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Unter dem Gespenst der Angst

Nachdenkliches · Poetisches
In der Scheinheiligkeit des Makellosen
Brennt die Angst nach heikler Schwur
Gespenster wüten grinsend um Almosen
Neblig' Wonne nagt an tiefer Lebensspur

Sture Angst bekehrt das Gut der Seele
Die das weiche Herz in Wallung bringt
Abgeschnürt, die Lunge und die Kehle
Befangenheit, die Luft zum Atmen nimmt

Die sich bergauf zu Gipfels Kreuze drängt
An dem stumm schreit, Gevatter Tod
Das müde Herz in Tunnels Enge zwängt
Wo es gedeiht, am Kelch der puren Not

Der den Schlund des Rachens einst gepriesen
Damit die Schmach der Güte die Seele narrt
Ich schwor mir, ja nicht zu verdrießen
Wenn öde Leere ins Gemüt sich eisern karrt

Die schaurig wilde Angst erstarren lässt
Auf dem müden Pfad der neuen, fremden Welt
In der stinkende Gischt kein Gesicht mehr nässt
Die geronnen in Torheit, die Liebe hat vergällt

Des Lebens holde Lüste sind erloschen
Kein Senfkorn aus dem Boden sprießt
Das Tor der Hoffnung scheint verschlossen
Wodurch der Weg zur Freude sich ergießt

Aus der Ferne winkt ein leises Lächeln
Das selbst die schmalsten Augen rührt
Tränen, die im Charme der Liebe fächeln
Schenken Wärme, die das Herz entführt
 
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Kommentare  

Hallo Doska,
vielen Dank für das dicke Kompliment! Dieses
Gedicht verinnerlicht die schlimmste Zeit meines
Lebens und es dient auch der Aufarbeitung
meiner Vergangenheit. Für den Leser ist es
freilich schwer zu verarbeitende Kost. Aber das
Leben besteht halt nicht nur aus eitlem
Sonnenschein!
LG. Michael


Michael Brushwood (26.01.2014)

Hallo Michael, ich schließe mich an. Du findest wunderbare Worte, auch für die Scheinheiligkeit, sodass einem schon beim Lesen selber Angst und bange werden kann. Da freut man sich am Schluss wirklich über das kleine Lächeln aus der Ferne.

doska (24.01.2014)

Hallo Else,
ich danke dir sehr für den netten Kommentar! So
meine ich es auch.
LG. Michael


Michael Brushwood (23.01.2014)

Ein trauriges Gedicht, aber am Ende spendet es doch Trost. Die Liebe kann immer wieder aufs Neue keimen und Lebenfreude spenden. Das ist ja das Schöne und ich glaube, das wolltest du damit aussagen.

Else08 (21.01.2014)

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