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Die Reise des Dr. Tod nach Rotham

Nachdenkliches · Experimentelles
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Ernst war stets sein Gesicht wie auch sein erster Name. Nie hat jemand sein Lächeln gesehen und seine Bedienstenten schenkten ihm selbiges nur selten. In Anflügen von unkontrollierbarer Melancholie schlug er oftmals um sich und nicht nur einmal ist dabei jemand verletzt worden, was zu seinem allbekannten Namen Dr. Tod führte.
Ferner machte er monatlich eine kleine Reise nach Rotham um dort seine alte, kranke Gattin mit seiner Anwesenheit zu erfreuen.
In dem Sanatorium, in welches sich die Dame des Doktors befand, war er noch nie herzlich Willkommen geheißen worden, da seine Anwesenheit bei anderen Patienten bedrücknisvolle Stille auslöste.
Selbst Ärzte, welche in dem Sanatorium in Rotham versuchten, schwer kranke Personen zu heilen, versuchten jegliche Unterhaltungen, gar Begegnungen, zu vermeiden, obschon auch Dr. Tod in Fenelberg als Arzt in der Humanmedizin praktizierte und einen hervorragenden Ruf genoss, welcher besagte, dass er bisher noch jeden seiner vielzähligen Patienten erfolgreich behandelt hatte.
In der Mittnacht eines lauen Sommers fuhr er in seiner Britschke wiederholt nach Rotham, und zwar nachts, da er wegen seiner inneren Stimmung die Dunkelheit bevorzugte. Es war gerade inmitten des Waldes, als der der DR. Tod aus seinem leichten Schlafe aufschreckte, weil im Schreie von des Kutschers Platze, störten. Nun gleich folgte ein erschüttern der Kutsche und das Fortbewegungsmittel fiel nach der rechten und so stürzte der Doktor gegen die Türe.
Er war sich zuletzt dem Schrei, sei es schmerz- oder Angstschrei, klar, dann verlor er sein Bewusstsein und eine Wolke aus dunklem Nebel umhüllte seine Gedanken.
Während seines daliegen, von den Verletzungen am Körper gezeichnet, waren sowohl die Pferde wie auch der Kutscher verschwunden und als sich der Dr. Tod nach seinem bediensteten und seinen Tieren mit schweren Bewegungen umschaute, fiel sein Blick auf die Kutsche, umgestürzt, Türe eingebrochen und auf den rädern, welche gebrochen waren und was auch sicherlich der Grund dieser Misere war.
Er rappelte sich auf und der spärliche Wind ward kühler als er was am Anfang seiner Reise nach Rotham war. Auch die Bäume, wehend und beugend, raschelnd und flüsternd, schienen ihm nun düsterer und kälter, was ihm aber redlich egal war, denn er mochte das dunkle Unheimliche, wie er es nun erlebte.
Zaghaft ging er einige Schritte, Angst in der Dunkelheit über kaputte Britschkenteile zu fallen, bis er an einen eckigen Kasten Stoß. Fluchend trat er gegen, seine Wut und den Schmerz zu rächen, bis er erkannte, das dies sein Reisegut, verhüllt in einer Platzraubenden, großen Truhe sein musste.
