Er ist rund und von innen bunt.
Ich nenne ihn Kurrt mit zwei r,
weil er knurrt, gurrt und schnurrt.
Es handelt sich um meinen Bauch.
Worum sonst auch?
Ich habe ihn lieb, diesen Bauch.
Und seine Bezeichnung auch.
Bauch.
So ein schönes, rundes, wohliges Wort.
man kann es genüsslich laut sprechen und das an jedem Ort.
Hier in der Kneipe, zu Hause oder auf der Straße.
Bauch.
Ba-uch.
Bahauch.
Langsam, gefühlvoll und warm.
Wenn ich ihn reib oder streichel, gehts ihm gut.
Und er wächst, ohne Eile, ohne Harm.
Früher hieß es: "Da kommt der dünne Joke, seht, er hat gar keinen Bauch. Der Arme."
Ab da war's vorbei. Und ich fütterte Kurrt.
Gab ihm Zwiebeln mit Butter, Oliven en masse.
Kohlrabi mit Koriander, weil das so gut passt.
Auch Hähnchen und Rouladen,
Pfannekuchen und guten Alkohol.
Nichts war genug für Kurrts Wohl.
Frühstücksspeck und so manch mitternächtliche Mahlzeit
standen Kurrt tagaus tagein bereit.
Selbstgedichtete Sandwiches - nahrhafte Lyrik -
genossen wir, vom Genuss geweiht.
Heute haben wir geheiratet. Kirchlich.
Kurrt und Joke: Pflegefälle lebenslang.
Schrecklicher als sein Herz ist es, seinen Bauch zu verlieren.