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11 Seiten

Mortal Sin Sommer 2005- Nasty, Shameless And Paranoid

Romane/Serien · Spannendes
© JoHo24
So wilde Freude nimmt ein wildes Ende.
- William Shakespeare


Die untergehende Sonne stand tief am Horizont und färbte den Himmel in ein intensives Rot. Das Licht irritierte ihn und machte es ihm schwer in die Ferne zu sehen und auf den Straßen Saint Berkaines den Überblick zu behalten.
Patton Massey III war nach einem Treffen in Williams Büro auf dem Weg zu Ophelia Monro-es Villa, denn er hatte sich, nachdem sie ihn darum gebeten hatte und zwar auf eine Art, bei der man einfach nicht nein sagen konnte, dazu bereit erklärt seine Kollegin nach Hause zu fahren. Nach seinem Empfinden zog sich die Strecke jedoch unendlich dahin, was ihn seine Entscheidung langsam bereuen ließ.
Als sei die erschwerte Sicht nicht schon anstrengend genug, machte sich in ihm dazu noch eine enorme Müdigkeit breit, welche seine Lider nach unten sinken ließ.
„Massey!“, kam es laut von der Beifahrerseite, was ihn seine Augen umgehend aufreißen ließ. Dadurch konnte er den silbernen Van sehen, der sich unmittelbar vor ihm befand und in den er im Begriff war hinein zu donnern. Blitzschnell riss er das Lenkrad herum und wich seinem Vordermann im letzten Moment mit einem riskanten Manöver aus.
„Hast du den Verstand verloren?“, fragte ihn seine Kollegin erzürnt. Er warf einen flüchtigen Blick auf die Brünette, die ihn mit vor Wut zusammengepressten Lippen vorwurfsvoll ansah.
„Komm wieder runter, Monroe. Es ist nichts passiert. Ich hatte alles unter Kontrolle, also mach nicht so einen Aufstand“, meinte er leicht gereizt in ihre Richtung.
„Du hast über gar nichts die Kontrolle, Arschloch“, blaffte sie übellaunig zurück. „Du hättest uns mit deiner gedankenlosen Aktion fast umgebracht.“
„Du musst echt immer ein Drama machen, oder Schätzchen?“
„Das ist kein Drama. Ich halte dir bloß die Wahrheit vor Augen, damit du auch mal in den Genuss der Realität kommst.“ Als Reaktion auf ihre irrwitzigen Worte folgte ein heiteres Glucksen.
„Du meinst dabei wohl eher deine Realität“, korrigierte er sie und zog dabei provokant eine Augenbraue in die Höhe.
„Wie tiefgründig, Massey. Das bin ich ja gar nicht von dir gewohnt.“
Ihr falsches und schmieriges Lob versetzte ihm einen heftigen Stich und ließ seine Wut auf-flammen. Zornig schnaubend packte er grobschlächtig an ihren linken Oberschenkel und bohrte seine Finger in ihre weiche Haut. Vor Schmerz sog sie die Luft scharf ein, ansonsten hielt sie sehr gelassen und ruhig seine Peinigung aus.
„Du lernst es wohl nie, oder Monroe? Du kannst es einfach nicht lassen dich über mich lustig zu machen und mich zu verspotten“, zischte er bissig und machte seinem Ärger Luft. „Du bist ein arrogantes und verwöhntes Miststück, das glaubt mir überlegen zu sein.“
„Wie oft habe ich das schon gehört…“, verdrehte sie entnervt die Augen.
„Dann lass den Scheiß!“
„Ach komm schon, Massey. Du stehst doch auf unsere kleinen Spielchen“, wisperte sie an-züglich und legte ihre Hand auf seine, mit der er sich in ihrem Oberschenkel vergraben hatte.
„Unsere Spiele sind gefährlich, Schätzchen, besonders für dich“, erinnerte der Ex-Soldat sie in einem rauen Ton. „Denn ich bestimme die Regeln.“
„Die Gefahr macht es erst aufregend und heiß, meinst du nicht?“ Sie hatte sich zu ihm her-übergelehnt, sodass ihr warmer Atem seine Wange streifte und sie ihre Pheromone versprüh-te. Diese Frau wusste, wie man Männer um den Finger wickelte und ihnen den Verstand raub-te. Sie führte ihn in Versuchung, obwohl er noch immer wütend auf sie war. Unglaublich, was für eine Macht sie über ihn besaß!