Obschon es ihm erst ohne nutzen erschien, öffnete er die Truhe und durchwühlte seine Habseligkeiten. Zeitgleich durchwehte eine Windböe das Laub, wirbelte es auf und trug es einige Meter durch den Lüften, bis es sich wieder auf den dreckigen Waldboden niederließ. Dem Dr. Tod erhaschte der wind ein frösteln ab, eine Kälte, die ihm zwar nicht das Zähneklappern brachte, jedoch durch das Hemd drang und seine haut erschrecken ließ.
Instinktiv ergriff er einen Wollpullover, welchen er am Kamin bei seiner Frau hatte anziehen wollen, zog ihn sich über sein verdrecktes Hemd und klappte die Truhe zu, um das Gut in ihr zu bewahren und nicht verdrecken zu lassen, denn seine Kleider waren von erlesener Auswahl der Stoffe von einem Schneider aus Goldach angefertigt worden, der zwar sein Handwerk gut verstand, selbiges aber teuer bezahlen ließ.
Obwohl die Laute eines Tieres, bei dem andere Leute vor Angst erstarrt wären, in der kühlen Briese wie Wesen aus anderen Sphären klang, ging der Doktor seine Schritte des Weges entlang, in der Hoffnung, ein Ende des Waldes zu erblicken, gar Lichter von Häusern armer Bauern, doch vor ihm hüllte sich der Wald in tiefer Schwärze was ihm einen Seufzer entlockte, der in der Dunkelheit hilflos und laut klang, obwohl sich Dr. Tod schon des Öfteren gewünscht hatte, des nachts in der freien Waldschaft zu sein, da er hier die Stille, Ruhe und die Dunkelheit fand, die er sich sehr oft ersehnte.
Nach einigen Metern durch tiefste Schwärze kam er an einer Weggabelung. Er konnte sich nicht erinnern, jemals in diesem Waldstück eine Abzweigung gesehen zu haben, doch er schlief auch auf den meisten Fahrten nach Rotham, so dass er nicht ausschloss, diese Gabelung gäbe es schon seit je her.
Redfrettchen am 18.07.2003: Er entschied sich für den rechten Weg, da dieser häufiger benutzt schien, was ihm durch die vielen Radspuren gezeigt wurde. Um so keine Unfälle zu provozieren, schritt er den Pfad an der linken Seite entlang, mit eingem Abstand zum Wald und zum befahrenen Teil des Weges.
Ein Nachtvogel rief nach seiner Geliebten durch das finstere Gehölz, ein voller Mond schien nur schwach durch die Kleider der Bäume, die den Doktor umgaben. Und es schien so, als ob der Pfad kein Ende finden würde, auch wenn es erst einige Minuten waren, die er sich von der Kutsche entfernt hatte. Vielleicht war es auch länger gewesen, doch sein Gefühl für die allumfassende Zeit ging ihm verloren, je weiter er in seinen Gedanken gefasst weiterwanderte.
Plötzlich vernahmen seine Ohren ein vertrautes Geräusch, das Klappern von Rädern, das Trappen der Pferdehufe. Es schien, als wenn eine Kutsche auf seinem Pfade hinter ihm kommen würde. Doch auch nach vielen Schritten war nichts zu sehen und die Geräusche auch nicht näher zu hören.
Dem finsteren Herrn grauste es allmählich schlimmer, als er es sich hätte jemals träumen lassen, so dass er beschloss, eine Rast zu machen. Dr. Tod setzte sich an den Wegesrand und lauschte einige Zeit den unheimlichen Tönen, die ihn weiterhin zu verfolgen schienen.

