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12 Seiten

Visions Of The Future

Romane/Serien · Fantastisches
Hier mal wieder eine kleine Geschichte, die ich vor vielen Jahren mit einigen Freunden zusammen im Unterricht geschrieben habe. Selbes Prinzip wie bei "Der Traum der Hoheit", jeder schreibt einen kleinen Absatz. Bitte nicht übel nehmen, aber wir waren damals noch jung, deshalb kommt es zustande, dass viele Elemente der Geschichte wie zusammengeklaut wirken. (ich erinnere mich da an gewisse Parallelen mit Stargate SG-1 *pfeif*)


Draußen war es dunkel und es regnete stark. Es war schon spät. Ein schwarz gekleideter Mann ging eine enge Seitengasse entlang und bemerkte nicht, wie er von einem kleinen Jungen verfolgt wurde. Vor einer Wand blieb der Mann stehen. Der Junge versuchte den Mann zu erkennen, doch er war anders. Es mangelte ihm an einer Nase und er hatte große, graue auseinander liegende Augen. Beinahe hätte der Junge los geschrieen. Plötzlich bewegte sich der Mann auf die Wand zu und verschwand in ihr.
Der Junge konnte es nicht fassen. “Was war das denn?”
Er lief auf die Wand zu in der der mysteriöse ‘Mann’ soeben verschwunden war. Als er sich ihr bis auf 1 Meter genähert hatte, kam plötzlich eine starke Böe auf und das Regenwasser prasselte ihm ins Gesicht und auf seinen Körper. Der Regen durchdrang seine Kleidung und er strich sich die durchnässten Haarsträhnen aus dem Gesicht. Er erreichte schließlich, gegen den Regen und den Wind ankämpfend die Wand. Als er sie erreichte verschwand der Wind ebenso schnell wie er gekommen war. Jetzt war nur noch das gleichmäßige Prasseln des Regens zu hören. Zögernd berührte er den Teil der Wand, in dem der grauenhafte Mann verschwunden war und sogleich erschallte ein markerschütternder Schrei die Stille.
Der schreckliche Schrei verursachte ein Beben der Wand. Wie gelähmt stand er mit beiden Händen an der Steinwand. Was war das eben gewesen?
Bin ich verrückt? Bin ich krank? Er fasste sich panisch an die Stirn um zu fühlen, ob er Fieber hatte.
“Nein, wahrscheinlich habe ich nur nicht genug gegessen.” dachte er sich. Sollte das die Strafe für meine ‘kleinen Diebstähle’ sein? Aber von irgendwas muss man doch leben. Ich wollte ihn nur um Geld fragen.
Er rannte planlos durch die dunklen Gassen der Stadt. bis er zu seinem Unterschlupf kam wo er Adam traf und seine Story erzählte.
Adam war sein älterer Bruder und er glaubte seine Geschichte nicht.
“Pascal,” begann Adam, “du spinnst. Es gibt keine begehbaren Wände!” Doch Pascal blieb dabei, beharrte darauf, dass es sie doch gab und so ging Adam mit ihm dahin. Doch als Adam und Pascal jene Wand abtasteten, war dort nichts.
“Siehst du, eine stinknormale Wand.”
“Aber dieser Mann, oder was immer er war, ist dort durchgegangen,” meinte Pascal.
Dann gingen beide wieder zu ihrer Schlafstelle. Während Adam längst schlief, überlegte Pascal noch etwas. Vielleicht kommt’s nur bei Nacht, dachte er. Vielleicht? Er beschloss, es herauszufinden. Noch heute Abend...
Pascal versuchte sich wach zu halten, bis ihm die Zeit gekommen schien. Er dachte an alte Zeiten, als die Zeiten noch besser waren für ihn und seinen Bruder, als ihre Mutter noch lebte. Er wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Pascal schaute zu seinem Bruder rüber, der sich unruhig im Schlaf hin- und herwälzte. Er stand auf, warf einen letzten Blick auf Adam und machte sich auf den Weg zu der Mauer. Zuerst irrte er ziellos umher, da er sich nicht genau an die richtige Gasse erinnern konnte. Es war eine friedliche Nacht, kalt aber sternenklar und ruhig. Auf eine seltsame Art fühlte er sich geborgen, als plötzlich die Stille von einem Scheppern durchbrochen wurde.
