... für Leser und Schreiber.  

Die Magie des Meeres

76
76 Stimmen
   
© Lena Leibetsder   
   
Das Wasser in dem ich bis zu den Knöcheln stand war lauwarm, die Wellen streiften meine Füße und stiegen meine Beine immer weiter hoch. Ich wagte einen weiteren Schritt nach vorne. In wenigen Metern Entfernung brachen die Wellen, um später meine Füße vor dem kalten Wind zu schützen. Es war wunderschön, das letzte Sonnenlicht, das sich im Meer spiegelte, die Felsen, an denen die Wellen zerbrachen, dass das Wasser nur so in die Höhe schoss und die Berge, die ich in weiter Ferne hinter dem Horizont sah. Einen weiteren Schritt nach vorne.
Wie lange stand ich schon hier? Es fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an, aber ich würde auch die zweite Hälfte gerne hier stehen, den Sonnenuntergang betrachten und den Felsen unter meinen Füßen spüren. Mit all meinen Sinnen nahm ich das Meer auf. Den salzigen Duft, die brandenden Wellen und ihre Spiegelung darin. Alle anderen Geräusche blendete ich aus, ich wollte einfach diesen Moment genießen, und in diesem Moment gab es nur mich und den unendlichen Ozean.
Mein Herzschlag hatte sich dem Wellengang angepasst und ich fühlte mich als wäre ich mit dem Meer verbunden. Noch ein Schritt weiter in die Tiefen des Meeres, am liebsten hätte ich mich in die Wellen geworfen und wäre einfach davongeschwommen, einfach alles hinter mir lassen. Doch diese Zeit war noch nicht gekommen, es hielt mich noch zu viel hier.
Ein weiterer Schritt. Mittlerweile stand ich schon fast knietief im Wasser, bei höheren Wellen ging mir das Wasser bis zu meinen Oberschenkeln. Ich schloss die Augen und genoss diesen Moment, ich ließ mich einfach mitreißen und diesen Zeitpunkt meinen Körper und meinen Geist übernehmen. Jede Sekunde brannte sich in mein Gedächtnis.
Als ich den Strand verließ machte sich ein wehmütiges Gefühl in mir breit und als ich am nächsten Tag aufwachte, wusste ich: Das war kein Traum!
 

http://www.webstories.cc 08.08.2020 - 01:39:30