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7 Seiten

Das Licht der Hajeps Band 1 Die Flucht - Kapitel 6

Romane/Serien · Fantastisches
© doska
Inzwischen hatte der geheimnisvolle junge Bursche die Toilettenräume erreicht und nicht bemerkt, dass er die Tür hinter sich eine Hand breit offen ließ.
Er keuchte vor Aufregung, war völlig außer Atem. Er musste ‚die‘ sofort da oben herunterholen, koste es was es wolle, denn in wenigen Minuten würden weitere ‚Pajonite‘ oder sogar Loteken ‚Chiu-natras‘ auf den Zug springen, das wusste er, da er das als Wolke getarnte ‚Djetano‘ gerade noch rechtzeitig durch den ‚Jawubani‘ hatte erkennen können. Das typische Zeichen der brutalen Jäger war schemenhaft durch den Nebel der Wolke für einen Sekundenbruchteil zu sehen gewesen.
Atemlos schaute er sich um, seine Hand fuhr dabei zum Gürtel, von welchem er aus einem kleinen Täschchen einen Ring herauszerrte, an dem ein winziger, nur zwei Zentimeter langer Stift steckte. Er schob sich diesen Ring über den Mittelfinger, drückte dann erst das Fenster herunter und rief nach ihnen … doch keine Antwort kam oder der Zug ratterte zu laut. Der Wind sauste ihm um die Ohren und peitschte das Haar über Nase und Augen, während er sich mühte, dort oben irgendjemanden ausfindig zu machen. Angst und Panik schnürten ihm schließlich den Hals zu, derweil er den Himmel nach dem ‚Trestin‘ absuchte. Gerade als er ein Bein über die herunter geschobene Scheibe schwenken wollte, um hinaufzuklettern, ging unangenehm quiet-schend die Toilettentüre hinter ihm auf.
‚Pajonite!’, schoss es ihm durch den Kopf. ‚Ich habe mich verrechnet, habe schon wieder ihre verflixte Intelligenz unterschätzt!’
Er war wie gelähmt, als sich ein kräftiger Arm von hinten um seine Kehle legte, eine gewaltige Pranke um sein Handgelenk krallte und ihn vom Fenster fortzerrte, daher hatte er keine Muße darauf zu achten, dass gerade Munk an ihm vorbeigejagt und dann durch die angelehnte Toilettentüre geflitzt war.
Der Bursche drückte seinen Zeigefinger gegen den Ring und dessen Stift verlängerte sich um ein Vierfaches. Ein feiner bläulich schimmernder Lichtstrahl sauste zischelnd durch die nur haarfeine Öffnung des Stiftes. Doch leider ging der Schuss nur in die Decke. Das Dach des Waggons qualmte ein wenig und dann zeigte sich dort ein kleiner Spalt, durch welchen das Tageslicht schimmerte.
„Kor kamta bo di me jala?“, krächzte der Bursche mühselig. Was ungefähr so hieß, wie: Was wollt ihr von mir haben? „Noi ... noi jalo ta dendo la me! Tes, kor bo notore juka, bo ara da-na“, ächzte er verzweifelt weiter. „Ich … ich habe es nicht bei mir! Das, was ihr sucht, müsstet ihr längst besitzen!“
Plötzlich hörte er ein tierisches Ächzen hinter sich, es klang fast wie ein Lachen! Er zog erstaunt sein Kinn etwas an und versuchte auf diese Weise den Arm zu erkennen, der ihn Richtung Toilette schleppte. Dieser war sehr breit, muskelbepackt und sehr haarig … vor allem aber war er grün … jawohl … GRÜN!
„Worgulmpf!“, krächzte George erleichtert.
Der so benannte ließ ihn endlich los und fletschte höflich die langen, gelben Zähne, als der Junge herumfuhr und ihn anstarrte.
„Fengi, Georgo!“, knurrte das gewaltige Geschöpf. „tes“, er kreuzte die Pranken, neigte dabei den Oberkörper, „salfara!“
„Fengi, Worgulmpf!“, wiederholte George den typischen Gruß der Außerirdischen und verneigte sich ebenfalls mit gekreuzten Armen, wobei die Handflächen nach außen weisen mussten.
Er sprach weiter in fließendem Hajeptisch und der Trowe verstand: „Mir scheint, der ‚Diebstahl‘ hat Chiu-natra ganz schön ins Schwitzen gebracht.“
Beide hatten sich wieder zu ihrer vollen Größe aufgerichtet. Abermals starrte George in dieses Gesicht, das in entfernter Form einem moosgrünen Gorilla ähnelte. Allerdings passte die lange, über den schmalen Lippen hängende Nase nicht ganz dazu. Tja, die Hajeps mit ihren verrückten Genzüchtungen. Es wurde sogar gemunkelt, dass die Trowe sogar mit gefangenen Menschen gekreuzt worden waren. Wie mochte diese Mischung wohl inzwischen aussehen?
„Hich? Woher weißt du das?“, fragte das Geschöpf und hielt den Kopf fragend schief.