Er schaute sich um. Auf der Strasse war niemand zu sehen. Nur in einem Haus brannte noch Licht und ein Fenster war leicht geöffnet. Es schepperte wieder und jetzt konnte man Schreie wahrnehmen, die aus diesem Haus kamen. Er stellte sich unter das Fenster um zu sehen, was da geschah....
Unterdessen im Unterschlupf...
Adam schlief ganz tief bis er laute, dumpfe, schwere Schritte hörte. Ein Schatten stand vor ihm....
“Wer ist da?” flüsterte Adam vorsichtig. Keine Antwort. Der Schatten näherte sich ihm, schien sich über ihn zu legen. Adam wollte sich wehren doch er fühlte Benommenheit, schien bewusstlos zu werden.
Pascal hörte einen weiteren Schrei aus dem Haus und dann erlosch das Licht.
Stille...
Plötzlich hörte er dumpfe Schritte und im Licht der Straßenlaterne zeichnete sich die Silhouette einer Person ab. Die Person kam näher und Pascal versteckte sich. Sie war völlig in Schwarz gehüllt, fast wie ein Schatten. Im Arm hielt sie den bewusstlosen Adam. Der Schatten bewegte sich auf die Wand zu und verschwand in ihr. Ich muss ihn retten, dachte Pascal. Ohne weiter nachzudenken ging er auf die Wand zu und verschwand auch in ihr...

Pascal fand sich in einem fast leeren Raum wieder von dem drei Türen abgingen: eine nach Süden, eine nach Norden und eine nach Osten. Die Wand durch die er gekommen war, befand sich im Westen. Dies konnte Pascal leicht feststellen, weil auf dem Fußboden eine bunte Windrose aufgemalt war. Die Wände waren wild beschmiert mit einer roten Farbe, oder war es Blut? Pascal lief ein kalter Schauer über den Rücken. Im Raum war es totenstill. Dann fiel sein Blick auf die drei Türen; auf jeder war eine seltsame Rune eingeritzt. Er war nicht in der Lage diese Runen eindeutig zuzuordnen. Er stand relativ hilflos, halb ängstlich, halb neugierig in der Mitte des Raumes. Doch vom schwarzen Schatten oder von Adam war keine Spur.
Sein Herz schlug so heftig, dass man es hören konnte, so still war es. Was sollte er tun? Eine leise, zarte Frauenstimme, die fremd und doch vertraut klang, sprach zu ihm: “Pascal.... Pascaaaal....” Er erschrak. “Wer bist du?”
Stimme: “Hör auf dein Herz... bleib dir treu.... hör auf dein Herz, dann findest du den richtigen Weg!”
Er fragte wieder: “Wer bist du?” Doch die Stimme verstummte. Nun stand er da und immer gingen ihm die Worte durch den Kopf. ...hör auf dein Herz... . Was wollte ihm die Stimme damit sagen?
Welche Tür sollte er nehmen? Wenn er doch die Schrift lesen könnte. Er faste in seine Hosentasche und holte einen Würfel heraus, welcher ihm beim Glücksspiel immer Glück brachte. Er schüttelte ihn in seinen Händen und küsste ihn und dachte sich bei einer Zahl, die gerade war, ging er durch die Tür im Norden und bei ungeraden Augen durch die Tür nach Süden. Und von der Tür, von der er kam war er sich ganz sicher, dass es die falsche war. Die östliche Tür würde er nicht wählen wollen, weil ihm sein Gefühl davon abriet. Er würfelte und....
Der Würfel taumelte und zeigte letztendlich eine fünf. Ungerade. Das bedeutete, er würde die Tür im Süden wählen. Sein Herz schlug schneller und er umklammerte mit zittrigen Händen die Türklinke. Er drückte sie runter und übte Druck auf die Tür aus. Ein kalter Luftzug strömte ihm entgegen. Auf der anderen Seite war es dunkel. Pascal öffnete die Tür vollständig. Als er sah, was sich dahinter verbarg, erschrak er. Es sah genauso aus wie der Ort, von wo er jenseits der Mauer kam. Er schloss die Tür. Pascal öffnete die nördliche Tür und ihm bot sich der gleiche Ort. Verwirrung erfasste ihn. Erwartungsvoll schritt er vor die östliche Tür und öffnete sie. Er erblickte einen weiteren Raum mit drei weiteren Türen. Sie trugen auch Runen, aber andere. So stand Pascal vor der Entscheidung, in den zweiten Raum zu gehen, oder eine der beiden Türen zu beschreiten, die ihm den Ort zeigten, von dem er kam...
