
Liebe Globetrotter!
Beste wereldreizigers!
Zunächst das Wort zum Sonntag!
Allereerst de zondagse preek!
Was habt Ihr davon, wenn ihr Euch in Eurem Ohrensessel vor dem Fernseher weiter herumlümmelt, während draußen das Leben pulsiert?
Den ganzen Tag nur Katastrophen-Nachrichtensendungen ansehen?
Bringt es das?
Ist es nicht sinnvoller, bevor man zu Hause nur noch „auf den Tod wartet“, seinen Wein- und Bier-bauchigen Wohlstandskörper zu erheben und die Welt genauer zu erkunden? Und damit meine ich nicht, dass man den Wohnungsnachbarn daraufhin observiert, ob dieser auch korrekt den Müll trennt und dass man registrierte Unbotmäßigkeiten desselben direkt an die Hausverwaltung meldet.
Okay!
Ab und zu wird irgendwo außerhalb der eigenen Wohnung vielleicht Eintrittsgeld fällig. Aber eins ist bei aller Sparsamkeit klar:
„Das Totenhemd hat keine Tasche!“
Oder wie der Holländer sagt:
“De lijkwade heeft geen zak!”
Ihr könnt nichts mitnehmen!
Je kunt niets meenemen!
Spart nicht zu viel Geld an, denn sonst könnt Ihr im Altersheim ohne Probleme zukünftig irgendwann einmal ca. 3500 Euro Eigenanteil im Monat (!) von Eurem Privatvermögen abdrücken, obwohl Ihr dafür die gleichen miesen Convenience Food Leistungen wie ein Mitmensch bekommt, der ein Leben lang nichts gespart hat und schon immer von staatlichen Transferleistungen lebte. Denkt immer an die Mahnung:
„Wer nichts hat, dem kann auch nichts genommen werden!“
Oder auf Niederländisch:
„Als je niets bezit, kan er ook niets van je afgenomen worden!“
Genau das habe ich mir mit meinen 3 Kilogramm Wohlstands-Übergewicht (Dikke kerel) vor einiger Zeit auch mal wieder während des üppigen Verzehrs einer Käse-Mandarinen-Sahnetorte (Kaas-en mandarijncrèmetaart) gedacht und bin, wie von einer inneren Stimme getrieben, mal wieder in den Niederlanden gelandet.
Von diesem Ausflug möchte ich nachstehend Bericht erstatten, bevor ich mich wieder zur Tee-Zeit den Erdbeertörtchen mit Schlagsahne (Aardbeientaartjes met slagroom) zuwende.
Diesmal ging es nach Nijmegen.
(Niederlande; Provinz Gelderland; GPS Breite 51°50'31.69"N Länge 5°51'33.78"E bzw. GPS 51.838997° , 5.850075°).
Alle GPS-Angaben verstehen sich nachfolgend ohne Gewähr.
- Nijmegen -
Gleich vorweg:
Fahrt da lieber im Sommer hin, denn im Winter ist es dort an der Waal manchmal schaurig nass und kalt.
Die Waal ist die niederländische Verlängerung des Rheins zur Nordsee hin. Sie gluckert munter ca. 80 Kilometer durch die Niederlande, bevor diese in der Nordsee mündet.
Gaius Julius Caesar (13.07.100 vC bis 15.03.44 vC) höchstpersönlich, nannte diesen Fluss „Vacalus“. Na, wenn das so war, dann kann ja nichts mehr schiefgehen.
Wer sich von winterlichem Wetter nicht abschrecken lässt, sollte beim Besuch besser einen Regenschirm, eine wasserdichte Winterjacke (Waterdichte winterjas), Zipfelmütze und Handschuhe nicht vergessen. Weiterhin sollte man gut zu Fuß sein. Die Niederländer haben sich darauf eingestellt und sind dort fast alle nur noch mit ihren Fietsen unterwegs. Und das anscheinend bei jeder Wetterlage!
Respekt!
Da können einem bei Minusgraden schon einmal auf dem Fahrrad die Fingerkuppen abfrieren.
Okay. Die haben ja auch keine Berge, die man mit dem Rad hinauf schnaufen muss.
Aber zurück zu Nijmegen.
