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Ratgeber für die Ehe Teil 3

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Eines der tollsten Sachen der Welt ist, dass es das Ficken gibt. Man kann es schöner ausdrücken oder derb. Derber scheint mir angebrachter. Wobei es natürlich aus mir entspringt und ich kein Freund von Blümchensex bin. Aber weg von mir. Ich wollte nur das Wort „Ficken“ erklären.
Die Fruchtbarkeit einer Frau und der Akt an sich sind für den Menschen weder bloße Erforderungen ihres Gewissens (Du musst Kinder bekommen, etc.) noch ein innerer tierische Antrieb (Ausnahmen bestätigen das Ganze), sondern sie sind bewusst mit der geilen Lust verbunden. Nur dem Menschen ist es gegeben, Sex so ausgefüllt zu genießen.

Je mehr der Sex mehr ist als nur Befriedigung und es um ein Zusammenschmelzen geht, desto mehr ist es ein Zeichen der großen Liebe oder ein guter Weg dahin. Man geht diesen Weg fernab tierischer Instinkte und genau die will man ja überwinden, sich über sie hinausentwickeln. Die alte eingeschliffene Bahn der Neandertaler verlassen.
Das Fickerlebnis ist Freiheit, Fähigkeit zur Neuschöpfung und geordneter Sturm, und es unterscheidet sich vom tierischen Rummachen, wie sich die Kathedrale von Bobitz von einem RegenwurmErdauskotzloch unterscheidet: auch die körperliche Liebe ist eine Kathedrale. Eine zum Austoben ohne nackten Mann am Kreuz.
Doch Ficken will gelernt sein. Der Regenwurm kann sich beim Sandauskotzen auf seinen Instinkt verlassen, der Mensch kann es nicht. Auch nicht der Mann, der seine Partnerschaft zu einer Kathedrale machen will. Es mag so manchen Leser peinlich berühren, wenn darüber geschrieben wird; dennoch bleiben die meisten Männer, die sich auf die „Natur“ verlassen, Dilettanten, und die Partnerinnen spüren bald, weil sie nichts spüren, dass diese tierische Fickhaftigkeit nichts bringt.

Die Kunst der ZweileiberQuetschung hat zwei große Voraussetzungen:
1. das Wissen über die Anatomie eines Menschen des anderen Geschlechts,
2. die Gewissheit, dass Sex nicht alles ist. Deshalb sollte der Mann vor der Heirat auch nicht mit der Frau verschmolzen sein. Er ist es ja, der in der Ehe der Steuermann sein soll.

Wir werden in den nächsten Kapiteln das Notwendigste zusammenfassen. Wer darüber hinaus noch mehr erfahren möchte, dem sei ein Hinweis ins Gehirn gelegt: das Buch von Keilan Uhlon („Im Schlaf ist schlecht bumsen“) oder das größere Handbuch von Jambo („Etliche Etagen voller Bordellehefrauen“.) Man ist immer gut damit beraten, etwas zu lesen, aber nichts ersetzt natürlich die eigenen Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Zum Beispiel ganz freundschaftlich damals in der Jugendzeit. Mancher Mann hatte auch schon mal Kontakt zu einer reiferen Frau und gab sich hin. Ich meine natürlich rein seelisch und nicht körperlich. Versteht sich von selbst. Knick, knack.
Das Wichtigste an der Fickkunst ist es zu wissen, dass es nicht nur um „Technik“ geht und dass es keine sexuelle Lust ohne Harmonie oder Hingabe gibt. Seine eigene Befriedigung finden ist keine Kunst, wohl dagegen, dafür zu sorgen, dass beide zur gleichen Zeit oder überhaupt kommen. Die Kunst liegt darin, etwas Neues zu schaffen das miteinander verbindet. Eine neue, persönliche Erfahrung.

Für einen Mann bedeutet dies:
Verlange von deiner Frau niemals Sex, wenn sie gerade keine Lust hat und dabei schreit und weint. Dann mag sie nämlich nicht. Wünsche keine Zusammenschmelze wenn sie gerade ein Kind bekommt. Dies ist fast der schlechteste Zeitpunkt überhaupt.
Danach kommen folgende Situationen: Autounfall, bei der Begräbnis ihrer Mutter oder ihres Exfreundes, in einer Kirche beim Anzünden von Kerzen für Opfer von Gebärmutterkrebs.
Gehe erst zum Akt über, bis deine Frau in der richtigen Verfassung ist (dafür solltest du schon einen Tag vorher sorgen); führe deinen Pimmelmann nicht in die Muschi ein, bevor Du sie mit einem Vorspiel genügend erregt hast; halte Deinen Samen zurück, damit auch sie von der ganzen Sache was hat und ihr beide die große Lust bewandert; schlafe danach nicht sofort wieder ein; sondern sage ihr wie toll das war und quetsche ihre Brüste noch ein wenig oder kraule ihren Nacken.
Deiner Ehefrau gegenüber sei ein Sexschenker, ein Freudenstab mit Restmensch dran, eine SchlafzimmerKanaille und Bettbarbar.
Fremden Frauen gegenüber sei ein kalter Fisch und niemals Zitteral oder gedickte Flunder. Halte Deine Geilheit unter Reißverschluss. Eine fremde Frau kann nur Unglück schaffen. Vorsicht.

Das Ausleben der Fickkunst in der Ehe kann auch für gewisse Zeit aufgeschoben werden. Das geht! Weil man sich ja von den tierischen Instinkten gelöst hat oder lösen will. Enthaltsamkeit kann z.B. vorkommen bei: Untenrum-OP, einjährigen Umzug des Partners, Gefängnis, Flugzeug stürzt ab und sie bleibt im Regenwald verschollen oder man einigt sich auf eine Sexauszeit um daran geistig zu wachsen. Die Sexkunst bedeutet nämlich auch Freiheit von der animalischen Gier. Außerdem bedeutet aufgeschoben nur eine Ansammlung ungeheuren Fickpotentials. Diese Energie wird man schon irgendwie los.
Seit Jambos berühmtem Buch „Freiheit für den Hausmeister der Hose“ ist die Kenntnis weit verbreitet, dass die Liebeskunst auch durch Variationen in den Stellungen vergoldet wird. Aber man sollte mit solchen Variationen nicht anfangen, wenn man denkt, dass es die Ehe rettet. Ich will es mit einem Vergleich sagen:
Es ist wunderbar, wenn eine Frau für abwechslungsreiches Essen sorgt, aber es wäre Blödsinn, wenn sie es nur auf den Tisch bringt um ihren Mann zu halten, denn gerade der verwöhnte Mann wird um so stärker Lust bekommen, mal auswärts was leckeres zu essen. Wenn sie dagegen für eine beschwingte, lustige und innige Atmosphäre am Tisch sorgt, dann kann sie ihrem Mann ruhig ungeöffnete ErascoDosen vorsetzen, und er wird nie daran denken, irgendwo anders was zu essen.
Fickkunst besteht auch darin Wichtiges vom Unwichtigen zu trennen und der Lust des Partners den ersten Platz einzuräumen. Dies gilt übrigens auch im übrigen Eheleben in Bezug auf Geld, denn dieser Aspekt darf der Liebe niemals im Weg stehen.

Alles in allem ist die Liebe immer mehr ein „Sein“ als ein „Tun“, mehr ein Strahlen als ein Reden, mehr ein großes Miteinander als etwas, was nur von einem ausgeht. Der Feind der Liebe ist das Begehren des Einzelnen, das selbstsüchtige Verlangen eines Menschen.
 
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