SKELLIG MICHAEL |
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| © Ron Holiday
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- alle GPS Angaben ohne Gewähr -
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Liebe Webstories Leserinnen und Leser,
Liebe Eremiten, Klausner und Anachoreten!
Eine der geheimnisvollsten Inseln der Welt ist sicherlich Great Skellig bzw. Skellig Michael (Erzengel Michaels Insel; seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbestätte) in Irland im Atlantischen Ozean (GPS: 51.77112, -10.54055).
Eigentlich handelt es sich dort um zwei Inseln, bei der anscheinend nur die größere zur frühen Besiedlung ausgewählt wurde. Die kleinere hat den Namen Sceilg Bheag bzw. Skellig Rock Small und liegt ca. 2 Kilometer Luftlinie entfernt (GPS 51.781780° , -10.508263°). Dort wohnen nur Vögel.
Die heute (laut KI-Angaben) unbewohnte Insel Skellig Michael, ist auf jeden Fall schon einmal über 100 Meter hoch, -
(einige Literaturquellen inkl. KI nennen auch eine Höhe von bis zu 218 Metern (715 Fuß) – Südgipfel/South Peak- über dem Meeresspiegel)
- maximal 880 Meter lang, ca. 400 Meter breit und gehört zur Inselgruppe der Skellig Rocks. Sie liegt ca. 12 Kilometer vor der irischen Küste von County Kerry und hat eine Fläche von ca. 22 Hektar bzw. 220000 Quadratmeter, was der ungefähren Fläche von ca. 31 FIFA-Fußballfeldern entspricht. Schon an dieser Stelle sei, bevor die ersten Leser laut aufstöhnend das Weiterlesen sofort unterbrechen, bezüglich „FIFA“ darauf hingewiesen, dass im Folgenden von keinem neuen FIFA-Friedenspreis Empfänger die Rede sein wird. Versprochen! Der letzte Preisempfänger ist ohnehin nicht mehr zu toppen.
Die irische Insel liegt in einer wettermäßig sehr unangenehmen geografischen Lage ca. 12 km vom Festland (vor der Kerry-Küste) entfernt und ist eigentlich nur ein kleines Paradies für Basstölpel (Papageientaucher, Schwarzschnabel-Sturmtaucher, Sturmschwalben), welche hier ungestört brüten können. Zu früheren Zeiten ging es denen schon einmal häufiger „an den Kragen“ bzw. Schnabel, wenn die Mönche das Meeres-Fischessen mal wieder satthatten und auf Geflügelkost umstiegen.
Die Oberflächenstruktur und Bebauung dieses Eilands ist so ungewöhnlich, dass dieses sogar als Drehort einer Star Wars Episode ausgewählt wurde. Nach der Ausstrahlung des Filmes und Abreise von Luke Skywalker war es mit der Ruhe der Insel dann aber vorbei. Möge zukünftig den dortigen Felsen die helle Seite der Macht positiv geneigt sein, wenn die touristischen Invasoren die Insel stürmen.
Es ist ca. 1000 Jahre her, dass eremitische Mönche hunderte von Trittstufen (ca. 600) so in den dortigen Felsen schlugen, dass man von der Steilküste aus das steinerne gälisch-christliche Kloster oberhalb erreichen konnte.
Schon ab 588 nC wurde die Insel von christlichen Missionaren immer wieder besucht und von diesen, bis auf ein paar zähen Mönchen, von den meisten auch zügig wieder verlassen, da sich dort wirklich niemand ohne Grund längere Zeit aufhalten wollte. Glaubt man den Überlieferungen aus irischen Volkslegenden, dann soll zwischen 470 nC bis 549 nC ein vergeistigter Mönch namens Finnian von Clonard (Meister der Apotage (Askese) und des Abkehrs von allen weltlichen Dingen) die erste Niederlassung dort aufgebaut haben.
