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Aktien

Aktuelles und Alltägliches · Kurzgeschichten
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Prolog/Disclaimer:

Liebe Webstories Leser!

Vor einiger Zeit hat mich jemand mal angesprochen bzw. gefragt, ob ich nicht auch mal etwas über Geldanlagen in „schwerer Zeit“ schreiben könnte. Ich habe lange darüber nachgedacht und mich dann dazu entschlossen dies einmal zu tun, u.a. auch, da das Thema Aktienrente (Generationskapital) ja immer noch politisch aktuell ist.
Da es sich hier um ein heikles Thema handelt, weil „bei Geld“ bekanntlich „der Spaß aufhört“, sei mir der nachfolgende Disclaimer gewährt:

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Haftungsausschluss:

Die folgenden Ideen/Informationen sind völlig ohne jede Gewähr für Richtigkeit und die Verwendung dieser erfolgt durch den Leser zu 100 Prozent auf eigenes Risiko!
Totalverluste beim Befolgen der Ideen sind jederzeit möglich.
Die nachfolgenden Ausführungen sind rein persönliche Ansichten und Einschätzungen einer Privatperson ohne jede Gewähr für Aktualität und Richtigkeit. Diese ersetzten keinesfalls die qualifiziertere Beratung durch einen Bank-, Anlagen-, und /oder Vermögensberater etc..
Der Autor dieser Ausführungen rät in keinem Fall zur Anlage von Teilen des Vermögens in Aktien bzw. in irgendwelche bestimmte Anlageprodukte / Anlagemöglichkeiten, wie z. B. Genossenschaftsanteile, Aktien etc.! Er rät aber auch nicht ausdrücklich davon ab!
LASST EUCH VOR JEDER ANLAGEENTSCHEIDUNG BESSER IMMER VON EINEM VERMÖGENS-ANLAGEEXPERTEN (Bank, Versicherung, Rechtsanwalt ....etc.) ZUSÄTZLICH BERATEN!
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1. Investition in Aktien

Es folgen rein subjektive Tipps nur für Erstanleger/Kleinanleger /Einsteiger die den Trade (Stock trading) im Rahmen des steuerlichen Sparerpauschbetrages in Erwägung ziehen und bei denen ein ausreichender Freistellungsauftrag vorliegt.

1.1 Was ist eine Aktie?

Die Aktie stellt eine anteilsmäßige Beteiligung am Produktiv-vermögen einer Aktiengesellschaft (AG) dar.

Das Grundkapital der Aktiengesellschaft (AG) wird in Aktien aufgeteilt, welche einen Nennwert haben und gleichzeitig einen definierten Anteil am Grundkapital für den Aktionär dokumentieren. Man wird zu einem X-tausendstel Anteilseigner an einer Firma. Der Aktionär hat mit seiner Aktie einen Anteil am Grundkapital der jeweiligen Aktiengesellschaft.

Wenn eine AG z.B. 1.000.000 Aktien ausgegeben hat, dann hat derjenige der 100 Aktien gekauft hat einen Besitzanteil im Verhältnis 100:1.000.000 an der AG.

Der Aktionär haftet in der Regel nur mit dem Wert der Aktien, welche sich auch in seinem Eigentum (Depotbestand) befinden für die Verbindlichkeiten der AG.
Geht die AG in die Insolvenz und wird mangels Masse abgewickelt, hat der Aktionär sein diesbezügliches Aktienvermögen verloren.
Es gibt also beim Aktienbesitz immer auch ein theoretisches Totalverlustrisiko der Geldanlage. Dieses Verlustrisiko ist aber, wenn man den richtigen Aktienwert ausgewählt hat, meiner Meinung nach, überschaubar gering, da es bei gewissen Firmen allein aufgrund ihrer Größe und ihrer Systemrelevanz sehr unwahrscheinlich ist, dass diese in der nächsten Zeit pleitegehen.

An dieser Stelle möchte ich gleich einmal auf die bescheidenen Gewinnchancen beim Kauf von teuren Lottoscheinen hinweisen. Man sollte sich vielleicht mal überlegen, wie viel Geld man im bisherigen Leben schon an Lottoscheinen verplempert hat. Es könnte sein, dass das Aktienrisiko hier weitaus besser wegkommt.

- Vergleich Sparbuchzinsen und Aktien-Kursgewinne -:

Beim schnellen An- und Verkauf von Aktien sollte man berücksichtigen, dass man diesen Kursgewinn nicht mit den normalen Jahreszinsen eines Sparbuchs vergleichen kann, da dieses die Zinsen einmal jährlich für ein ganzes abgelaufenes Spar Jahr mit 365 Tagen gutschreibt.
Wenn ich innerhalb eines Monats Aktien mit Kursgewinn gekauft und wieder verkauft habe, dann sollte man vor dem Vergleich welche Anlageform (z. B. Aktie oder Sparbuch) die bessere war, diesen Monats-Gewinn auf 365 Tage hochrechnen. Besser vergleichbar ist die Jahres-Aktiendividende mit den Jahres-Sparbuchzinsen.

1.2 Rechtliche Grundlagen der Aktiengeschäfte

Die juristischen Grundlagen und Regelungen findet man u.a. im deutschen Aktiengesetz. Dieses behandelt/regelt u.a. folgende Themenbereiche:

- Allgemeine Vorschriften

- Rechtsverhältnisse

- Gründung und Verfassung der AG mit Aufgabe der Organe einer AG (Aufsichtsrat/Vorstand)

- Hauptversammlung (Einberufung, Rechte, Stimmrechte, Vorzugsaktien)

- Rechnungslegung / Verwendung der Gewinne

- Liquidation der AG

1.3 Wie kann ich Aktien kaufen?

Nichts ist leichter als das!
Man geht einfach zu seiner Bank und eröffnet dort ein Aktiendepot. Oft geht das sogar Online, wenn man dort schon Kunde ist, ohne dass man bei seiner Bank persönlich noch einmal dazu vor Ort erscheinen muss.
Beim Depot handelt es sich um ein separates Konto (neben dem Girokonto/Gehaltskonto) bei einer (Effekten-)Bank, auf dem die Aktien, welche man gekauft hat, verwaltet und verbucht werden. Je nach Bank werden dafür keine oder regelmäßige Depotgebühren ab-/unabhängig von der Anzahl der darin befindlichen Aktienwerte fällig. In der Regel werden dann Kauf- und Verkaufsaufträge von Aktien Realtime-online durch den Aktionär selbst via Internet abgewickelt. Für diese Kauf- und Verkaufsaufträge verlangen die Banken dann normalerweise noch einmal jeweils eine geringe überschaubare Gebühr bzw. Provision.

