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Die Hydra der Vorurteile

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Die lieben Vorurteile, wer hegt sie denn nicht?
Und wer gibt etwa zu, welche zu haben?
Ist es doch verpönt, in unserer ach so toleranten, in unserer so weltoffenen Gesellschaft noch irgendwelche dumpfen Ressentiments zu hegen. Vorurteile, ja die haben wir nicht, wir sind, so lautet unser Mantra tolerant, weltoffen, wir empfinden das Fremde, das Exotische als Bereicherung, was es mal ist, mal... ach, schweigen wir darüber... wie über so vieles andere.... wir lassen uns das Sinti?und Roma Schnitzel schmecken (Zigeuner dürfen wir ja nicht mehr sagen und Rotationseuropäer klingt doch ein wenig zu albern), falls wir irgendeinem dieser Volksgrupe begegnen, so hoffen wir insgeheim, dass er keine Fachkraft für verdeckte Eigentumsübertragung sein wird und auch nicht der Profession eines Mitternachtsschlossers nachgeht. Unser Auto ist, kaum gestohlen, schon in Polen, die Nachrichten in unserer Zeitung sowie die Arbeitslosenstatistik sind getürkt, das hören die Osmanen gerne, und an den sozialen Brennpunkten unserer Städte tummeln sich die Nagetiere mit Kanalisationshintergrund, denn... Ratte darf man jetzt nicht mehr sagen.... Und wer eine Moschee respektlos als „Korankraftwerk“ bezeichnet, der hat sich wohl endgültig ins gesellschaftliche Abseits katapultiert, wer hingegen das sich schräg gegenüber der Moschee befindliche katholische Priesterseminar als „Pfaffenfabrik“ bezeichnet, naja, die Katholen sollen sich mal nicht so haben.... die sind ja keine schützenswerte Minderheit…

Es gibt Ressentiments, bei denen einem sofort die Tugendwächter der political correctness mit ihren dauereregierten Zeigefingern zu Leibe rücken, bei anderen lässt man gerne fünfe gerade sein, ein Vorurteil gegen den eigenen Kulturkreis kann ja schließlich kein Vorurteil sein, denn was Vorurteil ist und was nicht, das bestimmt das Zentralkomitee für betreutes Denken... früher nannte man so etwas „zweierlei Maßstäbe“ oder „Doppelmoral“, aber dies ist sicherlich ein Vorurteil...

Nicht nur wir haben Vorurteile, die Anderen haben sie auch. Auch wenn es die „Anderen“ nicht gibt und das „Wir" schon mal gar nicht, die Unterscheidung von „wir" und „sie" zeugt von ressentimentbeladenem Denken. Wer allerdings der arabischen Sprache mächtig ist, der kann unschwer erfahren, wie so manche junge arabische Männer über Frauen sprechen, die nicht der salafistischen Stoffkäfighaltung entspringen. Aber darüber zu sprechen, das ist unschicklich. Man will ja schließlich keine Vorurteile hegen.
Allerdings wäre der Faktencheck, also der unbegleitete Spaziergang nach Einbruch der Dunkelheit in den Problemzonen westeuropäischer Großstädte ein risikoreiches Unterfangen, auf das man, genauer gesagt frau,?sich lieber nicht einlässt.

Wer mit anderen Menschen negative Erfahrungen gemacht hat, der wird um diejenigen Personengruppen, denen er solche Erfahrungen verdankt, künftig einen großen Bogen machen. Jedes Lebewesen verhält sich so. Niemand würde einer Maus unterstellen, sie hege Vorurteile gegen Katzen. Oder doch, liebe Mäuse, hört endlich auf, die armen Katzen zu diskriminieren. Die haben doch nur Hunger.

So ist es fraglich, ob sich Vorurteile durch Verbote und Sprachkosmetik aufhalten lassen, außerdem gibt es Vorurteile, die durch die Realität wieder und wieder Bestätigung erfahren. Dies kann ein Teufelskreis sein, Realitäten schaffen Vorurteile, Vorurteile schaffen Realitäten. Wer sich schlecht verhält, der wird nach einer gewissen Zeit ausgegrenzt, wer ausgegrenzt wird, der passt sein Verhalten dem Zustand des Ausgegrenztseins an.

