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Das Schaufenster von Mr. und Mrs. Beetle 7. Kapitel

Romane/Serien · Für Kinder
Mrs. Beetle hatte Recht behalten. „Gin“ und „Gan“, die beiden massigen Plüschbären wurden bald gekauft und trösteten fortan im Kinderkrankenhaus die kleinen Patienten.
Mittlerweile kehrte das Frühjar ein. Fast unbemerkt hatte sich die Natur vorbereitet und jetzt zeigte sich der Frühling auch in der Emerald Street im Schaufenster des „Beetleschen Kinderparadieses.“ Mrs. Watson hatte ganze Arbeit geleistet. Ein natürlich aussehender Rasenteppich bedeckte den kalten, grauen Steinboden. Familie Randolph saß vor ihrem Haus auf kleinen Liegestühlen und Campingsesseln unter einem gelb-weiss gestreiften Sonnenschirm.
Auf dem Rasen begegneten sich alte und neue Schaufensterbewohner. Die Maulwürfe Tex und Max waren es gewohnt, immer umgeworfen zu werden. An diesem Schicksal hatte sich auch nichts geändert seit Krokos als Nackenrolle eine neue Lebensaufgabe gefunden hatte.
Dafür sorgten nämlich jetzt acht neue Mitbewohner, nämlich Schlip, Schlap und Schlup, eine verschworene Eichhörnchengemeinschaft, sowie die Hasenfamilie „Maroni.“
Vater und Mutter Maroni taten ihr bestes den Nachwuchs zur Ordnung zu rufen, doch die kurzen Ohren von Cathy, Rumble und Tumble konnten die Ermahnungen nicht immer hören.
Neu für die zwei Maulwurfspechvögel war allerdings, dass sie von den Schuldigen mit freundlichem Bedauern sehr schnell wieder aufgerichtet wurden. Die neu zugezogenen Bürger und Bürgerinnen hatten, wie es sich gehört, bei König Bär um eine Audienz gebeten und wurden während des Empfangs auf das Leben nach Ladenschluß und die damit verbundene Regel aufmerksam gemacht, wonach alle bei Tagesanbruch wieder in ihrer ursprünglichen Position stehen müssten. Das leuchtete selbst den jüngsten und kleinsten Bewohnern ein.
Auch zwei Rehe, Mutter „Samira“ mit ihrem Kitz, „Tabs“ bereicherten das Schaufenster. Überall leuchteten farbige Eier aus dem Gras. Die Schaufensterbeleuchtung strahlte jedoch besonders auf einen Neubewohner, der aus einer anderen Zeit zu stammen schien. Er saß in einer Eierschalenhälfte, die etwa so groß war wie ein aufgeschnittener Fußball. Es handelte sich um einen jungen Dinosaurier der eine Nachbildung der berühmten Wesen aus dem Film „Jurrasic Park“ war und er wusste um seine berühmte Herkunft. Bereits in der ersten Nacht erfuhren es alle Schaufensterbewohner von ihm:
„Ich bin ein berühmter Filmstar aus Amerika. Die ganze Welt kennt mich.“ Die stolze Lilly kochte vor Wut und war schwarz im Gesicht. Das sah aber niemand, weil sie mit dem Rücken zum Schaufenster saß und somit kein Schaufensterlicht ihre Vorderseite anstrahlte. Auch Marlene hatte einen denkbar schlechten Platz erwischt. Sie saß in den Ästen eines großen Baumes, den Mrs Watson kunstvoll gefertigt und ins Schaufenster gestellt hatte. Über diesen Baum freute sich vor allemYoko, der Affe, ganz besonders. Es ist nun mal eine Tatsache, dass Affen sich auf Bäumen wohl fühlen und er war der Dekorateurin aus tiefster Affenseele für dieses Geschenk dankbar und seine kleine Seele war auch nicht nachtragend, als die eisig dreinschauende Marlene hoch in den Baum zu ihm gesetzt wurde: „Du bist die schönste Affenfrau“, schnatterte er und hoffte ein Lächeln auf das edle Porzellangesicht zu zaubern. Seine Versuche blieben aber erfolglos. Zusätzliches Ungemach erfuhr Marlene von Schlip, Schlap und Schlup. Sie stürmten am Baumstamm hoch und forderten Yoko zum Spielen auf. „Ich krieg euch alle“, kreischte er und stürmte auf die Drei zu. Aber da war nichts zu machen. Mit rasender Geschwindikeit foppten sie ihn, tauchten am Rand der Äste auf oder versteckten sich zwischen den Blättern der Zweige. Alle hatten ihren Spaß und sogar König Bär konnte das Schauspiel genießen ohne Angst, aus seinem Thron zu fallen.
„Wisst ihr“, erklärte Dinosos währenddessen und blickte sich nach Zuhörern um, „vor vielen Millionen Jahren, als noch keiner von euch hier war, da stampften und flogen wir über die Erde.“ „Wieviel sind viele Millionen Jahre?“, riefen die Randolphkinder aus ihrem Liegestuhl herüber. „Hm“, machte Dinosos, dann rief er zurück, „ nehmt mal eure Krallen und zählt wieviel ihr an jeder Pfote habt!“ „Das geht nicht“, schallte es zurück, „ wir haben keine Pfoten mit Krallen!“ Verwundert guckte er aus seinem Ei, „ ja was habt ihr dann?“ „Nur Hände und Finger.“
„Ich glaub das geht auch“, schnaufte er nach gründlichem Überlegen.
„Also, nehmt diese Finger, zählt sie alle zusammen, schreib die Zahl auf und malt ganz viele Kreise dahinter.“ „Sie sollten Lehrer werden“, rief Mrs. Miller aus ihrem Gemüseladen.
„So alt sehen sie aber gar nicht aus“, bemerkte Zwerg Burz, der ganz in der Nähe an einem Brunnen stand und im Kopf mitrechnete.
Vorher war dort der See und das Bahnhofsgebäude. Jetzt befand sich an dieser Stelle ein kleiner Park mit einem braunweissen Brunnen in der Mitte. „Das kommt daher“, Dinosos rollte stolz mit seinen Augen, „dass ich ein Neusaurus bin, aus dem ehrwürdigen Geschlecht der Familie Retrusaurus.“
König Bär freute sich an seinen neuen Untertanen.Es war wie Mrs. Watson prophezeite: Schlechte Zeiten kamen und gingen. Während er darüber nachdachte, merkte er überrascht, dass vor dem Schaufenster bereits der Tag anbrach. Jetzt fingen für die Bewohner des Schaufensters die kürzer werdenden Nächte an.
„Alles auf die Plätze zurück, schnell und ohne Widerspruch!“, rief er und klatschte dreimal in seine Pfoten.

Fortsetzung folgt …
 
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