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Das digitale Narrenschiff

Nachdenkliches · Kurzgeschichten
Storybild
Verehrtes Humankapital…
Mit einer solchen Anrede fängt es schon an. Es ist nicht nur eine Beleidigung, sondern auch eine Programmierung, zumindest, wenn man sich auf diese Art des Sprachgebrauchs einlässt, wenn man eine solche Anrede nicht mit einem kräftigen Fußtritt quittiert. Also, wenn man Kapital ist, wenn auch humanes, wer ist dann der Humankapitalist? Die Verdinglichung des Menschen, die Degradierung desselben zur Sache, zum Menschenmaterial, die beginnt schon mit der Sprache, wer oder was bin ich, ein beseeltes Wesen... ein Stück Fleisch... ein Ding... ein Potential... eine unnütze Belastung des Erdbodens..., die Möglichkeiten der Definitionen sind unzählig, je nachdem, in welche Schublade ich mein Gegenüber hineinstecke, in welche er sich hineinstecken lässt, inwiefern die Firewall des Menschen funktioniert oder sie unterlaufen wird.

Der Mensch als Computer... Seine Festplatte im Bildungssystem formatiert, mit Daten vollgestopft, in irgendwelchen Ordnern verpackt, die zumeist dann am allerwenigsten gefunden werden, wenn man sie am nötigsten braucht.
Des Menschen Ansichten, seine Weltanschauungen, sind das Programme, sind das Computerviren? Wer hat sie programmiert, wer hat die Software geschrieben, mit der sich der Mensch durchs analoge Universum bewegt? Überhaupt Universum… Warum nehmen wir überhaupt eine Wand als feste Wand wahr, obwohl jedes Atom fast ausschließlich aus gähnender Leere besteht, würde man den Leerraum zwischen den Elementarteilchen wegnehmen, so würde die gesamte Menschheit in einen Zuckerwürfel passen. Also bitte Vorsicht beim Kaffeetrinken!
Das, was wir als feste Materie wahrnehmen, das ist ein Sammelsurium aus elektrischen Ladungen, aus Frequenzen, aus Informationen, die von den Sinnesorganen aufgenommen und vom Gehirn dekodiert werden. Wir nehmen die Welt wahr, und glauben, es sei die Wirklichkeit, doch würde ein anderes Betriebssystem uns eine gänzlich andere Weltsicht bescheren. Für den Hund gibt es unser Farbspektrum nicht, seine Welt ist ein Schwarzweißfilm, dafür ist unsereins des Hundes Welt der Gerüche unbekannt. Eine Fledermaus orientiert sich in der Dunkelheit anhand von Ultraschall, dessen Echos sie zur dreidimensionalen Wirklichkeit zusammensetzt. Sie sieht also mit den Ohren, wir können uns nicht wirklich vorstellen, wie dieses Tier seine Umgebung wahrnimmt.
Wir sehen die Welt nicht, wir machen uns ein Bild von ihr. Wie dieses Bild auszusehen hat, das hängt von unseren jeweiligen Betriebssystemen ab.

