20


3 Seiten

Die letzten 19 Tage - 2 Tage sind´s nur noch ...

Aktuelles und Alltägliches · Kurzgeschichten
Die Nacht war eine Katastrophe. Ich habe gehustet wie ein Fabrikschornstein und so fühle ich mich auch. Ich hoffe, dass sich der ganze Mist in den Bronchien mal endlich löst.
Der HNO hat auch nur wieder blitzschnell geschaut und mir Antibiotika verschrieben. Vielleicht sollte ich es doch mal nehmen, wobei ich auf diesen Mist eher pfeife und es mir bisher bzw. in früheren Zeiten nie wirklich geholfen hat. Hatte sogar mal eine fette Überreaktion und das war alles andere als witzig und hilfreich.

Das kleine männliche Nervenbündel hat mich heute via aller möglichen erreichbaren Wegen belagert und zugeschnabbelt. So ein Gesülze ist mir lange nicht mehr zu Ohren gekommen.
Er gehört im Übrigen zu den Männern, die relativ gut aussehen und sportlich sind, aber von denen man besser doch die Finger lassen sollte. Er ist sehr anhänglich und strunzendoof. Diese Mischung, es tut mir wirklich außerordentlich leid, funktioniert einfach nicht. Und auch wenn er sich blicken lassen kann, ist er nicht mein Fall. So Schickimicki. Ich weiß gar nicht, was so Einer überhaupt an einer Ökotante (so nennt man mich bisweilen) wie mir findet. Wenn der weiterhin nervt, dann nehme ich meine Biolatschen und dresche ihn so windelweich, dass ihm jegliche Gelüste vergehen.

Des Weiteren habe ich das eine oder andere erledigt. Auch mit Krankschreibung sollte man sich weiterhin mit Lebensmitteln versorgen, um nicht zu verhungern und auch mal frische Luft schnappen, um die Bronchien durch die Luftfeuchtigkeit wieder zu beleben. Warm eingepackt für ein paar Minuten geht alles.
Da es auf dem Weg lag, habe ich direkt auch Fotos für Geschenkkalender im Budnykowski ausgedruckt. Ich habe mir gedacht, dass ich einfach noch ein Jahr dranhänge. Mit meinen schönen Fotokalendern muss das einfach klappen. Spaß beiseite …
Die Schlangen vor den Automaten waren endlos und gerade an dem Automaten, mit dem ich am besten klarkomme, meinte eine Frau Hunderte von Bildern ausdrucken zu müssen. Sie wollte mich dann wohl loswerden und hat immer unfreundlich auf einen freien anderen Fotoausdruckautomaten gezeigt. Ich meinte aber, ich würde mich genau dort anstellen, weil ich mit dem Apparat am Besten klar käme. Als die Tussi dann endlich weg war und ich an der Reihe war, mischte sich so eine Blondine ein und nervte mich mit Fragen, was denn genau an dem Automaten anders sei und ob ich ihr das denn verraten könne. Wenn ich etwas hasse, dann blödes Kommentieren jeglicher Situationen und Nervereien, wenn man gerade beschäftigt ist und einfach nur vorankommen möchte. Sie hatte ohnehin ihre Fotos schon ausgedruckt und hätte ja einfach mal gehen können. Ich meinte dann nur gereizt, dass ich mich nun konzentrieren müsse und sie ja später den Unterschied selbst herausfinden könne. Ein ähnliches nerviges Beispiel sind ja auch die Automaten, an denen man Fahrkarten ziehen möchte oder sich Verbindungen ausdrucken möchte. Immer dann kommen die Leute, die Fragen stellen, die man selbst nicht beantworten kann oder die auf jedem Fahrplan sehr deutlich beantwortet werden. Oder ganz besonders gern die kommen des Weges, die einen wegen Geld anhauen. Haben ihre scheiß Zigarette auf dem faulen Zahn und ein gutes Bier in der Hand, aber angeblich keine Kohle. Manchmal möchte man eben einfach in Ruhe gelassen werden und vielleicht ausnahmsweise einmal selbst entscheiden, wem man nun helfen möchte oder wer mal schön alleine klar kommen kann auf der eigenen Pollypocketinsel.
Ich weiß, ich bin gehässig. Aber das bin ich nun mal, wenn mich Dinge ankotzen.

