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8 Seiten

Das Weiße Königreich - Kapitel 29

Romane/Serien · Spannendes
© Alexander
Während es den Jungs und Tanja entgangen war, oder ihnen fehlte der Blick eines Soldaten, waren den Anderen gewisse Details aufgefallen. Die Tribünen ähnlichen Flächen waren eher so etwas wie Wehrgänge. Entlang des Treppenaufgangs befand sich in der Ebene ein Graben, der Tief genug war, damit Langbeiner, wie Orks oder Menschen, über die Grabenwand der Tribüne hinweg sehen konnten. Ein solcher Wehrgang war die perfekte Position für Bogen, - und Armbrustschützen. Was durch die Freifläche noch unterstützt wurde. Interessant an der Sache war, dass die Wehranlage in die Stadt zeigte und nicht nach außen, wie eigentlich üblich. Daraus ergab sich die Schlussfolgerung, dass man etwas bekämpfen wollte, das schon in der Stadt war und nicht von außen kam.
Paladin wurde bei der Feststellung unwohl. Er konnte sich einfach des Eindrucks nicht erwehren, dass alle Verteidigungsanlagen nach Innen gerichtet waren, statt nach außen.
Als sie durch die Straßen ging, fanden sich weitere Spuren von Kämpfen. Die Zwerge waren bis aufs äußerste angespannt. Ein unheimlicher Ort. In diesem Moment erlangte Paladin die Erkenntnis, dass sie hier nichts zu suchen hatten. Es gab einen Grund, warum die Ritter des Ordens sich einst, bemühten ihn zu verheimlichen.
Am anderen Ende der Stadt führten mehrere Stufen zu einem Vorplatz hinauf.
„Bei Toran.“, grummelte Kronos grantig.
Der Vorplatz führte zu einem Tor, das im Felsgestein des Berges lag. Zu ihrer anfänglichen Überraschung stand das Tor offen. Was nicht weiter verwunderlich gewesen wäre. Anders sah es bei den Symbolen aus, die am Torbogen deutlich zu erkennen waren.
Wie schon beim Tempel von Sida handelte es sich um Runen. Der Einzige, wohl aber gravierende Unterschied war, dass es sich nicht um zwergische Runen handelte, sondern um Elbische. Und das abklingende Schimmern ließ nur einen Schluss zu.
Sie waren nicht die einzigen...

***
Wer auch immer das Heer der Urikais kommandierte, machte seine Sache besser als vermutet. Feldhauptmann Kostas konnte sich für einen Moment sammeln. Um ihn herum tobte ein Kampf um Leben und Tod und darüber hinaus.
Statt das Zentrum unter Druck zu setzen, wie er eigentlich erwartete, attackierten die Urikais vehement die Flanken. Die vorletzte Reserveabteilung der Urikais teilte sich auf und stürmte in die Reihen ihrer Artgenossen in die Flanken. Das Zentrum wurde vom Kommandeur weitestgehend vernachlässigt.
Eine Welle des Zorns schwabbte an die Oberfläche. Andererseits konnte man über die Nichtbeachtung eine gewisse Erleichterung empfinden. Manch einer der Männer tat das mit Sicherheit auch, was Kostas ihnen nicht zum Vorwurf machte.
Bei den Stabsbesprechungen war ihm nicht entgangen, dass weder der Ork noch der Zwergkommandeur besonders begeistert darüber waren, dass er vorschlug das Zentrum einzunehmen. Die Stimmungen bei den Besprechungen spiegelte die des Heeres wieder. Orks und Zwerge sahen in den Menschen die Schwachstelle. Was ihn wütend machte. Gleichzeitig war ihm klar, woher diese Ansicht kam.
Orks und Zwerge besaßen eine gänzlich andere Einstellung zum Kampf als Menschen. Oh, wenn es sein musste, waren sie zu enormen Leistungen im Stande. Leider beschränkte sich diese Leistung auf wenige.
Wie die Verbündeten sah Kostas im Rückzug eine Niederlage. Hier und jetzt kam es gar nicht in Frage. Sie besaßen die Chance das Gefahrenpotenial für das Nord,- und Grenzland auf ein nie da gewesenes Level zu bringen. Auf Jahre hin konnten die Menschen sicher sein, dass die Biester Zion nicht mehr so schnell überquerten. Möglicherweise konnte man sogar Siedlungen auf der anderen Flussseite in Betracht ziehen. Kostas glaubte nicht, dass jemand so verrückt war, aber…
Seine Konzentration kam wieder zum Ort des Geschehens zurück. Etwas anderes als ein Sieg bei dieser Schlacht stand gar nicht zur Debatte. Für die Orks und Zwerge stand sogar fest, wer die Lorbeeren für den Sieg einheimste. Im Moment sah es jedoch anders aus.
Die letzte Garnison der Urikais teilte sich und stürmte in die hart umkämpfte Flanke. Ihre Verbündeten hatten alle Hände voll zu tun, hielten aber unermüdlich stand und gewannen stetig an Boden. Fiel die Flanke, hatten die Menschen keine Chance. Der Sieg würde Kräfte bei den Urikais freisetzen, denen man kaum was entgegenzusetzen hatte.
Kostas winkte den Trompeter zu sich.
Der Soldat eilte zu ihm. „Ja, Sir.“, brüllte er über das Getöse der Schlacht hinweg.
„Blast zum Sturm.“
Dem Mann fiel die Kinnlade herunter. Mit diesem Befehl hatte er nun als Allerletztes gerechnet.
„Auf was wartet IHR.“, schrie Kostas den Trompeter an. Seine Entscheidung stand unwiderruflich fest.
Die Entschlossenheit seines Kommandeurs machte dem Soldaten klar, dass er es ernst meinte. Was er eigentlich hätte wissen müssen, denn in einer Schlacht gab es keinen Platz für Scherze.
So nahm er die Trompete in die Hand, sah noch Mal zur Sicherheit zum Kommandeur, blies die Backen auf und blies das Kommando zum Sturm.