Obwohl die Stadt Nijmegen auf mich damals eher den Eindruck einer reinen Einkaufsstadt machte, blickt diese auf eine mindestens zweitausendjährige bewegte Stadtgeschichte zurück. Mauerüberbleibsel sind dort noch vielerorts aus der Zeit des Römischen Reiches sporadisch vorhanden.
Mindestens seit 19 vC gab es hier römische Militärstützpunkte (u.a. Nijmegen Hunnerberg) und Siedlungen. Das ist auch kein Wunder, da römische Konquistadore gerne die Flüsse West-Europas zur Fortbewegung und Eroberung nutzten. Rechts und links dieser Flüsse (inkl. ihrer Nebenarme) findet man immer wieder historisch römische Artefakte, wenn man nur lange genug sucht und genau hinschaut.
Manche Einheimische behaupten, dass Nijmegen die älteste Stadt der Niederlande ist, was schon seltsam erscheint, da das einige Einwohner von Maastricht (GPS-Breite 50°51'5.04"N Länge 5°41'29.05"E) auch behaupten. Nun ja, unsere Zunft muss hier mit Spott ganz vorsichtig sein, denn unzählige Kirchen behaupten auch die Originalknochen vom Nikolaus, als Reliquie zu haben. Die Summe der gemeldeten Knochen würde für vier Nikoläuse reichen. Das müssen keine Fake-Infos von diesen sein, denn vielleicht sahen die Heiligen früher einfach etwas anders aus als wir heute mit unseren 2 Händen und 2 Beinen. Es könnte schon sein, dass diese phänotypisch mehr hergaben. Es waren eben andere Zeiten.
Aber nun zur Geschichte von Nijmegen (Ulpia Noviomagus Batavorum):
17 nC ließ Kaiser Tiberius eine große Säule zu Ehren der Götter (Pilaar ter ere van de goden) in der Siedlung errichten. 2 Blöcke der Säule befinden sich heute noch im Het Valkhof Museum (Kelfkensbos 59, 6511 TB Nijmegen; GPS 51.846681° , 5.871057°).
Ab 40 nC wurden die Holz- und Lehmhäuser (Houten huizen und Modder huizen) der Siedlung modernisiert. Man vergrößerte viele, verputzte deren Wände und stattete diese mit Ziegeldächern aus. Neubauten wurden, sofern bezahlbar, erstmals mit Steinfundamenten ausgestattet. In der Stadt tummelten sich vor allem, neben der einfachen Bevölkerung, noch Regierungsbeamte (Overheidsfunctionarissen) , Handwerker und Kaufleute.
69 nC kam es zum Bataver Aufstand. Laut Publius Cornelius Tacitus (römischer Politiker, Historiker und Senator; Geburt 55-58 nC bis Tod 120 nC) wollten diese die römische Vorherrschaft abschütteln. In Xanten war dann schnell Schluss mit der gewünschten Befreiung, da die römischen Truppen siegten. Verärgert setzten die Besiegten Teile der Stadt in Brand.
100 nC verlieh Kaiser Traianus die ersten Stadtrechte unter der Stadtbezeichnung Ulpia Noviomagus.
Ab ungefähr 150 nC wurde eine steinerne Verteidigungsmauer mit Wehrgraben um die Stadt herum erbaut. Nur kurze Zeit nach dem Bauende wurde die Stadt teilweise niedergebrannt. Danach hatte man keine richtige Lust mehr zum Wiederaufbau und gab die Stadt um 270 nC auf bzw. die Stadtbewohner siedelten sich verstärkt nun im Zentrum von Nimwegen an und errichteten auf dem Valkhof eine Festung.
So um 410 nC herum, also zurzeit des langsamen Endes des Römischen Reiches, verdünnisierten sich die Römer dort und die Merowinger (salisches fränkisches Königsgeschlecht bis ca. 751 nC) machten sich im dadurch entstehendem Machtvakuum breit.
Danach kamen die Karolinger.
Nijmegen fungierte lange als Castrum (Festung, befestigte Siedlung, Feldlager) gegen die Friesen und Sachsen.