Dieser Umstand machte ihn nervös; er ließ ihn an sich zweifeln, was er verabscheute und hasste. Immerhin war er ein gestandener Mann, der über Macht und Stärke verfügte, deshalb gefiel es ihm überhaupt nicht, wozu Ophelia im Hinblick auf ihn im Stande war. Es war noch niemals vorgekommen, dass eine Frau ihm in irgendeiner Weise überlegen war und das mach-te ihm, so ungern er es auch zugab, Angst. Diese Angst und seine Unsicherheit durfte er sei-ner Kollegin auf keinen Fall zeigen, daher setzte er plakativ eine ernste und strenge Miene auf. Ihr entging seine Maskerade natürlich nicht und so kicherte sie amüsiert über sein auffäl-liges Manöver, womit er sie eigentlich hatte täuschen wollen.
„Du kannst mir nichts vormachen, das weißt du doch“, tadelte ihn die Brünette, ehe sie sich wieder auf den Beifahrersitz zurückfallen ließ. Als er dabei bemerkte, wie sie für einen Au-genblick das Gesicht vor Schmerz verzog, kam ihm erst wieder seine rechte Hand in den Sinn, die sich unverändert in ihrem Bein festgekrallt hatte. Als hätte er auf eine heiße Herdplatte gefasst, zog er die Hand ruckartig zurück und legte sie um das Lenkrad. Dies war allerdings gar nicht so einfach, denn seine Finger waren stark gebeugt und verkrampft. Kein Wunder, schließlich hatte er diese mit immenser Kraft minutenlang in Ophelias Fleisch gebohrt.
Patton Masseys Blick wanderte bei diesem Gedanken zum Bein seiner Kollegin, das er malt-rätiert hatte. Wo seine Finger gewesen waren, sah er fünf tiefe Einbuchtungen, die starke Ver-färbungen aufwiesen, so, wie die umliegende Haut, die geschwollen war.
„Bist du zufrieden mit deinem Werk?“, fragte sie ihn zynisch, bevor sie sich eine Zigarette anzündete und in eisiges Schweigen verfiel. Der Ex-Soldat erwiderte nichts, da er wusste, dass er nichts sagen konnte, was sie zufriedenstellen würde. Stattdessen wagte er es seine Hand erneut ihrem Bein zu nähern, doch dieses Mal streichelte er sanft darüber, um es wieder gut zu machen. Seine Berührungen ließen sie umgehend erzittern, ob es aus Schmerz oder Erregung war, konnte er nicht sagen. In ihren Augen entdeckte er ein helles Glänzen, das ihn gefangen nahm und ihm die Hoffnung gab, dass ihr gefiel, was er tat und sie gewillt war ihm zu verzeihen.
Mehrere Minuten strichen dahin, ohne, dass sie miteinander sprachen. Als Ophelias Behau-sung dann in seinem Sichtfeld erschien, nahm er die Hand von der Brünetten und fokussierte sich auf die letzten zweihundert Meter, die ihn von seinem Ziel trennten.
Der Killer fuhr im Schritttempo die Auffahrt hinauf und hielt vor dem Eingang der imposan-ten Villa. Ohne noch ein Wort an ihn zu richten oder ihn eines letzten Blickes zu würdigen, stieg sie aus und bewegte sich die ersten Schritte in Richtung Tür.
Zu seiner großen Verwunderung drehte sie sich jedoch noch einmal um und kam zurück an den Mustang. Er sah dabei zu, wie sie ihre Unterarme auf den Rahmen des offenen Beifahrer-fensters legte und den Kopf neigte, sodass ihr Haar über ihre rechte Schulter fiel. Seine Augen wanderten dabei automatisch eine Etage tiefer zu ihrem verführerischen Dekoltee, wo ein Kreuzanhänger, der das Ende ihrer mehrreihigen Goldkette bildete, sündig zwischen ihren Brüsten baumelte.
