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2 Seiten

Von wegen Pech...

Nachdenkliches · Kurzgeschichten
Da stand sie nun am Bahnhof, wie bestellt und nicht abgeholt, schmollend und mit einer dicken Erkältung.
Der blöde Zug hatte mal wieder Verspätung, wie so oft.
Während sie ins Bergische Land zu ihren Eltern fuhr, um dort die Ostertage zu verbringen, würden ihre Freunde und Freundinnen ihr Unwesen auf netten Partys treiben. Sie hatte sich so auf die freien Tage gefreut, wollte wieder feiern und leben, aber nun machte ihr die Erkältung und der Stapel Lernkram einen Strich durch die Rechnung. Aber das war ja nichts Neues. Es passierte ja immer irgendetwas Unangenehmes, wenn freie Tage oder interessante Veranstaltungen vor der Türe standen. Damit hatte sie sich so langsam aber sicher abgefunden. Fettnäpfchen pflasterten ihren Weg, das würde sich wohl nie ändern.
Als der Zug endlich kam, stieg sie ein und setze sich ans Fenster. Ir Blick schweifte über die vorbeiziehende Landschaft und sie dachte über alte Zeiten nach, als die Welt noch in Ordnung war. Was heisst in Ordnung?! Aber damals war sie einfach glücklicher. Weniger Stress, weniger Arbeit, weniger Ärger. Ein richtig schönes Leben war das.Damals...
Aber nun vegetierte sie als Workaholic und Powerstudentin dahin. Erfolg ist immerhin auch etwas, dachte sie sich. Nur hoffentlich würde sie den auch mal haben...
Sie dachte so über ihr Leben nach, über das, was schon schief gelaufen war, dachte an ihren Traumprinzen, der sich am Wochenden wohl wieder eine neue Perle erobern würde, während sie röchelnd wegen der Erkältung im Bett liegen würde. Sie war wütend und ärgerte sich, dass nichts lief, wie sie es gern gehabt hätte. Jetzt setze sich auch noch ein Schalke Fan zu ihr in den Vierersitz. Hätte er nicht so eine Fahne gehabt und vor sich hingegröhlt, hätte sie ihn geduldet. So ging das aber absolut nicht. Sie wechselte einfach den Platz und setze sich ein Abteil weiter in den Wagon. Noch nichtmals seine Ruhe hatte man. Nach einigen Station setze sich ein junger Mann zu ihr und musterte sie. Fast wäre sie ausgerastet, was es denn so zum glotzen gäbe. Da fiel ihr plötzlich das Lächeln des jungen Mannes auf. Mit großen rehbraunen Augen schaute er sie an. Eine Locke fiel ihm dabei ins Gesicht. Alex! Auch das noch. Nervös rutschte sie auf dem Sitz herum, spürte wie ihr die Röte ins Gesicht stieg und quetschte ein "Hallo" heraus. Alex war ihre erste große Liebe. Sie hatte ihn Jahre nicht gesehen, weil er nach München gezogen war. Nun wollte er, so wie sich das anscheinend gehört, seine Eltern im Bergischen Land besuchen und saß nun zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Gutes Timing. Jahrelang hatte sie gehofft ihn mal wiederzu sehen, weil sie ihn nie ganz vergessen konnte. Leider war sie damals viel zu schüchtern gewesen, so dass aus der ganzen Sache nichts wurde. Das hatte sich zum Glück über die Jahre geändert und nach einer kurzen Aufwärmphase konnte sie auch jetzt wieder munter drauflos schnattern. Natürlich verging die sonst so lange Zugfahrt wie im Fluge. Er fragte sie ob sie zum Osterhasenball käme, aber sie konnte ja leider nicht zusagen. Sie ärgerte sich schon wieder über ihre Erkältung. Mit ihrer rot angelaufenen Nase glich sie wohl eher einem skandinavischem Rentier, als einer jungen Dame von 24 Jahren. Nichts desto Trotz, sie tauschten ihre Handy- und ICQnummern aus und gingen am Bahnhof getrennte Wege. Sie konnte es immer noch nicht ganz fassen, Alex endlich wiedergesehen zu haben. Das machte das üble Wochenende wett, bügelte das vollkommen aus.
Sie hatte richtig gute Laune. Selbst ihr Traumprinz schrieb ihr eine SMS, aber das war ihr so gut wie egal. War sicherlich eh nur eine freundlich gemeinte Standart SMS, die er Jeder schrieb. Das hatte sie doch gar nicht nötig... Nach halbwegs schönen Ostertagen fuhr sie wieder nach Hause. Immerhin riefen Studium und Arbeit. Sie chattete jedoch jede freie Minute mit Alex und er saß am darauffolgenden Wochenende im Flieger zu ihr. So hatte das verschnupfte frustrierte Lernwochenende auch richtig gute Seiten. Immer wenn man nicht damit rechnet, läuft einem das Glück über den Weg...
 
