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Julians Abschied von Uropa

Trauriges · Kurzgeschichten
Heute morgen weckte mich meine Mama,indem sie in meinem Schrank wühlte.Dabei schimpfte sie leise und schniefte ein bißchen."Du brauchst etwas Schwarzes zum Anziehen für Uropas Beerdigung!" "Wieso schwarz?" frage ich sie."Weil die Farbe schwarz ausdrücken soll,dass man traurig ist",erklärt sie und geht weinend aus dem Zimmer.
Ein bißchen bin ich schon traurig,weil alle so traurig sind und weil ich jetzt nicht mehr mit Uropa Fußball spielen kann.
Das sage ich auch Mama, als wir beim Frühstück sitzen. Sie schaut mich dabei ganz mitleidig an und legt ihre Hand auf meinen Arm."Wieso bist Du so traurig?" frage ich sie. Jetzt schaut sie mich nicht mehr mitleidig an,sondern ein bißchen überrascht und sie sagt:"Na ja,weil ich ihn jetzt nicht mehr sehe." "Ja doch",sage ich,"du kannst ihn noch sehen!" Ich stehe auf,hole ein Bild von Uropa und stelle es vor sie hin.Das war nicht so gut,denn Mama weint schon wieder."Das ist doch nicht dasselbe",schluchzt sie,"ich höre ihn nicht mehr reden und lachen.Er nimmt mich nicht mehr in den Arm und hört mir zu.Und all die Dinge,die zu ihm gehört haben,sind weg."

Als ich mich dann in meinem Zimmer anziehe,ganz schwarz,denke ich darüber nach. Uropa hat immer so ulkig gelacht. Es war mehr ein Glucksen,sein Bauch wackelte und dann kam oben immer "hühühü" heraus. Und er hatte riesige große Hände,die er uns immer entgegenstreckte,wenn wir zu Besuch kamen. "Hallo mien Jung",sagte er zu mir und zu meiner Mama "Hallo mien Deern!". So spricht man in Hamburg,denn mein Uropa ist dort geboren worden. "Deswegen", so hatte er mir erzählt, "habe ich keine Haare mehr. Denn dort droben gibt's das große Meer und es ist windig. Und als ich eines Tages als junger Bursche am Meer stand und so aufs Wasser schaute,blies mir eine plötzliche Sturmböe fast alle Haare vom Kopf." Ich fragte Mama ob das wahr ist,aber sie lachte nur und sagte, dass er ihr das auch immer erzählt habe.

Als ich fertig angezogen bin,fahren wir mit Mama's Auto zum Friedhof. Dort treffen wir auch Oma und Opa und die Uroma,Uropa's Frau. Außerdem sind noch eine Menge andere Leute da, die ich fast alle nicht kenne. Viele umarmen die Mama und die Oma und die Uroma.Mir streicheln sie über den Kopf. Endlich dürfen wir reingehen und uns auf Holzbänke setzen. Mama sagt dazu "Kapelle". Dann geht die Musik an und eine große Kiste,wo Uropa jetzt drin ist,wird reingetragen. Man sieht ihn nicht,aber ich hätte gern gesehen,ob er es da drin auch gemütlich hat. Ein Mann steht vorne und erzählt ganz viel vom Uropa. Meine Mama sagt,dass das der Pfarrer ist. Ich wußte gar nicht,dass der Uropa den Herr Pfarrer als Freund hatte, wo er doch so viel von ihm zu erzählen weiß. Ich habe ihn jedenfalls noch nie auf seinen Geburtstagen gesehen.
Als die Glocken läuten,dürfen wir endlich aufstehen und hinter der Kiste mit all den vielen Blumen obendrauf,herlaufen. Irgendwo draußen bleiben wir vor einer großen Grube stehen und Uropa's Kiste wird da runtergelassen.Dann beten alle, das erkenne ich, weil man dabei die Hände faltet. Danach darf jeder mit einer Schaufel Dreck auf meinen Uropa werfen und Blumen. Ich will erst nicht,aber dann als alles vorüber ist und die meisten gegangen sind,nehme ich die Schaufel und schaufel die ganze Erde rein. Das macht Spaß-und die restlichen Blumen schmeiß ich auch noch dazu.
Das Kuchen essen anschließend ist ziemlich langweilig. Niemand will mit mir spielen.Jetzt wäre es schön,wenn der Uropa da wäre. Er würde den Fußball holen und zu mir sagen:"Komm mien Jung,das ist doch hier viel zu langweilig für dich.Wir gehen an die frische Luft, Fußball spielen." Aber so richtig da ist er ja nicht mehr, obwohl alle von ihm reden und an ihn denken.

