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Der alte Schimpanse

Nachdenkliches · Poetisches
Rost'ge Gitter hält er traurig,
in von Gicht geplagter Hand,
die Umgebung wirkt sehr schaurig,
gequält zerschmettert der Verstand.

Die einst lebensfrohen Augen,
stehen quellend rot hervor,
kaum, dass sie zum Sehn noch taugen,
taub von Schreien schon das Ohr.

Morgen ruft nun die Manege,
Glitzerglitter überall,
doch danach in das Gehege,
leblos kalter Affenstall.

Mit Schirm und Mütze muss er laufen,
auf einem Roller rosarot,
Alter, Stress bringt ihn zum Schnaufen,
die Freiheit bringt nur noch der Tod.
 
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Kommentare  

Hallo Wolfang,

danke für denn Kommentar, ich denke mit damit hast du recht.
Einfach ist es allerdings auch nicht immer, einen Leser durch einen Text zum Nachdenken zu bringen - oder auch zum Lachen - sprich, auf irgendeine Weise etwas zu bewegen. Und ich sehe auch ein, dass das Versmaß und die Logik stimmen sollte.
Die Strophe, die du umgeschrieben hast, hat auf jeden Fall noch mehr Bilder hineingebracht.
Einsam ist der Affe so oder so - da ergänzen die trüben Sinne eine weitere Sache zum Stimmungsbild.
Selbst bin ich noch nicht wirklich zufrieden mit der letzten Strophe, weil sie so langgezogen wirkt.
Außerdem glaube ich, dass der Sinn von Käfig und Gehege ein wenig aneinander vorbeigeht.
Aber ein Gehege ist ja nicht immer ein "Freigehege", wie man es z.B. aus Zoos oder Wildparks kennt. Aber das liegt vielleicht auch wieder an der Region, wie man die "Unterkunft der Gefangenschaft" nennt. Ein Bekannter sagt zu allen Käfigen immer Pirk. Wobei der "Bauer" ja ein Vogelkäfig ist.
Die deutsche Sprache ist schon sehr vielseitig ...

Lg Sabine


Sabine Müller (01.08.2008)

Hallo Sabine,

ich glaube, Du hast Dich gut entschieden.
Natürlich ist das immer Ansichtssache.
Wahrscheinlich aber ist man als Autor eigentlich nur dann akzeptabel,
wenn der Leser den notierten Gedanken und Bildern folgen kann.
Das mag nach Nivellierung klingen - ich empfinde es aber als Autors Bescheidenheit.
Für mich jedenfalls gilt: Je "schwieriger" jemand einen Text schreibt, desto höhere Erwartungen
hat er an den Leser, dass dieser viel Zeit und Mühe aufwendet,
nur um den Autor in all seinen Denkschattierungen zu verstehen.
So egozentrisch (und letztens vielleicht sogar anmaßend) möchte ich aber weder sein noch werden.

Dein Text gefällt mir sehr gut.
Er macht betroffen und löst so manche weiterführende Grübelei aus.
Und alles ist sehr bildlich formuliert - man sieht
es vor sich und fühlt sich irgendwie schuldig.

Aufrrichtiges Kompliment zu Deiner anrührenden Arbeit sagt Dir

Wolfgang Reuter (Entschuldigung - ich hatte mich nicht eingelogt!)


anonym (01.08.2008)

An und für sich gefällt mir das mit dem Todesstroh, aber ich weiß nicht, ob es zu der Wortwahl passen würde.

Sabine Müller (31.07.2008)

Das hier ist die alte Version, zu Info:

Rost'ge Gitter hält er traurig,
in von Gicht geplagter Hand,
die Umgebung wirkt sehr schaurig,
gequält zerschmettert der Verstand.

Die einst lebensfrohen Augen,
stehen quellend rot hervor,
Einsamkeit tut schwächen laugen,
taub von Schreien schon das Ohr.

Morgen ruft nun die Manege,
Glitzerglitter überall,
doch danach in das Gehege,
leblos kalter Affenstall.

Mit Schirm und Mütze muss er laufen,
auf einem Roller rosarot,
Alter, Stress bringt ihn zum Schnaufen,
die Freiheit bringt nur noch der Tod.


Sabine Müller (31.07.2008)

Hallo,

vielen lieben Dank für die ganzen Anregungen.
Werde nun mal ein bisschen Schnipseln.

Lg Sabine


Sabine Müller (31.07.2008)

Hallo Sabine,

wenn ich auch "umdichten" darf?! - Dann würde ich Dir vorschlagen, nur die dritte Zeile zu ändern:

Die einst lebensfrohen Augen,
stehen quellend rot hervor,
kaum, dass sie zum Sehn noch taugen,
taub von Schreien schon das Ohr.

Liebe Grüße von


Wolfgang Reuter (30.07.2008)

Hallo,

vielen Dank für diesen Kommentar. Naja, hier sind aber sicherlich zig bessere Gedichte :)
Das "tut" stört mich auch ein wenig, vielleicht fällt mir etwas Anderes ein.

LG Sabine


Sabine Müller (30.07.2008)

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