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"Der Käfig"

Schauriges · Experimentelles
Der Käfig wackelte. Doch manchmal ist der Mensch einfach zu stur, um Anzeichen des Bösen erkennen zu können. Häufig geschieht dies erst, wenn die Klinge schon im eigenen Rücken steckt.
Der Käfig wackelte, und Fearn bemerkte dies nicht, und als sie Nachts schlief, da wackelte der Käfig so sehr, dass Marther Burm, ihre Mutter, sie am nächsten Tag danach fragte.
„Ich weiß nicht, was du meinst!“, hatte sie nur geantwortet und dann war sie in die Schule gegangen.
Ihr Zimmer war mit Abstand der schönste Raum im ganzen Haus. Der Teppich wellte sich zwar leicht, und es roch auch leicht nach vernachlässigtem Hamster aus einem Käfig am Fußende ihres Bettes, aber sonst ein sehr schöner Raum zum „chillen“, wie sie so schön sagte.
Diese ständige Angst, dass irgendwo da unterm Teppich der Schimmel lauert oder Ameisen in der Wand hatte sie lange nicht schlafen lassen. Warum aber hatte sie ihren Hamster nicht sauber gemacht?
Weil sie insgeheim gehofft hatte, er würde sterben, und ihr so eine Last abzunehmen. Doch Anstelle des Sterbens passierte etwas, das sich keiner so richtig vorzustellen vermag.
Etwas begann dort zu leben, das nicht aus dem Lichte kam.
Als Fearn nach der Schule in Richtung Bett ging, da hörte sie es schwer atmen und es roch süßlich nach Talg.
Fearn nahm das nur passiv wahr, streckte aber lieber keinen Finger in den Käfig, denn, wie sie vermutete, hatte es sehr viele Rasiermesser scharfe Zähne.
Mittlerweile blieb es im Käfig. Nicht das, was sie vermutet hatte, sondern eine Wolke der Dunkelheit, als wäre die Nacht auf die Größe des Käfigs geschrumpft.
Angst hatte sie davor nur passiv, doch wirklich hatte sie nur Angst davor, dass es anfangen könnte zu sprechen. Es wäre eine Stimme der Zurechtweisung voller Hass und sie würde vermutlich sofort ins Koma fallen.
„Komm zu mir“, würde die Stimme sagen. „Komm zu mir, und erkläre mir, warum du mich hattest sterben lassen wollen!“

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