Ein bißchen schöner wird es erst, als Mama,Oma,Opa und ich bei Uroma sind.Ich gehe in Uropa's Arbeitszimmer,wo sein großer Schreibtisch steht und die Liege,wo er vor ein paar Tagen eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht ist.In der Ecke liegt der Fußball und im Regal stehen die Bauklötze,die er immer für mich runtergeholt hat, um auf dem Fußboden mit mir zu bauen.
Es riecht hier nach Uropa und plötzlich sehe ich ihn am Schreibtisch sitzen. Er dreht sich zu mir um,breitet seine Arme aus und sagt:"Na, mien Jung?!" Ich will gerade zur Tür,um Mama zu rufen,damit sie Uropa auch nochmal sehen kann,da ist er auch schon wieder verschwunden.Nein,ein bißchen ist er noch da,ich höre ihn reden und er lacht sein lustiges"hühühü".
Mama kommt und holt mir die Bauklötze vom Regal und später sitzen wir alle,Oma,Opa,Mama und ich auf dem Boden in Uropa's Arbeitszimmer und bauen eine Burg.Uroma sitzt auf dem Schreibtischstuhl und guckt zu.Und Uropa sicher auch.
 
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Kommentare  

Hallo,
mich hat Deine Geschichte sehr berührt und ich finde, der erste Kommentar dazu wird der Sache in keinem Falle gerecht.
Auch ich bin etwas über 12Jahre alt und benutze noch die "alte" Rechtschreibung, die mir einfach besser liegt.
Dies empfinde ich nicht als Mangel, sondern sogar sehr angenehm.
Daß Du diese Geschichte aus den Augen eines Kindes schilderst, ist ebenfalls kein Fehler, denn dadurch erschließt sich die Gedankenwelt des Kindes dem Leser viel mehr, als wenn er die Erinnerungen eines Erwachsenen lesen würde.
Laß Dich nicht beirren!
Weiter so!


Minotaurus (01.10.2005)

Da du noch die alte Rechtschreibung benutzt ('bißchen'), schließe ich daraus, daß du nicht erst zwölf bist und dieser naive Schreibstil Absicht sein soll. Der ist allerdings scheußlich. Und der Text ist langweilig. Aber ich habe gerade etwas Zeit und daher liste ich dir ein paar deiner Fehler auf.
Erstmal, nach jedem Satzzeichen (Komma, Punkt...) kommt ein Leerzeichen.
In den ersten zwei Sätzen benutzt du die Vergangenheit, im Rest des Textes Gegenwart.
'Ein bißchen bin ich schon traurig, weil alle so traurig sind (...)'. Tolle Logik. Und im Satz davor benutzt du auch schon das Wort traurig. Wirklich traurig.
'Mama's Auto', 'Uropa's Frau' Hallo! Wir sind hier nicht in England. Bei uns schreibt man Mamas Auto und Uropas Frau.
Es ist auch interessant, daß der Protagonist zwar weiß, wie man betet, aber nicht, daß in der Kirche der Pfarrer vorne steht.
Steck ein bißchen mehr Arbeit in deinen nächsten Text.


Chris Stone (13.06.2005)

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