„Willst du noch mit reinkommen, Massey?“ Ihrem energischen und drängenden Ton nach zu urteilen war dies keine Frage, sondern ein Befehl. Pattons Blick traf auf ihre großen blaugrü-nen Augen, wo ein kraftvolles, aber auch gefährliches Feuer loderte.
Forderst du mich heraus, Ophelia? Ein räuberisches Grinsen huschte über seine Lippen. Er-wartet mich drinnen etwa die Rache für mein grobes Benehmen und die Hämatome, die ich dir zugefügt habe? Erwartungsvoll betrachtete er seine junge Kollegin, als habe er ihr diese Frage laut gestellt. Ihr Gesichtsausdruck verriet nichts über ihre Gedanken oder Gefühle, die sie leiteten. Der Ex-Soldat war auf der einen Seite weiterhin skeptisch und misstrauisch, doch auf der anderen Seite reizte ihn der sexy Anblick Ophelias, der ihn letztlich dazu brachte eine Entscheidung zu treffen.
Wortlos und voller Vorfreude stieg er aus seinem Wagen, verriegelte diesen und ging zu der Brünetten herüber, die sich ein siegreiches Grinsen nicht verkneifen konnte. Dir wird das Grinsen noch vergehen, das verspreche ich dir, Süße.
Ophelia streckte ihm bereitwillig ihre rechte Hand entgegen, die er ohne zu zögern ergriff. Dann gingen sie wie ein Pärchen Hand in Hand zur Eingangstür, was er als lächerlich emp-funden hätte, wenn ihm dieser Umstand nicht ungemein gefallen hätte. Flüchtig und unauffäl-lig schaute er aus den Augenwinkeln zu seiner Kollegin, deren Schönheit und Eleganz sein Herz heftig seinen Brustkorb schlagen ließ. Sie raubte ihm den Atem und hinderte ihn daran einen klaren Gedanken zu fassen. Schon seit Langem fragte er sich, ob diese Anzeichen Sym-ptome des Verliebtseins waren. Bisher hatte er keinerlei Erfahrung in jener Hinsicht gemacht und deswegen war er völlig überfordert mit den Emotionen, die Ophelia in ihm auslöste.
„Dein Blick ist unheimlich, Massey“, sagte sie trocken und unterbrach damit seine Grübelei. Sie hatte bemerkt, dass er sie anstarrte, obwohl sie ihn nicht einmal direkt ansah. Ihr entging einfach nichts.
„Mache ich dir Angst, Schätzchen?“
Er versuchte mit dem Spruch Selbstsicherheit auszustrahlen, was er mit einem kecken Grinsen noch unterstrich. Doch es war nichts Ehrliches an ihm; kein einziges Wort, keine Regung in seinem Gesicht oder das Grinsen auf seinen Lippen. Er belog sie und sich selbst, um einen Mann zu präsentieren, der sich nicht von so etwas Lapidarem wie Gefühlen beeinflussen ließ. Sie sollte den Eindruck bekommen, dass er sie verunsicherte und nicht andersherum.
„Das hättest du wohl gerne“, lachte sie, ehe sie seine Hand losließ, um den Schlüssel aus ihrer Handtasche zu fischen und ihnen den Eintritt in die Villa zu ermöglichen.
Ophelia ging voraus. Sie legte ihre Tasche auf den kleinen Mahagonitisch, der in der Mitte der beeindruckenden Eingangshalle platziert war und verloren gewirkt hätte, wenn nicht ein riesiges Blumengesteck mit weißen Orchideen auf ihm gestanden hätte. Der Geruch der fri-schen Blumen war überwältigend und machte ihn ganz schwummrig. Ihm brummte der Schä-del und Übelkeit stieg in ihm hoch, wodurch er sich beeilte ihr hinaus in den anschließenden Korridor zu folgen, der ins Wohnzimmer führte. Dort verblieb Ophelia jedoch nicht lange, denn sie durchschritt den Raum mit großen Schritten und verließ durch eine Glastür das Ge-bäude.
