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SCHIMMER DER HOFFNUNG, Kap. 1, Teil 2 - VATER Und TOCHTER

Romane/Serien · Nachdenkliches · Fan-Fiction/Rollenspiele
Buffy beobachtete Spike verstohlen. Warum lächelte er so grimmig?
Er sah so süß aus mit Morgan auf dem Arm. Die Kleine himmelte ihn förmlich an.
Buffy wusste, dass Morgan ihr größter Trumpf war, Spike irgendwann zurückzugewinnen. Morgan liebte ihn. Und die beiden hatten diese seltsame Art der Verständigung in Bildern, die sie sich gegenseitig übermitteln konnten. Diese Gabe hatte Buffy – sie dachte dankbar daran – aus dem Gefängnis befreit, als sie des Mordes angeklagt war.
Die Gedanken sind frei? Nein, nicht wenn man eine Tochter hat, die bildliche Gedanken lesen kann und sie eventuell ihrem über alles geliebten Daddy zur Verfügung stellt. Aber Morgan war natürlich viel zu klein, gerade mal neunzehn Monate alt, und sie konnte es natürlich nicht steuern .... Oder konnte sie es doch?
Nicht, dass Buffy Angst davor hatte, dass ihre bildlichen Gedanken jederzeit Spike auf Abruf zur Verfügung standen unter der Voraussetzung, dass Morgan es für wichtig genug hielt. Nein, Buffy hatte eher Angst davor, dass Morgan das nicht für wichtig genug hielt. Schwierig kompliziert war alles.
Denn sie sehnte sich nach ihm. Oh verdammt noch mal! Sie sehnte sich nach ihm. Aber Spike war so weit weg. Er lebte immer noch in der Erinnerung an seine verstorbene Frau, die göttliche Lilah, so dass Buffy sich manchmal vorkam wie der letzte emotionale Müll, nein, eigentlich kam sie sich vor wie ein Nichts.
Immerhin trug er, wie sie mit einem verstohlenen Blick auf den kleinen Finger seiner rechten Hand feststellte, Lilahs Ehering nicht mehr. Und seinen eigenen früheren Ehering trug er auch nicht mehr. Das war sicher schon ein Fortschritt, denn er konnte sich doch nicht für immer abkapseln. Konnte er nicht, oder konnte er doch?
Die kleine Morgan zog automatisch ihren geistigen Schutzschild hoch, sie hatte natürlich keine Ahnung, was ein Schutzschild war, aber sie konnte damit lästige Gedanken abblocken und sich unbeschwert anderen Dingen zuwenden. Das war ja auch viel interessanter als Moms Gedanken. Die drehten sie immer nur um Daddy, Mom mit Daddy, Daddy mit Mom, Mom in Daddys Armen, Mom Daddy küssend, Daddy mit Mom Dinge tun, die Morgan absolut nicht verstand, also wirklich alles total laaaangweilig!!!
Morgan gähnte und blickte zu Daddy hoch und bedeutete ihm: Ich bin müde.
Daddy schaute zu ihr herunter und nickte. „Wir sind gleich da, dann kannst du schlafen.“
„Sie ist tatsächlich eingeschlafen“, sagte Spike kurz darauf zu Buffy. „Und das freiwillig.“
-*-*-*-*-*-*-*-
Sie hatten nicht viel Gepäck mitgenommen. Spike wollte nicht unter Stress geraten. Und es war ihm fast peinlich gewesen, Buffy zu sagen, dass er noch nie geflogen war, denn als Vampir wäre das ziemlich gefährlich gewesen außer bei Nachtflügen. Und dass er keine Ahnung hatte vom Ein- und Auschecken und dem ganzen anderen Mist.