(Exkurs:
Finnian von Clonard (470 nC bis 549 nC) stammte aus der irischen Region Leinster, soll einer der bedeutendsten Väter des irischen Mönchtums und 520 nC auch der Gründer der Klosteranlagen Clonard Abbey („Schule des Westens“; County Meath Irland; GPS völlig unverbindlich: 53.450627° , -7.019213°) gewesen sein. Clonard war die Ausbildungsstätte von einigen Mönchen, welche später als Heilige verehrt wurden („12 Apostel von Irland“). Der Ort Clonard hat heute ca. 370 Einwohner und war bis 1202 nC Bischofssitz.
Ebenfalls soll er die irischen Klöster Kilmaglush, Rossacurra und Drumfea gegründet haben. Er war eine zentrale Figur bei der Verbreitung des Christentums in Irland. Schriftstellerisch betätigte er sich als Autor des Penitential Manual (irisches Bußhandbuch). Ihm zu Ehren gibt es an jedem 12. Dezember eines Jahres sogar einen Gedenktag.
Die Eremiten bauten sich dort mühselig mindestens sieben kuppelförmige Steinunterkünfte (Mörtellose Bienenkorb-Bauweise; Beehive Huts) an der Nordseite der Insel (GPS: Breite 51°46'19.25"N und Länge 10°32'20.14"W) mit über 50 cm dicken Mörtellosen Wänden, welche bis heute erstaunlich gut erhalten sind und legten zur eigenen Trinkwasserversorgung mühselig vier Zisternen an. Weiterhin gab es dort eine Kapelle, zwei Oratorien (Gebetsräume) und einen kleinen Friedhof. In Terrassengärten züchteten die Mönche dort ihr Gemüse und ihre Kräuter. Die Hauptkolonie der Glaubensbrüder befand sich dabei in einer Höhe ca. 180 Meter über dem Meeresspiegel (lt. KI-Info).
So um 823 nC (im 9. Jahrhundert) wurde die Insel von den Wikingern heimgesucht, welche sich die Suche nach Spiritualität damals als bekennende Schwerter schwingende Grobmotoriker nicht gerade auf die Helme geschrieben hatten. Getrieben wurden diese mehr vom Wunsch auf fette Beute beim dortigen Kloster St. Fionan. Ihre dortige magere Ausbeute war im Vergleich zu anderen Raubüberfällen eher bescheiden, was dazu führte, dass diese sich nach einiger Zeit frustriert wieder von dort verkrümelten. 823 nC sollen diese finsteren Gesellen aber den Kloster-Abt Eitgall von dort entführt haben, welcher in der Wikinger-Gefangenschaft dann gestorben sein soll. Vielleicht hatten sich diese ein Lösegeld für diesen versprochen?
Um 993 nC herum soll der Wikinger Olav Trygvasson (Lebenszeit ca. 963 nC bis 09.09.1000 nC) dort sogar getauft worden sein, was nicht unbedeutend war, da es sich hier um den späteren König von Norwegen handelte. Es gibt historische Quellen, welche berichten, dass diese Insel um 1100 nC endgültig von den Eremiten bzw. vom Großteil, der dort frohlockenden verlassen wurde.
Anfang des 13ten Jahrhunderts zogen die Eremiten, u.a. entnervt von der dortigen Kargheit, ungebetenen Besuchen von lästigen Pilger, Piraten und Wikingern und ausgezehrt vom selbst auferlegten Spartanismus dann angeblich endgültig von dannen und ließen sich zum Teil in Ballinskelligs (GPS: Breite 51°49'12.20"N Länge 10°16'13.42"W) nieder.
Andere Informationsquellen berichten, dass ab 1500 nC die Insel immer noch regelmäßig von Wallfahrern heimgesucht wurde, die wohl von der schaurigen Abgeschiedenheit am Ende der damalig bekannten Welt und den dort angeblich nur noch 12 Mönchen (Pseudo Apostel) fasziniert waren.
So ist es eben bei solchen Mysterien, dass immer dann besonders viel erzählt und fabuliert wird, wenn man besonders wenig vom Wirklichen weiß. Mal waren laut den Überlieferungen alle Mönche weg und mal waren sie alle noch da.
Simsalabim! Abrakadabra!