In jeder Sekunde nimmt der Mensch Tausende von Eindrücken auf, er verarbeitet allerdings gerade mal 40 Stück, aus denen sich seine Wahrnehmung zusammensetzt. Der Rest wird ausgeblendet. Das Licht, welches er mit seinen Augen sehen kann, ist nur ein kleines Stück aus dem Wellenspektrum, das auf ihn einprasselt. Wie sähe die Welt eigentlich aus, würde man gleichzeitig ultraviolettes und infrarotes Licht sehen, würden unsere Augen auch elektromagnetische Felder und radioaktive Strahlung wahrnehmen? Wenn wir Elektrosmog sehen würden, wenn unsere smartphones ähnlich den Bildern in der Kirlianphotographie auf Esoterikmessen einige Meter weit leuchtend bunt strahlen würden, würden wir diese Dinger dann noch so unbefangen in die Hand nehmen? Wir sehen nicht die Wirklichkeit, allenfalls einen kleinen Ausschnitt von ihr, wir nehmen diese durch den Blick durch ein Schlüsselloch wahr.
Auch haben wir Filter in unseren Köpfen, die jeweiligen Weltbilder, die unsereins dazu veranlassen, Aspekte der Wirklichkeit, die nicht in die Programmierung hineinpassen, auszublenden. Hat man nur einen Hammer zur Verfügung, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus. Der Hammer ist das ideologische Betriebssystem, die Religion, die politische Ausrichtung, die kulturelle Prägung. Die Welt ist also wahlweise eine Heilsgeschichte, ein Klassenkampf, eine „shopping mall“, ein Spielplatz oder ein Straflager, je nachdem, welcher Weltsicht man anhängt. Hier spielt die Gewöhnung eine wichtige Rolle, wer in einem Irrenhaus aufwächst, der wird den allgemeinen Irrsinn als Normalität empfinden und denjenigen, der noch einigermaßen „normal“ geblieben ist, als Störenfried.
Als Faustregel gilt, der Blödsinn, an den wir gewöhnt sind, der wird als Richtigkeit angenommen.
Was zu kulturellen Missverständnissen führt, denn andere Länder, andere Kontinente verfügen über gänzlich andere Betriebssysteme oder Formen des Irrsinns, die nicht immer miteinander kompatibel sind. Man wächst in irgendwelchen Schubladen auf, man ist Deutscher, Schweizer, Russe, Amerikaner, Chinese und hat die dort vorherrschende Software hinreichend verinnerlicht und hält diese für die eigene Natur. Außerdem hängt man irgendwelchen religiösen Vorstellungen, also Systemen gesamtgesellschaftlicher Kontrolle an, man ist Christ, Moslem, Jude, Buddhist, Rationalist, Liberaler, Sozialist, man ist wahlweise links oder rechts, man ist Mann oder Frau oder sonstiges, schlicht und einfach, man identifiziert sich mit einem Teilaspekt seiner Person und gibt diesem so viel Raum, dass man ihn für das Ganze zu halten beginnt.
Vergleichbar mit einem Fußballfan, der in der Vorstellung lebt, vom Ausgang des Aufstiegsspieles von Schalke 04 hinge das Schicksal der Welt ab. Es ist nur ein Spiel, es ist nur Ideologie, es ist nur ein Filter, durch die man die Welt zu sehen glaubt.

Bei der kulturellen Programmierung spielen die jeweiligen Sprachen eine wichtige Rolle. Im Englischen ist das Wort „Ich“ das einzige Wort, das grundsätzlich groß geschrieben wird, in manchen asiatischen Sprachen ist es quasi nicht vorhanden, zwischen dem radikalen Individualismus, der in Amerika vorherrscht und dem asiatischen Kollektivismus gibt es natürlich unzählige Abstufungen, wie es auch Sprachen gibt, in denen abstrakte Begriffe vorherrschen und andere mit bildhaften Umschreibungen arbeiten. Welche Sprache ist nun die „beste“, welche Sicht nun die „richtige“, eine Frage, die nicht zu beantworten ist. Eine Extremposition ist der Standpunkt des individualistischen Rationalismus, wie er am konsequentesten in der USA und deren Vasallenstaaten vertreten wird. Oder der eines rationalistischen Kollektivismus, der im vergangenen Jahrhundert einige Male so gründlich schiefgegangen ist, Bürokraten werden wahrscheinlich niemals erraten, was für das Individuum das Richtige ist, es sei denn, wir erleben sensationelle Fortschritte in der Glaskugelproduktion. Allerdings kann man auch, Individualismus und Logik hin oder her, jedem gestandenen Rationalisten mystische Erfahrungen vermitteln, indem bestimmte Areale seines Gehirns mittels elektromagnetischer Felder stimuliert werden, diese erleben unvermittelt die Auflösung des Ichs und die Verbundenheit mit allem Sein, sie machen die gegenteilige Erfahrung von allem, was sie bisher gedacht haben und gewesen sind. Manche Drogen bewirken eine vergleichbare Bewusstseinsverschiebung. Bitteschön, was ist die „Wirklichkeit“, das erfolgsbetonte Abstrampeln im Hamsterrad, die erfolgreiche Unterordnung unter eine zur Psychopathie neigenden Führungsschicht oder die gesellschaftliche Unbrauchbarkeit aufgrund höherer Einsichten? Außerdem, höher oder archaisch? Haben wir uns nach oben entwickelt, indem wir unsere Instinkte verloren haben, nach unten oder im Kreis herum?

