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Die letzten 19 Tage - Tag 13. - eine Zahl, die irgendwie nicht zu einem erfolgreichen Tag passt

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Der Morgen lief etwas verkatert ab. Ich habe mir den Vortrag auf der Arbeit gespart und bin nur zur bezahlten Sache gegangen. Auch die Notizen die ich mir für dieses Tagebuch gemacht habe, konnte ich heute morgen nur noch zum Teil entziffern – sehr schade! Vielleicht hätte ich dann noch den einen oder anderen schönen Moment mit euch Lesern geteilt oder etwas Lustiges erzählt. Das liegt aber sicherlich auch an meiner Sauklaue, da ich auch ohne Alkohol Probleme damit habe. Im Übrigen gab es für mich lange nichts alkoholisches mehr und verhältnismäßig wenig hat bei mir schon gereicht...

Ich musste mich auf jeden Fall vor der Arbeit klar machen. Frischluft, Granatapfelsaft, Cola, Kaffee, Musik, Tee, jede Menge Wasser, gutes Essen, rohen Ingwer kauen, Schnee in der Butterbrotstüte auf Kopf und Nacken hauen, entspannen. Es hat letztendlich geholfen. Die Mischung machts und die liebe Zeit.

Als ich so mit meinem ersten "Kaffee to Go" in der Hand unterwegs war, den 70er Jahre Opa traf (Ein Mann, der schon recht alt ist und sich im Saturday Night Fever Style kleidet)und auch den schönen Schnee saß, da war ich eine kurze Zeit sehr zufrieden und Kopfschmerzfrei. Denn das alles gehört zu meiner kleinen Welt. Schöne Momente, Begegnungen, Geschichten... Und diese Welt wird niemals untergehen.

Die Aktion auf der Arbeit – es ging darum Projekte zu Themen vorzustellen – war dann erfolgreich. Zwar waren die einen oder anderen Leute wohl fehl am Platz, aber gegen Störenfriede habe ich schon mein Konzept. Auch gegen Leute, die sich immer klugscheißerisch einmischen müssen, was man absolut nicht macht, wenn Jemand gerade einen Vortrag hält, Dinge erklärt oder Aktionen durchführt. Das sind dann so Frauen, die sich dann immer einmischen und einem nahezu auf die Pelle rücken. Diese Expertin wollte sich sogar einhaken und mir einen Tipp geben, der ohnehin noch gekommen wäre, hätte sie mal ausreden lassen. Aber durch meine Schlagfertigkeit – natürlich im verbalen Sinne gemeint – konnte man die ganz gut ins Boxhorn jagen.
Ich habe an diesem Tag kein einziges Mal an mir selbst oder an meiner Kompetenz gezweifelt, da ich gemerkt und gespürt habe, dass ich im Thema bin und dass ich genau weiß was ich vermitteln kann.
Ich hatte das Hauptinteresse auf meiner Seite. Ich habe in begeisterte Augen gesehen, konnte Lächeln entlocken und jede Frage beantworten. Und was Menschen angeht, die stören oder gar lachen oder mit einer desinteressierten Fresse da sitzen – die sind eben für etwas anderes gemacht. Ich habe – endlich nach langer Zeit –festgestellt, dass es einfach nun mal so ist, dass es Leute gibt die unverschämt, dumm und einfach nur abgrundtief scheiße sind. Sicherlich natürlich nicht nonstop – aber in bestimmten Situationen. Ich verzeihe ihnen – sie haben ja was verpasst und ich habe wieder eine neue Erkenntnis erlangt – durch sie.

Cheffe war auch zufrieden mit dem Tag und den Mitarbeitern und es gab zur Abwechslung sogar mal Lob. Das wird sonst eher spärlich gesäht. Sie hätte auch gern noch gesehen, dass man sich den einen oder anderen Vortrag angesehen hätte. Es hätte mich sogar interessiert, aber wenn man länger bleibt, dann heißt es von anderen wieder, man schleime sich ein. Das wäre noch egal gewesen. Sollen die doch denken. Meine Angst bestand darin, dass ich dann hätte mit aufräumen müssen und das habe ich gerochen und wollte das nicht. Wer ordentlich Zaster auf dem Konto hat, der kann das auch mal schön allein machen.
Es wurde ja sowiso wieder verlangt, dass ich alles mache. „Bist du nun hier und machst weiter?“ "NEIN!" – denn ich hatte meinen eigenen Korb zu tragen.
Ich habe an diesem Tag gelernt, mich wieder mal ein Stück mehr durchzusetzen. Grenzen können auch Erwachsenen nicht schaden. Gerade denen nicht.

Abends gab es dann noch einen kleinen Spaziergang durch einen Einkaufsladen, um einen Bademantel zu kaufen. Da habe ich dann auch einen Bekannten getroffen, den ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Wenn ich ihn treffe, dann treffe ich ihn aber dort. Wir hatten damals schöne, rein platonische Zeiten zusammen, aber das hat ihm nicht gereicht, weswegen er sich abgewendet hat. Wobei ich ja der Meinung bin, dass es nicht an den erwiderten Gefühlen lag, sondern an meinem Temprament und an meiner unerschöpflichen Laberei. Aber auch über das Wiedersehen mit ihm freue ich mich.

Desweiteren konnte ich mich mit einer Pilz-Nudel-Pfanne begnügen, habe noch einen traurigen, berührenden Film geschaut und bin dann totmüde ins Bett gesunken.
 
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Kommentare  

Dieses sich nicht ausnutzen lassen ist viel leichter gesagt als getan. Dennoch ist es unbedingt notwendig, um nicht ewig als Außenseiter abgestempelt zu sein. Dieses hast du sehr nachhaltig bewiesen und es hat auch so richtig geklappt.
Schöne Geschichte!
LG. Michael


Michael Brushwood (11.12.2012)

Wenigstens in den letzten Tagen sollte man sich
nicht ausnutzen lassen. Das hast du richtig
gemacht.
Diejenigen, die einen immer gern zur Seite nehmen,
um Tipps zu geben, kenne ich auch sehr gut, aber
die sollen lieber ihren eigenen Kram machen.


Homo Faber (11.12.2012)

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