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Vorweihnachtlicher Schatten über der alten Messestadt

Nachdenkliches · Poetisches
Leipzig
Charmantes Klein-Paris
Goethe's abgöttische Liebe
Geadelt zur Heldenstadt 1989
Stechende Wunden, brennende Herzen
Tiefschwarzer Qualm aus brennenden Barrikaden
Erstickter Glanz von Weihnachtskerzen
Ein Hagel von Pflastersteinen und Böllern
Zersplitterte Schaufensterscheiben
Wut und Hass grinsend unter schaurigen Masken
Geschürt vom Pein gezierter Stiefmütterlichkeit
Die nach der Lust zum Töten giert
Ein wilder Aufschrei nach der anderen Bescherung
Das Fest der Liebe schreit nach guten Taten



Anmerkung: Dies sind jene Gedankensplitter, die mir nach den schweren Krawallen von Leipzig (12.12.2015) entronnen sind.150 rechten Demonstranten standen 2500 Linke gegenüber, von denen sich eine große Anzahl - teils Vermummter - auf wilde Straßenschlachten mit der Polizei eingelassen hatte. Selbst mehrere aus dem gesamten Bundesgebiet angereiste Hundertschaften der Polizei waren nur unter größten Mühen noch imstande, diese aufgeheizte Stimmung unter Kontrolle zu bringen. 70 verletzte Polizisten und eine große Zahl verletzter Demonstranten sorgten für eine erschreckende Bilanz. Und dies ausgerechnet in jener Zeit, die der Liebe und Besinnung dienen sollte. Ein trauriges Jahr, das nun zur Neige geht. Aber wie?!
 
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Kommentare  

Hallo Jochen,
ich danke dir für die schnelle Antwort! Wir
möchten ja alle, dass uns der Frieden erhalten
bleibt und gemeint ist natürlich nicht nur der
Weihnachtsfrieden!
LG. Michael


Michael Brushwood (18.12.2015)

Hallo Michael,
da kann ich dir nur Recht geben
lg
Jochen


Jochen (18.12.2015)

Hallo Jochen,
es gibt auch Länder dieser kapitalistischen Welt,
in denen die Formen dieser weltweiten
Verelendung immer schrecklichere Formen
angenommen haben. Da es keinen vollwertigen
Ersatz für das kapitalistische System zu geben
scheint, muss alles daran gesetzt werden, die
unerträglichen Auswüchse dieser
Gesellschaftsordnung einzudämmen. Wenn dies
geschähe, hätten wir zwar auch
Wanderungsbewegungen, aber nicht in diesen
Größenordnungen wie jetzt. Der bekannte
Kabarettist Uwe Steimle hatte vor kurzem in
einer Sendung des MDR gesagt, dass wir keine
Flüchtlingskrise, sondern eine Systemkrise
haben. Auch darüber lohnt es sich
nachzudenken, ohne dabei die frühere DDR mit
ihren unmenschlichen Methoden in den Stasi-
Gefängnissen zu verniedlichen. Möge das
bevorstehende Weihnachtsfest der Besinnung
dienen, die uns allen gut zu Gesicht stünde. In
diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes,
besinnliches Weihnachtsfest!
LG. Michael


Michael Brushwood (18.12.2015)

Hier wird nichts verniedlicht. Der "Vergleich", betrifft den Einheitsbrei, bei dem die Probleme verschwiegen oder verharmlost werden und jeder Bericht der Zensur unterliegt. Ich bin bestimmt keine Unrealistin. Ich hatte sogar in der DDR Berufsverbot, weil ich mich nicht von meiner Westverwandtschaft distanzieren wollte, was aber auch wieder sein Gutes hatte, weil ich somit unbehelligt in den "Goldenen Westen" reisen konnte.
Ich wünsche Dir natürlich auch ein schönes Weihnachtsfest.
Geschichtsklitterung. Tolles Wort.


rosmarin (17.12.2015)

Hallo Rosmarin,
normalerweise antworte ich nicht auf Kommentare zu meinem Kommentar, aber hier bin ich es einfach den politisch Verfolgten der ehemaligen DDR schuldig, die unter unmenschlichen Bedingungen unter anderem in Bautzen eingesessen haben!

