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Andacht Nr. 155

Nachdenkliches · Kurzgeschichten
Andacht Nr. 155

Der Judaskuss


Ihr Lieben

Eine der Szenen, die mich beim Lesen des N T. immer faszinierte, erschreckte und abstieß, war der berühmt berüchtigte Judaskuss.
Judas Iskariot war einer der zwölf Jünger Jesu, gehörte also zum engsten Kreis, zu den „Erwählten und Wissenden.“

Im Johannes Evangelium wird er nicht sehr vorteilhaft beschrieben.

Johannes 12/6
„Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte.“

Lukas 22/48
Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuss?

Ein Kuss ist eine Geste mit der man damals und in vielen Kulturen noch heute einen Freund begrüßt, einen Menschen, den man „kennt und wertschätzt“, der einem wichtig ist.
Diese Szene stand mir vor einigen Tagen unweigerlich vor Augen, während ich beim Fernsehen das Gespräch eines „Experten“, eines Wissenschaftlers für interkulturelle Angelegenheiten mit einem TV Moderator verfolgte. Natürlich ging es wieder einmal um das Verhältnis von Christen und Muslimen. Dieser Wissenschaftler bemerkte, dass „wir Christen“ uns, auch gerade im Hinblick auf die Zuwanderung von Gläubigen aus vornehmlich muslimischen Ländern, deren Religion, dem Islam mehr „öffnen“ müssten. Er sei beispielsweise tief bewegt von der tiefen, unerschütterlichen Gläubigkeit der Muslime und geriet geradezu ins Schwärmen darüber, was wir Christen uns an diesen Menschen als Beispiel nehmen könnten. Er beteuerte, dass „Allah“ der gleiche Gott wäre, zu dem auch Juden und Christen beten würden und schalt die Zweifler dieser These als „dumm“, als Leute, die „keine Ahnung hätten“ wovon sie sprächen. Nun heißt „Allah“ durchaus „Gott“. Was der Wissenschaftler vergaß zu erwähnen oder bewusst ignorierte, waren erstens, grundlegende, sich eindeutig widersprechende Aussagen zwischen NT und Koran, besonders in der Behandlung sogenannter „Ungläubiger“. Nicht einmal Paulus, der ja stellenweise in seinen Briefen wirklich als Scharfmacher auftrat, verlangte die Tötung von „Ungläubigen.“ (Diesem grausamen Irrtum folgten dann leider die spätere entstandene katholische, wie auch evangelische Kirche ….)
Im Koran wird das jedoch nicht nur gebilligt sondern regelrecht verlangt. Es steht jedenfalls, für alle und jeden LESBAR in derem heiligem Buch.


Es bleibt keinem in der heutigen Zeit verborgen, dass es eine merkwürdige Bestrebung gibt, die Religion des Islam mit dem Christentum „mindestens“ zu vermengen. Die obersten Kirchenmänner zeigen sich verzückt und tief bewegt, angesichts der Rufe von Muezzinen und laden, was schon mehrmals geschah, muslimische Geistliche zum Predigen oder für einen Vortrag in Kirchen ein. Mir ist umgekehrt kein Fall bekannt, dass etwa ein christlicher Geistlicher in einer Moschee das Evangelium gepredigt hätte.
Es irritiert, dass die Forderung, sich zu „öffnen“ immer nur den Christen zufällt, dass diese Forderung übrigens mehrheitlich von „Ungläubigen“ erhoben wird, denen, die im Islam akut mit der Todesstrafe bedroht wären. „Ungläubig“ ist im islamischen Sprachgebrauch alles und jede/r, der nicht ausschließlich dem Islam angehört. Punkt! Zusätzlich verfluchen sie sich auch gegenseitig, Sunniten vs. Schiiten, vs. Aleviten, vs. ...
Es ist wohl am Anfang des Koran vom „Volk der Schrift“ die Rede, dem Christentum und den Juden, diese werden aber im Verlaufe des Buches zu Ungläubigen degradiert, da als „ungläubig“ gilt, wer „Allah“ etwas beigesellt … was bei uns Christen Jesus, der Mittler zwischen Gott und uns Menschen ist, der lt. der christlichen Lehre am Kreuz für die Sünden der Welt starb, bei den Juden, weil sie angeblich Teile ihrer heilige Schrift gefälscht hätten. Auch Jesus wird nach der dritten Sure vom Messias zum bloßen Propheten degradiert, dabei hat der Messias lt. NT eine höhere Rolle als ein Prophet sowie eine höhere Rolle als ein König