Zunächst hatte er gedacht schnell ein Dorf zu finden in dem er bis zum Morgen ruhen konnte, aber er hatte wahrscheinlich geirrt. Und es wurde noch kühler und er begann zu zittern. Langsam richtete Dr. Tod sich auf, drängte seine knochigen Finger in den Pullover und beschleunigte seinen Schritt mit verschränkten Armen. Mit der Zeit verschwanden die seltsamen Geräusche und es wurde sehr still.
 
Tom am 18.07.2003: Als er so durch die pechschwarze Nacht spazierte und seine Gedanken beinahe ebenso finster wurden, verfing sich mit einem Mal sein Fuß in irgend etwas, sodaß er stolperte und den Sturz gerade noch abfangen konnte. Verärgert über die unnötige Unterbrechung seiner Schrittfolge rappelte er sich auf und begann den Boden abzutasten auf der Suche nach dem Hindernis. Nichts, da war nichts, das ihn gefällt haben konnte.
Doch, jetzt spürte er etwas. Es war aus Metall. Anscheinend eine Art Griff, der einfach so aus der gestampften Erde des Waldweges zu kommen schien. Dr. Tod war erbost über eine solche Fahrlässigkeit und die Unfälle, die sie verursachen mochte. So nahm er den Griff, um ihn aus der Erde zu ziehen und in den Tiefen des Waldes verschwinden zu lassen damit sich das Vorgefallene nicht wiederholen konnte.
Nichts passierte.
Der Doktor sog schnaufend die kühle, nach modrigem Laub riechende Waldluft ein, griff noch einmal zu und zog mit einem kräftigen Ruck. Ein wenig gab er nach, sonst passierte nichts.
Nun stieg die Wut in ihm auf, angesichts solcher Widerspenstigkeiten. Er würde dieses Ding schon klein kriegen, und wenn es in den Boden eingemauert wäre. Indem er seine doch ausgeprägten Körperkräfte einsetzte, schaffte er es schließlich, den metallenen Griff vom Boden zu lösen, wobei es ihn durch die Wucht auf den selbigen schleuderte. Mit dem Waldboden war er nunmehr recht gut vertraut.
Als der Doktor sich wieder aufgerichtet hatte verstand er mit einem Mal, warum sein Unterfangen so mühevoll gewesen war. An dem Griff war etwas befestigt. Eine Falltür, wie es schien, die nun den Blick auf ein quadratisches Loch in der Erde freigab, aus dem ein blasser Lichtschimmer drang.
 
Tom am 29.07.2003: "So so!" Entfuhr es ihm in einem Tonfall, der nicht so recht in einen finsteren, nächtlichen Wald zu passen schien. Dr. Tod fragte sich, wieviele Überraschungen diese Nacht wohl noch führ ihn bereithielt. Nur gut, daß er es nicht wußte.
Ein paar Augenblicke stand er so da und starrte in die Öffnung im Boden. Sie schien der Eingang zu einem Schacht zu sein, der etwa fünf Meter in die Tiefe ging und von einem dumpfen Leuchten erhellt wurde.
"Hmmm!"
Die werte Gattin konnte er sowieso nicht mehr rechtzeitig mit seiner Anwesenheit beglücken. Sie würde sich ohnehin nicht an ihn erinnern. Das tat sie seit Jahren nicht mehr. Was hatte er also zu verlieren, wenn er seiner Neigung zum Unbekannten jetzt nachgab und einfach hinunterstieg?
Der Doktor hatte noch nie lange gezögert, wenn es um eine Entscheidung ging und das wollte er auch in Zukunft so halten. Also kletterte er mit entschlossenem Herzen und einer leichten Gänsehaut den Schacht hinab, in dessen Wand zuvorkommenderweise Steigeisen eingelassen waren. Nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, blickte er sich fragend um. Vor ihm lag ein Gang, der nach einigen Metern um die Ecke bog, hinter der ein Lichtschimmer hervordrang.
Plötzlich ein Poltern!
Es war dumpf und hölzern und kam von oben. Dr Tod legte sein ergrautes Haupt in den Nacken und stellte mit wachsendem Entsetzen fest, daß sich die Verbindung zur übrigen Welt geschlossen hatte. Rasch und mit einem Anflug von Panik kletterte er die Steigeisen hinauf und versuchte die Falltür wieder aufzudrücken.
Sie rührte sich keinen Millimeter trotz besagter Körperkräfte des Doktors. So blieb ihm nach einigen, verzweifelten Versuchen nichts anderes übrig, als wieder hinunter zu steigen und dem Gang zu folgen, auf der Suche nach einem Ausweg.
 
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Kommentare  

Hi Tom.
Es hat mich absolut gefreut das du 2 absätze geschrieben hast, die mir auch sehr gut gefallen. Ich finds auch schade dass keiner mehr weiterschreiben mag, werd mich wohl selbst dir tage mal am nächsten absatz dran machen..muss ja weitergehen...!

ganz liebe grüße von ( ja, genau richtig...DIE) Smith


Smith, die ;) (07.08.2003)

Hallo Smith! ("Die" Smith? Liege ich da richtig?)
Mir hat der Anfang deiner Geschichte gut gefallen. Hat mich so inspiriert, daß ich 2 Absätze beisteuern mußte. Ich hoffe sie erfüllen deine Ansprüche. Schade nur, daß da jetzt niemand mehr weiterschreiben mag. Würde mich ja selbst interessieren, wie es mit Dr. Tod weitergeht.
Liebe Grüße, Tom


Tom (05.08.2003)

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