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Ein Fall mit Happy End

Poetisches · Amüsantes/Satirisches · Herbst/Halloween
Ich konnte mich lange festhalten. Viel länger, als die meisten meiner Geschwister.
Mit der Zeit wurde es ziemlich langweilig, so einsam hier oben, ganz allein herumzuhängen.
Aber ich traute mich nicht, mich fallen zu lassen. Ich blickte nach unten.
Meine Geschwister riefen mir zu:
„Nur Mut. Es tut überhaupt nicht weh.“
Tatsächlich, es schien ihnen gut zu gehen. Sie lagen auf den zahlreichen bunten Blättern, gleich neben dem Spielplatz.
Ich konnte auch sehen, dass viele ihre grünen Kleider ausgezogen hatten und nun, völlig schamlos, ihre weißen Bäuche zur Schau stellten.

Wie peinlich!

„Nun lass dich endlich fallen“ riefen sie wieder.
„Ok“ rief ich nach unten.
„Aber ich werde auf keinen Fall mein Kleid ausziehen!“

Sie kicherten nur.
Ich war noch am Überlegen, ob ich wirklich loslassen soll, da ließ ein kräftiger Wind den Zweig erzittern und ich verlor den Halt.
Ich überschlug mich mehrmals in der Luft, mir wurde ganz schwindelig. Aber dann landete ich weich auf einem Blätterhaufen.
Mein Kleid sah gar nicht mehr schön aus, es hatte einen langen Riss bekommen. Ich konnte nicht viel sehen, ein großes Blatt lag auf mir.

„Hier ist noch eine“ hörte ich eine unglaublich laute Stimme.
Plötzlich wurde mir mein stacheliges Kleid vom Körper gerissen und ich wurde von einer riesigen Kinderhand in einen Beutel geworfen. Zum Glück war ich nicht allein.

Meine Angst verflog, als wir kurze Zeit später, alle sanft gestreichelt wurden.
Behutsam legte man uns auf eine Fensterbank.

Hier war es kuschelig warm und jetzt war ich froh, nicht mehr mein Kleid anzuhaben.
Es war ohnehin in letzter Zeit ziemlich eng geworden.
Und es machte mir auch gar nichts mehr aus, dass alle meinen weißen Bauch sehen konnten.
 
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