Von Seiten der political correctness ist es ganz einfach, den bislang verfemten Minderheiten ist ein Vertrauensvorschuss zu gewähren. Geht etwas schief, so ist darüber hinwegzusehen und der Vertrauenszuschuss zu erhöhen. Tolerant - toleranter, und als Superlativ toleranzig…?Analog zu manchen Eltern, die vor dem unmöglichen Verhalten ihrer Kinder kapituliert haben und jeden, der sich über dieses beschwert, der Kinderfeindlichkeit bezichtigt. Ist grenzenlose Toleranz nicht auch ein Stück Feigheit, Farbe zu bekennen? Braucht es nicht manchmal Mut zur Intoleranz? Braucht es nicht auch die Festigkeit, Grenzen zu setzen? Bis hierher und nicht weiter!

Da schreit sofort irgendjemand auf, und ein vielstimmiger Chor kollektiver Entrüstung bezichtigt einen, ein ressentimentgeladener Gottseibeiuns zu sein, ein Kinderhasser, ein Fremdenhasser, ein Universalhasser, jemand, der die heilige Kuh antiautoritärer Erziehung angetastet hat, jemand, der an der unwiderlegbaren Tatsache zweifelt, dass das Andere grundsätzlich gut, das Eigene grundsätzlich böse sei, so jemand, der kann nur ein schlechter Mensch sein....

Vom sauberen Schreibtisch in einer überheizten Behördenstube aus lässt sich leicht beschließen, dass die Realität nicht schmutzig zu sein hat. Anderswo bläst einem der kalte Wind ins Gesicht. Wer in Sachsen Bauunternehmer ist, und dem zum dritten mal eine Baumaschine über die Grenze verschwunden ist, der mag nicht mehr hören, wie vorteilhaft die offenen Grenzen für uns alle sein sollen, denn für ihn bedeutet das den Ruin seiner wirtschaftlichen Existenz. Und wer seine Kinder in eine Schule an einem der sozialen Brennpunkte schicken muss, der macht die Erfahrung, dass diese einen hohen Preis zu zahlen haben für die derzeitigen Gesellschaftsexperimente. Doch der Bürger soll sich nicht beunruhigen, auch wenn offensichtlich keine Lösungskompetenz vorhanden ist, so doch wenigstens Lösungskompetenzvortäuschungskompetenz.

Mit der Realität mag man sich nicht beschmutzen, lieber lässt man die Gebetsmühle anlaufen, steigern deren Drehzahl vom Hohelied der Vorurteilsfreiheit in den roten Bereich. Vorurteile haben nur die Anderen, die Bösen, diejenigen, mit denen kein anständiger Mensch etwas zu tun haben will. Was kümmert uns der bestohlene Bauunternehmer, der die Gehälter seiner Mitarbeiter nicht mehr zahlen kann und dessen Heim demnächst zwangsversteigert wird? Ist ohnehin nur ein.... Einzelfall.

Allerdings, wie lebt es sich ohne Vorurteile? Ist es überhaupt möglich, ohne Vorurteile durchs Leben zu gehen? Und wie unterscheidet man Vorurteil und Urteil? Wann ist eine Faktenlage so gefestigt, dass man sich eine abschließende Bewertung erlauben kann?
Außerdem stellt sich die Frage, ob ausschließlich Abneigungen und Abwertungen als Vorurteile zu sehen sind. Schließlich können ebenso gut Zuneigungen auf vorschnellen Urteilen beruhen. Oder auf einer selbstverordneten Arglosigkeit, da es zum guten Ton gehört, über bestimmte Personengruppen nicht schlecht zu denken, geschweige denn zu reden. Dann wird über alles geschwiegen, was schiefgeht, denn man möchte ja keiner von diesen bösen Menschen mit den Vorurteilen sein.

Ist Xenophilie nicht ebenso ein Vorurteil wie Xenophobie?

Vorurteile sind Programme zur Bewältigung einer in ihrer Komplexität nicht zu verarbeitenden Realität. Wir können nicht die Zeit aufwenden, jeden einzelnen Menschen, jede Situation voll zu erfassen. Wir müssen vereinfachen, die Informationen sieben, eine Vorsortierung vornehmen. Deshalb wird es unmöglich sein, das Vorurteil an sich auszurotten, es gibt lediglich die Möglichkeit, es in bestimmte Richtungen zu lenken. Diese Kunst nennt man Propaganda. Allerdings gibt es Propaganda nur bei den Anderen, bei den Russen, bei den Chinesen, bei den Nordkoreanern. Bei uns heißt das „strategische Kommunikation."

