Sie fährt jeden Samstag mit ihrem Sohn zu einem Match. Obwohl ihr der Handballsport noch immer ziemlich gleichgültig geblieben ist, kennt sie mittlerweile die wichtigsten Regeln und kann sich durchaus über ein Tor freuen. Früher stand für sie ihr Sohn im Vordergrund, doch seit sie geschieden ist, sieht das anders aus. Ihr Augenmerk liegt jetzt eindeutig auf anderen Vätern, die auch geschieden sind.
Seit einiger Zeit geht sie ins Fitnesscenter und trainiert sich die Kilos weg. Wovon andere Frauen nur träumen, ist bei ihr Realität geworden: Muskeln, straffe Haut, keine Fettpolster. Ihr Sohn hat das bemerkt und ist stolz, wenn seine Mutter ihn an die Matches begleitet. Seine Mutter ist dann immer sehr gut gekleidet, mal elegant, mal sportlich, mal sexy, mal alles zusammen.
Das ist den Männern auf der Zuschauertribüne auch nicht entgangen. So gibt es mittlerweile Stimmen, die behaupten, dass wegen Peters Mutter die Zuschauerzahlen leicht zugenommen haben. Auch ist auffallend, dass seit geraumer Zeit das Publikum in der Halle einseitig verteilt ist. Da gibt es die Seite mit Peters Mutter und den geschiedenen Vätern und die Seite der anderen Eltern. Peters Mutter geniesst diese Aufmerksamkeit, die sie von ihrem geschiedenen Mann nur selten bekommen hatte.
Auch dem Präsidenten des Handballklubs ist Peters Mutter aufgefallen. Er überlegt sich jetzt, ob er sie unter Vertrag nehmen soll. Schliesslich sollen die Besucherzahlen in den nächsten drei Jahren noch um 20% wachsen.