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Hinüber in die Zukunft

Nachdenkliches · Poetisches
Reißend sprudeln die Wasser ins Tal
ich sitze da und denke: es war einmal …
könnte es doch morgen wieder so sein
wie damals, bei Käse und rotem Wein
als unsere Blicke sich heimlich trafen
die Herzen erwachten aus langem Schlafen

Nun sitz ich da, schau in die Fluten
hör nicht einmal fern das Fabriksignal tuten
häng träumend der Vergangenheit nach
im Herzen nichts andres als Weh und Ach
verschlossen für alles rund um mich her
die Augen haben keine Tränen mehr

Der Blick schweift über die Strömung hinweg
Da vorne, da ist doch der kleine Steg
er bahnt seinen Weg übers rauschende Nass
drüben spielen Kinder im sprießenden Gras
vielleicht wird es mir bald auch gelingen
eine Brücke hinüber in die Zukunft zu schwingen

Der Blick geht zu den Wolken empor
Vogelzwitschern ringsum dringt zögernd ans Ohr
fröhlich klingt es, obwohl die Sonne sich versteckt
und das Herbstlaub schon die Täler rings bedeckt:
Lass deinen Kummer Winterschlaf halten
und Frohsinn in deinem Herzen walten!

Bald wird der Strom nur ein Bächlein sein
versiegt, verstummt, wie ein Rinnsal klein
im selben Maß soll mein Schmerz verblassen
alle Ängste, alle Sorgen mich verlassen
will lachen und froh den Tag verbringen
und mich auf eine bessere Zeit besinnen

(1987 / 2007)
 
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Kommentare  

Hallo Eduardo!
Wie schön, Dich hier anzutreffen! Vielen Dank für Kommentar und Bewertung. Nein, ich muss Dich enttäuschen, ich habe leider nicht verstanden, wie Du das meinst und bin erklärungsbedürftig.
Liebe Grüße
Ursula


kalliope-ues (30.03.2007)

Liebe Kaliope-eus,

die von Dir getragenen Gefühle kommen zwar gut rüber, nun mir persönlich hätte ich mehr
geschichtliche Entwicklung gewünscht.
Ich hoffe Du hast mich verstanden.

Eduardo


Eduardo (29.03.2007)

Einen wunderschönen Sonntagmittag, Herr Hirsch, seien Sie herzlich willkommen im Café kalliopsa-makabros, gerne hören wir Ihre Erzählungen, wie der Osterhase in der eisigen Erde dem Marzipan-Kind über den Wolken begegnet .
Hallo Nathan, hallo rosmarin, es ist herrlich, dass ihr Euch bei mir hier begegnet - so hatte ich es mir immer schon gewünscht: ein Ort der Begegnung zu sein. Das fühlt sich richtig gut an!
Ganz liebe Grüße an Euch beide
Ursula


kalliope-ues (25.03.2007)

@rosmarin - LACH:
ja sicher, du kennst noch vieles nicht von mir ...
und wenn ich leer ausgehe, hat das auch seinen hintergrund :-)
will dir nur mal das kind unter der eisgen erde in erinnerung bringen ...
liebe grüßle
nathan


Nathanahel Compte de Lampeé (25.03.2007)

ok, das mag jetzt etwas sehr pathetisch gewesen sein.
aber auch wenn dein text einen ganz anderen hintergrund hat, so denke ich, dass die ebenen zwischen den zeilen eine gewisse parralelität haben. (es war ein zitat von ludwig hirsch)
liebe grüße


Nathanahel Compte de Lampeé (25.03.2007)

he, nathan bin auch noch auf. gerade fertig geworden. also von dieser makabren seite kenne ich dich ja noch nicht. lach. der arme hund. die böse lisa.der böse panzer, der arme osterhase. nun gehst du bestimmt leer aus.
nachti, na besser, juten morjen.
gruß von rosmarin


rosmarin (25.03.2007)

.... klar, wir beide wissen, woher das licht kommt ... ;-) haben ja schon darüber gesprochen.

mir fällt dazu eine etwas makabere geschichte ein:

"was, herr klavierlehrer, sie gehen schon?"
fragt die mutter und schiebt ihm marzipan in den mund.
da tritt lisa durch die tür, das kleine mädchen mit der großen, roten schleife, und zieht ihren hund hinterher. ihren hund, dem wer die kehle durchgebissen hat. der vater schreit, die mutter weint und der klavierlehrer kotzt ihr marzipan aufs kleid.
nur lisa lächelt mit blutverschmiertem mund.
und das schlimme an der sache, und das wussten wir noch nicht, da hat ein panzer den osterhasen überrollt.

................. ???????????? !!!!!!!!!!!!!!!!

liebe grüße
nathan


Nathanahel Compte de Lampeé (25.03.2007)

Wohl ist es wahr - der kleine Bär schläft längst nicht mehr ... und wenn man/frau es doch weiß? oder ahnt? Ich danke Dir Nathanahel, sein lieb gegrüßt!
Ursula


kalliope-ues (25.03.2007)

... es kochen die flüsse, es dampfen die meere und oben am himmel, der kleine bär, schläft auch längst nicht mehr ...

... am ende des tunnels erscheint ein licht, woher es kommt, das weiß man nicht ...

liebe grüße
nathan


Nathanahel Compte de Lampeé (24.03.2007)

Hallo ihr Lieben und vielen Dank für's einfühlsame Betrachten und gute Bewerten. Der Text ist einer meiner "ganz alten" - damals die Situation kurz nach dem Beenden meiner Ehe: nochmal zuückzuschauen, nochmal eintauchen auch in den Schmerz, dann aufschauen und loslassen. - Heute: 20-Jahres-Rückblick. Will es mir noch heute etwas sagen? Was sagt es Euch, zwanzig Jahre später?
Danke für die Blumen!
Ganz liebe Grüße
Ursula


kalliope-ues (24.03.2007)

Hallo Ursula,
Schwermütigkeit und Trauer, doch in den letzten Zeilen fühle ich auch einen kleinen Hauch von Hoffnung, das Schwere und Schmerzhafte hinter Dir lassen zu können.
Möge es Dir gelungen sein.
LG
CC


CC Huber (24.03.2007)

ach, das ist ja traurig. erinnerung, sehnsucht. wollen und doch nicht wollen. oder können. schwelgen in vergangenem. man wird ja selbst ganz wehmütig. eine frau sitzt am wasser und weint. nichts kann sie trösten. gefangen in ihrem schmerz sitzt sie da. stumm. einsam.
gruß von rosmarin


rosmarin (24.03.2007)

Hallo Ursula,

ach wie trüb es doch in mir klingt,
obwohl du so eine schöne Umwelt beschrieben hast.
So trüb.
Deine Sehnsucht legt sich wie ein Schleier
über all die Pracht, die du um dich erblickst.
Große Sehnsucht.
Als würde die Farbe viel satter sein,
wäre es anders. Wäre es so wie früher...

Mir fällt nichts tröstendes ein,
den es würde auch nichts ändern.

Lieber Gruß,
Mike
*blume*


weltuntergang (24.03.2007)

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