Gebührenbeispiel je Kauf-/ Verkaufsvorgang:

Grundgebühr 5,00 Euro + 0,25% vom Kurswert, max. 70 Euro + Handelsplatzgebühr in Höhe (je nach Bank und Handelsplatz) von 0,0 Euro bis z.B. 3 Euro.

Diese Kauf- und Verkaufsgebühren und die angefallenen Depotkosten muss man natürlich bei der Verkaufsentscheidung zu einer Aktie mit dem Kursstand X am Zeitpunkt Y berücksichtigen, damit man sich nicht selbst ins Knie schießt und nachher weniger rausbekommt als man reingesteckt hat. Es ergibt je nach Kurshöhe also keinen rechten Sinn, wenn man nur eine einzige Aktie einer XY-AG kauft, deren Kurswert geringer ist als die dabei anfallenden Transaktionsgebühren. Wie soll man diese je wieder mit einem Gewinn loswerden? Folglich empfiehlt es sich, meiner Meinung nach, nicht nur eine einzelne Aktie der XY-AG zu kaufen, sondern gleich 50 oder 100 auf einmal, weil die Gebühren dann nicht nur eine einzelne Aktie belasten, sondern sich die Ankaufs- und Verkaufsgebühren auf 50 oder 100 Aktien verteilen.

Während beim Kauf einer einzelnen Aktie, deren Kurswert manchmal schon nach oben explodieren müsste um je wieder mit Gewinn verkaufen zu können, genügt beim Kauf von 50 oder 100 Aktien einer AG schon eine kleine Kurssteigerung um auch nach Berücksichtigung der angefallenen und noch anfallenden Kosten in die Gewinnzone zu kommen.

Vor Banken, welche Aktienkauf- und Verkaufsorder nur per Rauchzeichen, Buschtrommeln, stille Post, Rohrpost, Sprachtelefon, Fax oder Brief-Postweg abwickeln, sollte man vielleicht besser einen großen Bogen machen, da es gerade beim Aktienhandel darauf ankommt, dass man schnell kaufen und verkaufen kann. Und so etwas geht vernünftig, meiner Meinung nach, nur via Internet online Realtime innerhalb der normalen Börsenzeiten (Börsenplätze z.B. Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, München, Berlin, Direkthandel) mittels heimischen PC oder Smartphone. Das Gleiche gilt für Banken, welche ihre diesbezüglich zuständige Aktienabteilung nur in der Zeit von z.B. Montag 11:38 Uhr bis Freitag 10:14 Uhr geöffnet haben und in Kalenderwochen mit Vollmond und schon gar nicht in der Mittagspause von 12:17 Uhr bis 14:13 Uhr vom Kunden bzw. Aktionär belästigt werden wollen. Auch Bankfilialen, welche Kauf- und Verkaufsaufträge nicht sofort ausführen können, weil der dafür zuständige Sachbearbeiter "zurzeit in Malle auf Urlaub" ist oder „Burnout hat“, sollte man wohl besser meiden, genauso wie share broker and share dealer, die, wenn man diese nach dem aktuellen Kurswert einer Aktie befragt, die Tageszeitung hervorziehen und in den dortigen Kurszettel schauen.

Wahrlich wahrlich ich sage Euch, sofern es überhaupt noch solche Dinosaurier Banken gibt, werden diese nicht mehr lange am Aktienmarkt zu finden sein! Denn das ist die schöne Seite des Kapitalismus, nämlich, dass auf seine gnadenlosen Markt-Selbstreinigungskräfte Verlass ist, solange der Staat sich nicht einmischt.

1.4 Inwieweit ist der Erwerb von Aktien sozial zu rechtfertigen?

Diese Frage kommt immer wieder auf und bildet für den Aktien und ETF- Handelsmarkt (Exchange Traded Funds) kein Problem, weil es praktisch für jede Lebenseinstellung hier irgendwo ein passend zu geschneidertes Anlageprodukt gibt. Wer auf Nachhaltigkeit setzt, kann diesbezüglich auf die Einhaltung der ESG-Kriterien bei Anlage Produkten achten:

ESG-Kriterien für nachhaltige Wertpapieranlagen:

- Umwelt (Environmental, u. a. Klimaschutzthematik)

- Soziale Aspekte (Social)

- Verantwortungsorientierte Unternehmensführung (Governance, u. a. Compliance Thematik)

1.5 Aktienrückkauf (§ 71 Aktiengesetz)

Aktiengesellschaften können bereits ausgegebene eigene Aktien auch wieder im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und Grenzen von den eigenen Aktionären oder über die Börse zurückkaufen und vernichten (verdeckte Kapitalausschüttung). In der BRD wird ab ca. 1998 davon verstärkt Gebrauch gemacht. Die Dividenden oder Teile davon werden z.B. zum Rückkauf verwendet, was zu einem Kursanstieg führt/führen kann. Dies kommt indirekt dann auch wieder den eigenen Aktionären zugute. Die Anzahl der im Verkehr befindlichen Aktien wird dadurch reduziert. Dies steigert den Gewinn je Aktie und hat auch Steuervorteile für den Aktionär.

2. Rein subjektive Vorschläge
- ohne jede Gewähr -:

Es folgen rein subjektive Vorschläge für, meiner Meinung nach, halbwegs solide Kaufkriterien / Kaufentscheidungen - n u r für Börsenneulinge -:

2.1) Aktienkauf auf Kreditbasis kaufen?

Für alle, welche noch keine tiefgreifende Erfahrung im Aktienhandel haben, ihre Ehe nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen wollen, ihre Kinder und Familie lieben, vom Nachbarn auch Morgen noch gegrüßt werden wollen, nicht als zukünftiger Erbe auf den Pflichtanteil reduziert werden möchten und auch lang- oder kurzfristig nicht im Schuldenturm bei Wasser und Brot landen möchten, hier zunächst meine persönliche Grundregel:

!! N i e m a l s einen Aktienkauf mit Krediten finanzieren !!