Ich las den Koran mehrmals und war stellenweise sehr beeindruckt von Glaubensdingen, die ich als wahr erkannt habe, welche ich so nicht in unserer heiligen Schrift fand. Was mir jedoch immer wieder ganz deutlich aufstößt, sind die tiefen Weisheiten und Warnungen Jesu und seines späteren „Werkzeuges“ des Apostels Paulus.

Johannes 16/2
 Es kommt aber die Zeit, dass wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Gefallen. 3Und solches werden sie euch darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen. 4Aber solches habe ich zu euch geredet, auf das, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedenkt, dass ich' s euch gesagt habe.



Matthäus 7:    15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?) 17 Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte 18 Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. 19 Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Natürlich ist es lobenswert, nach Wahrheit zu suchen, nach Erkenntnis zu streben ABER, was nützt´s, wenn daraus nur Hass, Verachtung, Mord und Totschlag auf den Anderen wachsen, was soll mir dann "Wahrheit", was nützt ´s, wenn ich mich fünf mal am Tag niederwerfe, vor Gott, meine Sünden bekenne, um Vergebung bitte und anschließend mit Steinen auf meinen Nächsten losgehe, was nützt´s wenn ich mich „Allah“ ergebe und anschließend „Tod den Ungläubigen“ skandiere …, da kann doch "Wahrheit" drin stehen soviel will ...“ Was nützt´s mir und meiner Seele?

1. Korinther 13
1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. 3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. 4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. 5 Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. 6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. 7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. 8 Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. 9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; 10 wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. 11 Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. 12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. 13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

DAS IST DER GRUNDLEGENDE UNTERSCHIED ZWISCHEN CHRISTENTUM UND ISLAM, AUS DIESEM GRUND KÖNNEN DIESE RELIGIONEN NIEMALS GEMISCHT WERDEN.




Galater 1

Kein anderes Evangelium als das von Christus
6 Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium,
 
7 obwohl es doch kein andres gibt. Es gibt nur einige, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren.
 
8 Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht.
 
9 Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht.

In der Tat wurde der Koran von einem Engel vermittelt, angeblich sogar von Gabriel, also dem Engel, der Maria die Botschaft überbrachte, dass sie den späteren Messias zur Welt bringen würde.

Auch wenn viele von der Wucht, der Exzentrik, der Exotik, der Schönheit mancher Moscheen, des schönen Redens von muslimischen Geistlichen, der Anmut muslimisch gekleideter Frauen und Männern betört, beeindruckt sind – verratet nicht das, was ihr dereinst am Christentum hattet. Wir hatten keine Gebote die, bei Missachtung, mit drakonischen Strafen bestraft wurden (unsere Generationen)

Ich wünsche euch Gottes Schutz und Segen für nächste Woche!
 
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Kommentare  

Ingrid schrieb: Wenn sogar der allerheiligste Papst sich nicht gezwungen fühlt, seine Schäflein, die überall in "anderen Ländern" abgeschlachtet werden, zu erwähnen, geschweige denn zu beschützen - dann ist das nicht mehr mein ...


