß, was da alles giftig ist und ob so eine Echse nicht vielleicht doch zubeißt und man dann eine Blutvergiftung von dannen und dann mit ins Grab trägt. Eine der Echsen (total schwarz) sprang mir auch gefühlt entgegen aber verharrte dann an einem Ast. Übrigens sind die Pfade keine breiten Wege gewesen, sondern überwucherte Fußspuren und ich musste meinen Kopf allzu oft einziehen, weil ich mir vorstellte, dass von den Ästen die mich berührten Echsen springen könnten. Und Zecken vermutete ich auch, aber konnte an der Information auch nicht fragen, weil ich die Übersetzung ins Spanische nicht kannte. An einer Felsanhöhe erschraken wir nicht schlecht. Da war eine kalbsgroße Echse auf einen Vorsprung gesprungen und kontrastierte alle vorherigen spatzgroßen Schwanzzieher aufs Gröbste. Das Vieh hätte einem nun wirklich die Milz oder Leber rausreißen können. Apropos Leber und Milz. In Havanna in dem Restaurant unseres Hotels hatte eine Frau eine matschige MenschenLeber in der Hand und schnitt diese auf. Erst später fand ich heraus, dass es eine stinknormale Frucht war.
Jetzt liegen wir am Pool und uns ist schon wieder langweilig. Im Grunde hätten 10 Tage auch gereicht. 14 Tage sind schon natürlich auch schön, aber Langeweile macht auch Stress. Kathy meint auch schon, ihre Regel zu spüren. Dies bedeutet dann natürlich dass es keine in Kuba befruchtete Eizelle gibt was natürlich wenig erfreulich ist.

Kurze Zwischensequenz: von Kathy; Deutsche Ortszeit 3:24 Uhr:
Ich liebe dich und trage, auch wenn es keine kubanisch genährte bzw. auf kubanischen Boden gezeugte Leibesfrucht geben wird, hier nach, noch mehr Nähe von Dir , in mir.
14 Tage - 24 Stunden … dich hab ich niemals nich über!

