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Wenn die Zeit vorüber schwebt

Nachdenkliches · Poetisches
Wenn die Zeit vorüberschwebt...
Nein.
Stimmt nicht die Zeit schwebt nicht vorüber.
Sie rennt und hetzt, läuft mir davon,
läßt mich alternd und siechend zurück.

Ich versuche sie aufzuhalten.
Mit verschiedenen Tricks.
Doch kein Pulver oder Trank,
noch irgendeine Tinktur,
vermag sie zu stoppen.

Hetzen, rennen, nichts verpassen!
Wo mag noch Zeit zurück geblieben sein?
Doch wie sehr ich sie auch suche,
die verpaßte Gelegenheit, das verflossene Glück,
nichts hält sie, nichts bringt sie zurück.

TICK… TICK… TICK… TICK!!!

Es hämmert in meinem Kopf!
Es summt in den Ohren!

ZEIT ZEIT ZEIT

Du hast sie verloren!

VERSCHWENDET!

VERGEUDET!

G E S T O H L E N !!!

Die Zeit, ich bekomme sie nicht zu fassen.
Tausend Uhren!
Ich blicke mich um,
und kann es nicht lassen.
Jede Sekunde braucht Sinn und Ziel.

Hektik.

Hetze.

Lebensspiel….

Niemals genug,
und doch zu viel…

Und plötzlich halte ich inne in meinem irren Lauf.
Am Wegesrand sitzt ein alter Mann.
Geborgen im Schatten der uralten Linden,
gebeugt vom Alter, auf dem Rande des Brunnens.
Er hält die Hand empor und läßt das Wasser durch die
Finger rinnen.

Leise plätschert der schattige Brunnen.
Vögel singen und der Wind rauscht in den Blättern.
Es ist mir als stehe die Zeit nun still.
Und das ist es was der Alte mir hier sagen will.

Die Zeit ist dein Freund, und sie begleitet dich.
Du bist im Besitz eines kleinen Stücks der Ewigkeit.
Sei wie das Wasser, sei wie der Wind.
Fließe dahin.
Mäßig nur, nicht ungestühm.
Und der Zauber des Lebens,
und das Lied der Zeit,
wird in dir erklingen,
bis die endliche Ruhe dich befreit.
 
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