So um 777 nC errichtete Karl der Große dort eine Pfalz. Also eine Residenzanlage für Könige und Kaiser an denen diese u.a. ihre Hof- und Gerichtstage abhielten, auf die Jagd gingen und es bei ausschweifenden Feiern (extravagante feesten) richtig krachen ließen.
Dann, so um das Jahr 800 nC herum, fiel den Normannen diese Pfalz in die Hände, was diese nicht davon abhielt, alles bei ihrem Wiederabzug bzw. Auszug niederzubrennen.
Tja, so machte man das damals und wenn man sich aktuelle Kriegsereignisse ansieht, dann fragt man sich, ob das Prinzip der „verbrannten Erde“ irgendwann mal aus der militärischen Mode kommen wird.
Ungefähr ab dem Jahr 1000 nC entwickelte sich Nijmegen zu einer wichtigen Handelsmetropole, was kein Wunder bei der Nähe der Waal war.
Gottfried III., genannt der Bärtige, sorgte um 1047 nC dafür, dass diese Kaiserpfalz Nijmegen noch einmal niedergebrannt wurde.
Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Friedrich Barbarossa ließ dort danach (ca. 1155 nC) eine Burg (Valkhofburg, Valkhof, Königspfalz) bauen. An der GPS Position 51.847614° , 5.870412° gibt es noch heute in Andenken des Kaisers im Valkhofpark eine Ruine zu besichtigen (inkl. das Kriegsdenkmals Valkhofbunker (Lange Baan 2 6511 XR Nijmegen)).
Heinrich VII. machte Nijmegen 1230 nC zu einer freien Reichsstadt.
1345 nC suchte die Pest die Stadt heim.
1402 nC wurde Nijmegen Hansestadt, mit dem Schwergebiet von Handelsbeziehungen Richtung Ostsee und England.
Ab ca. 1450 nC soll es dort schon ca. 10.000 Einwohner gegeben haben.
1543 nC wurde die Stadt ein Teil Spaniens (Vertrag von Venlo).
1635 nC bis 1637 nC soll die Pest in der Stadt wieder so vehement zugeschlagen haben, dass laut einigen Info-Quellen angeblich fast 50 Prozent der Einwohner daran starben (Faktencheck wird hierzu empfohlen).
Der Valkhof wurde 1794 nC durch die Franzosen beschossen und fast zu einer Ruine gemacht.
Im Verlaufe des Wiener Kongresses –
(18.09.1814 bis 11.06.1815; 200 europäische Staatsmänner beraten/verhandeln über die Zukunft Europas)
- wurde Nijmegen 1815 nC dem Königreich der Niederlande zugesprochen.
Am 17.10.1923 nC wurde in Nijmegen die Katholieke Universiteit Nijmegen (Universität; Radboud Universiteit Nijmegen) gegründet/ eröffnet.
Im II. Weltkrieg bombardierten alliierte Luftstreitkräfte Nijmegen (22.02.1944), was dort zu großen Zerstörungen führte. Ca. 800 Einwohner kamen dabei ums Leben.
Im Monat 09.1944 erlitt Nijmegen im Zuge der „Schlacht um Arnheim“ weitere Beschädigungen.
Heute zählt der Großraum Nijmegen ca. 288.000 Einwohner auf einer Fläche von 57,6 km² (davon Wasserfläche ca. 4 km²). Im engeren Stadtsinne geht man im Jahr 2024 von ca. 189.000 Bewohnern aus.
- Tourismus -
Die touristischen Haupt-Attraktionen der Stadt sind u. a. :
- Lange Hezelstraat
(Einkaufsstraße GPS 51.848152°, 5.858831°; Cafés, Boutiquen … etc.)
