... für Leser und Schreiber.  

Des Stammes Huldigung

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© Michael Brushwood   
   
Weshalb bringt die Dichterei groß Freud'
Fragen sich zurzeit nicht alle Leut'
Kummer belässt Falten im Gesicht
In die Tunnel traut sich endlich Licht


Wer den Frust sich von der Seele schreibt
Hofft, dass Einsamkeit nicht ewig bleibt
Und selbst das Grübeln macht mal Pause
Verdrängt vom Sekt der Dichtersause


Wenn die Sonne schrill vom Himmel kracht
Manch' Autorenherz ganz helle lacht
Bricht Barrieren aus den Zöpfen auf
Entertainer rüsten sich zum Lauf


Künstler einer schleiertrunk'nen Zeit
War'n zu Kompromissen stets bereit
Doch plötzlich scheint ein Tor gebrochen
Auch Quellen sind bereits erschlossen


Ewig echauffiert des Kultes Schein
Worin Nonames selten dürfen rein
Die Sterne aus verborg'nen Welten
Sind unerwünscht, wo Konten gelten


Aus Losern werden manchmal Winner
Fantasien schwelgen sich zum Dinner
Dank treuer Fans, die Klinken putzen
Bis die Neinsager nicht länger stutzen


Den Gralshütern fehlt oft Sachverstand
Frischer Wind gehört ins Schlagerland
Wer stets des Stammes Künste huldigt
Den künftig' Bäumen Leben schuldigt



Meine ergänzenden Gedanken:
Den Schlagern der Natur ergeht es halt so wie dem deutschen Schlager! Die Lüftung von wissenschaftlichen Geheimnissen
hat uns nachhaltig bewiesen, dass ausschließlich gepflegte Monokulturen den Stürmen unseres Jahrhunderts nicht mehr
standhalten. Die Mischung macht's halt aus!
 

http://www.webstories.cc 03.05.2024 - 22:50:51