So etwas ist nur etwas für beratungsresistente Hasardeure bzw. Zocker-Profis mit einem Nervengeflecht aus Stahl und selbst diese haben sich schon um Haus und Hof dadurch verzockt. Denkt immer daran, dass Ihr nie ein Gordon Gecko der Wall Street sein werdet. Das ist alles Film und nichts als Illusion.

Mein Vorschlag:

Mit dem Ehemann/ Ehefrau/ Lebenspartner/in einen bestimmten Höchstbetrag aus dem schon vorhandenen Vermögen gemeinsam festlegen, mit dem maximal gehandelt wird. Wird dieser Betrag durch Fehlinvestitionen aufgebraucht, sollte Einigkeit darüber bestehen, dass man zukünftig die Finger vom Aktiengeschäft lässt.

2.2) Home Bias:

Soll man Aktien nur von deutschen Unternehmen kaufen?

Völlig subjektiv würde ich allen Börsenneulingen raten, zunächst besser nur deutsche (maximal welche aus dem EU-Mitglieds-Raum) Aktien zu kaufen.
Der Grund hierfür ist u. a. neben der besseren Beurteilungsmöglichkeit (u. a. Prospekte, Presseartikel und Informationen in deutscher Sprache) u. a. auch das Vermeiden von Wechselkursschwankungen und Quellensteuer, was die Dividende ordentlich schmälert.

Beispiel Dividende:

Auszahlung der Dividende für 100 Aktien einer Aktiengesellschaft die man im Depot hat:

100 Aktien * 0,66 Euro Dividende = 66,0 Euro - (26,5 % QuSt.) 17,49 Euro = 48,51 Euro gekürzte Auszahlung und Gutschrift auf das eigene Depotkonto. Einige Länder erheben sogar 35 % QuSt. Man muss bei der Wahl der Aktiengesellschaft also auch immer den Dividendenauszahlungsverlust durch eine evtl. anfallende Quellensteuer mit einberechnen.

Das Thema Doppelbesteuerungsabkommen und Rückerstattungsmöglichkeiten ausländischer Steuern möchte ich an dieser Stelle nicht weiter vertiefen, da dies meiner Meinung nach für den Börsen-Novizen an dieser Stelle zu weit führen würde.

2.3) Sind Stammaktien oder Vorzugsaktien besser?

Für den Anfänger und Kleinanleger ist die Fokussierung auf stimmrechtslose Vorzugsaktien meiner Meinung nach gar nicht schlecht, da diese teilweise gegenüber den Stammaktien höhere Dividendenerträge erbringen. Man sollte sich realistisch die Frage stellen, was man eigentlich davon hat, ein Stimmrecht in Form von 50 Aktien zu haben, bei einem Konzern der z.B. 10.000.000 Aktien insgesamt ausgegeben hat.
Auf Deutsch: Man hat, obwohl man Aktionär und Anteilseigner an der AG ist, ohnehin mit 50 Aktien dort nichts zu melden.

§ 139 (1) Aktiengesetz: "Für Aktien, die mit einem Vorzug bei der Verteilung des Gewinns ausgestattet sind, kann das Stimmrecht ausgeschlossen werden" (Vorzugsaktien ohne Stimmrecht vgl. auch § 12 Aktiengesetz).

2.4) Dividenden:

Zahlt die AG auch eine Dividende?

Man sollte vor dem Aktienkauf vielleicht besser erst einmal prüfen, ob nach der jeweiligen nächsten Hauptversammlung gemäß Beschlussantrag auch eine Dividende (Zins als Lohn der Anlageangst) ausgezahlt werden soll (§ 174 Aktiengesetz).
Es macht mich schon nachdenklich, wenn hochgelobte globale Unternehmen mit einem sehr hohen Börsenwert keine Dividende auszahlen. Vielleicht sollte man sich nicht zu sehr durch Hochglanzprospekte beeindrucken lassen.

Meine Faustregel: Immer wie eine Hausfrau (m/w/d) denken, welche vor jeder ihrer Kaufentscheidungen berücksichtigt, dass sie noch drei hungrige Kinder zu ernähren hat.

Falls es Aktien mit einem außergewöhnlich hohen Kurswert gibt, welche gleichzeitig auch ein sehr hohes KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis s.u.) haben und bei denen alle Analysten fast schon hysterisch nur noch "KAUFEN! KAUFEN!" schreien, sollte man als Novize die Ruhe bewahren, genauer hinsehen und an die amerikanischen Goldgräbersiedlungen denken, die heute nur noch Menschen verlassen und zerfallen mit im Wind klappernden Saloon Türen zu besichtigen sind. Bei diesen kann man das bittere Ende einer Goldgräbermoral sehen. Wer hat bei den Gold digger am Klondike River ab 1896 nC eigentlich das große Geld gemacht? Derjenige, welcher 14 Stunden am Tag wie ein Besessener Gold in seinem Claim gewaschen bzw. geschürft hat, oder derjenige, welcher diesen in Ausnutzung seiner dortigen Monopolstellung Schaufeln, Pistolen, Gewehre, Lampen, Siebe und Hacken vor Ort verkauft hat? Oft waren es zusätzlich die Betreiber der dortigen Saloons, die Coffin makers and grave-digger, welche richtig abkassierten.
Nebenbei, wo wir gerade beim Goldrausch sind. In letzter Zeit habe ich immer wieder gehört, dass wegen der Entwicklung des Goldpreises von gewissen Strategen dazu geraten wurde nun auch Aktien von kleineren Goldminen-Betreibern in Kanada, Mali, USA, Demokratische Republik Kongo, Dom.Rep., Peru, Tansania, Argentinien und/oder Chile zu erwerben. Wer so etwas vorhat, sollte ganz genau hinschauen und sich u. a. auch mal ansehen wie viel Gramm Gold diese mit jeder ausgebuddelten Tonne Gestein wirklich in ihrer Mine fördern. Wenn man hierzu glaubhafte Angaben hat, kann man dies ins Verhältnis zur maximal geschätzten Förderkapazität je Minen-Schürftag setzen und sich dann durch Kenntnis des aktuellen Goldpreises schnell selbst ausrechnen, ob eine solche Aktieninvestition etwas bringt. Manchmal genügt es auf die Homepage einer solchen Mine zu gehen und sich einmal die Bilder anzusehen. Taucht dort nur ein in die Kamera hinein lächelnder Digger (burrower) auf dem Bock seines blitzsauberen Radladers auf, welcher einen riesigen Gold-Nugget in die Kameralinse hält, sollte man sich vielleicht weitere Gedanken darüber machen, ob das bessere Gold nicht doch das Beton-Gold (Immobilien) ist.
Aus dieser Erkenntnis heraus folgt später meine Empfehlung vor allem für die Aktienwerte aus dem Bereich Nahrungsmittel, Wasserversorgung, Energieversorgung, Immobilien, Versicherungen.

