... für Leser und Schreiber.  

SCHIMMER DER HOFFNUNG, Kapitel 1, Teil 1 - LOS ANGELES

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© Ingrid Alias I   
   
Dies ist die Fortsetzung von "Gone with the death", zu finden hier: https://beta.webstories.eu/stories/show/id/116981.
Ich schrieb sie damals, habe sie aber nie veröffentlicht. Später fiel mir auf, dass sie Potential hatte und ich verwendete sie für den Roman "Holidays in Kampodia", der gut bei den Lesern ankam.
Mal schauen, wie das Original so ankommt. Alle Freunde von Buffy, Angel und Spike sind gefordert. ;-) Also los:


Und du, Buffy Anne Summers, willst du den hier anwesenden William Castaway zum Mann nehmen, ihn lieben und ehren und ihm treu sein, bis dass der Tod euch scheidet?
„Ja, ich will!“, sagte Buffy enthusiastisch.
„Was willst du?“ Eine raue Stimme riss Buffy aus diesem Tagtraum und sie ächzte enttäuscht auf.
„Hab wohl geträumt“, meinte sie verlegen und musste erst realisieren, wo sie sich befand. Okay, sie war in einem Flugzeug, die Kinder schliefen, und sie würden natürlich nicht mehr lange schlafen. Spätestens bei der Landung in Los Angeles würden sie wieder wach werden.
„Wo werden wir eigentlich wohnen?“ fragte sie, obwohl sie die Antwort eigentlich schon ahnte.
„Na, bei Angel natürlich“, meinte Spike, alias William Castaway leichthin. Bei Angel in Los Angeles, das war Pflicht! Er hatte mit Angel telefoniert. Angel war einverstanden und hatte alles für ihren Besuch vorbereitet. Spikes Sachen befanden sich noch im ehemaligen Hotel Hyperion – sehr praktisch – und außerdem war das Hotel groß genug, um Spike, Buffy und den Kids Unterschlupf zu bieten.
Den Gedanken, eventuell in seiner eigenen Wohnung – Spike korrigierte sich im Geiste, nein, in Lilahs Wohnung zu wohnen – hatte er gar nicht erst gedacht. Diese Wohnung war tabu für Buffy. Es verbanden sich zu viele Erinnerungen an Lilah mit dieser Wohnung. und eben deswegen war die Wohnung tabu.
Spike hatte dort zum ersten Mal mit Lilah geschlafen, und er fühlte sich immer noch so entsetzlich leer, wenn er an sie dachte. Die Trauer um sie nahm einfach kein Ende. Und jetzt im Anflug auf Los Angelos dachte er an die vielen Orte, durch die er hindurchmusste und an denen er mit Lilah zusammen gewesen war. Und an denen er jetzt ohne sie sein musste.
-*-*-*-*-*-*-
Es war nun sieben Monate her, seit Lilah durch W&H ermordet wurde, Diese sieben Monate waren Spike wie ein einziger Alptraum erschienen. Daran konnten auch die Kinder nichts ändern. Und Buffy sowieso nicht.
Spike blickte verstohlen zu ihr hinüber. Sie sah ziemlich zufrieden und ausgeglichen aus, mit Betonung auf ‚ziemlich’. Eigentlich hatte sie keinen Grund, zufrieden und ausgeglichen zu sein, denn er hatte ihr alles verweigert, was ihr von Rechts wegen zustand. Verweigert mit einem vagen Versprechen auf bessere Zeiten, in denen er vielleicht nicht mehr an Lilah und an die gemeinsame Zeit mit ihr denken würde.
Diese Zeit mit ihr war so verdammt kurz gewesen, hatte aber dennoch sein Leben geprägt.
Denn er wusste jetzt, was er wollte – und er würde sich nicht mit weniger zufrieden geben. Er wollte eigentlich nur so geliebt werden, wie er selber liebte. Bei Lilah war das alles so einfach gewesen. Aber mit Buffy? Er wusste ja nicht einmal, ob er sie noch liebte. Irgendwas von seinen Gefühlen war bei seiner Menschwerdung abhanden gekommen. Aber selbst, wenn er sie noch liebte in den hintersten Abgründen seines Bewusstseins ... Nein das glaubte er nicht, denn es war zu absurd. Für ihn waren die Tage der selbstlosen Liebe vorbei. Solch ein Idiot war er nicht mehr. Das glaubte er zumindest zu wissen.
-*-*-*-*-*-*-
Ausgerechnet Wesley holte sie vom Flughafen ab.
Spike konnte seine Abneigung gegen Wes kaum unterdrücken, und daran konnte auch Gwydions Gegenwart nicht ändern. Spike mochte Wes nicht, weil er Lilahs Liebhaber gewesen war. Und vor allem mochte er Wes nicht, weil er Lilah verschmäht hatte, Wes, der Achsogute hatte Lilah verschmäht, weil er eben... achsogut war. Was für ein Idiot! Er stand wirklich auf einer Stufe mit Buffy, der ebenso Achsoguten. Vielleicht sollte er die beiden miteinander verkuppeln, Buffy stand ja auf Wächter oder Exwächter. Ihr letzter Liebhaber war auch ein Wächter gewesen, zumindest hatte er das behauptet, und Buffy war willig in seine Arme geflogen – bis sie ihn fast umgebracht hatte*. Spike musste unwillkürlich lächeln. Es war ein grimmiges Lächeln.
Oh Gwydion, warum besänftigte er seine Gefühle nicht? War er etwa immun gegen Gwydions Wahrheiten geworden. Oder war die Wahrheit einfach so ernüchternd, dass auch ein Wunderkind wie Gwydion sie nicht in etwas Schöneres und vielleicht Wahreres verwandeln konnte?
Es konnte natürlich auch sein, dass er als Gwydions Vater immun gegen Gwydions Beeinflussung war, überlegte Spike. Das wäre natürlich gut, denn als Vater musste man manchmal objektiv sein und durfte sich von den Kids nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Gwydion konnte vielleicht alle anderen Leute beeinflussen, aber Spike als sein Dad musste objektiv bleiben, sonst hätte er bald ein total verzogenes Kind. Aber es war müßig, sich jetzt schon Gedanken über Gwydions Entwicklung zu machen. Man musste abwarten.
-*-*-*-*-*-*-
Buffy und Spike saßen sich gegenüber in dem von Wes gesteuerten Auto, und Spike musste nun zwangsläufig Buffy anschauen.
Sie hielt Gwydion auf dem Arm, betrachtete ihn zärtlich und küsste seinen dunklen Haarflaum. Es war so schwer, Gwydion nicht zu lieben. Liebte sie Gwydion, weil er sein Sohn war? Oder liebte sie ihn, weil es praktisch unmöglich war, ihn nicht zu lieben.
Und was würde in L.A. passieren? In Angels Nähe?
Pikanter Gedanke. Spike musste wieder lächeln, denn er fühlte sich wie der Zuschauer in einem Drama, das seit Urzeiten aufgeführt wurde und in dem immer die Liebe gesiegt hatte. Wie in jedem schlechten Drama. Manchmal waren die Liebenden allerdings tot am Ende – das war dann eines der besseren Dramen – aber sie waren immer noch Liebende. Allerdings tote Liebende ...
Nett das! Aber ihn, Spike, interessierte das wenig, nun denn, vielleicht ein bisschen und wenn dann nur aus statistischen Gründen.
Denn der Grund, warum er all dies auf sich nahm, waren die Kinder. Nämlich Morgan und Gwydion.

Fortsetzung folgt
 

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