Pascal beschloss in den ersten Raum zurückzukehren um sich die Runen auf den Türen abzumalen. So malte er sich also alle Runen in jedem Raum ab und folgte den Runen auf den Türen, die gleich oder ähnlich aussahen. So irrte er also lange durch diverse Räume und Türen. Er konnte die vergangene Zeit nicht messen. Die Gänge waren dunkel und stickig, es schien ihm wie der Weg ins Morgen oder ins Übermorgen. Zwischendurch musste er sich setzen und ausruhen um Luft zu schnappen und um gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Nach einem langen, schier unendlichen Weg kam er plötzlich völlig unerwartet in eine riesige Halle. Er erschrak und fiel auf die Knie. In der Mitte des Raums war eine große Lavagrube, über der ein altmodischer Käfig hing, in dem Adam lag. Die Halle war vollgestellt mit Kisten und Animistenapparaturen, Reagenzien, Regalen voll Gläser mit seltsamen bunten Flüssigkeiten. Die Halle war erfüllt von Rauch und Hitze.
Man hörte ein Hallen von mönchsähnlichem Gesang, der sehr bedrohlich und laut wurde. Pascal rief leise: “Adam....Adam...” Doch er bekam keine Antwort. Er wurde lauter und sprach mit mehr Druck: “Aaadam!....Aaaadam!!” Es regte sich wieder nichts. Er schaute panisch nach oben um zu sehen, wie der Käfig befestigt war. Es war zu dunkel, er konnte nichts sehen, da der Raum auch mit Nebel gefüllt war. Er rief wieder: “Adam! Adam, steh auf, ich bin es, Pascal. Steh auf!”
Währenddessen rannte er am Rand des Raums entlang um der Lava nicht zu nahe zu kommen. Plötzlich stoppte der Gesang im Hintergrund und er vernahm Schritte. Er versteckte sich unter einem Labortisch....
Acht Personen kamen in vier Reihen zu je zwei Personen hintereinander mit schweren, lauten Schritten in die Halle. Jeder von ihnen war mindestens zwei Meter groß und ihre Köpfe waren in grau-metallenen Masken verhüllt und jeder hatte einen langen dünnen Stab in der Hand, die sie wie übergroße Gehstöcke verwendeten.
Gleichmäßig verteilt stellten sie sich um die Lavagrube, über der der Käfig mit Adam hing. Einer dieser beängstigend aussehenden Personen sagte etwas in einer anderen, nicht menschlichen Sprache. Daraufhin senkte sich der Käfig herab und entließ Adam aus der Gefangenschaft. Doch er war irgendwie hypnotisiert und hatte eine überkreuzte Schnittwunde im Bauch. Pascal huschte zu naheliegenden Kisten, versteckte sich dort und beobachtete aufmerksam, wie sich die acht Wachen, diese furchterregenden Personen um Adam zusammen stellten und ein Loch sich in der Decke über ihnen öffnete. Ein grelles Licht schien auf sie herab und sog sie ein. Dann waren sie plötzlich weg und das Loch schloss sich wieder. Langsam kam Pascal aus seinem Versteck heraus und sah sich verwundert um. Wo ist Adam? Und wer waren diese Leute?
Er durchsuchte die Halle und fand ein paar Bücher mit Runen, die so ähnlich aussahen, wie die an den Türen, die er abschrieb. Er konnte sie nicht entziffern. Er durchblätterte alle Bücher und fand ein Schriftstück in deutsch. Auf der Rückseite des Schriftstückes war es in Runen geschrieben. Er konnte nicht alle Wörter lesen, da er erst zwölf Jahre alt war und seit zwei Jahren mit seinem Bruder auf der Strasse lebte. Er hatte schon lange kein Buch mehr gelesen. Unter Tränen lief er mit dem Schriftstück aus der Halle und ging durch die Wand zurück in seine Heimatstadt um Hilfe zu holen.