Allerdings sind der strategischen Kommunikation auch gewisse Grenzen gesetzt. Diese Erfahrung durfte ein gewisser Karl Dieckmann machen, der ein Jahrzehnt lang Chef der Bildzeitung war. In diesen Jahren versuchte sein Blatt, anstelle der rechtskonservativen Vorurteile, die in Arbeitermillieus herrschend sind, die im linksliberalen Milieu des Universitätsbetriebes verbreiteten Vorurteile in eine einfache Sprache zu übersetzen, mit der Folge, dass diese Art der Volkserziehung oder auch des Gouvernantenjournalismus auf Ablehnung stieß und die verkaufte Auflage der Bildzeitung steil abstürzte.
Die Implementierung erwünschter Vorurteile und die Abschaffung unerwünschter Ressentiments, also die Umerziehung der Arbeiterschaft, der Handwerker und der kleinen Angestellten scheiterte am Beharrungsvermögen des einfachen Menschen. Wird strategische Kommunikation, also Propaganda allzu offensichtlich, so erreicht sie leicht das Gegenteil des Beabsichtigten.

Mitunter hört man folgenden Satz: „Demokratie ist die Diktatur der Dummen“. Ist dies ein Vorurteil, oder einfach nur Desillusionierung? Man neigt dazu, diesem Satz zuzustimmen, wenn einem das Wahlergebnis nicht passt. Macht der eigene Kandidat das Rennen, so bedeutet dies einen Sieg der Demokratie und dann hat der Wähler seine?Intelligenz bewiesen. Aber das ist natürlich kein Vorurteil, denn Vorurteile gibt es nur bei der Gegenseite.

Doch ist mit dem Kampfbegriff „Vorurteil“ etwas Anderes gemeint. Da handelt es sich um etwas, für das sich seit einiger Zeit der Modebegriff „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ etabliert hat. Natürlich gibt es Menschen, die ihren Lebensinhalt daraus beziehen, Menschen zu hassen, weil diese vielleicht anders aussehen oder sich anders verhalten als die eigene Gruppe, allerdings ist dies nur die Spitze des Eisberges. Wer eine Null ist, der bezieht sein Selbstwertgefühl gerne daraus, dass er andere zu einer Doppelnull degradiert. Habe ich ein Feindbild, so wird mir die eigene Identität mehr bewusst. Ebenso stärkt das Feindbild den Zusammenhalt im eigenen Kollektiv. Konflikte in der eigenen Gruppe lösen sich bei einer tatsächlichen oder auch nur eingebildeten Bedrohung von außen schnell auf.
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Dummköpfe und Psychopathen gibt es in jeder Ethnie, in jeder Religion, in jeder sozialen Schicht, in jedem politischen Bekenntnis. Allerdings fällt es im eigenen Milieu leichter, die Hinweise zu erkennen, dass man es mit einem Vollidioten, einem Betrüger oder Geisteskranken zu tun hat, als bei Ethnien, deren Körpersprache und deren Art, sich auszudrücken, eine andere ist als die eigene. Auch ist in anderen Milieus die Platzierung der Tabuzonen unterschiedlich. Andere Länder, andere Sitten. Andere Kulturen, andere Fettnäpfchen.

Der Umgang mit dem Fremden ist um ein Vielfaches riskanter als der Umgang mit dem Eigenen. Man versteht die eingespielten Verhaltensmuster oft nicht, missdeutet Direktheit als Unhöflichkeit, Toleranz als Schwäche, höfliche Zurückhaltung als Abneigung, Großzügigkeit als Dummheit. Bis zu einem gewissen Punkt kann man die kulturellen Codici des Fremden erlernen, in einem längeren Prozess kann das Fremde sogar zum Vertrauten werden. Allerdings ist dies ein mühsamer Weg, der mit vielen Rückschlägen und Missverständnissen behaftet ist.

Die derzeit grassierende „political correctness“ verlangt den völligen Verzicht auf Unterscheidung. Alles Fremde sei wie das Eigene zu behandeln, ja, es gäbe nichts Eigenes, alle Kulturen seien gleich und, wie die Klamotten in irgendeinem Modeladen, beliebig miteinander kombinierbar. Ein Anspruch, der in der Realität nicht umsetzbar ist, da er alle biologischen Programme und Überlebensstrategien außer Kraft setzt. Jedes Lebewesen verhält sich auf unvertrautem Terrain mit einer gewissen Vorsicht, täte es dies nicht, so wäre es schnell von der Bildfläche verschwunden.
Da hilft auch eine von oben verordnete Toleranz nichts.

