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Der Tag an dem ich sterben wollte aber ein Engel kam und mich rettete Teil 2

Trauriges · Kurzgeschichten
© Falco
Dieser Abend hatte doch so toll begonnen, er sollte aber zum schlimmsten in meinem noch so jungen Leben werden.

Ich am weg zum Bus. Es hatte eine eisige Kälte, der Wind zischte mir ins Ohr. Meine Finger ganz taub von der klirrenden Kälte. Nicht nur meine Finger waren taub. Mein Herz war leer, kalt taub und wieder einmal total zerstört.

Nur dieses Mal war es einfach genug. Mein Herz hielt das alles nicht mehr aus. Ich fing an bittere Tränen zu vergießen. Mit meiner letzten Kraft wählte ich die Nummer der Hoffnung auf meinem Handy.

Doch meine Finger waren zu taub und zitterten zu viel. Ich schaffte es einfach nicht mein Handy zu entsperren.
Endlich nach Minuten schaffte ich es endlich mein Mobil Telefon zu entsperren.

Endgültig mit allerletzter Kraft suchte ich verzweifelt die richtige Nummer. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wer der Engel sein wird.

Ich überlegte lange, ob ich nicht einfach meinen besten Freund anrufen sollte. Doch irgendwas hinderte mich daran. Ich wollte seine belehrenden und manchmal arroganten Worte nicht hören, nicht jetzt. Er war es, welcher mich in so eine Lage gebracht hatte. Er erklärte wie einfach nicht alles wäre und das ich mich nicht so blöd anstellen solle.

Somit musste eine Alternative.
Ein schier unmögliches Unterfangen.
In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich keinen hatte wenn es hart auf hart kommt.

So stand ich nun da und wählte einfach die Nummer des Engels.

Es kostete mich doch einige Überwindungen, weil ich diesen Moment der Niederlage nicht gern teile.

Doch es war nicht der Zeitpunkt um zu überlegen.
Wenn ich jetzt nicht mit jemanden reden kann, werde ich zerbrechen. Zum dritten mal in meinem Leben hatte ich diese Gedanken an einen Selbstmord.

Die Autos fuhren vorüber und vorüber. Und ich war kurz davor einfach zu rennen ohne nach links oder rechts zu schauen.

Da ertönte plötzlich eine bekannte Stimme aus meinem Lautsprecher. Tränen ronnen mir über meine Wangen. Ich konnte es nicht fassen, sie hatte wirklich abgehoben und hatte Zeit für mich.
Ein Gefühl, das ich in letzter Zeit wenig hatte.
Jemand nahm sich zeit NUR für MICH!

Mit weinerlicher Stimme sprach ich in mein Mobil Telefon.
Ihre beruhigenden Worte ließen mich wieder langsamer atmen.

Der Damm war gebrochen, jetzt redete ich. All, das was sich über Jahre aufgestaut hatte floss in meine Worte.

Während ich also meine Lebensgeschichte preisgab, sank ich gegen ein Verkehrsschild. "STOP"! Genau das war es. Stopp es reichte. Ich konnte nicht mehr. Es war aus.

Trotzdem das ich die ganze Zeit mit jemanden reden konnte war da immer noch dieser Gedanke.

Warum nicht einfach vors Auto springen?
Ich hätte es dann einige Male wieder getan. Aber sie hinderte mich. Niemand hätte tränen vergossen um mich außer meine Familie.
Freunde habe ich ja nicht. Oder doch. Ich weiß es nicht.
Nur diese welche angeben welche zu sein, sind nie da. Und sollten Freunde nicht genau in den schwierigen Situation da sein?

Sie sagte, dass sie es sich nie verzeihen würde wenn ich jetzt springe. Und genau das hinderte mich. Mir wäre es egal gewesen. Mein Leben ist nicht so viel wert. Doch ich wollte ihres nicht gefährden.
Also fuhr ich heim.
Stieg in der Industrieregion um. Immer wieder dieser Gedanke. Immer wieder so viele Möglichkeiten.
Einmal fuhr ein Porsche vorbei. Das war die Möglichkeit. Sie zog zum Glück vorüber. Es wäre wenigstens ein ehrenhafter Tod gewesen.

So fuhr ich alles heim. Mein Herz schwer gebrochen. Meine Seele zerstört. Mein Körper vollgepumpt mit Alkohol.

Irgenwie ich weiß bis heute nicht wie. Schleppte ich mich bis in das Gasthaus, welches keinen Kilometer von meinen Wohnort entfernt ist.

Dort trank ich meinen Radler. Das einzige Bier haltige Getränk, welches mir schmeckt. Da es aber so verpönt ist, es zu trinken. Habe ich wenige Chancen mir eines zu kaufen.

Bis heute weiß ich nicht wie ich schlussendlich überlebt habe.
Ich bin froh lebendig zu sein auch wenn die Zukunft nicht gerade rosig aussieht. Wenn es überhaupt eine Zukunft. Eine Zukunft von dieser tristen Situation.

Ich kann dem Engel nicht genug danken.
Ich werde ewig in seiner Schuld stehen.
Ich würde töten, wenn es ihr helfen würde.

Die Unscheinbaren sind die Helden der heutigen Zeit.
Meine Heldin habe ich schon gefunden.
 
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