***
Die Schlacht hatte eine gänzlich andere Entwicklung genommen, als Joseph erwartete. Obwohl ihm im Moment ein Urikai versuchte der Länge nach aufzuschlitzen, vollzog er im Unterbewusstsein den einen oder anderen Gedankengang.
Eine Kette war nur so stark wie das schwächste Glied, hörte er seinen Ausbilder sagen, als stünde er im Moment neben ihm. An dieser Feststellung war nichts falsches. Weiterhin hielt Joseph die Menschen für das Schwächste Glied im Heer. Setzte man sie entschlossen unter Druck, bröckelte die Moral schneller als Schnee schmolz. Attackierte man also das Zentrum, entledigte man sich der Menschen, nicht aber den Orks und Zwergen. Umso entschlossener würden diese den Urikais zusetzen. Dessen musste sich der Kommandeur der Biester bewusst gewesen sein.
Aus diesem Grund setzte er alles daran das stärkste Glied der Kette anzugreifen, um es zu schwächen, was wiederum Auswirkung auf die gesamte Stabilität des Heeres hätte. Eine Strategie, die durchaus Hochachtung verdiente. Ein solches Vorgehen hätte Joseph den Biestern nicht zugetraut. Fiel die Flanke, würde der Sieg der Urikais die Menschen einfach überrollen.
Man musste das unter allen Umständen verhindern. Mit einer solchen Schmach wollte und konnte Joseph nicht vor die Pforte Torans treten. Es schürte seine schwindende Kraft. Die Scheide seiner Axt trennte dem Urikai das Bein ab. Jaulend kippte der zur Seite. Er rammte dem Biest das Spitze Ende seiner Axt durch den Brustpanzer.
Kaum zog der Zwerg das Stielende heraus, hatte er sich einen Überblick verschafft. Weitere Reserveeinheiten der Biester preschten mit lüstern verzerrten Fratzen ins Getümmel. Ihre Reserven waren längst mittendrin. Jede neue Welle machte die gewonnen Zentimeter zu Nichte.
Bei Toran…
Anfangs hielt Joseph es für eine Einbildung. Wie lange er dieser Überzeugung war, konnte der Zwerg im Nachhinein nicht sagen. Jedenfalls übertönte mit einem Mal das Signal den Schlachtlärm. Die Menschen bliesen zum Sturm.
Entweder die Menschen waren jetzt von allen guten Geistern verlassen, oder…sie wollten den Sieg. Erst später wurde ihm klar, dass er bei dem Gedanken lächelte. Vielleicht mussten sie doch ihre Meinung bezüglich der menschlichen Entschlossenheit revidieren. Was einem Zwerg, wie einem Ork, nicht leicht fiel.
„Jetzt sind sie vollkommen übergeschnappt.“, hörte Joseph einen seiner Kommandanten tönen.
„Sammelt euch.“, lautete sein Befehl. „ANGRIFF.“
Mit einer grimmigen Entschlossenheit preschte er vor. Nicht minder entschlossen folgten ihm die Anderen. In diesem Moment wusste Joseph, dass das der Sieg war. Dank den Menschen, hörte er die Stimme seines Ausbilders sagen. Oder war es der König?!