Durch die Strassen irrend lief er am Kinderheim vorbei wo er manchmal ein warmes Essen bekam. Da hatte er auch viele Freunde gewonnen. Die würden ihm bestimmt helfen, dachte er.
Es war zwar schon spät, aber es war immer noch Danielle da, ein 19-jähriges Mädchen, das ihr soziales Jahr im Kinderheim machte und jetzt Festangestellte war. Unter Tränen und völlig aufgelöst schilderte Pascal Danielle die jüngsten Geschehnisse. Sie war versucht ihm zu glauben und als sie die Schriftstücke und die Runen sah, half sie ihm sofort.
“So’n Zufall,” meinte Dani, “ich wollte mal Ägyptologie studieren.” Sie übersetzte die Runen und jede von ihnen enthielt insgesamt sieben Schriftsymbole, laut den Schriftstücken. Jede, aus sieben Symbolen bestehende Reihe, seien Koordinaten, fand Dani heraus.

3 Uhr nachts.
Danielle war mit der Übersetzung fertig. Pascal hatte sich endlich beruhigt und schlief tief und fest. Jede Symbolreihe stellte sowohl Koordinaten im Raum als auch Koordinaten in der Zeit dar. Dann entdeckte Danielle etwas, dass sie für das letzte Teil des Puzzles hielt...
Danni wandte sich in dieser Nacht noch an einen Professor, den sie schon seit Jahren kannte. Dieser war Prof der Geschichte und Mythologie der Urvölker. Sie berichtete ihm von Pascal, den schwarzen Gestalten und dem armen Adam. Der Prof war sofort bereit zu helfen. Er bekam die Schriftstücke und studierte sie und verglich sie mit Dannis Übersetzungen. Er zog noch sein ganzes Team zu sich um dieses Rätsel zu lösen. Pascal wachte auf, während Danni in der Küche stand um Proviantpakete für die Mission zu machen.
Pascal, noch verwirrt: “Was ist los? Ich hatte einen komischen Traum. Adam wurde entführt.”
Danni: “Das stimmt und wir, also der Prof und sein Team wollen dir helfen, Adam zurückzuholen.”
Pascal erinnerte sich. Punkt 5 Uhr morgens stand die ganze Truppe fertig vor der Tür. Es waren mindestens 20 Personen (Wissenschaftler). Pascal führte sie zu dieser Wand...
Als sie dort ankamen, war die Sonne bereits aufgegangen und das Portal in der Wand war geschlossen.
“Wir müssen warten, bis die Sonne untergeht,” meinte Danni, die sich inzwischen sehr gut in die Geschehnisse hineindenken konnte. Während dieser Stunden bis zum Sonnenuntergang schlief sich Pascal ordentlich aus und Danni nahm ein paar Tage Urlaub. Gegen 22 Uhr war die Sonne völlig untergegangen und Pascal konnte die Truppe durch die Wand in den Raum führen, in dem Pascal Adam zuletzt sah. Die Truppe erkundete zuerst die Umgebung, fand aber nicht den Korridor, aus dem gestern noch die acht Furcht erregenden Personen kamen. Man konnte allerdings noch die Umrisse des Loches erkennen, durch das Adam weggesogen wurde. Pascal trat genau an die Stelle, die verhältnismäßig parallel zur Decke am Boden war. Plötzlich sank der Boden um einige Zentimeter nach unten und das Loch öffnete sich. Pascal wurde nach oben durch das Loch gesaugt.
Der Prof sprang mit seinem Trupp hinterher in den Sog. Durch eigenartige Welten rutschend und minutenlanger Angst kamen sie endlich an einem sandigen wüstenähnlichen Ort an. Es war heiß und stürmisch. Weit und breit war nichts und niemand zu sehen, keine Pflanzen und keine Lebewesen. Ein paar Meter entfernt wurde in einer Düne vom Sturm ein großes, sperriges Tor freigeweht. Das Team begab sich auf den Weg zu dem Tor doch es ging nicht. Immer wenn sie sich dem Tor näherten, verschwand es und die Düne erschien. Und das Tor erschien an einer anderen Stelle. Sie trennten sich um das Tor zu überlisten doch es brachte nichts. Völlig ausgepowert setzten sie sich zusammen um einen Plan zu schmieden.