23.06.09

Wieder liegen wir am Strand und heute ist es ein wenig welliger und windiger. Deshalb haben wir auch einen feinen Platz ergattert und werden gleich mal mit den Wellen balgen. An dem Strand weht heute eine kleine gelbe Flagge. Darauf ein rotes Kreuz und drumherum steht auf spanisch sicher so was wie Rettungsschwimmer. Wahrscheinlich will man damit sagen, das es heute ein wenig gefährlicher ist in das Meer zu frohjumpen. Gestern haben wir noch Billard gespielt und ich habe Kathy ein wenig Schach beigebracht. Lektion zwei dann heute, obwohl ich ja auch nicht wirklich der Meister bin. Apropos nicht der Meister bin; Durch die Bank durch haben die meisten Männer meines Alters einen viel besseren Körper. Ich bin mit meinem nicht vorhandenem Waschbrettbauch, aber einer halben Waschtrommel zwar jetzt kein Lästerobjekt aber doch für mich selbst ein wenig unten durch. Wäre ich ohne Frau und ohne Frau hier, würden mich wahrscheinlich nur Nutten anmachen, die auch nur die dünnen Scheine meiner Brieftasche anlechzen. Vielleicht würde auch die alte Spanierin mit dem verkrüppelten Arm ein wenig mit mir liebäugeln oder eine ganz dicke Frau würde mich anziehend finden, weil ich ihr unterbewusst ihr Wunschgewicht aufzeige. Aber natürlich besser verteilt würde sie bewusst hinzufügen, wenn es ihr bewusst wäre.
Katharina fand sich auch auf Fotos von der Delphinschwimmerei schon dick, aber ich persönlich sehe da keine Völligkeit oder irgendwas anderes was mir missfällt. Man sagt ja immer, die dicken Deutschen und ich mutiere gerade zu einem. Ich bin verheiratet, bin jetzt 30 Jahre alt und da hab ich mich vom Kopf her schon zur Ruhe gesetzt und mach nichts mehr für meinen Körper. Wir haben ja in Lüneburg die Mitgliedschaft eines der teuersten Fitneßcenter gepachtet, aber es gingen schon sicher 7 Monate ins Land in denen wir brav 120 Euro zahlten, aber nie dort zu sehen waren. Und ich habe auch nicht vor, wieder hinzugehen. Kathy denkt, dass sie irgendwann da wieder anfangen wird. Mal schauen, ob ich dann wieder mit einsteige.
Nun habe ich meine Frau zu der Masseurin geschickt von der ich schon so positiv berichtete. Hab eben aber bemerkt, dass es eine ganz andere Frau ist. Nicht viel hübscher, aber wohl mit mehr Sinn für das Schöne. Kathy schaut durch ein Loch in der Matratze auf vier kleine Blümchen. Ich hingegen hatte nicht einmal ein Loch sondern nur ein Handtuch an der Stirn und drückte die ganze Zeit mein Kinn platt. Ich finde, Menschen die wenig schön sind können sich mit viel Sinn für das Schöne auch eine Scheibe Schönheit auf die Aura legen. So was färbt ab.
Vielleicht bekommen aber auch nur Frauen diese vier Blumen im Plastebecher oder meine Masseurin war eigentlich die Küchenhilfe, die einsprang, weil Gonzoella gerade mit ihrem amerikanischen Oldtimer irgendwo auf ner Piste verreckt war. Und die Küchenfrau wusste gar nicht wie man das Loch in der Liege aufbekommt. Ist wahrscheinlich mit einem Zahlencode gesichert damit sich Nachts keine Touristen gegenseitig massieren können. Am Strand sind jetzt vier Kanadierinnen die sich ObenOhne gegenseitig in den Wellen fotografieren und posieren und lachen und sich gegenseitig die sandigen Fingerchen in die Löchlein schmitzen. Denken sie nicht, dass ich mir das ausgedacht habe, weil ich diese Frauen attraktiv finde, ich habe diese Fantasie nur erwähnt, weil es eine Übertreibung dessen ist, wie sich diese Frauen hier geben. Die eine etwas dickbäuchige ist sicherlich eine Lesbe, die davon noch nichts weiß und die Restfrauen haben alle Zipfeltitten und sind Flaschen im Bett. So was denke ich, wen ich so was sehe. Die andren Männer hier scheinen das anders zu sehen. Katharina hat übrigens nun wirklich ihre Regel bekommen. Eine junge Deutsche von einer anderen Liege machte sie darauf aufmerksam, dass Ihr OB-Rückholfaden aus dem Bikinihöschen schaut. Warum sie Katharina überhaupt zwischen die Beine schaute überlasse ich meiner Fantasie.
Ein großes Lob geht heute mal an meinen Minilaptop, der trotz der ganzen feinen Strandsandkrümel auf und sicher auch schon in ihm noch hervorragend funktioniert. Früher hätte ich im Urlaub ein Buch mitgenommen, hätte alles Erlebte eingetragen und dann mühselig zuhause in den PC übertragen und so hab ich schon alles fertig wen ich daheim bin und kann die Zeit für Sinnvolleres nutzen. Fotos aus dem Urlaub bearbeiten zum Beispiel. Peter und Lisa aus Stuttgart die mit uns KatamaranDelphinTour mitgemacht hatten, haben von mir eine Speicherkarte mit Bildern bekommen, die wir von ihnen gemacht haben. Darauf habe ich auch festgehalten, wie Delphine sie auf Befehl küssen. Bei Durchsicht am Abend frohjauchzten sie bei einem Foto, dass nur sie alleine mit dem Delphin zeigte. Da meinten sie, hier das können wir zeigen und sagen, wir hätten im freien Meer mit einem Delphin gespielt. Am gleichen Abend, ich glaube, dass war der 21.06 spielten wir mit den Beiden auch noch Karten und Peter zeigte uns zwei piekfeine Kartentricks. Einer war der, dass man sich eine Karte merkt und er die dann wiederfindet und ein andrer Trick handelte von vier Polizisten, die einen Räuber in einem Hochhaus finden. Lustig fand ich, dass er nach Vorführung sofort die Tricks verriet und preisgab ohne das wir danach gefragt hatten. Er ist glaube ich, eh zu nett. Auch zu seiner Freundin, die ihn wie einen kleinen Jungen behandelt und auch bewusst runtermacht. Wahrscheinlich um sich selbst toll finden zu können oder so. Wenn Katharina mich so verniedlicht vor anderen Leuten darstellen und meine Meinungen so wegwischen würde, würde ich wohl ein bis achtmal mit den Augen rollen und mich dann forttrollen.
Wobei Katharina mich hier auch ständig vor anderen Leutchen berichtigt oder sich in Gespräche einmischt um irgendwas richtig zu stellen. Einer Österreicherin erzählte ich zum Beispiel von Robert Tappeiner, Österreichs berühmtesten Hypnosetherapeuten, dessen Manager ich einmal war und als die Österreicherin dann meinte, sie kenne ihn nicht, mischte Katharina sich ein und sagte: “Ach, Du weißt ja gar nicht, ob er der erfolgreichste und bekannteste war”. Dann erwiderte ich;

“Ja, aber der hatte ganz viel Bücher geschrieben und Cds herausgebracht auf denen das stand”.

“Ja, hast Du auch und?”

