Es war wieder einer der Tage, an dem Alles schief ging in Heino Holzkopfs Leben. Klausur vergeigt, Knöchel verknakst, Studentenausweis verloren und von der Freundin verlassen worden. Das i-Tüpfelchen setze sein Mitbewohner Kalle auf, der beschlossen hatte, die ganze Nacht Didgeridoo zu spielen. Wie so oft hatte er wohl mal wieder eine kleine Reise in die Welt der Träume gemacht und war von deren Nachwirkungen so fit wie gerade erst aufgestanden.
Verbissen schmierte sich Heino eine Leberwurststulle und verzog sich in sein Zimmer. Er hätte ja etwas sagen können, aber dafür war er zu stolz, vielleicht auch zu feige, denn er selbst machte ja auch gerne Krach, wenn er wieder mit dem Kopf durch die Wand wollte, seine Hörner abstossen wollte oder aus heiterem Himmel seine Launen bekam. Er war schwierig, dass wusste er, aber ändern wollte er es nicht.
Statt klipp und klar zu sagen, in jeglicher Hinscht, was Sache ist, zog er es vor, alles, wirklich Alles in sich hineinzufressen. Oft schmollte er dann tagelang vor sich hin, grübelte und grämte sich.
Eines Tages trug es sich zu, dass ein kleines Hanfkorn von Kalles Fensterbank in einer Kerbe von Heinos Holzkopf Platz fand und dort zu keimen anfing.
Zwischen seinen feucht fettigen Haaren hatte es dort einen guten Platz erwischt und fiel erst auch gar nicht so recht auf. Gelegentlich wunderte sich Heino ein wenig, wenn er in den Spiegel sah, dass etwas Grünes auf seinem Kopf wuchs, aber vielleicht waren das ja auch noch die Spuren von der Karneval. Er wusste es nicht genau und eigentlich war es ja auch egal. Die Leute guckten ihn manchmal ein wenig schief an, aber das war er ja schon gewohnt. Er dachte sich nichts dabei...