“Also, was ist das für ein Bogen?” meinte der Truppenführer zu seinem Trupp wobei er sich auf’s Tor bezog. Lange Zeit grübelten sie darüber nach. Stunde um Stunde verstrich, doch es wurde nicht dunkel. Es blieb hell, ohne überhaupt eine Sonne am Himmel zu sehen. Selbst die Umgebungstemperatur blieb konstant.
“Ein Hologramm,” meinte plötzlich Danielle.
“Ma’am,” sagte der Truppenführer um sie dazu zu veranlassen, ihre Gedanken mitzuteilen.
“Vielleicht ist es eine holographische Projektion, die nur von weitem sichtbar ist.”
“Was schlagen Sie vor?”
Danni schluckte. “Es muss irgendwo ein Steuergerät oder einen Projektor geben. Ich denke, wenn wir jenes finden, können wir auch weiterkommen in dieser Einöde.”
Langsam verstand der Führer und nickte ob des Verstandes bemächtigt. Er befahl: “Männer, durchkämmt die Wüste! Sucht nach dem... sucht bis ihr was findet.”
Emsig begannen die Männer zu buddeln.
Unter tropischen Temperaturen suchten sie stundenlang. Das einzige was sie zum weitermachen trieb waren ihre Familien, zu denen sie ja irgendwann mal wieder zurückkehren wollten. Pascal dachte nur an Adam zu dem er wollte. Eines der Teams schrie aus der Ferne: “alle hier her. Ich habe etwas gefunden!”
Aus allen Richtungen kamen sie angelaufen um zu sehen, was da war. Der Soldat stand voll durchnässt vom Schwitzen still an einer Stelle und rührte sich nicht.
“Ich stehe auf einer Art Schalter,” stammelte er, “ob es eine Bombe, ein Zeitzünder oder irgendwas anderes ist, weiß ich nicht.”
Das Team war erschüttert. “Irgendwann musst du dich bewegen!” meinte der eine Prof.
“Geht alle in Sicherheit, ich bewege mich jetzt,” schrie er, der Soldat.
Das Team verteilte sich hinter den Dünen. Der Soldat hob sein Bein und es machte “klick”!
Vor ihm erschien ein großer metallener Torbogen, der mit diesen Runen aus dem Raum mit den vielen Türen versehen war.
Der Schalter, auf dem der Soldat stand, war jetzt ein großer, schräger Tisch mit einer Bedienoberfläche. Sie alle standen plötzlich in einem riesigen, leeren Raum, dessen Wände zwar schwarz waren, aber es war dennoch hell an diesem Ort.
Am Rande des Torbogens waren alle Runen verzeichnet, die in den alten Schriftrollen aufgeführt waren. Am oberen Rand des Tors war ein dreieckiges Symbol, das jenem glich, das auch auf einem großen Bedienelement auf dem schrägen Tisch eingeritzt war. Der Soldat drückte diese Taste und sogleich entriegelte das Tor und zwei senkrecht zueinander stehende Türen schoben sich beiseite. Dahinter verbarg sich ein kompliziertes Gängesystem, als wären sie (alle Leute aus der realen Welt) auf einer Basis oder in einem unterirdischen Militärkomplex.
Als Pascal aus dem riesigen Raum durchs Tor ins Gängesystem trat wurde plötzlich ein leises, pulsierendes Geräusch hörbar. War es ein Alarm?....
Als die ganze Truppe in diesem Gängesystem stand ging die Tür mit einem schleifenden Quietschen zu. Das pulsierende Geräusch wurde heftiger je weiter sie in das Labyrinth vordrangen. Der Trupp mit Soldaten ging voraus. Von Pascal und Danni verfolgt und den Schluss bildeten Professoren und dann wieder Soldaten. Als die anführenden Soldaten um eine Ecke gingen, verschwanden die ersten zwei in einer Falltür, welche sich blitzartig wieder schloss. Sie alle waren erschüttert und verängstigt.