Ihr fragt, wo hier der tiefere Sinn liegt?

Ganz einfach, der o.g. Digger weiß am Morgen nicht, was er bis abends an Gold geschürft hat. Derjenige, der diesem vor Ort, vielleicht sogar mit einer Monopolstellung ausgestattet, aber Lebensmittel, Trinkwasser und Whisky verkauft, weiß, dass der Digger bei ihm regelmäßig erscheinen muss, wenn dieser in den Pampas überleben will. Es gibt Branchen, auf die man im Notfall verzichten kann. Auf eine Trinkwasserversorgung und auf Lebensmittel kann man weltweit eigentlich nie verzichten.
Bei Branchen aus dem Bereich der Internet-, Software & IT-Dienstleistungen sollte man sich vielleicht die Frage stellen, was da eigentlich an tatsächlichen materiellen und immateriellen Werten (z.B. Gebäude, Grundstücke, Betriebseinrichtungen, Urheberrechte, Warenzeichen und Patente) im Alleineigentum der AG vorhanden ist und ob diese Werte den jeweiligen Aktienkurs widerspiegeln bzw. nachvollziehbar machen. Auf die Dotcom-Blase im Jahr 2000 sei hier nochmals hingewiesen.
Überlegenswert ist es bei allen Branchen, wie lange eine Bank oder ein Bankenkonsortium eigentlich eine Aktiengesellschaft, welche einen bestimmten Börsenwert erreicht hat, überhaupt noch fallen lassen kann, ohne ihre eigene Existenz zu gefährden.

2.4.1 Wie häufig erhält der Aktionär eine Dividende?

Es gibt Aktiengesellschaften mit Monats-, Vierteljahres-, Halb-jahres- und Jahresdividende. D.h., dass einige nur einmal im Jahr ihre Dividende an die Aktionäre verteilen und andere zweimal, viermal oder sogar 12-mal im Jahr. Die monatliche Auszahlung einer Dividende könnte für Rentner (m/w/d) interessant sein.

2.4.2 Ex Dividende:

Der Aktienkurs eines Aktientitels (einer Aktie, einer AG) ist normalerweise unmittelbar vor der Hauptversammlung höher als kurz danach, da die AG durch die Ausschüttung der Dividende ja Geld an die Aktionäre verliert.

Ohne Gewähr:

Ausgezahlt wird die Dividende normalerweise am dritten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung.

§ 58 (4) Aktiengesetz: "Die Aktionäre haben Anspruch auf den Bilanzgewinn, soweit er nicht ........... ausgeschlossen ist. Der Anspruch ist am dritten auf den Hauptversammlungsbeschluss folgenden Geschäftstag fällig. In dem Hauptversammlungsbeschluss oder in der Satzung kann eine spätere Fälligkeit festgelegt werden."

"Ex Dividende" kann man dann die Aktie normalerweise günstiger erwerben als vor der Ausschüttung. Anspruch auf eine Dividende hat derjenige, der am Tag der Hauptversammlung die Aktie im Depot eingebucht hatte. D.h., dass man bis noch fast vor dem Tag der Hauptversammlung eine Aktie kaufen kann, sich die Dividende einverleibt und kurze Zeit später die Aktie wieder verkaufen kann.
Doch Vorsicht!
Schon kurz nach der Haupt-versammlung ist der Handelskurs der Aktie "ex Dividende", da sich der Aktienkurs um den Betrag der Dividende reduziert. So kann man schnell mit einem Verlust verkaufen.

2.4.3 Naturaldividende:

Dann gibt es noch die teilweise wenig bekannten Naturaldividenden.
Hier handelt es sich praktisch um Geschenke der Aktiengesellschaft an die eigenen Aktionäre. Darunter fallen z. B. Aktionen im Rahmen der jährlichen Hauptversammlung, bei denen jeder der daran vor Ort teilnimmt bei einer AG, welche z.B. Süßigkeiten herstellt, soviel Produkte kostenlos mitnehmen kann, wie er in der Lage ist diese mit seinen zwei Händen maximal aus dem Tagungsort heraustragen zu können. Es gibt Kreuzfahrt-Unternehmen, welche ab einer bestimmten Anzahl von gezeichneten / gekauften Aktien dem Aktionär ein Bordguthaben-Geschenk gewähren, welches dieser dann an Bord eines Kreuzfahrtschiffes in den überteuerten Shops einlösen kann.
Witzig ist, dass dies viele Kreuzfahrer, welche solche Aktien haben, überhaupt nicht wissen, da die AGs diese Informationen nicht „breit treten“.

2.4.4 Dividenden-Erwartungen:

Wie hoch sollte die eigene Dividendenvorstellung realistisch zurzeit sein?

Die eigene maximal realistische Dividendenerwartung (Dividendenrendite) sollte meiner Meinung nach zurzeit (2026) bei 2 bis 4 Prozent liegen. Alle AGs die höhere Dividenden versprechen, haben oft auch eine höheres Kursrisiko für den Aktionär. Man hat wenig davon, wenn man für z.B. 500 Euro Aktien gekauft hat, weil die AG 6 % Dividende verspricht, wenn kurze Zeit nach der Ausschüttung (Hauptversammlung) der Aktienkurs um 40 % absinkt und sich dann jahrelang nicht wieder erholt. Auch hier gilt die alte Weisheit unserer Omas und Opas:

"Niemand hat etwas zu verschenken!"

Und:

"Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen!"


- Beispiel Dividendenrendite (vor Steuern):

Dividende 2,0 EUR je Aktie bei einem Kurs von 50,0 EUR, dann (2,0 EUR * 100 /50 EUR) = 4 % Rendite

- Dividendenaristokraten:

AGs, welche mindestens 25 Jahre lang jedes Jahr eine höhere Dividende an die Aktionäre ausgezahlt haben.