-Grote Markt:
(GPS 51.847513° , 5.863621° . Restaurants und historisches Rathaus De Waagh. Montags und samstags Wochenmarkt)
- Stevenskerk
(Sint Stevenskerkhof 62, 6511 VZ Nijmegen neben dem Grote Markt; Gotische Stefanskirche mit historischen Ursprüngen aus dem Jahr 1243 nC; GPS 51.847897° , 5.862560°)
- Waalkade
(Über 1 Kilometer lange Uferpromenade mit Waal-Blick und Artwork-Skulptur The Labyrinth 6511 XV Nijmegen; GPS 51.850165° , 5.860490°)
- Het Valkhof
(Museum Kelfkensbos 59, 6511 TB Nijmegen; GPS 51.846708° , 5.871311°)
-Kronenburgerpark
(Ca. 400 * 200 Meter großer Erholungspark mit Spielplatz, Leeuw Denkmal, Volière ( historischem Turm (Kruittoren Parkweg 11, 6511 BE Nijmegen; GPS 51.847408° , 5.857609°)
- Marikenstraat und Van Welderenstraat
(Shopping, GPS 51.846242° , 5.866629° bzw. 51.843185° , 5.863697°)
- Essen und Trinken / Eten en drinken -
Nach so viel Geschichte und Tourismus-Infos knurrt dem einen oder anderen Leser sicherlich schon der Magen. Wobei wir bei den kulinarischen Spezialitäten der Niederländer wären.
Die niederländische Küche ist meiner Erfahrung nach keine Weltküche und deren Geheimnisse sind schnell beschrieben. Die Vielfalt und Qualität der Getränke und Speisen erinnert mich an Großbritannien. Im kulinarischen Angebot sind vor allem:
- Pommes mit Joppiesauce (Joppiesaus; Patatje Joppie; Fritessaus/ Frietsaus).
- Kibbelinge
(Fischstücke im Backeig. Teilweise, je nach Verkäufer, nur mit Spurenelementen von Kabeljau, Seelachs oder Seehecht)
- Bitterballen
(Rindfleischbällchen paniert/frittiert mit cremiger Ragout-Füllung. Warnhinweis aus eigener Erfahrung: Außen oft lauwarm und innen kochend heiß. Vorsicht beim Reinbeißen!)
- Stamppot
(Eintopf-Nationalgericht; Kartoffeln und Gemüse)
- Frikandeln
(Frittiertes püriertes Fleisch (Rind, Geflügel, Schwein))
- Vleeskroket
(Fleischige Krokette; Gewürz-Rindfleisch-Ragoutfüllung)
- Goudse Kaas
(Gouda Käse)
- Stroopwafels
(Sirupwaffel)
- Poffertjes
(Mini-Pfannkuchen)
- Pannenkoeken
(Pfannkuchen)
- De Bastei -
In der Stadt Nijmegen sollte man das Museum DE BASTEI (GPS Breite 51°50'55.08"N Länge 5°52'9.18"E) besuchen. Die BASTEI war ab dem 16ten Jahrhundert eine kleine Verteidigungsanlage für Nijmegen. Für damals 10 Euro Eintrittsgeld, erhielt man einen historischen Einblick in die strategische Bedeutung der Stadt für Holland an der Waal.
Zu besichtigen sind hervorragend restaurierte Kasematten, Kanonengänge und Mauerreste aus der Römerzeit. Audiovisuell und technisch ist man im Museum auf der Höhe der Zeit. 2-dimensionale und 3-dimensionale Animationen verschaffen den Besuchern ein schönes Museumserlebnis. Zahlreiche Tierpräparationen sind vorhanden. Darunter ein großer Mammutschädel. Das höhlenartige Museum dürfte auch für Kinder interessant sein, welche gerne durch Erdlöcher kriechen. Leider ist es vor allem auf den niederländischen Sprachraum ausgerichtet und die Ausstellungsstücke bzw. Animationen, Erklärungen sind nicht immer mit deutscher Sprache unterlegt. Deutsche Touristen dürften hier nicht die erste Zielgruppe sein.
- Fort Pannerden -
In einer Entfernung von ca. 12,3 km (Luftlinie) von Nijmegen entfernt, liegt das Fort Pannerden (GPS Breite 51°52'51.27"N Länge 6° 1'36.03"E).
Der Eintritt für Erwachsene kostete damals 12,50 Euro. Hinzu kamen, wahrscheinlich dank schlechter eigener Reisevorbereitungen, Kosten in Höhe von 2,80 Euro (einfache Fahrt) für die Autofähre.
Von Köln aus ist der Bunkerbau in ca. 2 Stunden mit dem KFZ zu erreichen.