Der blonde Killer eilte ihr leicht verärgert hinterher und trat das erste Mal in einen Garten, der eher die Bezeichnung Park verdient hätte. Seine arktisblauen Augen schweiften über das Ge-lände und blieben an dem unübersehbaren Pool hängen, dem er sich ehrfürchtig näherte. Er schätzte seine Länge auf etwa 25 Meter. Die aufsteigenden weißen Schwaden zeigten ihm, dass das Wasser beheizt wurde.
Was für ein Luxus! Und wie passend für eine verwöhnte Prinzessin, wie dich. Verärgert ver-engte er die Augen zu Schlitzen, als er Ophelia dabei zusah, wie sie arrogant und erhobenen Hauptes um den Pool stolzierte. Sie genoss es ihm den Reichtum zu demonstrieren, in dem sie aufgewachsen war und den er nie erreichen würde.
Zwar verdiente er in seiner Tätigkeit als Auftragskiller eine Menge Geld in kürzester Zeit, doch sie war von Haus aus millionenschwer. So viel würde er niemals sein Eigen nennen kön-nen. Hochnäsiges, selbstgefälliges Miststück! Seine Stirn verzog sich vor Zorn und verborge-ner Eifersucht, die er niemals offen vor ihr zugegeben hätte. Er wurde gequält von ihren Le-bensstandard, den er nicht für fair hielt. Er…
„Patton?“, hauchte sie ihm sehnsüchtig entgegen, was ihn hellhörig machte und seine Auf-merksamkeit auf Ophelia lenkte. Er nahm seinen Blick von dem beeindruckenden Pool und ließ ihn zu der bildschönen Killerin wandern. Kaum fixierte er sie, verrauchte schlagartig sei-ne Wut, als habe sie ihn nie befallen, und die ungewohnten Gefühle des vermeintlichen Ver-liebtseins tauchten wieder auf. Der Ex-Soldat bemühte sich die Kontrolle über sein Inneres zu erlangen, um ihr gelassener und fokussierter entgegentreten zu können, doch er ahnte nicht, dass er in wenigen Augenblicken jegliche Vorsätze vergessen würde.
„Hast du Lust auf eine Party?“
„Eine Party?“
„Genau, eine exklusive Party nur mit uns beiden.“ Sie biss sich sinnlich auf die Unterlippe, ehe sie lasziv ihre Hüften zu bewegen begann.
„Lass uns ein bisschen Spaß haben, Massey“, sagte Ophelia vergnügt, bevor sie zu seiner Be-geisterung am Rand des Pools einen heißen Striptease vollführte. Zuerst streifte sie sich ihren schwarzen Bleistiftrock aus Leder ab und präsentierte ihm ihre endlos langen Beine und das dunkelrote Höschen, das sie trug und farblich auf ihr enges und tief ausgeschnittenes Spitzen-top abgestimmt war.
Die anstößigen Fantasien des Killers über seine blutjunge Kollegin überfluteten seinen Verstand und machten ihn nervös und geil. Unruhig trat er von einen Fuß auf den anderen und leckte sich begierig die Lippen. Er fühlte sich wie ein hungriger Wolf, der seine Beute aufge-spürt hatte und diese nun beobachtete, um den richtigen Moment für den Angriff abzuwarten.
Während er sich größte Mühe gab sich zurückzuhalten, damit er sich nicht auf sie stürzte, fuhr sie in aller Ruhe fort sich auszuziehen. Dem Rock folgte das Top, unter dem sie keinen BH trug. Der Anblick ihrer festen, wohlgeformten Brüste machte ihn ganz schwummrig und trieb seine Erregung voran. Zuletzt schlüpfte sie aus ihren High Heels, ehe sie sich langsam und erotisch ihres Höschens entledigte.
Patton Masseys Ungeduld wuchs immer weiter an, bis in die Unerträglichkeit. In ihm brodelte ein Vulkan aus brennender Leidenschaft und qualvoller Gier nach ihrem makellosen Körper. Ophelia sah, wie er sich im Zaum halten musste und gegen sich und seine immense Begierde ankämpfte. Sie machte sich einen Spaß daraus und lächelte ihn provokant an, während sie nackt auf der anderen Seite des Pools stand. Die beiden Killer stierten sich intensiv an; sie belauerten sich und warteten auf den nächsten Schritt des jeweils anderen. Der Ex-Soldat stand unter Strom und zügelte seine Lust mit dem Anspannen seiner gesamten Muskulatur.