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Kommentare  

Geht mir auch so

Effert (05.02.2007)

Das mit dem letzen Satz sehe ich auch so! Gruß Bernd

Bernd das Brot (30.01.2007)

"Die Geschichte hätte ich mir sparen können" => Wie viele, viele andere auch!

"Fettnäpfchen pflasterten ihren Weg," => Inwiefern?

"und setze sich ans Fenster. Ir Blick schweifte" => RS! Es ist immer dasselbe! Und die Fehler, die andere dir raussuchen, korrigierst du nicht mal! Das Schreiben muss dir ja wahnsinnigen Spaß machen.

"Was heisst in Ordnung?!" => RS, Chatsprache!

"Ein richtig schönes Leben war das.Damals..." => Leerzeichen sind auch so schwer!

"Aber nun vegetierte sie als Workaholic" => Bisher erscheint sie aber eher faul.

"der sich am Wochenden wohl" => RS!

"Jetzt setze sich auch noch" => Kann doch wirklich nicht angehen!

"sich hingegröhlt, hätte" => RS! Wenn du mal auf die Kommentatoren hören würdest, würdest du nicht immer wieder dieselben Fehler machen!

"weiter in den Wagon." => RS!

"Noch nichtmals seine Ruhe hatte man." => Schauderhaft.

"Nach einigen Station setze sich" => Wird immer schlimmer!

"ausgerastet, was es denn so zum glotzen gäbe." => Schlecht!

"Eine Locke fiel ihm dabei ins Gesicht." => WW

"Alex! Auch das noch." => Die ist nicht gerade helle, oder?

"Nun wollte er, so wie sich das anscheinend gehört," => Hä? Was ist das? Ein Perspektivwechsel oder fehlende Logik?

"und saß nun zur gleichen Zeit am gleichen Ort." => Wäre auch merkwürdig, wenn er an verschiedenen Orten sitzen würde.

"ihn mal wiederzu sehen," => Tut dir das nicht selbst weh?

"Leider war sie damals viel zu schüchtern gewesen, so dass aus der ganzen Sache nichts wurde." => Was für 'ne Sache?

"so dass aus der ganzen Sache nichts wurde. Das hatte sich zum Glück über die Jahre geändert" => Logik? Bezug!

"auch jetzt wieder munter drauflos schnattern." => Sie ist eine Ente?

"Dame von 24 Jahren." => Zahlen ausschreiben!

"Nichts desto Trotz," => Ist das neue RS?

"Handy- und ICQnummern aus" => Du lernst das nie.

"gemeinte Standart SMS, die er Jeder schrieb." => RS!

Und wo ist der Inhalt dieses Textes?


Adlerauge (28.01.2007)

Jo, da hat Zeusl Recht. Recht hatter

Quieeeetschboy (16.01.2007)

Der letzte Satz hat es in sich. MFG Zeus

Zeus (16.01.2007)

Hallo, Vielen Dank! Jeder hat wohl seinen eigenen Geschmack und das ist ja auch gut so. Es freut mich, dass dir der Text gut gefällt und du meine Aussage verstehst. lg Sabine

Sabine Müller (20.04.2006)

Hi,

nachdem hier einiges an kritik gefallen ist und du selbst der meinung bist, dass du dir die story hättest schenken können, wirst du mir vielleicht nicht glauben, dass mir die story gefällt. Es ist aber so. Ich finde, dass es eine sehr schöne geschichte ist und ich würde sie nicht als verschwendung bezeichnen.
Die gedankengänge sind gut beschrieben und nachvollziebar. Ich finde auch nicht, dass da näher darauf eingegangen werden muss, warum sie genau wegen ihres studiums im lernstress ist.
Die stelle mit der sms von ihrem traumprinzen passt sehr gut, dadurch, dass du sie nur nebenbei erwähnst und nicht erwähnst, was drin steht, erkennt man, dass sie dabei ist mit ihrem traumprinzen abzuschließen und nun zufriedener mit ihrem leben ist.
Ob jetzt irgendwo ein paar rechtschreibfehler sind oder nicht, hat für mich nichts damit zu tun, ob ein text gut oder schlecht ist. Es sind halt flüchtigkeitsfehler, die man hinterher immer noch korrigieren kann. Ehrlich gesagt achte ich beim lesen auch gar nicht auf schreibfehler.
Ich habe zwar noch nicht viel erfahrung, was das beurteilen und bewerten von texten betrifft, aber ich finde, dass die geschichte sehr gut ist.