In Holland gibt es sehr viele relativ unbekannte Festungsanlagen, welche auch auf die permanenten Bedrohungsängste der Holländer u.a. im Ersten und Zweiten Weltkrieg gegenüber Deutschland zurückzuführen sind.
Im Ersten Weltkrieg beherbergte die Anlage Fort Pannerden ca. 300 Soldaten. Dass diese o.g. Befürchtungen der Niederländer nicht unbegründet waren, hat der Verlauf des II. Weltkriegs deutlich gezeigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg suchte man (Korps Luchtafweerdienst) in der Zeit des Kalten Krieges mit der Sowjetunion von den Dächern der Festung aus den Himmel nach russischen Flugzeugen ab, da man sich nun von der UDSSR bedroht fühlte.
Später quartierten sich dort eine Zeitlang (2000 nC bis 2006 nC) Hausbesetzer der Kraakbeweging ein, die die Behörden zunächst gewähren ließen. Die Kraker (Hausbesetzer) veranstalteten dort sogar einmal im Monat einen Tag der offenen Tür. Das gefiel dem zuständigen Gemeente Lingewaard (Gemeinderat) gar nicht und dieser verbot dieses. Die Eigentümerin (Staatsbosbeheer; Niederländische Staatsforstverwaltung) ging zudem erfolgreich mit den Krakern vor Gericht, weil diese die Festung in ein Museum umwandeln wollte. Die Kraker interessierte dies wenig und weigerten sich, das Fort zu verlassen. Daraufhin erfolgte am 07.11.2006 die Zwangsräumung mit Spezialeinsatzkommando und Panzern (!). Mindestens 25 Besetzer mussten das Objekt gezwungenermaßen daraufhin verlassen, kehrten aber am 25.11.2006 mit Verstärkung (nun ca. 90 Besetzer) wieder zurück. Dem entnervten Gemeinderat war eine erneute Zwangsräumung zu teuer und so schloss man mit diesen einen Nutzungsvertrag ab. Später dann, verkrümelten sich die Festungs-Kraker irgendwann von allein.
Fort Pannerden ist eine 150 Jahre alte Festung (Bauzeit 1869-1871; Baukosten ca. 500.000 Deutsche Mark damals).
Das Fort liegt auf einer Landzunge am Rhein bzw. an der Waal, wie die Niederländer diesen hier nennen (an der Verzweigung von Waal und Pannerdensch Kanaal). Mittlerweile hat dieser Bunkerbau den Status des UNESCO-Welterbes. Die 5-stöckige-Anlage liegt getarnt unter Erdhügeln und wird anscheinend nur von wenigen deutschen Touristen besucht.
Die dortige Besonderheit:
Man konnte einen kostenlosen Autorikscha-Shuttle-Transfer-Service vom ebenfalls kostenlosen Parkplatz in Anspruch nehmen, wenn man nicht ca. 1 Km zu Fuß zum Eingang des Forts laufen möchte. Das kann bei nassen, windigen und kalten Umweltbedingungen nämlich eine sehr lange Strecke werden. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass man schon bei ca. 5 Grad minus dort das Gefühl hat, dass einem in Flussnähe die Ohrläppchen und die Nase abfrieren. Ich war heilfroh, als mich der barmherzige Tuk-Tuk-Fahrer auf halbem Weg zum Fort aufsammelte.
Der unterirdische Teil des Panzerfort hat an einigen Stellen 2,60 Meter dicke Wände, ist ca. 70 mal 75 Meter groß, hat 124 Räume und ein Labyrinth von Gängen, Türen, Tore und Treppenanlagen.
Die durchschnittliche Innentemperatur wurde mit 10 Grad Celsius angegeben. Kam mir damals aber wärmer vor.
Ein großes bautechnisches Problem über ein Jahrhundert hinweg war das Wasser, welches immer wieder in die Anlage eindrang und teilweise kniehoch in den Gängen stand. Vermutlich führten Planungsfehler der Baumeister dazu, dass immer wieder Wasser in die Anlage sickerte.
Man hortete dort Lebensmittel für einen Monat Belagerungszeit, hatte eine eigene Bäckerei, eine Apotheke und auch ein kleines Militärkrankenhaus.
E N D E