***
Die Halle wirkte eher wie eine Arena statt wie ein Ort an dem gesellschaftliche Ereignisse stattfanden. Wie schon der Gang, der sie über ein torloses Portal in die Halle führte, schien sie natürlichen Ursprungs zu sein. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich die sagenumworbene Pforte von Okai.
„Willkommen.“, ertönte eine finstere Stimme.
Wie aus dem Nichts schälte sich erst eine Gestalt aus der Dunkelheit.
„Lazio.“, entgegnete Erol ohne jede Höflichkeit.
Das Lächeln des Fürsten war vollkommen hohl. „Es ist lange her, als wir uns das letzte Mal begegnet sind.“, richtete Lazio direkt an den Elb.
Weitere Gestalten kamen hervor.
„Michael.“, rief Tanja überglücklich und besorgt zu gleich. Sie hielt sich die Hände vors Gesicht.
Außer ihr und den Jungs schien niemand so recht überrascht zu sein, ihn lebend zu sehen. Man sah ihm seine Verfassung an. Wie die Albin neben ihm war er gefesselt und geknebelt.
„Ist das der Junge?“, fragte Lazio seine Schwester.
Sie schwieg.
Ein kurzer Blick zur Seite reichte aus. Lacun schlug Michael in die Rippen. Er knickte ein, was seine Kraftlosigkeit verdeutlichte. Mühevoll kam er wieder hoch.
Selena schaute den Alb funkelnd an. Dann nickte sie ihrem Bruder zu. Wohlwissend, dass er ihr fortgeführtes Schweigen an Michael ausgelassen hätte.
Samuel spürte eine tiefe Furcht, als ihn der Albefürst ansah.
„Öffnet die Pforte.“
„Nein.“, widersprach Paladin trotzig.
Sie durften auf keinen Fall zulassen, dass die Pforte geöffnet wurde. Weder von ihnen noch von den Alben.
„Er soll sie öffnen oder Michael tritt seine Reise zu Toran an.“ Lazio spie den Namen des Zwergengottes voller Verachtung aus.
Das alleine brachte einen Zwerg schon in Rasche. Bisher hatten sich die Krieger gut im Griff. Sie warteten nur darauf es den Alben zu zeigen, mehr denn je.
„Nein.“, gab der Zwerg unwiderruflich als Antwort.
„Das könnt ihr nicht tun.“, sagte Tanja zu Paladin. „Er ist doch ein Held der Zwerge.“, flehte sie ihn an.
So froh er darüber auch war, dass Michael noch lebte, konnte Paladin nicht zulassen, dass die Pforte geöffnet wurde. Woher die Erkenntnis kam, wusste er nicht. Sie war aber stärker als alles andere.
Michael nuschelte. Woraufhin ihn Lazio anblickte. Lacun entfernte den Knebel. Erst hustete er kräftig, dann spuckte er dem Alb vor die Füße. Was ihn dazu veranlasste ihm einen erneuten Schlag zu verpassen.
Sirka war drauf und dran die Beherrschung zu verlieren.
„Du vergeudest…deine Zeit, Lazio.“, hustete Michael.
„Tatsächlich!“
Er nickte, blickte zu seinen Freunden und dem Fürsten. „Er kann die Pforte nicht öffnen.“
Wie zu erwarten hielt sich Lazios Überzeugung von der Aussage in Grenzen. „Wieso?“
Diesmal sah er zu Tanja, wich zu den Jungs aus, blieb kurz auf Paladin haften, bevor er zu Selena blickte. „Willst du es ihm sagen?“
Ihr finsterer Blick konnte nicht darüber hinweg täuschen, wie Sie wirklich empfand. Was Tanja in ihren Augen sah.
„Was?“, hackte Lazio erzürnt nach. Sein Geduldfaden stand kurz davor zu reißen.
Mit einem Grinsen schaute Michael zum Alb. „Königliches Blut.“
Lazios Zweifel stoben in diesem Augenblick auseinander. Mit einem Mal wurde ihm klar, wieso seine Schwester die Tochter von König Hector entführen ließ. Sie war keine Ablenkung gewesen, sondern Teil ihrer Pläne. Auf einmal fügte sich das Puzzle zusammen. Ihm eröffnete sich ein völlig neues Bild. Lazio schaute zur Pforte von Okai. Ein unfassbarer Gedanke manifestierte sich in diesem Moment, ließ ihn alles um sich herum vergessen. Seine Augen bekamen ein nie da gewesenes Funkeln.