Die derzeit grassierende political correctness degradiert die Menschen zu Schafen. Unfähig, den Tatsachen ins Auge zu sehen, da diese nicht den ideologischen Vorgaben entsprechen. Die political correctness hält die Menschen in einer kindlichen Unreife, Konflikte sollen geleugnet und nicht etwa bewältigt werden. Das Gleiche gilt für die Vorurteile. Diese haben nicht zu existieren. Allerdings kann man das eine oder andere Vorurteil nur dann überwinden, wenn man sich mit ihm auseinandersetzt, und feststellt, ob es substantiell gewesen ist oder nicht.

Streng genommen ist jedes Urteil ein Vorurteil, denn wenn man wirklich alle Aspekte, die zu einem Sachverhalt beitragen, berücksichtigen würde, dann wäre es unmöglich, sich überhaupt zu irgendetwas ein abschließendes Urteil zu erlauben. Und bei der Vielzahl der Sachverhalte, die es gibt, wäre Orientierung im Dasein schlechthin unmöglich. Frei nach Cioran haben nur diejenigen Überzeugungen, die nichts wirklich vertieft haben. Allerdings ist der radikale Skeptizismus eines Cioran zwar eine respektable philosophische Position, doch für die Alltagswelt ist sie untauglich, da sie Entscheidungen verunmöglicht und die Handlungsfähigkeit lähmt. Um das praktische Leben zu bewältigen, sind Stellungnahmen auch zu halb verstandenen Sachverhalten unumgänglich. Diese werden sich zwar häufig im Nachhinein als fehlerhaft herausstellen, da sie auf fehlerhaften Einschätzungen beruhten. Doch wäre die Alternative dazu, nichts zu tun, die Hände in den Schoß legen und abzuwarten, bis es zu spät ist, noch etwas zu tun.

Mit den meisten Fragen verfahren wir auf folgende Weise: Welche Meinungen verschaffen uns Reputation in der gesellschaftlichen Gruppe, bei der wir dazugehören wollen, mit welcher diskreditieren wir uns? Mit welchen Vorurteilen werden wir akzeptiert, und mit welchen der Lächerlichkeit oder der allgemeinen Entrüstung preisgegeben.
Wir sehen, Anpassungskünstler, die wir sind, die Welt durch die Brille der gesellschaftlichen Gruppe, mit der wir uns identifizieren, nehmen schnell deren Sichtweisen und damit auch deren Vorurteile an.

Doch die Tatsache, dass Vorurteile allgegenwärtig und unvermeidbar sind, ist im Allgemeinen nicht gemeint, wenn man über Vorurteile spricht. Der Begriff „Vorurteil“ ist schließlich ein Kampfbegriff, mit dem politische Ziele durchgesetzt werden sollen. Er eignet sich auch wunderbar dazu, den Gegner zu diffamieren, sich selbst als Opfer darzustellen und für die eigenen Absichten und eigenes schlechtes Verhalten einen Blankoscheck zu bekommen.
Wer eine Extrawurst gebraten haben möchte, der braucht seinem Gegenüber lediglich Vorurteile zu unterstellen, schon gibt der Andere klein bei. Allerdings geht der Krug nur so lange zum Brunnen, bis er bricht, längerfristig bestätigen sich durch solches Verhalten die verpönten Vorurteile. Die moralische Erpressung mittels unterstellter böser Absichten mag vielleicht kurzfristig zum Erfolg führen, sie wird allerdings neue Ressentiments erwecken und die alten verstärken, und außerdem, wer sich wegen Lappalien in der Rolle des Buhmannes wiederfindet, der wird sich irgendwann daran gewöhnen, Außenseiter zu sein und auf die Meinung seiner Mitmenschen keinen Pfifferling mehr zu geben. Er wechselt einfach die gesellschaftliche Gruppe und erwirbt Ansehen bei den sogenannten „Underdogs“ und verspottet gemeinsam mit diesen die sogenannte „Bionade Bourgoisie“, deren Popularität sich langsam der Beliebtheit von Fußpilz oder Atommüll annähert. Vorurteile gegen Gut- und Bessermenschen und Nochbessermenschen werden also eine Hochkonjunktur erleben, dies ist allerdings nicht als Anlageberatung zu verstehen...