Es war die brünette Schönheit, die voran ging, indem sie gekonnt ins Wasser sprang und zu ihm herübertauchte. Wenige Sekunden später tauchte sie auf, stützte ihre Arme auf den Rand des Pools und schaute zu ihm hoch. Als er in ihren großen, blaugrünen Augen die gewaltige Begierde nach ihm wahrnahm, konnte er nicht mehr an sich halten.
Eilig entkleidete er sich vor seiner Kollegin, die sich die Show natürlich nicht entgehen ließ. Sie biss sich auf die Unterlippe und ein zartes Rosa erschien auf ihren sonst blassen Wangen. Patton wurde von ihrem Anblick verzaubert und handelte nur noch wie unter Hypnose. Er ließ sich in das angenehm warme Wasser gleiten, wo er bereits sehnsüchtig von ihr erwartet wur-de. Ophelia schwamm mit zwei Zügen zu ihm und wurde mit einem leidenschaftlichen und langen Kuss von dem Killer empfangen. Ihre Zungen tanzten erregend umeinander und heiz-ten sich gegenseitig immer weiter an. Es machte ihn unvorstellbar scharf, dass ihr unver-gleichbarer Geschmack auf seinen Lippen brannte.
„So habe ich mir das vorgestellt, Patton“, hauchte sie ihm zufrieden ins Ohr, nachdem sie den Kuss unterbrochen hatte. Ihrer Kehle entfuhr daraufhin ein erinnerungsschwerer Seufzer, als sie ihre Arme um seinen Nacken und die Beine um seine Hüften schlang.
„Jedes Mal, wenn ich meinen Körper an deinen presse, verliere ich beinahe den Verstand.“ Ihre Stimme war nur noch ein verträumtes Säuseln, als sie in ihre eigene Welt abdriftete. Sie legte ihren Kopf in den Nacken, sodass sich ihr dunkelbraunes, langes Haar auf der Wasser-oberfläche ausbreitete wie ein Fächer. Er hatte den Eindruck, dass sie ganz weit weg war, bis sie ihren Kopf plötzlich wieder hob, ihn ansah und verwegen lächelte.
„Aber nur beinahe, also bilde dir nichts darauf ein, Patton.“ Mit Absicht triezte und ärgerte sie ihn, was er ihr allerdings nicht übel nahm, denn sie flirtete mit ihm. Dies wusste er mit Si-cherheit, denn sie hatte ihn mit seinem Vornamen angesprochen.
„Ophelia…“
„Ach, es macht mich verrückt, wenn ich höre, wie du meinen Namen sagst“, unterbrach sie ihn erregt, bevor er überhaupt richtig angefangen hatte. „Ich will dich, Patton. Ich will dich so sehr.“ Aus ihr sprach die Sucht nach ihm und seinen Qualitäten als Liebhaber, was seinem Ego ungemein schmeichelte.
„Das weiß ich. Ich bin schließlich der Beste“, prahlte er großspurig, woraus ein vergnügtes Gelächter ihrerseits resultierte.
„Du warst noch nie ein Freund der Zurückhaltung oder Bescheidenheit“, entgegnete seine Kollegin unverblümt. „Und das zu recht.“ Darauf biss sie keck in sein Ohrläppchen und be-deckte seinen Hals mit sinnlichen Küssen. Der Ex-Soldat konnte nicht mehr warten. Er drück-te sie mit dem Rücken gegen die Wand des Beckens und drang in sie ein. Ophelia stöhnte fast schon erleichtert, als seine Stöße stetig an Schnelligkeit und Kraft zunahmen. Ihr Griff um seinen Nacken wurde automatisch fester. Allem Anschein nach wollte sie ihn so nah, wie nur möglich, bei sich haben und seinen Körper spüren. Patton Massey schloss die Augen und ge-noss das Gefühl von völliger Schwerelosigkeit und alles erfüllender Befriedigung. Der Sex mir ihr beflügelte ihn und hob ihn in ungeahnte Sphären, wie bei jedem einzelnen Mal. Diese atemberaubend schöne und einzigartige Frau war sein Schicksal und sein Verderben, das wurde ihm in diesem Moment schlagartig klar.