Homo Faber (19.04.2006)

Der Schreibstil gefällt mir, die Sätze lassen sich gut und flüssig lesen. Leider fehlen mir Absätze (als Art Lesezeichen, wo man sich mit den Augen mal fest halten kann).

Zum Inhalt: Prota benötigt meiner Meinung nach, etwas mehr Erklärung. Ich versteh nicht, wieso sie so im Stress ist, nur wegen einem Studium? Im normalen Bild eines Studenten kommt Stress im Grunde nicht vor. Wenn du also das Bild "Studentin" nimmst, kannst du nicht einfach dazu schreiben, dass sie Stress hat und gut ist. Es bedarf vielleicht ein bisschen mehr Text dazu. Also wieso, weshalb, warum ist sie im Lernstress. Zu viele Kurse, schwieriger Stoff et cetera...

Auch sonst hätte der Text etwas mehr... Materie gebraucht. Du machst eine (in der Relation zum Gesamttext) ellenlange Einleitung, aber nachdem Prota Alex wieder sieht, bist du schon fast am Ende und schreibst das Wesentliche in wenigen Zeilen auf.

Und dann noch Textbruchstücke, die mir aufgefallen sind:
"Selbst ihr Traumprinz schrieb ihr eine SMS, aber das war ihr so gut wie egal."

Ja und was schrieb er, warum war das egal und das Wichtigste: Wenn es egal ist, wieso erwähnst du es dann?

"Ir Blick schweifte über die vorbeiziehende Landschaft"

Ir -> Ihr


Freiheit (13.04.2006)

Hallo, danke, das fiel mir eben beim Spaziergang um den Block auch ein. Kannte nur die Abkürzung net ;-) lg Sabine
P.S. Auf die Mail komme ich bestimmt mal zurück


Sabine Müller (13.04.2006)

Hatte schon Bedenken, daß ich Dir jetzt vorkomme wie Mutter Theresa. Stimmt gar nicht, ich bin eine alte Hexe. Grins. Prot heißt Protagonist/in, bedeutet so etwas wie ein Darsteller in der Geschichte.
LG
Christa
PS. Du kannst auch gerne ein Mail schicken, da kann man etwas offener reden. Wenn Du magst.


CC Huber (13.04.2006)

;-) Das sollte sich nicht nur meine Prot (was ist das eigentlich genau???*dämlichfrag*) hinter die Ohren schreiben sondern auch ich ;-) Nun ja, wenigstens habe ich in den letzen Tagen auch mal etwas geändert, was ich hätte schon 1 Jahr machen sollen. Wenigstens mal ein Fortschritt *lol* Dir auch schöne Ostern. lg Sabine

Sabine Müller (13.04.2006)

Ja, Sabine, das ist die Krux. Dem Leben die Schuld zu geben, ist nicht richtig. Ändern kannst Du es nur selbst, aber das ist nicht immer einfach. Es gibt tausend Gründe, etwas nicht zu tun, aber nur einen einzigen, um etwas zu ändern. Weißt Du, Deine Prot hat sich für ein Studium entschieden. Dann soll sie das auch durchziehen. Wenn sie damit nicht zurecht kommt, lieber das leichte Leben haben will, dann
kann sie das tun. Die Konsequenzen allerdings gehören auch dazu, das sollte man wissen.

ALso, schönes Ostereiersuchen!
LG
Christa


CC Huber (13.04.2006)

P.S: Das mit dem "es einfach ändern" ist eien gute Idee! :-)))

Sabine Müller (13.04.2006)

Hallo, da hast du Recht! Ich wollte mir gerade auch schon selbst 1 Punkt geben. Die Geschichte hätte ich mir sparen können bzw. ein wenig mehr reinpacken können. Ich werde wohl mal eine kleine Schreibpause einlegen... Wünsche dir schöne Osterfeiertage, lg Sabine

Sabine Müller (13.04.2006)

Hallo Sabine,
erst wollte ich nicht, jetzt mache ich es doch, hoffe, Du bist nicht sauer. Im Eiltempo erscheinen Deine Gedichte/Geschichten auf der Seite. Aber warum gehst Du nur so lieblos mit ihnen um. Keine Gliederung, Schreibfehler, flaches Erzählen ohne High-Light, das nimmt mir so langsam die Lust am Lesen. Warum geht es in dieser Geschichte? Um eine neue Liebe? Oder ist es ein Rückblick auf ein Leben, das ihr nicht mehr gefällt? Warum ändert sie nichts, schmollt vor sich hin, fühlt sich vom Schicksal betrogen?
Auf den Zufall zu warten, ist die schlechteste Lösung. Aktiv sein Leben zu gestalten, wäre besser.
LG
Christa


CC Huber (13.04.2006)

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