Die historische Wahrheit über die bewohnten Zeiten im Laufe der Jahrhunderte kennt wahrscheinlich nur der Atlantische Ozean, welcher sich, wie üblich bei solchen Fragen, durch laute Brandungsgeräusche und Monsterwellen feige einer verbindlichen Stellungnahme entzieht.
Seit 1826 nC gibt es dort einen Leuchtturm (GPS 51.768688° , -10.541544°).
1910 nC soll George Bernard Shaw ((26.07.1856 nC bis 02.11.1950 nC) Politiker, Schriftsteller Irland; 1925 nC Literatur-Nobelpreisträger) die Insel besucht haben. Seinen Äußerungen nach dem Besuch zufolge war dieser von diesem „verrückten Ort“ (Traumwelt) völlig fasziniert.
Es wird erzählt, dass 1955 nC eine Monsterwelle von ca. 50 Meter Höhe an den Leuchtturm bzw. das Leuchtfeuer klatschte. Auch ein Leuchtturmwärter soll später dort irgendwann einmal umgekommen sein. (Anm.: Faktencheck hierzu unbedingt erforderlich, da umso mehr erzählt wird umso weniger man genau weiß!)
1996 nC wurde die Insel Sceilig Mhichíl (irische Bezeichnung) in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen.
Mittlerweile gibt es dort sogar einen Hubschrauberlandeplatz, welcher sinnvoll ist, wenn übermütige seekranke Touristen, all-inklusive abgefüllt mit obergärigem Stout-Bier-Guinness und/oder irischem Whiskey, mit ihren Jesuslatschen bei schlechtem Wetter dort verunglücken.
Okay! Das mit dem Guinness und Whiskey war jetzt natürlich nur eine üble Spekulation meinerseits. Ich nehme das hiermit zurück!
Keine Vermutung, sondern Realität ist, dass neuzeitliche Archäologen dort zahlreiche Artefakte/Relikte zutage gefördert haben. U. a. Steinkreuze (Grabmale?) mit menschlicher Figur (Silhouette) inkl. eingraviertem verwittertem Kreuz-Symbol und Überreste der sogenannten "Bienenkorb"-Klosterzellen.
Man kann als interessierter Tourist diese Insel mittels Pendelbooten erreichen, die bei mäßigem Wellengang ihre Dienste vom Festland (u. a. von Portmagee GPS: Breite 51°53'9.98"N Länge 10°21'56.01"W) aus anbieten. Oft sind die Bootstouren aber schon monatelang vorher ausgebucht. Von einem Besuch der Insel „in absoluter Einsamkeit“ ist dann aber nicht mehr die Rede, da man sich den Besichtigungsort dort durchaus mit mehr als 20 anderen Touristen teilen muss.
Wenn man Glück hat, kann man auf dem Weg zur Insel Delfine und auch Wale beobachten.
Die Insel ist ein Bestandteil der irischen Mythologie geworden.
So ab dem 3ten Jahrhundert nC wurde in den legendenhaften Mythen beschrieben, wie der angebliche "Weltkönig" Daire Domhain sich dort auf den Krieg gegen die geheimnisvolle Fianna-Armee des Riesen Finn McCool vorbereitete.
In der Literatur findet man die Lokalität u.a. in folgenden Werken verarbeitet:
01. Emma Donoghue (kanadische Schriftstellerin irischer Herkunft): „Haven“
02. Des Lavelle (lt. KI. Schriftsteller, Seemann, Fotograf, Tauchlehrer): „Skellig“, „The Skellig Story“, „Experience the Extraordinary“.
03. Gero Günther (übernachtete angeblich im dortigen Leuchtturm): „Stufen zu Gott“
04. David Almond (britischer Schriftsteller): „Skellig“
05. Robert L. Harris (Buchautor und 30 Jahre lang Inselwärter von Skellig Michael): „Returning Light; Thirty Years on the Island of Skellig Michael“
Verarbeitung in Filmen:
01. Star Wars: Episode VII – The Force Awakens (2015)
02. Star Wars: Episode VIII – The Last Jedi (2017)
ENDE |
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17.03.2026 - 08:18:36 |
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