„Ich nehme an, Pasua hat sich unerwartet gemeldet und eine andere Meinung über euer Diebesgut als die Loteken”, begann ihm George einfach weiter auf hajeptisch zu erklären und lachte sarkastisch. „Chiu-natra scheut keine Mühe, um bei Pasua einen guten Eindruck zu machen. Er schickt euch deshalb als Wolken getarnte Trestine hinterher und setzt womöglich nicht nur einfache Iskune oder Pajonite gegen euch ein, sondern gar höchst lebendige Loteken!“
„Loteken?“, wiederholte der Trowe.
Der Bursche nickte.
Worgulmpfs grünes Tiergesicht wurde merklich heller, man konnte fast sagen, es wurde blass vor Angst!
„Xorr!“ Sie können ruhig kommen. Wir erwarten sie!“, knurrte das etwas streng riechende Geschöpf in seiner Sprache und die gelb und orange gesprenkelten Augen unter der wuchtigen Stirn blitzten kampfeslustig.
Abermals nickte der Bursche und erwiderte weiterhin auf Hajeptisch: „Ich kenne eure Furchtlosigkeit. Habt ihr die Sache, um die es geht, bei euch oder …“, er musste plötzlich schlucken, „oder habt ihr euch getrennt und eure Kameraden …?“ Er konnte den Satz vor lauter Aufregung einfach nicht mehr zu Ende bringen und hatte dabei ein merkwürdig enges Gefühl im Halse.
Worgulmpf warf den Kopf soweit zurück in den Nacken, dass ihm die Kapuze seines Mantels hinabrutschte und den Blick auf sein abstehendes, krauses Haar freigab. Er schien sich über die Angst des Burschen irgendwie zu amüsieren.
„Kontriglusia! Wir haben die Waffe der Wunder bei uns!“ Er senkte den klobigen Schädel. „Du kannst sie haben, wenn du uns wie versprochen den Plan gibst!“
George wischte sich erleichtert den Schweiß von der Stirn.
„Habt ihr euch etwa alle in diesem Toilettenraum versteckt?“, fragte er weiter auf hajeptisch. Er wies zur Toilettentür, hinter der es plötzlich laut rumorte und zwischen Stimmengewirr auch ein zartes, katzenhaftes Fauchen zu hören war.
„Jala wona dendo!“ Worgulmpf hielt ihm zuerst vier, dann drei Finger seiner Pranke entgegen. „Pir uro … gatin hi wona tre! Tliha sagunat dedi goruma eko anu!”
„Ihr seid insgesamt nur sieben? Wo sind die anderen? Dann fehlen also neun? Ihr habt euch getrennt?“, ächzte er entsetzt. „Ihr wisst, was das für euch … für uns alle bedeuten kann?“
Worgulmpf nickte betrübt.
„Tumi takuna! Sehr gefährlich!“, sagte George langsam. „Zumal sich deine Freunde mitten unter die Menschen gemischt hatten, die darüber in Panik gerieten. Aber vielleicht war das auch ihre Rettung, weil sie in der Masse nicht auffielen!“ Er grinste.
„Und da drin sind sechs?“, fragte er sicherheitshalber noch einmal.
„Denda, te bera jala dedi nirat orban!“, antwortete Worgul-mpf und versuchte mit seinem breiten Maul zurückzugrinsen, doch es wurde nur eine verzerrte Grimasse.
„Ach so! Ich bin ein alter Esel. Sechs hätten ja auch in dem kleinen Toilettenraum kaum Platz. Wo genau sind denn jetzt die übrigen drei versteckt?“
Worgulmpfs Blicke wanderten zum hinteren Wagen.
„Igitt … und was haben die Passagiere dazu gesagt? Ich hatte sie gar nicht kreischen gehört?“
Worgulmpf fuhr mit der Faust leicht gegen die Toilettentür.
„Gulmur ukam tos! Djebawa!“, brummte er. Die Tür sprang auf. Drei wüst ausschauende Gesichter zeigten sich feixend.
„Malgat!“, knurrte der Größte von ihnen und hatte auf den Burschen sein lotekisches Gewehr gerichtet.
„Ihr … ihr habt sie getötet?“, entfuhr es George stockend.
Die drei schüttelten grimassenartig grinsend ihre wilden Köpfe und im Hintergrund hörte man immer noch ein Fauchen.
„Ach so!“ George lachte jetzt auch, während er das Gewehr genauer betrachtete. „Es ist also nur ein ‚Jolbata‘, mit dem ihr sie betäubt habt?“ Wieder wanderte sein Blick fragend in die unförmigen Gesichter der Tierwesen. „Woher habt ihr es?“ Seine Augen blieben an einem von ihnen haften. „Hatte Gulmur seine langen, flinken Fingerchen im Spiel?“
Alles nickte begeistert, bis auf Gulmur, der stolz und verlegen zugleich auf seine höchst beweglichen, langen, nackten Zehen schaute.
„Ibo me!“, fauchte Worgulmpf ungeduldig und streckte die geöffnete Pranke George entgegen.
„Denda, wun sanna, chesso?“ George machte einen scheinbar entsetzten Schritt vor ihm zurück. „Wie heißt es bei den Menschen so schön? Erst die Ware, dann das Geld! In diesem Falle erst die Wunderwaffe und dann bekommt ihr die zweite Hälfte meines Planes!“
