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Ein trauriger Hund

Poetisches · Trauriges
Ich sitze hier so stumm und still,
warte und schaue durch dass Gitter.
Ich sitze hier, weil keiner mich haben will,
ich habe kein Herrchen und das ist bitter.

Mit mir sind auch noch Andere hier,
mit traurigen Blicken und hängenden Köpfen.
Ein paar Quadratmeter, so groß ist mein Revier,
mit kaltem Fußboden, einer Decke und zwei Töpfen.

Jeden Tag kommen Leute und schauen mich an,
sie gehen weiter und kehren nicht zurück.
Ein nettes Wort von ihnen so dann und wann,
aber niemals ein netter Satz am Stück.

Der Nachbar links von mir wurde gestern mitgenommen,
mit nach Hause zu lieben Leute.
Ich habe sein freudiges Gebell venommen.
Vielleicht kommt für mich Jemand heute.

Die Langeweile macht mich kaputt und frisst mich auf.
Ich gehe an der Wand entlang.
Gleich gibt es Futter, da freu ich mich drauf.
Den Rest des Tages bin ich traurig und bang.

Ich höre Schritte so weich wie im Sand
und ein liebes Gesicht schaut mich an.
Durch das Gitter geht eine Hand,
da schnüffel ich ganz sachte dran.

Zwei Tage später durfte ich mit ihm gehen.
Die Gedanken an die Vergangenheit werden verwehen.
Ich hoffe, ich werde die Stäbe nie wiedersehen,
ich hoffe, den Anderen wird es auch so ergehen.
 
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Kommentare  

ich finde gut, dass auch mal die Sicht eines Hundes
dargestellt wird oder zumindest versucht wird, sich
vorzustellen, wie er sich fühlt.


Homo Faber (31.12.2012)

der monolog eines gefangenen hundes. traurig und soo lieb.
gute idee und gute umsetzung, wenn auch die verse ziemlich holpern.
lg
rosmarin


rosmarin (29.08.2005)

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