***
Jetzt oder nie! Letzteres bedeutete seinen sicheren Tod und irgendwie hing er am Leben. Sein Blick zu Selena reichte aus. Der Alb sah es zwar in ihren Augen, konnte aber gar nicht annähernd so schnell reagieren. Sie verpasste der Wache eine Kopfnuss, die das Nasenbein zertrümmerte. Blut, Knorpel und Knochensplitter spien aus der kaputten Nase. Selena zog den Dolch aus der Scheide und zögerte keinen Moment dem Alb die Klinge durch den Unterkiefer ins Gehirn zu rammen.
Die Attacke kam für alle Anwesenden überraschend.
Mit seinen letzten Kraftreserven schlug Michael mit seinen gefesselten Händen seiner Wache gegen den Schädel. Er verdrehte die Augen und sackte wie ein leerer Sack zusammen. Sein Griff zum Dolch wurde je gestoppt. Lacun hatte seine Hände gepackt. Auf den Lippen des Albs spiegelte sich die ungezügelte Mordlust.
„Endlich.“, fauchte er inbrünstig.
Der Mensch lächelte ihn vollkommen unerwartet diebisch an. Lacun zögerte einen Lidschlag. Im Hinterkopf wusste er, dass das sein Fehler war.
Michael ging kurz in die Knie, sprang hoch und krachte mit dem Schädel gegen den Unterkiefer von Lacun. Das knackten war deutlich zu hören. Er schrie vor Schmerzen und Wut über sich selbst. Mit einer Schnelligkeit, die schon unmenschlich wirkte, stand Michael hinter dem Alb, packte seinen Kopf, wich den fuchtelnden Handbewegungen aus und schürte noch mal seine letzten Kraftreserven. Der Schrei von Lacun endete abrupt, als sein Genick brach. Sein Körper erschlaffte sofort.
Eigentlich hätte Michael einen langsameren Tod für den Bastard vorgezogen, aber man musste die Chancen nehmen, wie sie kamen.
„DU!!!!!“, schrie Lazio und stieß ihn mit einer unglaublichen Kraft von ihm fort.
Michael prallte gegen die Wand aus Stein. Der Schmerz ließ seine Glieder vollkommen taub werden. Ihm wurde Schwarz vor Augen.
Fürst der Albe, Lazio zog sein Schwert und trat vor Michael hin. Er kümmerte sich um den Kampf in der Halle nicht. Für ihn zählte nichts anderes als der Tod dieses Menschen. Ihm war etwas offenbart worden, das fast alles bedeutungslos machte. „Das hätte ich schon viel früher machen sollen.“, zischte er.
Aus irgendeinem Grund empfand Michael keine Angst oder Furcht. Er hatte ein Leben geführt, wie er es wieder führen würde. Keine seine Entscheidungen wurden von seinem Gewissen hinterfragt. Zwar war er im Verlauf der Jahre zum Entschluss gekommen mit Ihnen zu leben, ein fader Beigeschmack blieb. Genau der war verschwunden. Alles kam so, wie es kommen sollte oder musste, sprach die Stimme eines Zwergs. Toran! Das Letzte was Michael sah war ein Funkeln, bevor er bewusstlos wurde.
Blind vor Rache hob Lazio sein Schwert, um es niedersausen zulassen. Im Geiste spürte er bereits die Genugtuung, wie er die Klinge in den Leib des Menschen trieb. Nichts und Niemand würde ihn aufhalten. Bald herrschte er über ganz Eurasien und darüber hinaus.
Die Wärme der Euphorie verwandelte sich urplötzlich in eine Kälte der Furcht, die der Fürst bis zu diesem Zeitpunkt nie verspürte. Ausgelöst wurde es durch einen kalten Schmerz aus seinem Bauch. Als Lazio an sich heruntersah, konnte er das, was er da sah, überhaupt nicht begreifen, geschweige denn erklären.
Mit einer ungläubigen Miene schaute er zu jener Person, die ihm gegenüberstand und das Heft des Schwerts festhielt, dessen Klinge sich in seinen Leib gebohrt hatte. Ein eisiges Frösteln überkam ihn.