- Dividendenkontinuität:

AGs, welche zuverlässig schon seit langer Zeit jedes Jahr eine Dividende auszahlen. Es gibt weltweit Konzerne, welche schon seit 1877 nC eine Dividende ausschütten und welche, die schon seit 64 Jahren ununterbrochen jährlich eine von Jahr zu Jahr immer höhere werdende Dividende ausschütten.

- Steuer:

Immer daran denken, dass Dividenden, genauso wie Zinsen vom Sparbuch Erträge darstellen, welche versteuert werden müssen. Die gesetzlichen Regelungen und Grenzen zum Freistellungsauftrag und Sparerpauschbetrag sind zu beachten. Beim Verteilen des Sparerpauschbetrages auf mehrere Konten besser dabei nicht das Aktiendepot vergessen.

2.5) Kann man auf die Analysten hören?

Grundsätzlich gilt, dass man auf sogenannte Fachleute immer hören kann und vielleicht auch sollte. Über das Ergebnis zu großer Leichtgläubigkeit muss man sich dann im Einzelfall aber nicht wundern.
Meine persönliche völlig unverbindliche Faustregel hierzu:

Mindestens 66,66 % der Analysten sollten "KAUFEN!" und maximal 33,33 % der Analysten "HALTEN!" empfehlen.
Wenn schon 50 % der Analysten "VERKAUFEN" sagen, besser den Aktienwert nicht kaufen.

Hierzu ist zu sagen, dass Analysten sicherlich oft gute Fachleute sind, aber auch die besten Analysten der Welt sind keine Wahrsager, welche unerwartete Ereignisse voraussagen können, welche plötzlich den Kurs der Aktie überraschend verändern. Und ob diese Analysten immer unparteiisch, objektiv, selbstlos und ungebunden ihre Analyse durchführen und veröffentlichen, müsste im Einzelfall vielleicht einmal genau durchleuchtet werden.
Weiterhin kommt auch der beste Analyst schnell zum Ende seiner Weisheit, wenn Staatspräsidenten bzw. große Deal-Maker aus dem hohlen Bauch heraus twittern und innerhalb von wenigen Minuten die weltweiten Börsenkurse zum oszillieren bringen. Zur Einschätzung der Frage, wie sich ein Kurswert zukünftig entwickeln wird ist nicht nur fachliches und mathematisches Wissen erforderlich, sondern vor allem auch Grundkenntnisse der Psychologie. Manche Kursschwankungen sind rein emotional (z.B. Panikverkäufe; vgl. "Nine Eleven") bedingt und haben mit dem tatsächlichen Wert einer Aktiengesellschaft gar nichts mehr zu tun. Manchmal werfen Investoren große Aktienpakete nur auf den Markt, weil diese befürchten, dass andere Investoren dies ebenfalls zeitlich vor ihnen tun könnten.

2.6) Medienberichte:

Man sollte darauf achten, dass es bis zum Kauftag der gewünschten Aktien keine besorgniserregenden aktuellen negativen Nachrichten über den Aktienwert in der internationalen Presse gibt und das auch keine aktuelle politische /wirtschaftliche Situation (z.B. Embargo, Boykottaufrufe, Kriegsgefahr, drohende Schadenersatzforderungen .... etc.) in der Luft schwebt, welche auf den zukünftigen Aktienwert negative Einflüsse haben könnte.
Kurzum: Die auserwählte AG sollte eine gute Presse haben.

2.7) Volatile Auffälligkeiten beachten:

Der Börsenneuling sollte darauf achten, dass es vor dem Kauf der Aktien keine auffälligen, für den Anlegerlaien unerklärliche plötzliche Kursschwankungen (Volatilität) in den letzten 3 Jahren gab, es sei denn diese sind auf global wirtschaftliche / global politische oder national wirtschaftliche / national politische Gesamteinflüsse zurückzuführen und haben mit dem Substanzwert der jeweiligen Aktiengesellschaft nichts zu tun.
Es gibt Zockerpapiere, welche die digitalen Nullen und Einsen nicht wert sind, welche diese an der Börse permanent erzeugen (reine Spekulationsaktien). Hier handelt es sich oft um reine Fantasie-Kurswerte, welche nur durch Poker-hafte An- und Verkaufstransaktionen gebildet werden.

2.8) Wie hoch sollte der Börsenwert einer AG sein?

Mein rein subjektiver Vorschlag:

Aktien-Starter sollten vielleicht besser zunächst vor allem Aktien von Unternehmen mit einem Börsenwert des Unternehmens größer als 1.000.000.000 Euro kaufen. Bei diesen ist eher anzunehmen, dass diese nicht so schnell wieder von der Bildfläche verschwinden oder plötzlich "über Nacht" kursmäßig in die Bedeutungslosigkeit abgleiten.

2.9) Verhältnis Eigenkapital zu Fremdkapital prüfen:

Die Prüfung, ob die AG auch eine ihrer Branche angemessene hohe Eigenkapitalquote hat, kann nicht schaden.

2.10) Welche Branchen sollte der Börsenneuling bevorzugen?

Rein persönliche Meinung hierzu:

Ich würde Aktien möglichst nur aus Branchenbereichen kaufen, die am Markt auch eine solide Position haben und konjunkturelle Schwankungen aber auch Krisensituationen (z.B. Corona-Pandemie, Terroranschläge, Krieg...etc.) relativ zu anderen Branchen gesehen besser wegstecken. Hierzu gehören meiner Meinung nach: Nahrungsmittel, Wasserversorgung, Energieversorgung, Immobilien, Versicherungen.
Diejenigen, welche größer ins Aktiengeschäft einsteigen wollen sollten unbedingt auf Diversifikation achten. Also Aktien von verschiedenen Firmen (AGs) aus verschiedenen Branchen bzw. Wirtschaftsbereichen und evtl. auch aus verschiedenen Ländern im eigenen Depot mischen. Wenn man es geschickt macht, steigt der Kurs der Aktie A automatisch, wenn der Kurs der Aktie B sinkt und umgekehrt.

2.10.1 Wertpapiere aus dem Bereich der Immobilien-Branche:

Zur Immobilien-Branche (Beton-Gold) sei folgendes angemerkt:

Der Wert von Immobilien wird nicht nur durch ihre Gebäudesubstanz gebildet, sondern auch durch den Wert ihrer Grundstücke. Grundsätzlich lautet die Devise bei Immobilien auch außerhalb der Aktiengeschäfte immer:

"ERST ZÄHLT DIE LAGE! DANN DIE LAGE!! DANN DIE LAGE!"