Das Herz des jungen Burschens klopfte jetzt vor Aufregung, denn die Trowes waren in der Überzahl. Sie konnten, wenn sie wollten, ihm den Plan entreißen, doch die ‚Bombe‘ war eigentlich für sie recht unwichtig, da sie damit nicht umzugehen wussten.
Er war also am Ziel und das nach so vielen, unendlich langen Jahren. Worgulmpf zögerte mit flackerndem Blick, dann wanderten seine stechenden und bunt gesprenkelten Augen zu seinem Sohn Gulmur. Dieser musterte noch einmal prüfendend den hochgewachsenen Burschen und nickte dann.
Es raschelte auf der Toilette und schließlich zeigte sich hinter der Tür noch ein Gesicht, bei welchem man nur sehr schwer erkennen konnte, dass es sich um ein weibliches Wesen handelte, so kantig und derb war es geschnitten. Djebawa hatte für die Trowenfrau bereitwillig Platz gemacht.
„Nun?“, fragte George. „Was ist?“
„Mira!“, knurrte das wuchtige Weib, fletschte höflich die vorstehenden, gelben Zähne und hielt ihm nun ein etwa zwanzig Zentimeter langes, zehn Zentimeter breites und fünf Zentimeter hohes, kernförmiges Metallgebilde entgegen.
Der Bursche musste sich Mühe geben, dass ihm bei diesem Anblick nicht die Knie weich wurden, denn genau so war ihm ‚Danox‘, die ‚Waffe’ beschrieben worden. Zögernd übergab er der Trowin feierlich den Plan.
,Der Skorpion‘ wusste Bescheid, hatte die ,Maden‘ informiert. Man würde die Trowes mit offenen Armen empfangen, wenn sie zu ihnen gelangen würden, denn diese waren durchaus nützliche Informanten. Vorsichtig legte ihm die breite Affenklaue den braunen, schimmernden ,Stein‘ in die geöffneten Hände. Kaum hatte das kalte metallartige Material Georges Haut berührt, blinkte das seltsame Gerät kurz auf oder hatte er sich das nur eingebildet? Die Trowes schienen das kurze Leuchten jedenfalls nicht bemerkt zu haben, also war es wohl ein Irrtum.
Hinten im anderen Wagon quiekte währenddessen ein kleines Trowenkind und hüpfte, mit irgendetwas Felligem in den Armen, selig im Kreise herum. Djebawa schob sich schützend vor den Kleinen und lugte der Trowin über die Schulter, die mit ihren gewaltigen Pranken den Plan auseinandergefaltet hatte.
„Tes wan tai wunga baliko!“, rief sie ihrem Gefährten Worgulmpf zu und dieser atmete erleichtert aus.
George hatte sich inzwischen ebenfalls vergewissert, ob er auch wirklich erhalten, was er gewollt hatte und sein Blick verharrte wie verzaubert auf der feinen Inschrift der ‚Bombe‘.
„Danox!“, murmelte er und das klang fast wie ein Gebet. Sein Finger fuhr tastend über die seltsamen, keilförmigen Schriftzeichen, die in der Mitte der ‚Waffe‘ prangten und dann über die eingravierte Schlange darunter.
Er drehte die Wunderwaffe auf den Rücken. Alles stimmte, denn der ‚Bauch‘ war nicht nur abgeplattet, er setzte sich aus vielen kleinen, hell orange getönten Steinchen zusammen, ähnlich einem Schuppengeflecht. In manchen Schuppen war ein Baum eingraviert worden, in anderen eine Wolke oder was das auch immer darstellen sollte. Allerdings fehlten dort drei Steine. Das wollte er nicht zu ernst nehmen, denn Worgulmpf hatte ihm damals erzählt, dass dort ein paar Steine verloren gegangen wären.
Er wendete das Ding wieder zurück.
„Ach, wenn ihr wüsstet, wie wichtig für uns diese sonderbare Waffe ist.“ Er hatte nur ein Flüstern und dann ein Rascheln und Schritte vernommen und deshalb sah er sich erstaunt um, die Trowes waren inzwischen fort.
Die im Rhythmus des schaukelnden Zuges auf und zu schwenkende Toilettentüre gab den Blick auf einen braun gekachelten aber leeren Raum frei, also hatten sich die Trowes in das Nachbarabteil begeben.
Doch wie sollten sie von da aus ungesehen hinaus? Nun, sie würden schon mit allem weiteren fertig werden, denn sie hatten ja seinen Plan! Doch warum waren sie ohne Gruß verschwunden?“
Die Antwort dieser Frage lag ganz nahe, denn plötzlich hörte er ein überraschtes Kinderstimmchen in seiner Nähe murmeln: „Du liebe Scheiße! Da liegt ja mein Blaui!“
Dann vernahm er schnelle, etwas kurze Schritte, die an ihm vorbeihasteten und wenig später das Geräusch schmatzender Freudenküsse im Toilettenraum und dann: „Heee, duuh, George? Hast du vielleicht den Munk gesehen?“
„Den was … äh … Munk?“, brabbelte George wie im Däm-merzustand und dann blickte er seitwärts über die kräftige Schulter und schon sah er Tobias neben sich stehen und er riss sich zusammen.