Die beiden Killer waren vereint in ihrer grenzenlosen Leidenschaft und Lust füreinander, aber auch in ihrem Hass. Sie verband so vieles; sie ähnelten sich so sehr, was ihn schon seit Länge-rem beunruhigte. Doch er konnte einfach nicht die Finger von ihr lassen und sie aufgeben. Er konnte nicht aufhören Ophelia zu begehren und ein Teil ihres Lebens zu sein. Dafür war er zu egoistisch und auch abhängig von seiner jungen Kollegin, unter deren Bann er stand…
Patton wurde brutal aus seinen Gedanken gerissen, als er einen stechenden Schmerz in seinem oberen Rücken wahrnahm, der sich weiter ausbreitete. Er öffnete seine Augen, wandte den Kopf nach hinten und sah, dass sie in ihrer Ekstase die Fingernägel in sein Fleisch geschlagen hatte. So, wie er sie kannte, glaubte er, dass es teilweise ein Racheakt an ihm für sein rohes Benehmen vorhin im Mustang war.
„Du stehst wohl darauf mich zu verletzen, meine Liebe.“ Der blonde Killer sprach seinen Verdacht nicht direkt an, sondern versuchte es über den verdeckten Weg. Ophelia war sicht-lich amüsiert über seine Aussage. Mädchenhaft kicherte sie, bevor sie etwas erwiderte.
„Ich stehe wahnsinnig darauf dich zu verletzen und zu sehen, wie du Schmerzen erleidest. Und das ist einer der Punkte, der uns verbindet, Patton. Auch du liebst es mir Leid zuzufü-gen.“ Ihre Augen blitzten kämpferisch und begeistert, was sein Herz höher schlagen ließ. Sie war dem Schmerz, der Gewalt und dem Tod heillos verfallen und ihnen zugetan, so, wie er selbst.
Seine Gefühle überwältigten ihn, womit er nicht anders, als mit einem stürmischen und ag-gressiven Kuss zu reagieren wusste. Ophelia genoss sichtlich seine rohe Unbeherrschtheit, die sie mitriss und ihren Körper zum Beben brachte. Minute um Minute wurde ihr Stöhnen lauter und hektischer, bis sie gemeinsam zum Höhenpunkt kamen.
Leicht verschwitzt und erschöpft zog er sich aus ihr zurück. Die Wärme des Wassers, die Schwüle der Luft und die mächtige Anziehungskraft seiner Kollegin strengten den Ex-Soldaten an, was ihn ungemein ärgerte. Solche Lappalien sollten ihm nichts ausmachen; sie durften ihn nicht bremsen und seiner Kräfte berauben. Wütend schnaubte er über seine tempo-räre Schwäche, während er sich auf den Rand des Pools stützte und in die unendlichen Weiten dieses riesigen Grundstücks starrte.
„Eigentlich solltest du nach unserem Fick der glücklichste Mann der Welt sein“, lobte sie sich insgeheim selbst, was für Narzissten, wie sie beide, an der Tagesordnung war, darum störte er sich nicht weiter daran.
„Aber du ziehst ein Gesicht, als hättest du den beschissensten Tag deines Lebens. Also was ist los?“ Sie betrachtete ihn eindringlich mit einer Mischung aus Empörung und Besorgnis, was seinen Zustand für ihn nur noch unerträglicher machte. Ophelia Monroe sollte ihn nicht so sehen. Sie sollte nicht wissen, was ihn beschäftigte.
„Es ist alles in Ordnung“, brummte Patton kurz angebunden und vermied es demonstrativ sie anzusehen.
„Ich glaube dir kein Wort und das weißt du. Darum kannst du dir deine Lügen sparen.“ Nach dieser direkten Aussage war ihm klar, dass sie nicht locker lassen würde, ehe er ehrlich zu ihr war. Der Killer verachtete ihre Penetranz, mit der sie ihn zwang Gedanken und Gefühle of-fenzulegen, die sie nichts angingen und er am liebsten vor ihr verborgen hätte.