Das ist tatsächlich so, man kann es nicht wegreden. Die Art, wie sich unsere christlichen Oberhirten anbiedern, ist nicht nur peinlich sondern grotesk und irgendwie schon widerlich.
Im frühen Mittelalter hatten die christlichen Eroberer den Wahlspruch: „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein.“
Das steht aber NICHT in der Bibel!
Im Koran steht hingegen genau geschrieben, dass man alle Nichtmuslime abschlachten soll.
Allein deswegen ist es schlicht unmöglich, diese beiden Religionen zu vermischen. Sie können höchstens in Frieden nebeneinander existieren. Die Frage ist nur: Wollen die Muslime dies? Meiner Meinung nach nicht. Ich glaube, dass sie mit Verachtung auf die sich bei ihnen anbiedernden christlichen Kirchenoberen herabsehen.
Frieden geht nur, wenn beide Seiten sich dran halten!

Das hat der Autor wieder einmal sehr gut aus den Schriften herausgearbeitet. Wie immer absolut objektiv und absolut ehrlich.


Stefan Steinmetz (29.01.2020)

Wenn sogar der allerheiligste Papst sich nicht gezwungen fühlt, seine Schäflein, die überall in "anderen Ländern" abgeschlachtet werden, zu erwähnen, geschweige denn zu beschützen - dann ist das nicht mehr mein ...

Ingrid Alias I (26.01.2020)

Dieser sehr interessante Beitrag aus dem NT. hat zwar
nachhaltig bewiesen, dass das Christentum auch nicht
frei von Sünden gewesen ist, aber dieser hat auch
begründet, weshalb die Ängste in Bezug auf die
Einwanderung unsere Gesellschaft so gespalten haben.
Und da muss ich mir ehrlich eingestehen, dass auch mir
die Entwicklung größte Sorge bereitet. Wir wissen ja
nicht und können ja auch nicht wissen, wie viele
Fanatiker sich unter die Flüchtlinge gemischt haben. Das
Klima in unserer Gesellschaft ist geprägt von einer
Unsicherheit, die gefährliche Gräben aufgerissen hat.
Und die Anpassung darf und sollte keine Einbahnstraße
sein. Es kann nicht verlangt werden, dass die
katholischen oder evangelischen Christen irgendwann
einmal gezwungen sein werden, ihre kulturellen
Traditionen und Werte aufzugeben!


Michael Brushwood (26.01.2020)

Hallo Wolfgang Reuter, ich bin zwar ein gläubiger Mensch (wenn das auch wenig mit den Evangelien oder dem Koran zu tun hat) aber das hier gefällt mir ausgesprochen gut:

"Es eifre jeder seiner unbestochnen
von Vorurteilen freien Lieben nach."
An ihren Handlungen kann man Menschen messen, an Ihrer Menschlichkeit, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit, Hilfsbereitschaft, Großzügigkeit, Nächstenliebe ...
Welcher Glaube sie dazu bringt, ist mir gleich. Und weil ich selbst "ungläubig" bin, strebe ich längst nicht weniger nach guten menschlichen Eigenschaften.


Daniel Freedom (24.01.2020)

Ich bin ein Ungläubiger und halte es mit Gotthold Ephraim Lessing und seiner Ringparabel:
"Es eifre jeder seiner unbestochnen
von Vorurteilen freien Liebe nach."
An ihren Handlungen kann man Menschen messen, an Ihrer Menschlichkeit, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit, Hilfsbereitschaft, Großzügigkeit, Nächstenliebe ...
Welcher Glaube sie dazu bringt, ist mir gleich. Und weil ich selbst "ungläubig" bin, strebe ich längst nicht weniger nach guten menschlichen Eigenschaften. Auch wenn mir dafür kein Paradies winkt.


Wolfgang Reuter (24.01.2020)

Du sprichst mir ganz aus dem Herzen. da haben wir Glück gehabt, dass wir mit solch einem Glauben aufgewachsen sind. Andere hatten dieses Glück nicht und ich denke, dass man auch als Muslima oder Muslim ruhig Barmherzigkeit zeigen kann. Man muss ja nicht seine Religion zu fanatisch besehen.

Evi Apfel (24.01.2020)

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