Buffy war schon fünf Mal geflogen. Einmal von L.A. nach Cleveland. Dann von Cleveland nach L.A. im letzten Mai. Es ging nicht gut aus, denn statt Spike von ihrer gemeinsamen Tochter zu erzählen, traf sie auf eine glückliche und vor allem schwangere Lilah. So dass sie frustriert und ohne Spike getroffen zu haben, den Rückzug, beziehungsweise Rückflug nach Cleveland antrat. Und das letzte Mal, als sie wieder nach L.A. geflogen war, um Spike zu helfen, weil Lilah tot war, da hatte sie zwar eine großartige Nacht mit ihm erlebt, die aber für sie nicht gut endete, weil Spike sie nicht haben wollte. Nein, das war falsch, korrigiert sich Buffy, er wollte sie durchaus haben, sexmäßig, um sich zu betäuben von seinem Schmerz, aber er wollte sie nicht behalten.
Also zum fünften Mal geflogen. Zurück in das Kaff Woodcape irgendwo an den großen Seen.
Tja, man konnte wirklich sagen, dass Buffy eine gewisse Flugerfahrung besaß.
-*-*-*-*-*-*-
Angel erwartete sie schon.
Buffy ließ sich von ihm umarmen, und sie fand es angenehm, wie zärtlich er sie behandelte. Im Gegensatz zu Spike, der sie überhaupt nicht zärtlich behandelte, sondern sich so unterkühlt wie ein Eisblock verhielt.
Spike beobachtete Buffy und Angel und wie sie sich zärtlich begrüßten, und ehrlich gesagt war es ihm ziemlich egal, denn er hatte nichts anderes erwartet. Angel konnte ja nichts dafür. Und Buffy konnte wohl auch nichts dafür.
Angel führte sie in ihre Zimmer im ersten Stock des Hotels. Drei an der Zahl, eins links außen für Spike, eins in der Mitte für die Kinder und eins rechts außen für Buffy.
Angel hatte auch Kinderbetten besorgt, was Spike dankbar registrierte. Man hätte zur Not in L.A. was kaufen können, aber so war es natürlich viel besser.
Spike musste grinsen, denn immerhin hatten diese drei Zimmer Verbindungstüren – die man selbstverständlich abschließen konnte.
Wahrscheinlich machte sich Angel Sorgen um Buffys Sicherheit und Unschuld.
Ach du lieber Himmel! Da bestand nun wirklich keine Gefahr. Spike musste noch mehr grinsen. Angel hatte ja keine Ahnung ...
Sie waren früh zu Bett gegangen, nachdem sie die sanitären Einrichtungen auf dieser Etage des Hotels inspiziert hatten. Das war wichtig, um die Kids zu baden, zu füttern und so weiter. Es gab auch eine kleine Küche auf dieser Etage.
Sie hatten keinen anderen Bewohner des Hotels angetroffen. Dazu würde noch reichlich Zeit sein, befürchtete Spike, der immer noch ein wenig menschenscheu war, obwohl er jetzt selber ein Mensch war. Eigentlich kam diese Menschenscheu nur zum Vorschein, wenn er auf Menschen traf, die seine Vergangenheit kannten.
Er hatte, bevor er sich in sein Zimmer zurückzog, mit Buffy ausgemacht, dass sie sich am morgigen Tag um die Kinder kümmern würde. Er war nicht zum Vergnügen in L.A. Er hatte ernste Sachen zu erledigen, und zwar:
1.) Die Jungs zu treffen und ihnen klarzumachen, dass er nicht länger Mitglied der Band sein wollte. Das war zwar schade, aber diese Zeiten waren vorbei. \\\'The big bad Thing\\\' war nun Legende.
2.) Lilahs Eigentumswohnung zu verkaufen.
3.) Den Porsche zu verkaufen. Er brauchte ihn nicht.
4.) Vivian, seine Agentin zu treffen – Vivian war eine Freundin von Lilah – um den Filmvertrag zu unterzeichnen. Ja tatsächlich: Spike sollte die Hauptrolle in einem Film spielen. Die Probeaufnahmen hatte er schon hinter sich, und der Produzent war begeistert gewesen über Spikes Ausstrahlung auf der Leinwand.
Tja, Spike hatte viel zu tun.
 
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