Immobilien in Top-Lagen sind normalerweise Alleinläufer, bei denen man beim Kauf, wenn der Preis angemessen und die Finanzierung solide war, an sich, meiner Meinung nach, nichts groß falsch machen kann. Die diesbezüglichen Gebäudepreise (Verkehrswerte) und auch die dortigen Mieten steigen an sich von Jahr zu Jahr.
Bevor man in eine Immobilien-Aktiengesellschaft durch Aktienkauf langfristig investiert, sollte man sich die Struktur der dortigen verwalteten Gebäudewerte genauer ansehen.

Persönliche Einschätzung ohne Anspruch auf Objektivität getroffen in der CORONA-Zeit (2021):

Vorsicht bei Shoppingcenter-Gebäuden (u.a. Pandemie anfällig; Lockdown Kollateralschäden) vor allem der zweiten Kategorie mit bekannten permanenten Wechsel der Einzelpächter (können die hohe Raumpacht auf Dauer vielleicht nicht mehr erwirtschaften), Veranstaltungshallen, größeren Einzelhandelsgeschäften, Tankstellengebäude (wie wird sich in Zukunft bei diesen die Elektromotorisierung auswirken?) und reinen gewerblichen Immobilien (Core Immobilien z. B. in Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, München, Stuttgart). Großhallen der Logistikbranche können akzeptabel sein, tragen aber immer auch die Gefahr bzw. die Frage in sich, was man mit diesen Riesengebäuden eigentlich macht, wenn das Logistikunternehmen da mal ausgezogen ist. Das Gleiche gilt für XXXL-Möbelhäuser in z.B. Galeriebauweise. Was macht man mit solchen Gebäuden, wenn der Möbelhändler dort mal auszieht oder in Insolvenz geht? Wer kann ein solches Gebäude danach noch gebrauchen und auch wirtschaftlich unterhalten? Auch reine Bürogebäude, welche von der Privatwirtschaft genutzt werden, können zukünftig problematisch werden, da sich hier erhebliche Bedarfsänderungen beim Gewerbeflächenbedarf dadurch ergeben könnten, dass die Vorstände (CEO) endlich erkennen, wie kostenmäßig vorteilhaft der Ausbau von Homeoffice ist. Allein schon durch die zukünftig zu erwartende schleichende Ökologisierung von Entscheidungen in der Geschäftspolitik von größeren Unternehmen könnte es dazu kommen, dass Homeoffice immer mehr gefördert wird.
(Anm: Das war meine Einschätzung im Jahr 2021. Ich bin mir 2026 nicht mehr sicher, ob Homeoffice sich „am Ende“ durchsetzen wird, da eine Reihe von großen Firmen dies nicht mehr wünschen, da diese angeblich damit „schlechte Erfahrungen“ gemacht hätten. Zudem sorgten einfältige Berichte in Funk, TV und Presse darüber zu weiteren Verstimmungen bei den CEOs ).

Subjektiver Vorschlag für Aktieneinsteiger:

Nur AGs mit reinen Wohngebäuden in guter Stadtlage nehmen. Reine Parkhäuser in guter Lage sind aber akzeptabel. Viele dieser Parkhäuser sind wahre Goldgruben, wenn diese in der richtigen Lage gebaut wurden.

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(Historische persönliche Anmerkung vom 18.03.2023 hierzu:
"Zurzeit (2023) ist aber auch das Betongold bzw. sind die Immobilienaktien im Jahr 2023 nicht mehr sicher. Ständig steigende Zinsen, immer höhere Bauvorschriften (z. B. zur ökologisch-energetischen Sanierung), chaotisch unüberlegte Wortsignale und unreife Gesetzesvorschläge aus den Regierungskreisen heraus, Abbau von Bauhilfe-Subventionen und die Inflation führen dazu, dass Immo-AGs im Jahr 2023 Dividenden evtl. ganz oder teilweise streichen oder kürzen wollen.Den Banken geht es zurzeit auch nicht viel besser. Einige kämpfen dieser Tage ums Überleben."
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2.10.2 Disruptive Technologiewerte:

Wer langfristig Teile seines Vermögens in Wertpapiere anlegen will, für denjenigen könnten disruptive Technologiewerte interessant sein, wie z.B.:

- 3D-Druck (damit können heute schon ganze Häuser gebaut werden)

- Robotik (Industrieroboter)

- KI (künstliche Intelligenz.

Die Entwicklung der KI ist z.B. nicht mit dem bescheidenen Stand heutiger Chatbots beendet. Sie wird sich weiterentwickeln. Hierzu gehören auch autonome Verkehrssysteme.

- Cyber Sicherheit (wird auch in Zukunft ein riesiges Thema bleiben, da die diesbezüglichen Gefahren im privaten, im öffentlichen wie im gewerblich industriellen Bereich eher zunehmen werden.)

- Bezahlsystem auf reiner Online-Basis

- Blockchain Technologien

- Cloud-Computing

2.11) Wie und warum man Trittbrettfahrer spielen sollte:

Der Durchschnittskleinaktionär ist in der Regel nicht dazu in der Lage die Geschäftslage, Bilanz bzw. die Gewinn- und Verlustrechnung eines Industriebetriebes richtig lesen, analysieren und bewerten zu können. Und selbst, wenn er dies könnte, könnte er nicht beurteilen, ob es nicht noch versteckte Verbindlichkeiten in dieser AG gibt, welche nirgendwo ausgewiesen wurden.
Der Kleinaktionär investiert also evtl. Geld in eine AG, obwohl er diese nicht richtig durchschaut. Hier kann man sich hilfsweise der Expertise von namhaften internationalen Vermögensverwaltern (z.B. Investmentgesellschaften, Länderzentralbanken, Pensionsfonds) in Form eines Trittbrettfahrers anschließen. Wenn solche Investoren manchmal zig Millionen Euro in eine AG investiert haben, dann kann man davon ausgehen, dass diese diese Firma vorher genau analysiert haben. Solche Großinvestoren, die in der Aktionärsstruktur als Großaktionäre namentlich auftauchen, beschäftigen ganze eigene oder auch fremde Abteilungen mit Unternehmensbewertungen. Da sind in der Regel Spezialisten am Werk, die häufig wissen, wovon sie reden. In marode Firmen würden diese sicherlich nicht langfristig investieren. Aber auch hier hat man keine hundertprozentige Sicherheit, denn was ist, wenn ein Großinvestor nur in die AG einsteigt, um diese danach in ihre Einzelteile zu zerlegen und Stück für Stück zu verkaufen. Das sind dann aber Investoren, welche sich mit einem z.B. nur 5-prozentigen Anteil an der AG nicht begnügen würden.