Der Prof sprach: “(Mit zehn Prozent Verlust muss man immer rechnen!) Weiter. Wir müssen mehr aufeinander Acht geben, wenn wir hier heile raus wollen!”
Der Trupp ging mit betrübten Gesichtern weiter. Sie suchten das Ende oder eine Tür aber sie fanden nichts. Und immer das pulsierende laute Geräusch im Hintergrund brachte langsam alle zur Verzweiflung. Einer der letzten Professoren fing an zu schreien: “ICH WILL HIER RAUS!!!” tobte und rannte in die entgegengesetzte Richtung. Einer der Soldaten versuchte ihn festzuhalten, doch er bekam von der Panikattacke einen Ellenbogen ins Gesicht und wurde außer Gefecht gesetzt.
Der irre Prof rannte um eine Ecke und man hörte plötzlich nur noch einen panischen Schrei. Der ausgeknockte Soldat war inzwischen zu sich gekommen und seine gebrochene Nase blutete. Ein anderer Soldat sah nach dem irren Prof, doch er war inzwischen ein Häufchen Asche. Der Prof war in ein radioaktives Kraftfeld gerannt, das ihn vaporisiert hat.
“Der Prof ist tot,” rief der Soldat und so schritt der 17-köpfige Trupp vorsichtig weiter. Plötzlich flogen den ersten beiden Soldaten und einem weiteren Professor Geschosse entgegen. Tot fielen sie wie plumpe Steine zu Boden. Es war eine Art Hyper-Maschinengewehr, mit denen auf die drei geschossen wurde. Mit dem Rücken an der Wand spähten die Verbliebenen um die Ecke.
“Fünf von diesen Leuten und sie kommen näher,” meinte ein Soldat. Drei weitere Soldaten stellten sich aufopfernd vor ihre Feinde und schossen wild. Alle drei starben aber sie nahmen die fünf mit in den Tod. Die 11 übrigen Leute schlichen in die Richtung, aus der die Feinde kamen. Sie standen schließlich vor einer schweren Tür mit einem Bedienfeld daneben.
“Die sieht wichtig aus,” bemerkte Prof. Mensfield, der Prof, den Danni zuerst konsultierte. “Mal sehen, wie wir die aufkriegen...”
Das Bedienfeld war mit vielen leuchtenden und blinkenden Schaltern versehen. In der Mitte war ein großer roter und ein blauer Knopf aber ohne Bezeichnung. Der Prof. Mensfield wagte es den blauen zu betätigen. Die Herzen der Anwesenden rasten vor Aufregung. Was wohl diesmal hinter der Tür ist?
Mit sekundenlanger Verzögerung öffnete sich die Tür langsam nach oben. Ein helles Licht drang unten durch den Spalt, der sich wie ein Schlund öffnete. Die Soldaten drangen nach vorn an die Tür. Diese war nun komplett geöffnet. Zwei Soldaten sprachen noch mal ein Gebet und bewegten sich durch den Türrahmen in Richtung grelles Licht. Als sie durch waren wollte der Rest der Truppe hinterher, aber es ging nicht. Sie liefen vor eine Art Wand aus flüssigem Glas. Diese ging nicht kaputt. Die Soldaten hinter dieser Scheibe schossen darauf, aber es ging nichts kaputt. Beide Seiten hämmerten gegen die Scheibe; es tat sich nichts. Es wurde dunkel im Gang und hinter der Scheibe und als das Licht wieder anging war diese Scheibe weg und eine ganz normale Wand erschien. Alle waren entsetzt und die Angst wuchs ins Unendliche.
Pascal betrachtete aufmerksam den roten Schalter, während einige Soldaten noch immer die plötzlich materialisierte Wand untersuchten.