„Rede endlich, Massey!“, setzte sie ihn unter Druck, was seine Sicherung durchknallen ließ. Blitzschnell wandte er sich um, packte mit der linken Hand an ihre Kehle und drückte zu.
„Halt dein verdammtes Maul, Monroe“, raunte er ungehalten, doch seine Kollegin ließ sich nicht einschüchtern, geschweige denn aufhalten.
„Oh, Massey, du bist so durchschaubar. Du versteckst deine Probleme immer hinter Gewalt“, verspottete und tadelte sie ihn mit krächzender und schwacher Stimme, aufgrund seines kräf-tigen Griffs um ihren Hals. Natürlich traf sie den Nagel auf den Kopf und führte ihn vor, als sei er ein Riesenidiot. In diesem Moment errang sein brodelnder Zorn den Sieg über das zarte Gefühl der Verliebtheit, das ihn eben noch erfüllt hatte, und verführte ihn zu einer Kurz-schlussreaktion. Blitzschnell und ohne Vorwarnung zog Patton sie unter Wasser und hielt sie dort mehrere Sekunden lang fest. Eine Menge Luftblasen stieg an die Oberfläche, während sie versuchte gegen ihn und seine gewaltige Kraft anzukämpfen.
Als er sie seiner Meinung nach genug gequält hatte, riss er seinen linken Arm, und somit auch sie, wieder nach oben. Nachdem er sie zusätzlich vom Griff um ihren Hals befreit hatte, rang sie hektisch und verzweifelt nach lebensrettendem Sauerstoff.
„Jetzt gibst du endlich Ruhe, Schätzchen“, blaffte er Ophelia missfällig an und betrachtete sie, als habe sie keinerlei Wert für ihn. Sein Herz protestierte lautstark gegen die abschätzige Be-handlung ausgerechnet der Frau, die es als einzige geschafft hatte soetwas wie Liebe in ihm zu wecken. Sein Puls beschleunigte sich in Rekordzeit und ließ jeden seiner Herzschläge sich anfühlen wie ein gewaltiger Hammerschlag gegen seinen Brustkorb. Patton Massey fühlte sich beschissen, was Ausdruck in einem herausgepressten, leidvollen Stöhnen fand. Er war so sehr auf sich konzentriert, dass er nicht wirklich auf Ophelia achtete, deren Augen ihn von oben bis unten scannten, um ihn zu studieren.
„Du hast wohl gemerkt, was für einen Mist du gebaut hast“, spekulierte sie aufgrund seiner schuldbewussten Miene, die er ahnungslos zur Schau stellte. „Keine Sorge, Massey. Ich er-warte nicht, dass es dir Leid tut oder du dich bei mir entschuldigst.“ Ihre Stimme klang dabei so ganz anders, als gewöhnlich. Sie war rau, heiser und dunkel, was er zuerst als Ergebnis des Drucks gegen ihre Kehle wertete, aber dann wagte er es in ihre blaugrünen Augen zu sehen und erkannte die Wahrheit. Er hatte sie nicht nur verärgert, schlimmer noch, er hatte sie er-niedrigt und verletzt, was sie vor ihm allerdings niemals offen zugeben würde. Stattdessen strafte sie ihn mit deutlich spürbarer Verachtung und kalter Ignoranz, was wiederum ihn ver-letzte.
Panisch und fast schon verzweifelt sah er dabei zu, wie sie ihm demonstrativ den Rücken kehrte und im Begriff war den Pool und somit auch ihn zu verlassen. Das konnte er nicht zu-lassen, nicht bevor die Sache zwischen ihnen geklärt war. Darum umfasste er geschwind ihr linkes Handgelenk und zog sie zurück.
„Lass mich sofort los!“, kreischte sie umgehend los und schlug nach ihm. Ihre Miene war dabei zu einer dämonischen Grimasse verzogen, die ihm trotz des warmen Wassers einen eis-kalten Schauer über den Rücken jagte. Der Ex-Soldat wich ihren Schlägen mühelos aus, ehe er sich in der Luft das rechte Handgelenk seiner Kollegin schnappte und ihre Arme nach un-tern drückte, damit sie keine Gefahr mehr für ihn darstellten.
