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10 erfolglose bettler

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
joachim beschimpft wenn
er betrunken ist alle
menschen als kinderficker
und erst danach versucht er
sie dann um einen euro zu
bebetteln

in hamburg vor dem juwelier
krasnech steht herr krasnech
und hält seine mütze mit der
oberseite
nach unten
und jeder glaub er
grüßt nur etwas zu niedrig

karl macht auf
entertainmentbettelei
und lässt sich vor
passanten einmauern
wenn seine kumpels ihn
wieder rausmeißeln
fehlt jedes mal der
spendenbecher

mit mietklo
und einem von der
stadt gemieteten platz
bettelt hans jürgen nur
für seine ausgaben
damit er überhaupt stehen
kann
wo er steht

im schwarzwald gibt
es einen bettler der immer nur
kiefern bebettelt
weil er ein wenig gagah ist und
diesen schaden durch einen
herunterfallenden kiefernast bekam
der ihm seinen kiefer und die
schädeldecke zerbrach
jetzt ist aber alles wieder
heile
also fast

muombe in ghana hat als
straßengenossen einen leguan
der total auf münzen steht
und diese mit der zunge wegleckt
bevor sie die hand des
mannes erreichen
er könnte ihn aufschlitzen
aber dafür ist er zu tierlieb
irgendwann aber stirbt er und
so wird sein bettelgeld bis dahin
gespart

ein mann der spätschicht bettelt
von 01:00 Uhr bis 06:00 Uhr
in einem verschlafenem dorf
ohne laternen

bandwurmbolle
weil sich keiner sehr dicht
an ihn herantraut
er riecht extrem und aus seinem mund
baumelt beim sprechen ein
bandwurm heraus
bei "s"-lauten erbricht dieser
ein wenig verdautes

ein ehemaliger büroangestellter
möchte für jede ihm
gespendete münze eine unterschrift und
die kopie des ausweises
so will er verhindern das
jemand bei ihm schwarz spendet

frank hulle hat sich ein
drei meter hohes podest gebaut
auf dem er wie auf einem thron
sitzt
zu ihm hinauf
führen 250 flache treppen
 
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Kommentare  

Sehr gut:
Der Hofnarr Robert Zobel blickt mit braunen Augen auf die das Prekariat bemäntelnde Gesellschaft und zeigt: sie ist moralisch nackt.
lg


Nicolas van Bruenen (17.05.2008)

Ehrlichgesagt finde ich diese Texte nicht so gut, weil es auf Kosten (im wahrsten Sinne des Wortes) von Menschen geht, denen es wirklich dreckig geht. Es ist schon ziemlich gemein, aber es steht nicht umsonst Satire darüber, deswegen kann man ein Auge zudrücken. An und für sich sind die Gemeinheiten zum Teil relativ gut ausgeklügelt. Doch irgendwie wiederstrebt es mir, weil ich in dem Bereich "Obdachlosenhilfe" schon einmal tätig war und zum Teil miterlebt habe, wie grausam das Leben auf der Strasse sein kann und das nicht nur in anderen Ländern, sondern auch hier. Es gibt also weder einen grünen noch roten Knopf. Dafür meine Meinung.

Sabine Müller (10.05.2008)

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