Damit hatte sie mich natürlich nun angegriffen. Klar, bin ich nicht total erfolgreich und bekannt auch nicht, aber sie gab mir das Gefühl, dass ich damit auf diese Weise prahlen würde. Genau wie dieser Tappeiner halt. Sie wird wahrscheinlich nicht so weit gedacht haben, aber wollte mir trotzdem einen reinwürgen, weil ich ihr wahrscheinlich grad zu überheblich erschien oder sie andere Probleme hatte. Man weiß es nicht. Als ich sie später darauf ansprach, meinte sie, dass sie es ab da ja nicht mehr gemacht hätte. Super. Also sollte ich ihr dann auch noch dankbar sein, dass sie sich zurückhielt und nichts weiter gekommen war. Solche Einwürfe kamen danach aber trotzdem noch. Einen will ich auch noch mal nennen. Beim Kartenspiel mit Lisa und Peter, war ich dann dran mit ausgeben und gab die Karten nicht aus, wie in Schulzockerkreisen üblich, sondern zählte bei jedem Einzelnen die Karten hin und fertig. Wenn man vorher ordentlich gemischt hat ist das auch völlig latte wie man die Karten ausgibt. Was sagt sie vor allen zu mir: Du gibst die Karten genau wie so ein totaler Schultrottel aus. Hört sich natürlich auch nicht schön an, ist noch ok und man dürfte sich da gar nicht beklagen, aber wenn so was in der Masse kommt macht man sich ja doch so seine Gedanken. So ich muss pullern und werde die Toilette Atlantic benutzen. Irgendwann hab ich geschrieben, ich habe in den Golf von Mexico uriniert. Stimmte aber gar nicht. War nur der Atlantic. Der Golf fängt woanders an.
Nun liegen wir am Pool und lauschen SalsatechnoRemix mit HipHopElementen und versuchen irgendwie den Tag rumzubekommen. Mein Bruder unterdessen hat von unseren Nachbarn den Schlüssel bekommen und bleibt bei der Katze mal über Nacht. Ich schreibe nämlich von hier ständig SMS um mich über das Wohlergehen der heimischen Menschen zu erkundigen. Ich weiß noch, dass ich von England nach Deutschland für SMS immer dasselbe gezahlt habe und bin davon ausgegangen, dass es das gleiche an Moneten kostet wenn ich aus Kuba schreibe. Irgendwer hat gemeint, dass es aber teurer ist und nun bin ich in meiner Meinung ein wenig kopfgetrübt. Man wird sehen.

24.06.09

Gestern haben wir wieder der Animation gelauscht und sie haben sich diesmal wirklich überboten, also ins Negative hin. Unterboten also. Es war wirklich das Schlechteste was ich jemals auf einer Bühne gesehen habe. Es erklang irische Musik und drei Männer und zwei Frauen tanzten zu RiverdanceMusik. Sie hatten aber keine Steppschuhe und so waren die Steppklänge aus der Musik das Einzige was man hörte. Leider synchronisierten sie damit auch nicht so wirklich und so war es nur ein schlechter Versuch. Kathy meinte, vielleicht hätten die Tänzer Riverdance nur als DVD ohne Ton gesehen und gar nicht kapiert, dass die Schuhe klappen. Das hört sich verrückt an, aber ich würde meine Hand dafür nicht ins Feuer legen, dass es nicht so ist. Abends entschlossen wir uns nach einer Runde Billard noch mal eine Disco aufzusuchen und fuhren mit einem Taxi zum La Bamba. Dort war aber nichts los, beim La Rumba auch nicht und so fuhren wir wieder nach Hause, also ins Hotel.
Jetzt ist es 11:19 und wir hören am Pool die Beatles in einer schlechten Karibikversion. John Lennon hat ja in Havanna sogar einen eigenen Park mit Statue auf der Bank. In zwei Stunden fahren wir zum Hafen und von dort dann mit einem Motorboot durch Mangrovenwälder.
Genau das haben wir vor etwa zwei Stunden auch erlebt. Mit einem Bus wurden wir vom Hotel abgeholt und zur Anlegestelle gebracht. Vorher hatten wir uns zwei Mützen gekauft wegen Gesichtsverkokelung und dergleichen. Kathy ein Basecap auf dem Cuba steht und ich ein Armeemützending mit rotem Stern vorne und an der Seite eine Cubaflagge. Der Guide sprach gut Deutsch und erklärte uns so Handzeichen und was diese zu bedeuten haben. Halt so Sachen wie Stopp, Schneller, Langsamer und ich hab ein Problem. Dann erklärte er auf englisch, dass es hier keine Krokodile und Haie gebe, aber seine Schwiegermutter. Ein fader Witz der aber ein paar der 10 Mitfahrer zum Lachen brachte. Wir zogen uns Schwimmwesten an, setzten uns auf einen Zweisitzer und Kathy durfte zuerst das Steuer und das Gas übernehmen. Die Fahrt ging durch ein paar Mangrovenfelder, das offene Meer und dann hin zu einem kleinen Eiland mit Zoo. Auf der Hälfte der Strecke wechselten die Fahrer und ich durfte auch. Katharina hatte sich schon als vorsichtige und viel zu langsame Fahrerin bewiesen und fand nun mein Fahren totalblöd, zu schnell, fürchtete das wir umkippen und so weiter. Hätte ich meine Kamera nicht in der Hosentasche gehabt wäre ich wohl noch schneller gefahren. Der Zoo bestand aus einem Paar Krokodilen, Krebsen, Schnecken, Flamingos, Bisamratten oder so und Schildkröten. Völlig öde eigentlich. Dann konnte man noch ein paar Fotos machen mit einem Babykrokodil auf der Schulter. Wir haben davon ein Video gemacht, siehe Youtube. Jupp und nun sitzen wir wieder am Pool und ich werde mich mal heute mit Cerveza zusaufen. So, ich geh mir mal was holen. Zwei Bier hab ich schon. Nebenbei schneide ich hier am PC gerade die Videos für Youtube und schlüpfrige Angelegenheiten.