Ich habe mir im Übrigen in diesem Zuge vorgenommen, für meinen Job in Zukunft weder Zeit noch Geld zu verschenken. Ich gebe dort nicht eher wieder etwas aus, bis ich mein Geld immer zeitnah zurückbekomme und Überstunden schiebe ich auch erst dann wieder, wenn ich meine Stunden, die sich schon wie Sterne am Himmel auf meinem Konto sammeln, schön brav abgefeiert habe. Die Welt kann ruhig von dem Scheiß, der dort verzapft wird, erfahren. Wir Bürger sollten uns ohnehin in vielerlei Dinge mehr beschweren.
Ich werde mich auf jeden Fall zukünftig nicht mehr so oft verarschen lassen. Die Dummenjahre sind nun endgültig vorbei.

Ich habe hier letztens übrigens eine tolle Geschichte über den Weltuntergang gelesen. Homo Faber hat sie verfasst. Ich möchte nun keine Werbung machen, aber ich wollte das Thema Weltuntergang mal wieder aufgreifen, denn das ist mir, was mein roter Faden betrifft, ja so einige Male flöten gegangen. In der besagten Geschichte ging es um Aliens, die auf die Welt kamen und darum, dass die Welt zwar am 21. 12. 2012 untergegangen ist, die Menschen dieses aber durch einen Traum nicht mitbekommen haben. Die Aliens haben dieses bewirkt, um die Menschheit zu testen. Nachdem die Menschen gemerkt haben, dass die Welt nicht untergegangen ist, haben sie einfach weiter so gemacht mit ihren Taten und haben nichts gelernt und verbessert. Die Aliens haben die Menschheit dann ein Jahr später aufgeklärt.

Den restlichen Tag habe ich mit Auskurieren verbracht und das ganze mit einem leckeren Essen und einem kurzen Spaziergang abgerundet. Ich habe ein winziges, schnuckeliges Mäuschen auf dem Bürgersteig hin und herhuschen sehen. Ich mag diese possierlichen Gesellen. Es ist schön, dass man bei dieser Jahreszeit in der Stadt überhaupt etwas Lebendiges sieht. Es erinnerte mich daran, dass ich vor Jahren mal vom Kellnern kam, kurz bevor der erste Frost ins Land zog. Ich hörte in der Linde über mir ein seltsames Rascheln in den trockenen Blättern und Baumfrüchten. Erst dachte ich, es sei der Wind, aber im fahlen Schein der Straßenlaterne, da sah ich viele Ratten in den Bäumen sitzen, die die Kerne der Baumfrüchte spalteten und fraßen. Die Stadt lebt.

Aus dem Bett raus bin ich das erste Mal mit meinem Backsteinhandy richtig online gegangen.
(Welch kuriose Satzstellung und Vorstellung) Ich wollte es mal ausprobieren. Facebook war mir zu blöd mit dem Passwortgedöns, also war ich bei webstories.eu und konnte dort mit einem Lupenfenster (nix Touchscreen) den Text heranzoomen. Es war auch direkt ein Kommentar für mich auf der ersten Seite. Zur Gewohnheit wird das aber nun nichts mit dem Handy und dem Internet, denn es hat ja bisher auch immer ohne geklappt. (Und diesen langen Text habe ich auch nicht mit dem Handy geschrieben, sondern wie immer eins, zwei Tage später) Außerdem ist es eine teuere Angelegenheit, wenn man ein Prepaidkartenhandy hat und vor dem Weltuntergang muss ich mich nun nicht auch noch gänzlich von den Neuen Medien abhängig machen.
 
Wenn du registriert und angemeldet bist und selbst eine Story veröffentlicht hast, kannst du die Stories bewerten, oder Kommentieren. Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diese Story kommentieren.
Weitere Aktionen
Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diesen Autoren abonnieren (zu deinen Favouriten hinzufügen) und / oder per Email weiterempfehlen.
Ausdrucken
Kommentare  

Oh danke, dass du mich erwähnt hast! Ja, nun ist
es nicht mehr lang hin, bis zum Weltuntergang.


Homo Faber (20.12.2012)

Login
Username: 
Passwort:   
 
Permanent 
Registrieren · Passwort anfordern
Mehr vom Autor
Asphalttiere und Betonien  
Zarte Kraft  
Alltagskriminalität  
Angrillen ist was für Alle  
Zurück ins Warme   
Empfehlungen
Andere Leser dieser Story haben auch folgende gelesen:
---
Das Kleingedruckte | Kontakt © 2000-2006 www.webstories.eu
Counter

Counter Web De