„Ich schwöre dir, wenn du deine Hände nicht…“
„Beruhige dich und hör mir zu“, brüllte er nicht weniger laut und aufgebracht, als sie, was sie nicht gerade dazu veranlasste ihm Folge zu leisten.
„Vergiss es, Wichser! Ich…“
„Sei still, Ophelia. Bitte.“ Sein Ton war innerhalb von Sekunden samtweich geworden. Ob-wohl er ihr nicht über den Weg traute, ließ er ihre Handgelenke los und nahm ihr Gesicht in seine Hände. Seine Tat ließ sie schlagartig ruhig werden; sie erstarrte beinahe. Als er den Ein-druck hatte, dass sie tatsächlich gewillt war ihm zuzuhören, redete er sich das von der Seele, was ihn seit seinem Angriff auf sie bedrückte.
„Wie du bereits sagtest, werde ich mich nicht bei dir entschuldigen. Dennoch ist mir klar ge-worden, dass ich dich nicht so hätte behandeln dürfen. Ich bin ausgerastet und habe einfach die Kontrolle verloren.“
„Was hat dich denn so verflucht zornig gemacht?“, forderte sie eine Erklärung von ihm ein, die er bereits vorhergeahnt und befürchtet hatte. Patton wog seine Optionen ab und entschied sich letztlich dafür sich bedeckt zu halten, obwohl die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass sie seine Lügen entlarven würde.
„Der heutige Tag war sehr stressig und als du dann noch angefangen hast mich immer wieder zu verspotten und unter Druck zu setzen, bin ich ausgerastet.“ Er schob einen Großteil der Schuld ihr zu und minimierte dadurch seinen eigenen Anteil.
„Deine Ausführungen sind lächerlich und inakzeptabel“, kam es, wie es kommen musste. Ophelia ließ sich nicht hinters Licht führen und wusste genau, dass er nicht die Wahrheit sprach.
„Du besitzt allen Ernstes die Dreistigkeit mir mitten ins Gesicht zu lügen, dabei kannst du nichts vor mir verbergen, Massey.“ Zu seinem Erstaunen verhielt sie sich nicht opportun zu ihren Worten, denn sie lächelte bezaubernd.
„Ich kenne die Gründe für dein Verhalten nicht, aber ich schätze, dass sie dir unangenehm sind, ansonsten würdest du nicht so ein Geheimnis daraus machen“, analysierte Ophelia die Lage zielgenau, ehe sie sich auf die Zehenspitzen hob und ihm einen kurzen, aber intensiven Kuss gab.
„Keine Angst, ich werde nicht weiter nachbohren.“ Sie zwinkerte ihm verwegen zu, was ihm einen Stein vom Herzen fallen ließ. Er war noch einmal davongekommen. Er hatte sich er-folgreich davor gedrückt seiner Kollegin irgendwelche Gefühle gestehen zu müssen, die er selbst noch nicht genau definieren konnte oder denen er sich wirklich sicher war.
„Vergessen wir das Geschehene und wenden uns lieber wieder Aktivitäten zu, die erregend sind und Spaß machen.“ Ihre Stimme war nicht mehr, als ein unanständiges Flüstern, das das Blut durch seinen Körper rauschen ließ.
„Das ist ein verdammt guter Vorschlag, meine Liebe“, antwortete er, ehe er seine Lippen fest auf ihre presste und seine Arme um ihre schmale Taille schlang. Ihre zarte Haut unter seinen Fingern und ihr Duft in seiner Nase spornten ihn alles zu geben, um sie zu befriedigen und glücklich zu machen. Das war alles, was für Patton Massey in diesem Moment zählte; wenn nicht sogar sein Leben lang.
 
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Kommentare  

Hallo JoHo24, das ist ja wiedermal eine gelungene Story, denn es knistert zwischen den Beiden, dass nur so die Funken sprühen und trotzdem kommen deren schwere Verhaltensstörungen sehr gut herüber.
L.G.


Marco Polo (26.07.2020)

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