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Ratgeber für die Ehe Teil 4

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Die sexuelle Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern ist so verschieden wie Mann und Frau es sind. Der Mann lebt in der körperlichen und geistigen, und die Frau auf der seelischen Ebene. Der Unterschied ist nicht zu groß, aber man sollte ihn einmal gegenüberstellen.
Er lebt den ganzen Tag in seinem Beruf und denkt kaum an die Liebe. Kommt er nach Hause, benötigt er erst einmal ein wenig Zeit, sich in eine Sexatmosphäre begeben zu können. Widersprüchlicherweise kann er aber schon durch einen winzigen Reiz sehr rasch sexuell geweckt werden und ein starkes Verlangen verspüren, die er dann mit einer ehrlichen Erotik verwechselt.
Echte Erotik ist nämlich nur eine Angelegenheit eines Paares, wo die Geilheit gegenseitig ansteckt und vom einen zum anderen überspringt. Der alleinige Drang hin zur kläglichen Befriedigung dagegen ist ein biologischer Vorgang ohne Liebe. Letzteres darf nie vor der gemeinsamen Erotik stehen. Ansonsten wäre es eine Vergewaltigung. Es gibt viele Ehen, in denen der Mann sein sexuelles Verlangen zeigt und seine Frau deshalb immer kälter und ablehnender wird.
Eine Frau ist nicht so einseitig wie der Mann. Sie ist meist auch nicht so beruflich eingebunden. In einer normalen Ehe sitzt sie zuhause nur herum und lebt im allumfassenden Gefühl an ihren Gatten: „Meine Gedanken gehören nur ihm und sind immer da.“ Dies bewirkt eine ständige, erotische Spannung, die nur auf den Partner wartet, um sich aufzulösen. Denkt die Frau aber eher negativ in ihrem Oberstübchen, gibt es eine Barriere, die man nicht wirklich leicht überwinden kann. Die Stimmung, in der der Mann seine Frau am morgen zurücklässt, ist entscheidend für eine Bettbeziehung am Abend. Dann kommt es nur noch darauf an, den Mann in eine erotische Stimmung zu führen und ihn nicht nur dazu zu bekommen, dass er seine animalische Gier abstößt.
Was die Frau auf jeden Fall benötigt, wie die Sonne das Universum, ist Zärtlichkeit. Für sie ist es etwas sehr seelisches und sie zieht sie sich aus dem Blick des Mannes, mit dem er ihr Kartoffeln reicht oder seinem Stimmfall, wenn er ihr einen guten Morgen wünscht. Die Zärtlichkeit, nach der sich jede Frau sehnt, ist wie eine zweite Aura, in die sie der Mann einzulullen hat und in der sie sich geborgen fühlt. Zärtlichkeit ist sowieso das Hauptding, was ihr das Gefühl gibt, mit einem Mann verknüpft zu sein.
Spricht der Mann von Zärtlichkeit, meint er Berührungen die letztendlich zum Ficken führt. Er spricht auch stets in der Mehrzahl und redet von „Zärtlichkeiten“.
Ein himmelweiter Unterschied, von der Erde bis ins Weltall: Zärtlichkeiten des Mannes werden nur zu bestimmten Zeiten gemacht. Sie sind sexueller Natur und ebben nach Erlangung der Befriedigung wieder ab. Zärtlichkeit der Frau ist hingegen immerdar. Sie ist das Fundament und die unausbleibliche Voraussetzung für das Entstehen der sexuellen Leidenschaft.
Deshalb sollte auch jede Vereinigung aus einer erotischen, seelischen Atmosphäre entstehen. Diese Stimmung muss schon lange vorher in der richtigen Weise vorbereitet sein; eine Kleinigkeit, das falsche Wort oder das vorherige Penisentblößen, eine Größenenttäuschung oder ein sonstiges Ärgernis können die Stimmung der Frau verpesten und den schönen Abend sterben lassen.
Er kann auch ohne so eine Stimmung geil sein. Ja, er ist gerade deshalb geil, weil er keine erotische Stimmung hat. Seinen sexuellen Appetit weckt schon der allerkleinste Blick auf nackte Haut oder das Stöhnen einer Frau. Er verlangt dann schnell nach Befriedigung und zwar möglichst sofort. Deshalb steuert er auch nur darauf zu, kommt dann und schläft dann ein. Es gibt wohl kaum einen größeren Unterschied, als die Stimmung eines Mannes vor dem Akt und danach.
Ganz anders ist das Erleben der Frau. Ihre geilen Gefühle tauchen nur langsam aus den erotischen hervor. Dieses langsame Treppensteigen der Leidenschaft ist der größte Genuss überhaupt und sie möchte ihn deshalb sehr lange hinziehen. Für den Mann hingegen ist der Gipfel der Orgasmus und dies allein ist sein Ziel. Auch danach sinken die Gefühle der Frau nicht gleich zum Nullpunkt, wie beim Mann, sondern sie kommen erst ganz allmählich zur Ruhe und dieser langsame Abgang ist für die Frau auch sehr wichtig und geil. Natürlich nur, wenn der Mann ihr noch ein wenig den Kitzler streichelt und nicht gleich einschläft. Schläft er ein, fühlt sich die Frau um ein wichtiges Stück des Fickes betrogen. Ganz besonders, wenn er schon kommt und sie gerade auf dem Aufstieg ist.
Skalaisch gesehen steigt die Lustkurve des Mannes steil zum Orgasmus auf und noch steiler geht’s wieder hinunter, während die Frau ganz langsam nach oben steigt und dann wieder nach unten.
Die Kurve des Mannes gleicht einem Flug einer Silvesterrakete, die der Frau eines Passagierflugzeuges. Wichtig ist es, dass die beiden Orgasmen ungefähr zusammenfallen. Es ist aber auch ein kaum weniger wichtiges Ziel, dass die Kurve des Mannes sich verbreitert. Die indischen Meisterficker, die auf diesem Gebiet sehr viel begabter sind als die Deutschen, setzen all ihr Wissen dazu ein, die Vereinigung möglichst lange dauern zu lassen, zur großen Beglückung von Mann und Frau.
In unserer Sprache heißt das, dass der Mann sich mehr den erotischen Bezugspunkten hingeben muss anstatt den rein animalischen. Man kann nur mit Erotik eins mit dem Partner werden. Alles andere verschlingt nur.
 
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