Tis-Anariel am 20.06.2012 :
2001
Sie recklte sich, reckte sich vorsichtig und verspürte erstaunt den warmen Körper, der sich an ihren Rücken presste. Tief holte sie Luft und nahm den wilden Duft von körperlichen Liebe in sich auf. Sie roch auch die warme Erde auf der sie lagen, das frischgemähte Gras auf der Wiese am Waldrand und den tiefen, würzig, harzigen Duft der Bäume um sie herum. Vögel zwitscherten laut und fröhlich.
Endlich öffente sie die Augen, blinzelte in das junge Licht des Morgens und entwand sich so sacht den starken Armen, die sich um sie geschlungen hatten, so dass sie den Mann nicht weckte. Sie betrachtet ihn eingehend. Sie kannte ihn gut, fast so gut wie sich selber. Sie waren Freunde, schon immer, nie mehr und wenn doch dann hatten sie beides es zu gut verborgen. Sie hatten beide schon so einiges durch, viel Trauer und Leid und Schmerz erleben müssen.
Und nun in dieser einen beschwipsten, vollmondtrunkenden Sommerwendennacht war ihnen das plötzlich egal gewesen. Sie waren zusammen zum Sonnwendfeuer gegangen, Sie hatten gefeiert, gesungen, gelacht, getanzt, sich schließlich geküsst und dann waren sie Händchenhalten und kichernd in den nahen Wald verschwunden.
Sie lächelte ein kleines sanftes Lächeln. Er sah so friedlich, beinahe glücklich aus, während er so seelig hier mitten im Wald schlummerte.
Konnte das gutgehen, wenn der beste Freund zu mehr wurde?
Sie erkannte, dass es nicht nur alleine an ihr lag, was nun daraus werden würde und beugte sich hinab um ihren Freund und küsste ihn sacht wach.
Etwas später wanderten die beiden Hand in Hand aus dem Wäldchen heraus, in der Absicht zu ihr zu gehen und zusammen zu frühstücken.
2011
Sie rekelte sich behaglich, streckte sich und spührte überrascht, dass sie alleine war. Sie setzte sich verwirrt auf und blinzelte im jungen Licht des Morgens. Vögel sangen fröhlich und laut.
Wo war er?
Sie kannten sich so gut, hatten so viel geteilt und soviele Dinge zusammen erlebt.
Und nun in dieser beschwipsten, vollmondtrunkenden Sommerwendennacht waren sie zum Sonnwendfeuer gegangen. Sie hatten gefeiert, gesungen, gelacht, getanzt, sich schließlich geküsst und dann waren sie Händchenhalten und kichernd in den nahen Wald verschwunden.
Ihre Wangen röteten sich, als sie daran dachte, was sie dann noch getan hatten.
Und nun? War er einfach gegangen?
Ein Rascheln ließ sie aufblicken.
Grinsen kam er durch das Unterholz, nur mit seiner Hose und den Schuhen bekleidet und einen großen Korb am Arm.
Ihre Augen weiteten sich erstaunt?
Er grinste nur noch breiter.
"Diesmal, " meinte er fröhlich, "bin ich vorbereitet. Lust auf Frühstück?" |