Im Folgenden eine Außenseitermeinung, die möglicherweise der Wirklichkeit entspricht, vielleicht auch nicht: Hat man vier Violinen in einem Orchester, drei davon spielen eine bestimmte Note, so fängt die vierte an, mitzuschwingen, auch wenn diese nicht gespielt wird. Es heißt, sie geht in Resonanz. Und womöglich ist unsere landläufige Vorstellung vom Individuum unzureichend, die Vorstellung, dass die Inhalte unseres Kopfes ausschließlich ein Vorgang innerhalb des Gehirnes seien, lediglich durch die fünf Sinnesorgane sei Kommunikation möglich. Da die Vorgänge im Kopf sowie im Körper elektrisch betrieben sind, so wäre zumindest theoretisch eine Resonanz zwischen verschiedenen biologischen Systemen sowie die Synchronisation derselben durch den unvermeidbaren Elektrosmog denkbar. Ebenso die Ansteckung von Emotionen, kollektiven Vorstellungen und Bewusstseinsinhalten über Elektrosmogsynchronisation, möglicherweise auch über Effekte der Quantenphysik. Phänomene der Massenpsychologie, wie von Gustave Le Bon oder Elias Canetti beschrieben, wären damit erklärbar. Sogar die Spekulation darüber, ob es eine Art biologisches Internet gäbe, was auch das synchrone Verhalten innerhalb Vogelschwärmen erklären könnte. Es gibt auch Studien darüber, dass es eine Korrelation zwischen der Sonnenfleckentätigkeit und gesellschaftlichen Unruhen sowie Börsenpaniken gibt, dass so manches, was im elektromagnetischem Spektrum geschieht, auch einen Einfluss auf die Psyche ausübt. Wird das menschliche Verhalten auch von den Feldstärken und Frequenzen der Rundfunksender, der Mobilfunktechnologie, von WLAN wie auch von der vierrädrigen Mikrowelle namens Elektroauto beeinflusst? Lassen sich Emotionen damit dämpfen oder anheizen, je nachdem, welche Frequenzen gerade aktiv sind? Die Militärs freuen sich schon über neue, bisher ungeahnte Möglichkeiten, Schaden anzurichten. Wie gesagt, nur eine Hypothese, die allerdings, sollte sie sich bestätigen, unsere abendländische Vorstellung vom autonomen Individuum relativieren würde.
Transhumanisten wie Ray Kurzweil propagieren ja das Aufpeppen des Menschen mit elektronischen Bauteilen, die Vernetzung der Individuen mittels technisch induzierter Telepathie und der Bildung eines Superbewusstseins, es ist der alte Traum vom „Übermenschen“ frei nach Nietzsche, die praktische Umsetzung wird wohl ergeben, dass die menschliche Intelligenz durch die künstliche verdrängt werden wird und das Computerdoping, sollte es tatsächlich umgesetzt werden, geradewegs in die Sklavengesellschaft führen wird. Schlechte Produkte lassen sich nur mit hervorragendem Marketing verkaufen und das Marketing der Transhumanisten ist geradezu genial, wohl nicht ohne Grund...

Individuum oder nicht, was sind Betriebssysteme, was sind Schadprogramme und was sind Viren? Was ist Datenmüll, der nur die Festplatte verstopft? Und bitteschön, wer hat da seine Finger an der Computermaus, wer lädt irgendwelche sich viral verbreitenden Angstprogramme auf die biologische Festplatte?
„I want you to panic“, so einstmals Greta Thunberg bei einer ihrer Reden, denn Angst ist nun mal der beste Ratgeber der Welt und in der Kopflosigkeit trifft man die unfehlbarsten Entscheidungen. Wer ist instande, innezuhalten, sich der Massenpyschologie zu entziehen, nicht gleich bei jeder Sau, die durchs Dorf getrieben wird, mitzulaufen… Möglicherweise ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann, denn wer aus der Massenpsyche aussteigt, der läuft Gefahr, die Welt als ein Irrenhaus zu empfinden.
Denkende Menschen sind den Machern von Angstkampagnen zuwider, also tun wir denen den Gefallen und denken lieber nicht, das wäre geschäftsschädigend…