2.12 Bewertungsmöglichkeiten zum Wert einer AG
- völlig ohne Gewähr -

2.12.1 KGV:

Prüfen, wie das KGV aussieht:

Das Wunsch-Kurs-Gewinn-Verhältnis eines Aktienwerts sollte bei deutschen Aktien unverbindlich bei ca. 12 bis 14 liegen. Je niedriger das KGV, umso günstiger ist die Aktie. Ist das KGV eines Aktienwerts größer als 20, dann würde ich die Aktie als "relativ teuer" bezeichnen.
Das KGV ist das Verhältnis aus Aktienkurs zu erzielten Jahresgewinn (EPS, Earnings Per Share ) der AG je Aktie.

Formel: Börsenkurs/Gewinn je Aktie.

Beispiel: Aktienkurs 150 Euro bei einem Gewinn von 7,5 Euro je Aktie = KGV 20.

Einfach mal bei anderen Aktienwerten der gleichen Branche nachsehen und KGVs vergleichen.
Vereinfacht ausgedrückt bedeutet z. B. ein KGV von 30, dass man als Aktionär 30 Jahre benötigt um den ehemaligen Aktienkaufpreis mit den Gewinnen der AG wieder reinzuholen. Das geht natürlich nur dann, wenn auch 30 Jahre lang Gewinne regelmäßig erwirtschaftet werden/wurden.

2.12.2 Cashflow:

Einfach ausgedrückt ist der Cashflow die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen eines Unternehmens, also die Innenfinanzierungskraft z. B. einer AG.

Faustregel: Je größer der Cashflow, umso besser.

Wer viel Geld zur Verfügung hat, muss weniger Fremdkapital (z.B. über Bankdarlehen, von Investoren bzw. Dritten) aufnehmen, um eigene Investitionen realisieren zu können. Das Unternehmen wird unabhängiger in seiner Entscheidungsfindung.

2.12.3 KCV:

(Kurs-CashFlow-Verhältnis)
Berechnung: KCV = (aktueller Aktienkurs / Cashflow je Aktie)
Je geringer das KCV umso günstiger das Wertpapier.

2.12.4 KBV:

(Kurs-Buchwert-Verhältnis)
Berechnung: KBV = (aktueller Aktienkurs / Buchwert je Aktie). Oder Eigenkapital abzüglich der Verbindlichkeiten.
Je geringer das KBV, umso günstiger die Aktie.

3) IPO:

IPO (initial public offering; Börsengang; Going Public).

Unter dem Akronym IPO fallen AGs, welche erstmalig an der Börse notieren wollen und ihre Aktien in Art eines Eröffnungsangebots zum Kauf anbieten. Hier können sich Chancen bieten einen Kursgewinn in kurzer Zeit zu realisieren, wenn man einen Broker findet, der einem Zugang zum IPO-verfahren gewährt. Natürlich kann man sich auch Kursverluste dadurch schnell einhandeln.

4) Fonds

Natürlich kann man auch Fondanteile erwerben.
Kauft man Anteile an einem Fond, handelt es sich praktisch um einen i n d i r e k t e n Aktienkauf im Gegensatz zum d i r e k t e n Bezug eines einzelnen bestimmten Aktienpapiers bzw. einer Aktie einer bestimmten AG.
Diese Fonds sind Kapitalsammelbecken von Anlegergeldern, die versuchen das Geld ihrer Gläubiger (also der Anleger) in Wertpapiere (z.B. Aktien) zu investieren. Ziel: Breite Streuung des investierten Geldes in z.B. diverse Wertpapiere und Reduzierung des Anlegerrisikos. Es gibt z.B. Aktienfonds, Fonds mit festverzinslichen Anleihen und auch Mischfonds.

4.1 Organisation dieser Fond:

4.1.1 Aktiv verwalteter Fond

Hier legen in der Regel Fondsmanager aus Fleisch und Blut fest, was und wann an Wertpapieren gekauft und verkauft wird. Das kostet natürlich etwas, da diese verständlicherweise nicht umsonst arbeiten. Kosten können hier z.B. 1,5 Prozent p.a. betragen, welche das Fondsvermögen belasten. Neben dem Managerlohn erhalten diese oft noch eine Performance-Fee (Gewinnbeteiligung), wenn diese innerhalb festgelegter Kriterien erfolgreich den Fond im Jahr gemanagt haben.
Für mich ergibt sich hier u. a. die Frage, was eigentlich geschieht, wenn mal einer dieser erfolgreichen Manager krank wird, aus Altersgründen in Rente geht oder stirbt? Kann dieser ruckzuck durch einen anderen Manager in gleicher Qualität ersetzt werden? Bekommen die Anleger das auch zeitnah mit?

4.1.2 Passiv verwalteter Fond

Hier spricht man von einem ETF (Exchange Traded Fund).
Dieser Fond hat keinen Manager und bildet z.B. den DAX-Index oder einen anderen Index nach. Kosten p.a. z.B. 0,5 Prozent.

4.2 Gewinnverwendung der Fonds

4.2.1 Ausschüttender Fond

Gewinne werden (vgl. Aktien-Dividenden) regelmäßig an die Anleger verteilt.

4.2.2 Thesaurierende Fonds

Hier werden die Gewinne nicht ausgeschüttet, sondern als zusätzlichen Fondsanteile den Anlegern vergütet. Der Anteil des Gläubigers (Anlegers, Investors) am Fond wird also von Jahr zu Jahr immer größer.