Wenn Angehörige von Minderheiten nicht mehr kritisiert werden dürfen, egal wie berechtigt diese Kritik auch sein mag, weil stets die moralische Keule des unterstellten Rassismus, der Islamophobie, der Homophobie, der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder des Antiselenitismus (Abneigung gegen Mondbewohner) angewandt wird, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Umschlag der öffentlichen Meinung in ihr krasses Gegenteil, also die pauschale Identifizierung von Minderheiten mit deren unangenehmsten Vertretern, auch die komplette Diskreditierung der veröffentlichten Meinung und deren intellektuellen Anführer zu erwarten ist.

Es sind verschiedene Welten, die aufeinanderprallen. Die Welt der Theorie mit ihren Vorstellungen, wie die Gesellschaft zu funktionieren habe, die Vision des neuen Menschen, der noch zu schaffen sei, und der Wirklichkeit des tatsächlich gelebten Lebens, das mit dem Menschen zurechtkommen muss, so, wie er ist.
Derzeit wehren sich die Utopisten in einem infantilen Aufbegehren, sie halten vehement an der Kinderwelt des schönen Scheins fest, sie verfallen in einen zornigen Infantilismus und flüchten in eine immer bizarrer werdenden Scheinwelt. Ideologien greifen in dem Moment, in denen ihr Scheitern offensichtlich wird, zu unlauteren Mitteln, sie lassen bespitzeln und versuchen, ihren geistigen und finanziellen Ruin durch diverse Betrugsmodelle hinauszuzögern und sich in sektiererischen Fanatismus zu flüchten. Political correctness, eine Ersatzreligion, eine Sekte, mit den Schulen und Universitäten (eigentlich Uniformitäten) als Rekrutierungsanstalten für deren Sektenideologie? Eine Variation der christlichen Erbsündenlehre, allerdings ohne Aussicht auf Vergebung und Neuanfang. Sondern die Verpflichtung zu ewigen Selbstzerknirschung, zum Selbsthass, zur Selbstdiskriminierung. Der Versuch, sich freizukaufen von der untilgbaren Schuld, indem man Vorurteile gegen die eigene Volksgruppe, gegen die eigene Hautfarbe schürt. Political correctness, eine Art autoaggressiver Rassismus, eine mentale Autoimmunkrankheit. Eine Verpflichtung zur Leisetreterei und die Umetikettierung derselben zur Weltoffenheit. Möglicherweise wird die letztendliche Konsequenz dieser Realitätsverleugnung der Rückfall in die Barbarei sein.

Doch sind die Stunden der political correctness, der schwammigen Sprache und des noch schwammigeren Denkens, des „unter den Teppich Kehrens“ jeglicher Konflikte, gezählt, derzeit wird lediglich noch an der Optimierung der Fallhöhe gearbeitet. Der derzeitige Meinungsadel läuft Gefahr, unter der medialen Guillotine zu enden. Wer heute Schäferhund spielte, der wird sich morgen vielleicht in der Rolle des Schafes wiederfinden.

Die Hydra der Vorurteile wird sich neue Köpfe wachsen lassen. Diese werden, in veränderten, eher konfliktträchtigen Verhältnissen, anderen Lebenslügen entsprechend, andersartig aussehen als die gegenwärtigen. Vielleicht werden sie so allgegenwärtig sein, dass sie nicht als Vorurteile zu erkennen sind, sondern als Selbstverständlichkeiten in Zeiten allgemeiner Mobilmachung. Arglose Schafe verwandeln sich in reißende Wölfe und Kriechtiere mutieren zu Krokodilen. Die Löwen von gestern stehen ausgestopft im Naturkundemuseum und werden von den Motten aufgefressen.?Und so mancher Tiger springt und landet als Bettvorleger. Und wie heute werden auch in Zukunft, nach einer wie auch immer gearteten, voraussichtlich von rechts außen kommenden Kulturrevolution, so einige ihr ewiges Brett vor dem Kopf als leuchtende Fackel der Weisheit präsentieren.?Im Irrenhaus Europa werden die Wärter ausgetauscht, werden die Zwangsjacken neu verteilt. Doch dies ist ein Vorurteil und darf nicht ausgesprochen werden. Denn Vorurteile haben immer nur die Anderen....
 
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