25.06.09

Heute Nacht habe ich von meinem Metallsuchgerät geträumt, von Monstern die ich durch geworfene Murmeln aus dem Nichts entstehen lassen habe und von Katharina im unschicklichen Umgang mit zwei weiteren nackten Frauen und mir. Letzteres müsste um eine Frau minimiert mal wieder durchgeführt werden. Katharina holte mich übrigens aus dem Traum, indem sie aus der Toilette kam und meinte: “Ich hab total Durchfall. Das hatte ich lange nicht mehr. Das war wie Wasser”.
Jetzt ist es 10:19 und wir werden uns gleich mal aufmachen um auf dem Touristenmarkt KrimsKrams für die Lieben zuhause zu ordern. Schon komisch, früher haben die Seefahrer hier Glasperlen gegen Gold getauscht und nun tauschen wir Geld gegen Holz und Sachen wie Tabak und Rum, die unsere Lungen beschädigen und die Leber. Die Glasperlen haben wenigstens keine negativen Rückstände hinterlassen. Da fällt mir ein, dass ich in meiner extrem esoterischen Zeit eine Bergkristallkette zerrissen habe und jeden Morgen eine Bergkristallkugel geschluckt habe. Ich dachte, es tut mir gut und schlecht ist es mir auch nicht ergangen.
7 Flaschen Rum, 5 Zigarren, drei oder vier Ketten und zwei Shirts sind die Ausbeute unseres Marktbesuchs mit folgender Zigarrenshopbesichtigung. Im Zigarrenshop bedienten äußerst arrogante Tabakzicken. Die Freundlichkeit war so aufgesetzt, dass sie wissen mussten, das ein Tourist das merkt. Natürlich können diese drei Frauen auch eine GesichtsOP gehabt haben, bei der sie ihre Gesichtsbewegungen soweit verloren haben, dass alles wie eine Grimasse aussieht, aber das wäre wirklich mal ein Zufall. Auf den Markt, war wieder der Penner vorzufinden, der mich schon am zweiten oder dritten Tag berührt hat. Diesmal war er weniger penetrant, aber berührte mich trotzdem. Für meinen kleinen Sohn gestaltete es sich äußerst schwierig ein CheT-Shirt zu bekommen. Damit rechnet nämlich hier keiner. Das ein dreijähriger Junge vielleicht als Revoluzzer cool durch den Kindergarten hampeln kann. Jetzt hab ich irgendwie ein Shirt für ihn bekommen auf dem ein Hai drauf ist mit irgendeinem anderen Meerestier. Ärgerlich ist, dass ich vor zwei Tagen ein schönes, rotes Shirt erworben habe, aber dies am Pool leider verlor. Natürlich ist es nicht mehr zu finden.
Jetzt liegen wir im Hotel auf dem Bett und haben keinen Strom. Eben überflog die Halbinsel nämlich ein Gewitter, dass in Deutschland groß genannt werden würde, aber hier nur ein Schulterzucken verursacht. Während der stärksten Phase sind ein paar Türken in den Pool gesprungen und ein paar Chinesen hinterher. Kathy wies darauf hin, dass in dem Freibad ihrer Kinderjahre immer alle aus dem Wasser geholt wurden.
Unsere Putzfrau bastelt ja immer aus Handtüchern und Bettdecken so Gestalten und Tiere aufs Bett und heute hatten wir ein Menschengesicht mit einer Baseballkappe. Sieht ein wenig aus wie aus einem schlechten Psychofilm aber ist trotzdem nett. Einen der vergangenen Tage haben wir ihr auch unsere Wäsche mitgegeben und bekamen sie darauf hin gebügelt und gewaschen wieder zurück. Sie meinte noch zu uns: “Wenn es in Ihrem Dorf den Tag nicht regnet, bekommen wir die Sachen am nächsten Tag zurück”.
Klauen würde die auch nie. Wir lassen nämlich immer alles einfach so liegen. Erstens steht darauf 25 Jahre Knast und zweitens ist sie eine aufrichtige nette Person. Deshalb bekommt sie auch pro Tag immer so drei bis fünf Peso. Die ersten Tage habe ich im Kleiderschrank die Decke abgenommen unter der ein Hohlraum war und habe dort unsere Barschaft verstaut. Jetzt kommt mir das lächerlich vor. Man hätte auch für 25 Euro einen Tresor anmieten können, aber das wäre noch bescheuerter gewesen.
Strom geht jetzt wieder, wir sind vorhin noch mal runter und haben ein Paar aus Frankfurt am Main kennen gelernt. Wir haben schon vorher mit ihnen ein paar Worte gewechselt und dieses Mal ein wenig mehr. Außerdem haben wir uns verabredet heute Abend gemeinsam was Essen zu gehen. Sie kontrolliert Computersysteme an der Börse und er ist Techniker bei Siemens. Nette Leutchen.
Ich hab auch noch ein Shirt gekauft für Finn. Dasselbe wie das was ich verloren habe mit den Delphinen, nur in Blau. Als wir uns vorhin mit dem Paar hinsetzten kam ein Typ dazu, der von uns allen als Totalpleppo eingeschätzt wurde. Für mich war es der WeinMan, weil ich ihn zwei Tage zuvor dabei beobachtet hatte, wie er einen Wein zurückgehen ließ. Er erzählte gleich, er sei Ingenieur und überhaupt ein ganz feiner Typ, habe seine Frau zuhause gelassen, weil diese eine REHA mache und da musste er einfach mal raus. Als ich ihn fragte, was er da für ein dickes Buch mit sich herumschleppe, meinte er, das sei ein Tauchführer von Padi, aber für ihn total zu leicht und er kenne sich zum Beispiel in der Physik viel zu gut aus. Natürlich ist bei einem Meter Wasser dann ein Bar vorzutreffen und trallala. Er versuchte sich in eine ganz gute und elitäre Rolle zu richten und das führte leider in die andere Richtung. Aus dem WeinMann ist der Barmann geworden.