Prüfst du eigentlich deine Aussagen ab und zu im Hinblick auf die Realität?
So ein Vergleich der Systeme, bei dem die DDR einfach mal verniedlicht wird, nennt man Geschichtsklitterung.
Nachzulesen unter:
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsf%C3%A4lschung
Trotzdem oder gerade deswegen wünsche ich dir ein schönes Weihnachtsfest
Jochen


Jochen (17.12.2015)

Hallo Jochen, es gab und gibt und wird immer Menschen geben, die denken: Die da oben werdens schon richten und in ihrem Wolkenkuckusheim zufrieden vor sich hin lächeln und solche, die sich einen kritisch wachen Geist bewahrt haben. Bemerkst Du nicht das Chaos um uns her? Die Flüchtlinge können nichts dafür. Auch sie sind die Leidtragenden, besonders, wenn sie festellen müssen, dass sich ihre Erwartungen nicht erfüllen lassen. Wie auch. Willkürstaat? Was ist denn jetzt? Einheitsbrei der Parteien. Nach dem Motto Friede, Freude, Eierkuchen.Die DDR war ein Klacks dagegen mit ihrer SED. Na, nichts für ungut. Jeder hat seine eigene Meinung und sein eigenes Demokratieverständnis.
Gruß von


rosmarin (17.12.2015)

Hallo Michael,
deine Gedankensplitter haben mir gefallen!
Leider habe ich dann auch eure Kommentare gelesen und kann eure Überleitung zur "Taktik zur Volsksberuhigung", "die Zukunft dieser kapitalistischen Gesellschaft" und "den Interessen der USA" nicht nachvollziehen.
Arschlöcher gibt es überall, ob bei den Rechten oder Linken, ob bei den Kommunisten, Sozialisten, Kapitalisten, ob bei den Christen oder Muslimen oder wo auch immer.
Dass ihr deshalb unsere Gesellschaftsordnung anzweifelt, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Ich wünsche allen ein friedliches, besinnliches und schönes Weihnachtsfest
euer Jochen
P.S. der real existierende Sozialismus ist nicht nur aus ökonomischen Gründen zerbrochen, sondern vor allem, weil er ein Willkürstaat war


Jochen (17.12.2015)

Liebe Rosmarin,
ich danke dir für einen tollen Kommentar, der
mir sehr ans Herz gegangen ist. Wir wollen alle
den Frieden und das nicht nur zur
Weihnachtszeit. Dies braucht allerdings
Lösungen auf die die Menschen immer noch
vergebens warten. Ich glaube auch, dass es sich
um eine Taktik handelt, die der Beruhigung des
Volkes dienen soll. Die Gewalt und die
Zerrissenheit auf allen Ebenen scheint keine
Grenzen mehr zu kennen. Wo soll das nur noch
hinführen? Nichtmal die Zeit kurz vor
Weihnachten bleibt davon verschont. Übrigens
habe ich in meinen Gedankensplittern soeben
noch kleine Änderungen vorgenommen. Ich habe
die Ereignisse im Herbst 1989 als wichtigen
Punkt in der Geschichte dieser schönen Stadt
noch eingefügt. Die damaligen Demonstrationen
verliefen noch friedlich. Schon deshalb sollten
diese schrecklichen Szenarien Grund genug sein,
um über die Zukunft dieser kapitalistischen
Gesellschaft nachzudenken, für die es scheinbar
keinen Ersatz gibt, zumal der real existierende
Sozialismus an seinen ökonomischen Schwächen
zerbrochen war. So wie jetzt kann es in
Deutschland, sowie auf unserem Erdenball
insgesamt, nicht mehr weitergehen. Viele
Länder dieser Welt sind nicht mehr gewillt,
ausschließlich nach den Interessen der USA zu
handeln.


Michael Brushwood (15.12.2015)

Lieber Michael, Gedankensplitter, die zu Herzen gehen und ein realistisches Bild widerspiegeln. Der gute alte Dichterheld würde jetzt bestimmt nicht mehr jubilieren- Mein Leipzig lob ich mir -. Nein, er würde sich entsetzt im Grabe umdrehen. Jetzt jubilieren andere- Allerdings keine Weihnachtsengel, sondern eine Einigkeit demonstrierende Union. Wieder eine neue Taktik zur Volksberuhigung. Sie werdens schon packen. Und wir schaffen das. (?) Wir wünschen uns doch nichts sehnlicher als Frieden und den "Menschen ein Wohlgefallen."

rosmarin (15.12.2015)

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