„Ja, ist euch denn irgendetwas abhanden gekommen?“, fragte er möglichst ruhig und schaute dem Kleinen ins Gesicht, in der Hoffnung, dessen Blick möge nicht zu lange auf dem funkelnden Metallkern in seinen Händen verweilen.
Tobias nickte. Der Kleine war plötzlich wieder so traurig, dass Tränen in seinen großen Augen schimmerten, behielt aber die Fingerchen in der linken Hosentasche, wo sich eine kugelförmige Wölbung abzeichnete.
„Na, wenigstens hast du deinen ‚Blauli‘ wiedergefunden!“, sagte der Bursche in tröstendem Ton.
„Er heißt nicht ‚Blauli‘“, Tobias krauste die sommergesprosste Nase und seine Stimme klang vorwurfsvoll, „sondern ‚Blaui‘ ohne ‚l’!“
„Ach soooo, ohne ‚l’!“ George ließ den Rucksack von der Schulter gleiten und öffnete diesen.
„Leider habe ich euren Munk nicht gesehen, aber ich helfe dir gerne, warte einen Augenblick, ja?“ Er versenkte vorsichtig die ‚Bombe‘ tief im Rucksack zwischen viel Papier – das sollte Erschütterungen dämpfen – neben dem Fernrohr und dem ‚Sochanten‘, einem Dechiffriergerät, das Robert mit viel Mühe und List Nireneska, dem hajeptischen Oberkommandierenden, hatte entwenden können.
„Ich … ich gehe schon mal den Munk im Nachbarabteil suchen!“, schlug das Kind plötzlich vor und war sogleich an ihm vorbei und an der Tür, des anderen Abteils.
„He, heee, lass’ man gut sein! Wir machen das gemeinsam, okay?“, keuchte George entsetzt, denn er dachte an all die schnarchenden Passagiere. Im Nu hatte er sich den Rucksack über die Schulter geworfen und war Tobias hinterher geprescht. Er hielt ihn am Arm zurück. Tobias brüllte schmerzerfüllt auf, denn ihm taten noch immer beide Ärmchen vom Gezerre auf dem Bahnhof weh.
„Schrei nicht so!“, rügte er den Jungen verärgert. „Wir suchen Munk zunächst in unserem Abteil, hast du gehört … in UNSE-REM!“ Oh Gott, auch er war viel zu laut.
„Ja, aber … warum?“, krächzte Tobias wesentlich leiser, erschrocken über den plötzlichen Befehlston. „Da haben wir doch schon gesucht und da is’ er nich und das weiß ich ganz genau!“
Der Kleine schob die rot genuckelte Unterlippe weit vor und George ahnte, es fehlten nur Sekunden und der Bengel würde in Tränen gebadet sein.
„Ich gehe nicht“, fauchte der Kleine plötzlich und stemmte die Füßchen gegen den Boden, „ehe ich den Munk wiedergekriegt hab’, so!“
„Ach, meinst du etwa mit Munk eure alte Katze?“ George tat so, als wäre er überrascht.
„Ja, die meine ich“, schniefte das Kind, „und die heißt Munk! Aber die ist keine DIE!“, setzte der Kleine ziemlich hastig hinzu und wischte sich dabei über die Nase. „Die ist ein ‚ER‘ … näm-lich ein KATER!“
„Ach so, das wusste ich nicht!“, log George weiter.
„Und Munk ist gar nicht alt!“, empörte sich das Kind weiter. „Nee, das is’ er nich’! Er is’ nämlich immer noch hübsch!“
„Tatsächlich?“, fragte George. ‚Habe nie gehört, dass Katzen hübsch sein können!’, dachte er verdrießlich, setzte jedoch ein betrübtes Gesicht auf und sagte:
„Armer Junge, ich hatte ja gar nicht gewusst, dass du mit Munk diesen bildhübschen Kater meinst. Wirklich ein prächtiges Tier, aber der ist vorhin durch das geöffnete Fenster, siehst du das da?“ Er wies auf das Fenster, welches er selber aufgerissen und zu schließen vergessen hatte. „Ins Freie gehopst!”
„I … iiins Freie?“, wiederholte Tobias erschüttert.
„Sehr richtig!“, bestätigte der Bursche und kam sich nun doch ein wenig gemein vor. Er änderte aber seine Taktik um keinen Deut, denn schließlich ging es hier um Wichtigeres, als um ein paar Kindertränen. „Du verstehst recht gut“, lobte er Tobias. „Bist ein kluger Junge!“ Er tätschelte dem Kind die Wange, über die nun leider doch eine dicke Träne kroch und da flitzte auch schon die nächste hinterher. Tja, Tobias war ziemlich gut im Weinen!
„Keine Angst!“, hörte sich George zu seiner eigenen Überraschung sagen. „Euer Kater wird sich dabei nichts gebrochen haben, so jugendlich, wie der noch ist!“
„Ja, das ist er!“ Tobias zwängte die Lider zusammen, damit keine Tränen mehr kamen.
„Und dieser alte Zug fährt langsam! Sei daher nicht traurig, dass er euch verlassen hat. Das ist keine Untreue! Munk hatte lediglich Hunger!“ Das tröstete den Jungen zwar etwas, aber nicht völlig, dennoch ging er in sein Abteil zurück.