4.3 Wie Insolvenz sicher ist ein Fond?:

- ohne jede Gewähr -

Die Wertpapiere des Fonds sind Sondervermögen, welches nicht dem Vermögen der Fond-Verwaltungs-Gesellschaft zuzurechnen ist. Im Insolvenzfall fällt das Vermögen der Anleger (Fond-Kunden) nicht in die Insolvenzmasse.
(Anm: Bei solchen Äußerungen sollte man vorher immer die aktuelle Rechtslage prüfen, bevor man sich darauf verlässt! Auch diesbezüglich kann sich mal was ändern)

4.4 Cost Average Effekt:

Man sollte zum richtigen Zeitpunkt kaufen und verkaufen. Hierbei hilft ein Fondssparplan. Man legt einen monatlichen Betrag fest und der mit dieser regelmäßigen Anlage Beauftragte kauft bei hohen Kursen wenige Fondsanteile und bei niedrigeren Kursen mehr Anteile. Dadurch errechnet sich insgesamt über die Jahre der Anlage hinweg ein durchschnittlicher Kaufpreis für die Anteile. Dies wird auch als Kostendurchschnitt-Effekt oder Cost Average Effekt bezeichnet.

4.5 Fond Bewertungen:
- ohne Gewähr -

4.5.1 Alpha

Wenn Alpha positiv ist, dann liegt der Fond besser als der Markt.

4.5.2 Beta

Schwankungsbreite des Fonds im Marktvergleich.
Z.B. Beta = 2, dann ist die Fond-Schwankung doppelt so hoch wie die des Marktes.

4.5.3 Sharpe Ratio

Je höher die Kennziffer, desto besser der Fond.

5. Zertifikate

- völlig ohne Gewähr -

5.1 Discount-Zertifikat

Hier erwirbt man eine Aktie oder eine Auswahl an Aktien nicht zum aktuellen Kurs am Kaufzeitpunkt, sondern mit einem sofortigen Rabatt (Discount auf den Basiswert) auf diesen. Dafür wird der Käufer dieses Zertifikats nur bis zu einer Kappungs- oder Obergrenze (Cap) an der weiteren Kursentwicklung beteiligt. Steigt in der vereinbarten Laufzeit des Zertifikats der Kurs der Aktie über die Cap-Grenze hinaus, wird der Zertifikatsinhaber nur bis zur Höhe des Cap an der Wertsteigerung der Aktie beteiligt.

Beispiel – ohne jede Gewähr -:

Bankhaus XY gibt ein Discount-Zertifikat zur Aktie Z am 05.02.2021 für 12,00 Euro je Aktie heraus.
Der reale Börsen-Aktienkurs (Basiswert, den man eigentlich zahlen musste) der Aktie Z am 05.02.2021 beträgt jedoch = 15,00 Euro je Aktie
Gewährter Discount: 15,00 - 12,00 = 3,00 Euro je Aktie (20 % Rabatt)
Vertraglich vereinbarter Cap = 16,00 Euro
Fälligkeit des Zertifikats /Rückzahlungstag : 05.08.2021.
Kurswert der Aktie am 05.08.2021 = 17,50 Euro. Die Höhe der Auszahlung an den Zertifikatinhaber wird begrenzt durch den Cap dann aber nur in Höhe von 16,00 Euro vorgenommen (Gewinn 16,00 - 12,00 = 4,00 Euro).
Hätte der Käufer die Aktie am 05.02.2021 normal über die Börse zu 15 Euro erworben und kein Zertifikat gezeichnet, könnte er diese selbst am 05.08.2021 zu 17,50 Euro an der Börse verkaufen (Gewinn 17,50 - 15,00 = 2,50 Euro).
Wie wird der Gewinn bzw. Verlust geregelt/verbucht?

- ohne Gewähr -:

- Auszahlung in Cap-Höhe an Investor, wenn am 05.08.2021 der Aktienkurs dem Cap entspricht oder darüber liegt.

- Einbuchung der Aktie ins Depot des Investors, wenn Aktienkurs am 05.08.2021 unter dem Cap bzw. unter dem ehemaligen Preis für das Zertifikat liegt.

ACHTUNG!

Emittenten Risiko: Das Discount-Zertifikat ist eine Inhaberschuldverschreibung (§ 793 BGB Bürgerliches Gesetzbuch). Im Insolvenz-fall der Bank XY ist das gesamte angelegte Geld des Investors bzw. Discount-Zertifikat-Käufers wahrscheinlich verloren.

Noch ein letztes Wort zur Aktienrente:

„Die Rente ist sicher!“

Dies hat mal ein positiv denkender Politiker gesagt. Ich meine, dass es besser „Die Rente muss stets sicher sein“ heißen sollte. Wenn ich daran denke, dass es Staatsführer gibt, die mit unüberlegten Gemütsäußerungen, welche im Internet weltweit in Sekunden-Schnelle verbreitet werden, je nach Lust und Tageslaune unzählige Aktienkurse weltweit auf Berg- oder Talfahrt bringen können, dann sträuben sich mir die Nackenhaare.

Riesige Geldmengen der Beitragszahler sollten so angelegt sein, dass diese auch bei ungünstigen wirtschaftlichen Entwicklungen in den nächsten Jahrzehnten (Dekaden) nicht an Wert verlieren. Sicherheit geht natürlich dabei auf Kosten der Erträge. Aber es ist besser sich langfristig mit geringen Verzinsungen knapp oberhalb der jeweiligen Inflationsrate zu begnügen, als mit den Beiträgen von Millionen Einzahlern an der Börse zu zocken. Allein die zukünftigen Inflationsraten sind völlig unplanbar, wie die gegenwärtige politische Weltsituation im Jahr 2026 einmal wieder zeigt.
Die beste Absicherung der zukünftigen Rentner (m/w/d) ist und bleibt das eigene lastenfreie Haus oder die entsprechende Eigentumswohnung. Bei unsicherer zukünftiger Rentenhöhe kann nur das Beton-Gold halbwegs sicherstellen, dass eine Mietgeld-Belastung der Rentner und Pensionäre für diese im Alter entfällt. Die Höhe der schon heutzutage am Wohnungsmarkt eingeforderten Mieten ist alarmierend.
Die beste Altersversorgung ist die staatliche Förderung des Erwerbs von privatem Wohneigentum durch die Arbeitnehmer, welche, sobald diese (auch als Selbstständige) erstmals am Markt/Arbeitsmarkt tätig sind, eigene Pflicht-Kapitalleistungen (finanziert z. B. aus Lohn und Gehalt) unterstützt von geeigneten gesetzlichen Pflicht-Ansparprodukten diesbezüglich dazu steuern müssen.


ENDE
 
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