“Wofür mag der gut sein?” fragte er, mehr in sich hinein. Er drückte ihn einfach tief ein. Die Folge: mittelschweres Erdbeben. Die Steinwand verschwand im Boden und auch hinter ihnen verschwanden Wände. Es sah so aus, als würde das Labyrinth (also das Gängesystem) sich neu anordnen. Hinter dieser Wand war nichts. Eine Schlucht, die endlos nach oben, nach unten, nach links und nach rechts zu reichen schien. Geradeaus war in etwa 30 Metern Entfernung eine riesige Wand, die parallel zu der stand, wo sich der Trupp befand. Gegenüber gab es in gleicher Höhe auch einen Gang ins Labyrinth, nur war der anders angelegt. Dort war eine weitere Halle, in der ein Prof übereinander geordnete Nischen sah, in denen sich menschliche Wesen befanden. Nur Kinder und Jugendliche. Und in der Mitte der Halle stand.... Adam!
“Adam!” rief Pascal, doch sein Ruf drang nicht zu ihm durch. Er warf einen Stein hinüber, um zu sehen, wie weit es nach unten ging. Doch der Stein tauchte in einen unsichtbaren See ein und in dem Moment in dem der Stein eintauchte und verschwand, sah man links und rechts Tausende Steine, die eintauchten und verschwanden, als würde diese Szene reflektiert werden, von 2 gegenüber stehenden Spiegeln, die diese Szene in die Unendlichkeit spiegelten. Was war da geschehen? Wie konnte man zu Adam gelangen? Das galt es nun herauszufinden....
Adam stand immer noch wie gelähmt in der Mitte dieser riesengroßen Halle. Das Team beriet sich, was nun als nächstes geschehen würde. Sie trennten sich in zwei Gruppen. Pascal und Danni gingen mit ein paar Soldaten und Professoren. Der Rest der Profs und Soldaten gingen in die entgegengesetzte Richtung. Da sie ja nicht direkt zu Adam gelangen konnten, mussten sie einen anderen Weg finden.
Dannis Team lief nach Westen immer der Wand entlang, bis sie nach vielen Minuten des peilungslosen Laufens zu einer leicht durchsichtigen Brücke gelangten, welche zu Adam rüber führte. Mit viel Skepsis und Angst meldete sich Prof. Mensfield freiwillig als Erster diese Brücke zu betreten. Im Hinterkopf immer die letzten Ereignisse des Trips. Ist es wieder eine optische Täuschung? Zitternden Schrittes begab er sich zum Anfang der Brücke...
Der Prof schritt ängstlich auf die Brücke, die immer schmaler zu werden schien, je weiter er ging. Er hatte tierische Angst, aber keine Angst runterzufallen, sondern einfach nur Angst. Etwa wie diese, die er damals als Kind im Dunkeln erlebt hatte. Plötzlich spürte er einen eiskalten Luftzug und er schauderte. Irgendwas kam auf ihn zu, das spürte er. Doch er sah nichts. Dann traf ihn der Schlag: er sah sich seinen geheimsten Ängsten gegenüber und er begann auf der Brücke zu schwanken.
“Das kann doch nicht wahr sein. Das ist doch nicht real,” meinte Mensfield und plötzlich verschwand die Angst. Und nicht nur das, die Brücke, die Schlucht und die gegenüber liegende Wand auch. Doch er stand schon so schief, dass er leider herunterstürzte und in diesen unsichtbaren ‘See’ fiel.
“Es ist nicht real! Alles nur Trug und Einbildung...!!!”schrie er bevor er ‘eintauchte’. Weg war er.
Langsam wiederholten die anderen Professoren die letzten Worte von Prof. Mensfield. Dann erkannte einer von ihnen, was er meinte. “Dies ist nicht die Realität. Wir befinden uns in einer simulierten Umgebung für unseren Geist.”
Ungläubig schüttelten Pascal, Danielle und die Soldaten diesen furchtbaren Gedanken ab, doch die Professoren erklärten es ihnen anhand dessen, was Prof. Mensfield passierte. Sie verstanden und fanden sich damit ab.
“Also,” begann ein Prof, “wir müssen uns allen einreden, wir müssen uns überzeugen, dass alles, was ihr hier seht irreal ist. Es ist alles nicht wirklich.”
Die Menge stand beieinander und konzentrierte sich. Feindliche Wachen tauchten plötzlich auf und schossen. Doch die Geschosse und die Wachen verschwanden. Langsam begann die Umgebung sich zu verflüchtigen und verschwand plötzlich völlig.