Fortsetzung folgt:
 
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Kommentare  

Hallo lieber Marco, ich danke dir für deinen positiven Kommentar und wünsche mir, dass du inzwischen weitergelesen hast und nun weißt, wie es Munk und allen übrigen Protas ergangen ist. Ja, mit den Hajeps ist nicht zu spaßen -besonders mit den Loteken! Von denen du später noch einiges mehr erfahren wirst.

doska (08.06.2018)

Nun wollte ich mich endlich auch mal zu Worte melden: Anfänglich war dein Roman etwas schwierig zu lesen, denn ich musste dazu das erste Kapitel von tief unten, aus deinen vielen Geschichten, hervorsuchen, aber es hat sich gelohnt. Von vorne bis hinten eine durchweg spannende aber auch ungewöhnliche Story. Ungewöhnlich in sofern, weil sie gleichzeitig mit vielen Charakteren beginnt, die wohl alle eine besondere Rolle in deiner Geschichte haben. Von Kapitel zu Kapitel sind mir diese Persönlichkeiten mehr und mehr ans Herz gewachsen - einschließlich dieses verrückten Katers. Daher hoffe ich, dass alles für Munk gut ausgegangen ist. Werde darum gleich weiterlesen und mich bei Gelegenheit wieder melden. Bis dahin Daumen hoch!

Marco Polo (05.06.2018)

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