26.06.2009

Da ist man mal zwei Wochen nicht in Deutschland da stirbt Michael Jackson einfach weg. Somit ist er nur 51 Jahre alt geworden. Einen Zusammenhang zwischen unserem Urlaub und seinem Tod ist zwar nicht wirklich nachvollziehbar, aber möglich. Woran er gestorben ist, werden wir dann sicher erst daheim erfahren, aber ich denke seine kaputte Seele wird einiges damit zu tun haben.
Gestern sind wir mit dem Paar und einer anderen Frau mit einer Pferdekutsche noch mal zum Al Capone Haus gefahren und ich hab ein Fischsteak genommen in das Käse und Schinken eingebacken war. Mit viel Bier genossen wir den Sonnenuntergang und dann kamen wegen des Regens die Mückengeschwader und griffen uns an. Über Katharina flogen zeitweise 20 Blutsauger. Als wir gingen, bekamen wir von einem der Wachmänner eine Ladung Mückenzeugs auf die Hand.
Wir hatten damit gerechnet noch lange zurück zu laufen bis wir einem Taxi begegnen und staunten nicht schlecht, als ein ganzer Bus hielt und uns anbot uns dahin zu bringen wo wir hinwollen. Wir bezahlten 10 CuC, er machte das innere Licht aus, weil er Touristen eigentlich nicht fahren durfte und brachte uns fast bis vor die Tür. Dann tranken wir in der Lobby noch ein wenig was und gingen dann ins Zimmer um die Leiber aneinander und ineinander zu geben.
Als wir heute aufgewacht sind und aus dem Fenster schauten war es bewölkt, als wir nach einer Stunde Kathyfertigmachung zum Frühstück gingen war es nicht anders und auch jetzt am Strand sieht es eher nach Regen aus als nach Sonne. Finde ich auch gar nicht schlimm, weil wir so jedes Wetter einmal mitgemacht haben. Außer natürlich einen Hurrikan den ich jetzt spontan für 19.09 prophezeie. Woher ich diese Mutmaßung hernehme? Ich hab halt Mut Maß zu nehmen und übrigens so ein Uringefühl, dass sich in meiner Blase so herumdrückt, dass sich in meinem Kopf ein HurrikanBild mit Datum bildet.
Zu Michael Jackson hat meine Blase leider geschwiegen. Der Verlust der Person ist nicht so gravierend. Viel eher ist die Bedeutung sehr wichtig. Er war sehr lange sehr öffentlich, gehörte zu der Fernsehwelt und man war an ihn gewöhnt. Für viele war es ein Meilenstein, für die meisten Menschen ein umgestürzter Meilenstein und für andere ein außerirdischer Meteorit. Ich hab ja am Anfang dieses Tagebuchs geschrieben, dass im Internet vermutet wird, dass die Queen eine Reptilienwandelechse sei. Ich will nicht wissen, was alles über Jackson gemutmaßt wurde und noch wird. Ich weiß nur, dass man ihn, wie auch Presley, noch lange irgendwo rumgeistern sehen wird. Dann gibt es in Deutschland wieder ganz viele Reportagen über sein Leben, Guido Knopp wird vielleicht eine “Tote Weltstars”-Reihe ins Leben rufen und das Begräbnis wird ein superduper Medienereignis. Da werden viele Leute kommen. Natürlich Elizabeth Taylor, 80 Affen, 2000 Kinder, Ray Charles, Elton John singt Candle in the Wind (oder Kind) und er wird sein Erbe auch irgendwelchen karitativen Zwecken übermachen.
Hier in Kuba wird jetzt seine Musik gespielt und ein dicker Deutscher meinte eben am Strand zu mir “Jetzt hat der Bursche ausgezappelt”. Er fügte auch hinzu, dass es wohl Herzversagen war und es schon gestern Abend passiert sein soll.
Die Frau, mit der wir gestern mit dem Paar unterwegs waren, sieht ein wenig aus wie eine Freundin von uns. Sie hat denselben Arsch, die gleichen Augenbrauen und hat sich auch gerade von ihrem Mann getrennt. Hier haben wir sie heute früh beobachtet, wie sie mit einem älteren kubanischen Kellner geflirtet hat. Das macht sie schon ein paar Tage so und ich denke, sie wird noch mit ihm ins Bett hüpfen. Denken ist auch bagatellisiert. Eigentlich liegt das auf der Hand.
Kathy liegt gerade in der Sonne und will unbedingt die letzten Tage noch ausnutzen damit jeder in Deutschland dann sagt “Hui, Du bist ja braun. Warst Du im Urlaub?”. Ich liege im Schatten, damit Niemand sagt: “Hui, Dir blättert ja die Haut ab, wie die Rinde von einem toten Baum. Hast Du die Schmauche?”
Meine Füße blättern schon seit drei Tagen und mein Rücken hat gerade angefangen. Andere Körperteile würden folgen, würde ich meiner Frau folgen. Braun wird man hier auch im Schatten. Ich werde mal gleich ins Wasser hüpfen und mich erfrischen. Vorher knalle ich mir Sonnenschutz auf den Rücken und feile meine Augen damit ich keinem unerwünschten Meerestier in die Fänge schwimme. Ich denke immer noch, dass da AuaGiftSchmerzViecher nur auf mich warten. So, ich bin dann Urin in den Atlantik leiten.
Eine dickliche Frau versucht gerade ein Häkelkleid überzuziehen, Spatzen hüpfen um unsere Liegen, eine alte Oma hat ein verdächtig blaues Auge, ich stoße imaginär mit mir selbst an und mein Urin vermischt sich jetzt mit allen Wassern der Welt und in drei Jahren trinke ich Bestandteile meiner eigenen Pisse in Lüneburg ausm Wasserhahn.