Adam stand ganz allein in der Mitte eines riesigen Raumes. Es war dunkel und man konnte die Wände nicht erkennen, nicht wirklich. Wenn man dachte, man könnte sie berühren, waren sie noch meterweit weg. Adam trug nur ein Leinenleibchen in einem Lichtstrahl aus einem Schlitz in der Decke. Starr, bleich und schmutzig hing er (bei näherem hinsehen) schwebend knapp über dem Boden. Das Team schuf durch ihre gemeinsame Meditation diesen Raum. Sie rannten in Adams Richtung, doch es schien, als blieben sie auf der Stelle stehen.
Ihre Beine wurden schwerer und schwerer doch sie kamen nicht vorwärts. Die leise, bekannte, vertraute Frauenstimme aus dem Vorraum mit den Runen erklang.
“Pascal.... Pascal.... LIEBE..... Lieeebe... Nur Liebe kann ihn befreien. Liebe!” Die Stimme wurde leiser und verschwand.
Pascal und die anderen versammelten sich um Adam, der noch immer hoch oben im Lichtstrahl schwebte.
“Wo sind wir? Ist das hier die Wirklichkeit?” fragte Danielle.
“Ich glaube schon,” meinte ein Professor. “Dies hier scheint sowas wie ein Meditations-Raum zu sein, in dem wir unsere Simulationen erlebten. Ich kenne sowas aus alten Überlieferungen der Maya-Kultur. Ich denke, sie wissen noch nicht, dass wir ‘aufgewacht’ sind.”
“Also haben wir eine Chance zu fliehen!?” fragte ein Soldat.
“Durchaus.”
“Und was ist mit Adam?” fragte Pascal.
Alle sahen noch einmal hinauf. “Die Stimme, die ich am Eingang hörte, sagte, es geht nur mit Liebe.”
“Mmh, Liebe...” murmelte ein Prof. “Da fällt mir was ein...”
“Liebe - ich hab’s!”
“Pascal, du berührst den Lichtstrahl und wir bilden einen Kreis um euch, so dass du deine komplette Liebe auf Adam konzentrieren kannst,” sprach der Professor.
“Woher wissen Sie das?” fragte Danni.
“Aus den Überlieferungen der Weißen Magie. Ob es klappt - das steht noch in den Sternen,” sprach der Prof.
Gesagt, getan. Sie bildeten den Kreis. Pascal dachte an schöne Zeiten mit Adam und ihrer Mutter. Er konzentrierte sich so doll, dass er Schweißausbrüche bekam. Der Raum bebte, es fielen Felsbrocken von der Decke, doch keiner traf die Truppe. Die komplette Energie von Pascal durchzuckte Adam mit Blitzen, die ihn langsam zu den Lebenden zurückholten. Mit einem Male öffnete Adam die Augen und ein Riss im Boden tat sich auf und das gesamte Team fiel hinein und fand sich in der Strasse wieder, wo alles angefangen hat. Adam war wieder bei Bewusstsein.
“Was ist passiert?” fragte Adam.
“Eine lange Geschichte, Bruderherz,” meinte Pascal vielsagend.
“Tja, ich glaube, wir sollten eine Runde schlafen. Wir alle,” meinte Danielle und alle gingen in verschiedene Richtungen. Adam und Pascal bekamen auf vielen Bitten hin, kostenlosen Unterschlupf bei Danielle.
Mitten in der Nacht wachte Pascal schweißgebadet auf. Er träumte von den letzten Ereignissen. Er stand auf und ging raus auf die Strasse. Vorsichtig ging er durch die Häuserschluchten bis zu der Wand, hinter der sich die mysteriöse und fremdartige Welt befand. Pascal tastete die Wand ab, doch es war eine ganz normale Steinwand. Kein Dimensionsportal, obwohl es Mitternacht war bei Vollmond. Erleichtert verschwand Pascal.
Kaum war er ein paar Meter gegangen, verschwand die Wand und wurde zu einem schwarzen Loch. Ein dunkler Schatten huschte aus dem Loch und glitt an Pascal vorbei. Ein kalter Schauer überkam ihn und er drehte sich um. Doch alles was er sah war eine normale, steinerne Wand....
 
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