„Schwester.“, hauchte Lazio mit einer Leere, die nur der Tod erzeugte.
Er sackte auf die Knie, hielt den Blick auf Selena gerichtet und entdeckte in ihren Augen, dass sie für ihn nur Verachtung übrig hatte. Alles, was ihn zuvor berauscht hatte, war nun völlig ohne Bedeutung. Die Kälte kroch den Hals hinauf und legte sich in seinen Kopf wie ein Schleier. Mit seinem letzten Atemzug schloss Lazio ein letztes Mal die Augen. Eine unglaubliche Erleichterung durchströmte seinen Körper. Dann herrschte Dunkelheit.
Schon während der Kindheit hatte die Verbundenheit zwischen ihr und Lazio gefehlt. Das Band von Geschwistern, wie bei den Menschen oder den anderen Völkern, war nie da gewesen. Zwar fühlte Selena Trauer beim Anblick ihres toten Bruders, der war aber schnell verflogen.
Sie wandte sich Michael zu. In sich zusammengesunken saß er gegen die Wand gelehnt. Als würde er lediglich ein Nickerchen machen. Erleichterung ihn gerettet zu haben überkam sie.
„Waffe weg, Spitzohrin, oder du folgst deinem Bruder ins Feuer der Verdammnis.“
Selena sah eine Handvoll Zwerge und eine Ork um sich herum. Die Gruppe würde keinen Moment zögern die Warnung in die Tat umzusetzen. Sie war sich gar nicht bewusst gewesen, das Schwert weiterhin in der Hand zu halten. Ein kurzer Blick zu ihrem Bruder. Sie nickte, legte das Schwert langsam zu Boden und verschränkte die Hände hinterm Kopf.
„Fesselt sie.“, befahl jener Zwerg, der sich weigerte der Forderung ihres Bruders nachzukommen.
Ruppig, wie es die Art der Zwerge war, fesselte man ihr die Hände auf den Rücken. Sie zogen die Lederriemen extra stramm. Die Albin mochte die Ihren getötet haben und einem der Helden das Leben gerettet haben, doch das alleine reichte den Zwergen nicht. Selbst wenn sie Hunderte Albe und Urikais getötet hätte, blieb sie eine Albin. Denen konnte man nicht oder sollte man besser nicht vertrauen. Andernfalls konnte es sein, einen Dolch im Rücken zu haben.
Paladin beugte sich zu Michael hinunter, erleichtert stellte er fest, dass der Held der Zwerge weiterhin unter den Lebenden weilte. Stets im Auge behielt er die Albin. Zwei Zwerge eilten zu ihnen. Sie waren die Heiler der Truppe. Im Schlepptau hatten sie Tanja, die Jungs, deren Leibwächter, Erol und Wong.
„Er ist zäh.“, sagte Paladin zu Tanja.
Tränen stiegen ihr in die Augen. Sie hatte nicht erwartet ihn lebend wiederzusehen. Umso glücklicher war sie Letztenendes. Die Erkenntnis, dass sie nicht die einzige Frau in der Halle war, die Michael liebte, ignorierte Tanja. Sie beugte sich zu ihm runter, strich Michael übers Gesicht und schämte sich der Tränen nicht. Für die Liebe braucht man sich nicht zu schämen, hörte Tanja ihre Mutter sagen.
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-Ende, Kapitel 29-
© by Alexander Döbber
 
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Kommentare  

Typisch, wie Zwerge so denken. Heerführer Joseph hält nichts von der Kampfkraft der Menschen, doch Feldhauptmann Kostas kann ihn und die Urikais überraschen. Tanja ist zwar auf der einen Seite überglücklich ihren Michael lebend vorzufinden, auf der anderen aber ....! Selena ist nicht zimperlich, auch wenn es dabei um ihren Bruder geht. Sehr spannendes und erzählstarkes (gibt es das Wort überhaupt?) Kapitel.

Jochen (15.09.2010)

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