Auf Deutschlandwelle habe ich vor zwei Tagen, das fällt mir gerade ein weil ich am Strand liege, einen Bericht über Usedom gesehen. Dort wurde im zweiten Weltkrieg viel Brandbombengedöns abgeworfen und das darin enthaltene Phosphor löst sich nicht einfach auf, sondern legt sich an den Strand und sieht aus wie Bernstein. Nun, entzündet sich dieser Phosphor bei Hitze selbstständig und viele Urlauber haben wohl diese “Bernsteine” in die Hosentasche gesteckt und sich damit selbst entzündet. Phosphor brennt auch ein einfach weiter, wenn er brennt und wenn man dann versucht ihn mit den Händen auszuschlagen brennen auch die Hände. Deshalb sollte man sich schnell ins Wasser werfen. Nun ist das ja eine wichtige Information und ich bin mir sicher, dass ich in Deutschland diese Sendung sicher verpasst hätte. Also lieber Leser, wenn Sie von Usedom kommen, dorthin reisen möchten oder Pakete von dort bekommen. Immer schön überprüfen ob es Bernstein oder Phosphor ist.
Eben als ich mir Bier von der Bar holte musste ich einige Meter Sand bewältigen und da kam mir die Frage auf, was würde Kuba bei Raketenwürmern machen. Oder besser bei einem einzigen Raketenwurm. Angenommen dieser ist nicht zu fassen und wandert an den Stränden der Touristenhochburgen entlang und reißt einzelne Urlauber in die Erde. Würde Kuba das der Welt mitteilen oder würde man das verheimlichen? Man muss dazu wissen, dass der Tourismus zur Zeit die Haupteinnahmequelle ist und man darauf einfach nicht verzichten kann. Deshalb würde so was sicher verheimlicht. Wenn dies also verheimlicht würde, was wird wirklich verheimlicht? Hier komme ich noch mal auf giftige Meerestiere an der Küste zu sprechen, erwähne kannibalische Naturvölker im Dschungel und ansteckenden Kubanerwahnsinn, der sich durch Rumbatanzen bis zum Tod zeigt.
Man sollte in fernen Ländern eh immer eine gehörige Portion Vorsicht sich selbst zu genießen geben, alles hinterfragen und keinen Einheimischen vertrauen, wenn dieser nicht schon bei Holidaycheck als vertrauenswürdiger Einheimischer deklariert ist.
Es ziehen grad dunkle Wolken auf und in einer weit entfernten Wetterfront regnet es einen Vorhang. Dort verfärbt sich das Meer zu einem schwarzen Moloch und wenn nun Poseidon auftaucht mit einem riesigen Dreizack in dem die Blitze schießen und ihn mit jedem Grollen noch größer macht würde es mich nicht sehr wundern. Wir werden ins Hotel gehen. Da gibt es einen Pool, in dem ein Poseidon sich nur auf Doppelelefantengröße bringen könnte.
Gerade noch rechtzeitig. Auf der Hälfte zwischen Hotel und Strand hat es angefangen zu regnen und nun donnert und blitzt es wieder draußen. Mal schauen ob wieder ein Blitz in unser Hotel einschlägt. Ich bemitleide die Leute die heute angereist sind oder noch landen müssen und hoffe, dass wir in zwei Tagen besseres Wetter haben. Ich würde ja sonst mal übers Internet hier schauen, aber geht ja nich. Im Fernsehen läuft gerade so was wie der Preis ist heiß auf spanisch. Der Moderator ist ein kleiner Harry Weinfort ohne Bart. Vom deutschen Harry W. hab ich zuhause irgendwo ein Autogramm, das für irgendeine Hildegard gewidmet wurde. Hab ich damals als Kind mal in einer Altpapiertonne gefunden.
War grade in der Toilette um Groß zu machen und hab dabei einen stinkenden Flatsch hinterlassen. Dieser Flatsch (eher matsch als hart) sagt mir, dass das Essen gestern bei Al Capone irgendwie nicht so perfekt war. Es hat auch viel zu gut geschmeckt um frisch zu sein. Ein Widerspruch? Nein.
Nun waren wir noch mal eine Pizza essen und ich hab mir im Einkaufscenter ein T-Shirt von irgendeinem Paul-Designer aus London gekauft. 27,30 Peseten.
Katharina hat leider nichts gefunden aber in einem AnprobierSpiegel gesehen, dass Ihr Sonnenbrand Form einer Schleife (weil eben ihr Bikini eine hat) hat. Nun schmiert sie ApresSun auf die roten Stellen.
Es ist jetzt 1:40 und ich müsste eigentlich schon den nächsten Tag tagebuchtechnisch beschreiten, aber da ich noch nicht geschlafen habe sehe ich es noch nicht als notwendig an. Den Tag sehe ich erst als beendet an wenn ich ihn entschlafe.
Mit meiner Frau bin ich vor ein paar Stunden noch am Strand entlang gewandert und habe den Sonnenuntergang genossen. Dabei habe ich im Sand eine Münze oder ein Spielzeug gefunden. Die Münze ist nämlich irgendwie viel zu leicht und könnte auch aus Plastik sein.
Danach sind wir ins Hotel und haben mehrere alkoholische Getränke gekippt, die uns dazu veranlassten Nachts im Pool zu schwimmen. Und nun schreib ich mein Tagebuch weiter, schaue im Fernsehen auf englisch X-Men und Kathy kotzt, weil sie wieder mal mehr getrunken hat als sie abkann. Ich glaube, ich hab in meinem Leben vielleicht 7 mal durch Alkohol gebrochen und sonst immer mein Maß beachtet. Katharina wird schon wahrscheinlich drei Mal so viel gekotzt haben. Mal schauen, wann sie mal merkt, dass man das nicht immer ausreizen muss. Ist ja auch viel besser auf einer beschwingten Ebene lange zu lustwandeln, als dann irgendwann einzubrechen und sich am nächsten Tag scheiße zu fühlen. Morgen unser vorletzter Tag in Kuba. Mal schauen was der so bringt. Katharina kotzt übrigens immer weiter. Sie lag gerade im Bett und ist eben noch mal wieder kotzen gegangen. Das ist echt eklig und echt nicht gerade fraulich, weiblich und feminin.