Die Hand an der Computermaus nennt sich Kybernetik, die Planung gesamtgesellschaftlicher Prozesse. Aus Angst vor einer tödlichen Seuche, die 99,8 % überleben, akzeptieren wir das Leben im Hausarrest, aus Angst vor dem Hitzetod des Planeten akzeptieren wir die Verspargelung unserer Landschaften sowie die Schimmelpilzzucht in den Wärmedämmungen unserer Häuser und damit auch in den Lungenflügeln. Eine nüchterne Betrachtung der Zahlen und Statistiken bestätigt die Apokalypseerwartungen zumeist nicht, aber in einem emotional aufgepeitschten Klima wird das nicht mehr zur Kenntnis genommen, die Teilnahme an der allgegenwärtigen Angst sticht das Denkvermögen aus. Das ist „Normal“, das ist „richtig“, was synchron mit der Umgebung läuft. Mal kollektiv erzkonservativ, mal im Gleichschritt progressiv, mal im religiösen Massenwahn, mal platt materialistisch, mal vom Vatikan programmiert, mal von der Frankfurter Schule, mal von den Klimahüpfern, ein andermal von den Hyperindividualisten, die sich bei genauerer Betrachtung als die gleichförmigste Massenware der Welt entpuppen… man macht das alles mit,...weil ja alle so sind, und die Mehrheit hat immer recht… Das Virus ist Teil des Betriebssystems geworden, womöglich hat man auch eine gewisse Auswahl zwischen verschiedenen Schadprogrammen, die Verklärung einer hässlichen Vergangenheit, die euphorische Erwartung eines kommenden Erlösers, oder man übt sich in buddhistischer Gelassenheit, also, wenn der Bildschirm schwarz ist, dann nennt sich das Nirwana…

Ein Computer ist ein virtuoser Idiot. Er gibt nur das wieder, was ihm vorher einprogrammiert worden ist, dies aber mit atemberaubender Geschwindigkeit. So ist es nicht besonders schmeichelhaft, wenn man einen überaus fleißigen Menschen als Roboter oder als Computer bezeichnet, allerdings ist man ist kein Computer von Geburt an, zu einem Computer wird man gemacht. Oder man lässt es zu, ein Computer zu werden, wobei die natürliche Intelligenz der künstlichen Intelligenz immer ähnlicher wird. Das selbständige Denken, das sich Einfühlen, die Empathie ist dem Computer fremd, er folgt lediglich nach seiner Programmierung. Und die schleichende Anpassung des Menschen an seine Gerätschaften, die Synchronisierung der Gedankenwelt mit der künstlichen Intelligenz, die man ebenso gut als „künstliche Dummheit“ bezeichnen könnte. Frei nach Günther Anders in „Die Antiquiertheit des Menschen“, hege der Mensch einen Minderwertigkeitskomplex gegenüber seinen Maschinen… Der virtuose Idiot nimmt also mehr und mehr Raum im Dasein ein, die virtuelle Welt verdrängt nach und nach die analoge, bis irgendwann das Mäusekino namens smartphone der Bequemlichkeit halber implantiert wird und die künstliche Realität so täuschend echt geworden ist, dass sie für die echte gehalten wird. Wird das Internet an Komplexität zunehmen, dass es irgendwann beginnt, ein Bewusstsein zu entwickeln und eigenmächtig eine neue, virtuelle Realität zu kreieren? Wer sagt uns eigentlich, dass das nicht schon in der Vergangenheit passiert ist, vor vielen tausend Jahren und dass unsere gewohnte Wirklichkeit lediglich eine virtuelle ist, von niemandem zu erkennen, da wir allesamt nach deren Regeln spielen. „Echt“ und „künstlich“ sind dann nicht voneinander zu unterscheiden. Im Grunde genommen könnte sogar die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, durch „Gibt es ein Leben außerhalb der Illusion?“ ergänzt oder gar ersetzt werden. Womöglich wären sogar die Nahtoderlebnisse, von denen so viel geschrieben wird, nichts weiter als ein anderes Video im holographischen youtube. Und damit wäre wohl auch die Gottesfrage hinfällig, ein dicklicher Teenager, der ein Spiel namens „Master of the Universe“ spielt. Oder gleich eine künstliche Intelligenz, was das bizarre Verhalten der Gottheiten in den heiligen Schriften erklären könnte… Wer gibt uns eigentlich die Gewähr, dass es sich mit unserer bisher gewohnten Realität anders verhält als in der virtuellen? Schaut man ins Innere der Atome, man erkennt immer kleinere und kleinere Teilchen und am Ende… Pixel vielleicht? Bewegen wir uns in einem Hologramm? Es gibt Physiker, die das behaupten…

