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Briefmarkenbeklebtes Schöne

Amüsantes/Satirisches · Experimentelles
Ponys essen ist nicht schön. Auch nicht, wenn man den Teller mit Ponymähne dekoriert. Das hat ja auch keinen Anstand. Da fehlen die Manieren. Ein ordentliches Elternhaus bringt bei, dass man keine Ponys zu essen hat. Wo kämen wir denn da hin, wenn alle Welt Ponys essen würde? Wie sollte man das rechtfertigen, dass man sie meuchelt um zu genießen. Sich in allerschönster Gemütlichkeit mit einem Stück Ponyfleisch in den Sessel setzt und doch genau weiß, dass dieses Stück Fleisch, noch eben kleine Kinder durch die Tundra geritten hat. Nein, das wäre viel weniger als schön. Unschön sogar.
Man soll doch lieber Chips essen. Die sind nahrhaft und es gibt sie in vielen Variationen. Mit Knoblauch, Käse, Zwiebel, Curry und einfach so. Gesunde Menschlein schwören auf Chips. Eduard Mörike, der berühmte Jazzpianist, ist mit Hilfe von Chips 100 Jahre geworden. Und dergleichen gefiel Jonny Lunte auch der Chipsgenuss und er erfand noch mit 89 Jahren die Zündschnur. Und was da alles drin ist. Da würde ein Ernährungswissenschaftler, wenn er nur mal richtig hinschauen würde, wässrige Augen bekommen, sich in den nächsten Supermarkt stürzen und die Chips um Vergebung bitten. Viel zu arg wurde die Chipswirtschaft von solchen Verleumdungen in Verruf gebracht. Die Menschen starben früher.
Doch Gott sei Dank hat sich der Markt wieder erholt und Chips etablieren sich. „Wird auch Zeit“, wird so mancher meiner schlauen Leser sagen, flugs zum „Schönes-Fach“ rennen und chipserieren.
Ponys machen nur dumm im Kopf und leider entsteht da ein teuflischer Kreislauf. Je dümmer man nämlich wird, desto mehr Pony isst man und wird noch dümmer und frisst mehr .....
Doch gehen wir von diesem traurigen Thema einmal zu etwas schönerem. Nein, ich meine nicht das Aufwachen eingeschlafener Füße. Nein, lassen sie uns über Briefmarken reden oder meinetwegen auch schreiben, falls dieser Text nicht als Tonband veröffentlicht wird und die finanzielle Lage meines imaginären Verlags, weist erschreckend genau in diese Richtung. In eine Tonbandlose Zukunft. Das ist schrecklich, aber Ponys essen ist viel schrecklicher. Das macht mir Mut.
Briefmarken sind die kleinen, gezackten, bildbedruckten Papierfetzen, die man auf Taschen auf Papier klebt. Und wissen sie was in den Taschen ist? Genau, auch Papier. Manchmal aber auch Chipkarten der Krankenkasse oder des BertelsmannClubs. Wenn man Glück hat, kommt irgendwoher ein Scheck, aber der ist ja dann auch aus Papier, deswegen zählt der nicht und zur Strafe ist die Aufzählung zuende.
Briefmarken sind bedruckt mit den verschiedensten Motiven und daher gibt es auch Menschen, die sie sammeln. Das ist immer so, wenn es irgendwas gibt, was verschieden sein kann, dann sammelt es einer. Das geht von Steinen bis zu Fotoaufnahmen von Blitzen. Werden die Marken gesammelt, dann steckt man sie in Alben. Leider gibt es aber seid einiger Zeit ein Problem bei den Briefmarkenfreunden, denn wollen sie Frauen ihre wunderschönen Marken zeigen, dann denken die immer gleich man will Sex und ne Schelle fliegt. Das kommt daher, das sich Nichtmarkensammler mit den Briefmarkensammlern einen Scherz erlauben. Aufhören!!.
So wird jedes Thema am Schluss doch auch wieder zu etwas unerfreulichem. Liebe wird irgendwann zur Trennung, das Leben wird zum Tod, Bier wird leer, Sex geht irgendwann nicht mehr. Es gibt nichts schönes. Das mal so als Randbemerkung. Soll natürlich keinem die Hoffnung oder den Mut nehmen und vielleicht findet er ja irgendwas immerbleibendes Schönes. Wenn ja, kann er mir das gerne frankiert mit Papierfetzen schicken. Oder er bringt es persönlich vorbei und wenn er sich schon auf den Weg macht, dann kann er auch gleich Chips mitbringen. Am besten mit Pony gewürzt. Nein, nein war ein Witz. Die hab ich ja noch zu Hause.
Und wenn ich dann mit Chips so sitze, in meinem Sessel, dann ist es schön. Für eine Sekunde schön ohne morgen. Es gibt schöne Sekunden, es gibt schöne Tage und ein schönes Leben bis zum Tod. Das Schöne liegt unterbrochen in der Zeit. Lebt man das Schöne, lebt man ohne Zeit. Lebt im Jetzt.
 
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