27.06.09

Katharina geht es heute nicht gerade gut und ich hab gerade auch Bauchschmerzen. Hier in der Nähe ist eine Parkanlage in der ein hervorragender Italiener sein Wesen treibt. Da hab ich wohl zuviel verschlungen. Das Restaurant stand auf Pfählen und darunter zog ein künstlicher, fischreicher Fluss vorbei in dem viele Enten unter unserem Tisch bettelten. Weil auch klitzekleine Tierchen dabei waren bekamen die meinen Buscetta. Das ist getoastetes Brot in Knoblauchöl getunkt glaube ich. Auf jeden Fall zauberte jeder Wurf eines Stückchens Teigs ein buntes Schmierregenbogengewitter in das grüne Wasser.
Was ich eigentlich hier noch nie aufgeschrieben habe ist die Tatsache, dass ich hier ständig Luft verliere. Manchmal recht übelriechende, aber meist leise und duftfreie Gasung. Ich denke mal, mein Verkacker produziert mehr Nebenluft, weil er hier mehr zu tun hat, er sich an die ganzen Essenssachen gewöhnen muss und bei der Sonne auch nicht soviel Bock auf ordentliche Verarbeitung hat. Deshalb ist die Kotballung auch meistens nicht wirklich optimal.
Das Wetter ist heute beschissen, aber wenigstens regnet es nicht. Die Leute sind trotzdem im Pool, trinken Bier aus Plastebechern, lesen Bücher und machen gute Miene zum mittelmäßigen Schauspiel am Himmel. Unser Zimmermädchen, die mit uns Trinkgeldtechnisch sehr gesegnet war, hat sich heute mit einem kleinen Zettel auf dem Kissen verabschiedet. Der dicke Mann, den der eine Fisch in den Rücken gebissen hat, hat uns 14 Tage in die Rhön eingeladen und ich werde mal kurz hoch ins Hotelzimmer und schauen, was das Innere nach Außen gibt.
So, das war eine interessante Flatschung. Interessant war auch der süßliche Geruch.
Übrigens hab ich ein wenig Bedenken, dass der Laptop noch funktionsfähig in Deutschland ankommt. Vielleicht verlieren sich diese Zeilen auch im Nirgendwo und die 5 GB Fotos und 20 GB Videos frisst das Schicksal. Wäre natürlich blöd, aber ich habe gerade gesehen wie aus der Tastatur auf der ich schreibe eine kleine Ameise gezottelt kam und dann wieder darin verschwand. Im Fernsehen habe ich mal vor ein paar Jahren gesehen wie diese Ameisen technische Geräte lahm legen. Ich hoffe mal, es handelt sich nur um einen einsamen Ameisenwolf und keine ganze Rotte.
Nach zwei Stunden jetzt am Pool ist der Wind noch stärker geworden. Spanische Kinder nerven uns links und rechts hat sich eine alte lilabeinige Frau niedergelegt. Katharina löst für sich gerade die Frage “Welches ist der kleinste Staat der Welt?” mit der Zeitschrift “Wunderwelt Wissen”.
Gerade habe ich das Buch “Cuba particular” fertig gelesen. Ein wirklich schöneer Reiseführer von einer Chinesin die mit einem Fahrrad durch Kuba fährt und immer in privaten Unterkünften schläft. So lernt sie natürlich Land und Leute viel besser kennen.
Jetzt ist es 22:44 Uhr und unser letzter Abend ist vorbei. Katharina hat Unterleibsschmerzen und ich bin ein wenig bierselig, Wir waren nämlich noch mit fünf weiteren Deutschen in einem Steakhouse. Ich hab natürlich wieder trotzt Aufforderung (keine Zwiebeln - without Onions) eine Hühnerbrust mit ordentlicher Schicht Zwiebeln. Das erste Mal habe ich dann einmal was gesagt und das Essen zurückgeben lassen. Das mache ich sonst nie, weil ich Speichel im zweiten Gang befürchte. Als ich die Hühnerbrust ein zweites Mal dann bekam, waren die Zwiebel weg, aber das Huhn war noch zu einem Viertel roh. Am Tisch meinte man, dass so was gefährlich für den Magen-Darm-Kack sein könnte und so ließ ich das Essen sein. Trinken gab es aber Corona, Pina Colada und Froozen Daiquirie. Und das schmeckte auch.
Jetzt haben wir unsere Koffer gepackt und liegen im Bett. Im Fernsehen läuft eine Reportage über Tomaten.