Unser Begriff der Realität steht auf ziemlich wackligem Boden, wir kennen die Grundregeln nicht, deswegen sind auch unsere Schlussfolgerungen fragwürdig. Ebenso wenig können wir sicher sein, ob unsere Gedanken, Gefühle, Überzeugungen tatsächlich unsere „eigenen“ sind oder ob wir irgendwelchen Programmen folgen. Ob es das „Eigene“ überhaupt gibt… Ob es überhaupt etwas gibt… außerhalb des Virtuellen…
Wem die Umstände des Daseins nicht zusagen, der wird versucht sein, den Stecker zu ziehen. Ob dies von Erfolg sein wird? Ein holographischer Stecker in einem Hologramm? Gibt es einen Weg heraus aus der Matrix? Wenn ja, wohin?
Die Buddhisten behaupten, alles sei Täuschung, das Diesseits, das Jenseits, Himmel, Hölle, einfach alles! Womöglich haben sie recht.
Was würde es nützen, zu wissen, dass diese Welt eine illusionäre wäre, eine Simulation, ein Computerspiel? Selbst wenn es die Welt als solche tatsächlich gäbe, so hilft der Zweifel an der Matrix, in der wir leben, das Denkexperiment, das alles könnte womöglich irreal sein, sich die Frage zu stellen, was ist einem wirklich wichtig und was nicht? Also eine Perspektive von außen auf das eigene Weltverständnis einzunehmen. Unter Umständen würde dann die Angstprogrammierung nicht mehr so funktionieren wie bisher, welche die ganzen Strukturen von Machtausübung, von Ausbeutung und Ungerechtigkeiten aufrechterhalten hatte, denn die meisten Scheußlichkeiten auf diesem Planeten wären ohne die allgemeine Angst nicht denkbar. Der Verlauf dieses Computerspieles muss nicht zwangsläufig in immer neue Formen der Bevormundung, der Autoritätsgläubigkeit, zu einem Leben auf den Knien, des sich gegenseitig das Leben zur Hölle Machens führen. Wer der eigenen Programmierung gewahr wird, hat vielleicht schon den ersten Schritt zur Aufhebung des Programms getan. Die Computerviren fänden keinerlei Weg mehr zum Empfänger, sie gingen postwendend zurück. Und niemand besäße mehr die Unverschämtheit, den Menschen als „Humankapital“ zu bezeichnen...
 
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Kommentare  

Der Text gefällt mir sehr gut. Der Zweifel, ob die
wahrgenommene Realität echt ist, wurde in der
Philosophie schon seit jeher durchgekaut, allen voran
durch das Hölengleichnis bei Platon über Descartes mit
der Subjenkt - Objekttrennung als Ergebnis bis hin zur
popkulturellen Auseinandersetzung, vor allem seit den
Matrix-Filmen. Es gibt keinen Ausweg aus diesem
skeptischen Szenario und die Frage an sich bleibt eine rein
akademische. Eine andere Frage ist die nach den
Machtverhältnissen und vor allem nach der
Machtverteilung innerhalb einer Gesellschaft. Diese
Aspekte werden durch die neuen digitalen Technologien
tatsächlich in erheblicher Weise neu ausgehandelt und
müssen auf allen Ebenen der Gesellschaft, vor allem auch
wissenschaftlich, analysiert und dann, falls nötig,
politisch korrigiert werden. Ein toller Text, der zum
Nachdenken anregt.


Siebensteins Traum (14.06.2026)

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