28.06.09

Wir sitzen nun im Flieger nach Paris, werden dort umsteigen und sind ein enig enttäuscht, dass hier an Bord kein Bordkino ist. Auf dem Herflug konnte man feine Videos auch auf Deutsch schauen, aber nun hat man über dem Gang einen kleinen Fernseher und das war es.
Blöd ist auch, dass links neben mir ein anderer Flieger sitzt der nachher sicher im Schlaf zu sabbern anfängt. Er sitzt vor dem Gang und wenn wir aufstehen möchten werden wir ihn wachmachen müssen. Es sind viel mehr Kinder mit an Bord, die alle schreien und die Stewardessen haben kurz vor Start die Gänge mit zwei Deosprühdosen abgelaufen. Warum auch immer. Ich hab mir schon überlegt, dass das irgendwas Bewusstseinsveränderndes ist und wir ein paar Sachen aus Kuba vergessen sollen. Oder es ist prophylaktisch und man soll den Flug nicht so mitbekommen. Der ist nämlich echt ruppig. Es geht mal runter und mal hoch und es gibt keine Konstante. Die Maschine scheint auch schon ein wenig älter. Was auch ein wenig merkwürdig ist, sit die Tatsache, dass auf dem Herflug bei jeder Turbulenz darauf hingewiesen wurde. Jetzt sagt keiner was und alle dürfen umher rennen. Ich sortiere jetzt erst einmal Bilder. Was Besseres fällt mir grad nicht ein. Dabei sieht der Flieggast neben mir natürlich auch die Nacktbilder von Kathy.
Vor uns tropft Wasser aus der Lüftung und eben gingen die ExitLichter an. Immer noch Turbulenzen und im GangFernseher läuft eine Schnulung von Rene Zellwigger (die sicher anders geschrieben wird). Formhalber habe ich meine UhrUhrzeit schon auf Europa eingestellt und weiß somit, dass wir in 6 Stunden landen werden. Das Essen war übrigens eher lau und durch den Quatschkopp neben mir komme ich nicht so schnell zum trinken wie ich gerne wollen würde. Eben hab ich mich dann mal getraut ihn aus seinem Sitz zu holen und hab das dann gleich mit einem Toilettengang verbunden. Der Typ scheint aus Albanien zu kommen. Wie ich darauf komme? Vorhin kamen Nachrichten und bei einem Beitrag ballte er seine Hand zu einer Faust und schien so, als würde er die dazugehörige Hymne anstimmen. Hat er aber nicht. Jetzt schmiert er sich seine Hände und Arme mit einem Erfrischungstuch ein.
Weil mir die Langeweile gerade zu Kopf steigt gebe ich mal kurz die Inhaltsangabe des Films wieder:
“Eine Uschi muss aufs Land um da eine Firma auf Vordermann zu bringen. Natürlich kommt sie aus einer großen Stadt, ist schikimikki und kommt mit den Eigenbrödlern da nicht zu recht. Außerdem haben die Mitarbeiter…ach nee jetzt habe ich statt Langeweile Lustlosigkeit. Dann mach ich mal lieber schnell die Kiste aus. Es ist nun 05:01. Sie lesen mich bald wieder.
 

http://www.webstories.cc 19.09.2019 - 17:01:42