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2 Seiten

Rilak! Ein fantastischer Roman 2.Kapitel

Romane/Serien · Experimentelles · Für Kinder
Es gelang Skipper die Ratte geschickt vor ihren Eltern zu verstecken. Futter und ein Käfig waren schnell besorgt, denn Skipper, brauchte sich nie über Taschengeld zu beklagen. Damit versuchten wohl ihre Eltern, einen Ausgleich zu schaffen, dafür, dass sie nie richtig Zeit für ihre einzige Tochter hatten. Der Käfig mitsamt Ratte kam vorerst in eine dunkele Ecke im Keller. Relak ließ ohne Protest alles mit sich geschehen, auch wenn er nachts nicht mehr bummeln gehen konnte.
Da er so gar nichts Besonders von sich gab, nur ordentlich sein Futter fraß und aus einem Tropfbehälter sein Wasser trank und ansonsten viel schlief, zweifelte Skipper doch ein wenig an seinen magischen Fähigkeiten. ´Die Alte wird diese halbwilde Ratte als Baby gefunden und großgezogen haben. Deshalb ist sie so zutraulich, aber ansonsten ist nichts Besonderes mit ihr, war ja eigentlich klar`, dachte Skipper dann still bei sich. ´Dolores ist nur eine wunderliche alte Tante, die denkt sich halt zu allem, was ganz normal ist, fantastische Geschichten aus. Macht sich sozusagen mit ihren Träumereien ihre trostlose Welt ein wenig schöner`, zog Skipper eines Tages die Bilanz zu allem, was geschehen war. Dennoch fühlte sie sich irgendwie seltsam angezogen von dem kleinen Tier. Obwohl sie sich Anfangs noch immer sehr vor Rilak ekelte, konnte sie nicht umhin, ihn vorsichtig zu streicheln und seine zuckenden zarten Öhrchen zu berühren. Wochenlang beschäftigte sie sich mit dem Tier, ließ es schließlich sogar ihren Arm empor krabbeln oder setzte es auf den Boden des Kellers, damit es hinter ihr herlief. Relak gehorchte aufs Wort und tat alles, was sie verlangte. Immer häufiger nahm sie ihn mitsamt Käfig nach oben, wenn niemand da war, ließ ihn über Ledersessel krabbeln und über die Teppiche der eleganten Räume huschen. Schließlich holte sie kaum dass sie im Keller war, ihn sofort aus dem Käfig und setzte ihn sich einfach auf ihre Schulter, immer wenn sie mit ihm nach oben ging. Er ließ sich die Stufen emportragen und ihr langes Haar verdeckte ihn und ließ nur seine rosa Nasenspitze und die seidigen Schnurrhaare hervorschauen.
Trotzdem erschrak sie sehr, als ihr Vater, sie eines Tages ansprach, weshalb sie denn plötzlich so merkwürdig gebückt ginge.
„Och“, log sie, gab dabei Rilak einen Stups mit ihrem Finger, damit er sich tiefer in ihr Haar verkroch und streckte sich mehr in die Höhe, „Ich blicke nur manchmal auf den Teppich. Unsere Putzfrauen könnten den mal wieder reinigen. Findest du nicht?“
Der Vater glaubte ihr die Lüge, wie immer war er viel zu sehr beschäftigt mit sich selbst und seinen eigenen Problemen. Er schaute nicht genauer hin, sondern krauste nur die Stirn „Ja, diese Putzen könnten wirklich ein wenig genauer sein, aber deine Mutter hält ja so viel von ihnen.“
Skipper gab es – wie schon so oft - einen Stich ins Herz, denn wenn ihr Vater Worte benutzte wie: aber deine Mutter… oder deine Mutter denkt mal wieder …oder deine Mutter hat ja wiedermal….dann war er nicht gut auf seine Frau zu sprechen. In letzter Zeit gab es ohnehin viel Zank und Streit bei den Beiden, denn die Mutter blieb ihm kein Wort schuldig. Sie bezichtigte ihn der Untreue, er warf ihr dagegen Gefühlskälte vor. Die Firma war das einzige, was die Beiden noch miteinander verband. Skipper befürchtete, dass eines Tages das Schlimmste eintreten würde und sie fühlte sich hin und her gerissen zwischen den Beiden, denn jeder wollte sich über die Tochter bestätigt sehen.
Aber das war nicht der einzige Grund, weshalb Skipper unter Depressionen litt, weshalb sie Rilak auch oft zum Ausweinen brauchte. Sie war sehr unsicher in ihrer Liebe zu Champion. Champion war ihr großer Schwarm, ein gut aussehender Junge aus ihrer Klasse, der regelmäßig mit Hanteln trainierte und dieses Training sah man ihm auch an. Viele Jungs in der achten Klasse hatten noch schmale Arme, einen zierlichen Oberkörper und ein kindliches Gesicht. Nicht so Champion. Er war zwar blutjung, hatte aber ein kantiges Gesicht und breite Schultern. Seine dunklen Augen waren feurig und ließen jedes Mädchenherz höherschlagen. Selbst die Lehrerin konnte nicht umhin, angetan von seiner jugendlichen Schönheit, bisweilen zu erröten. So konnte sich Champion praktisch alles erlauben, hatte er mit seinem losen Mundwerk freie Bahn. Oft und gerne zog er über andere her. Sogar bei Skipper machte er keine Ausnahme. Wenn sie auch nur eine Kleinigkeit falsch machte, brachte er es fertig, dass er sich darüber halb kaputtlachte und sofort lachten alle mit ihm. So war es auch an jenem Diskoabend gewesen, bevor Skipper Dolores aufgesucht hatte. Er hatte sich so lange über ihre Kleidung lustig gemacht, bis sie die Disko verlassen musste. Immer wieder ärgerte er sie und das erzählte sie dann Rilak und seine Ohren zuckten aufmerksam, so, als würde er jedes ihrer Worte verstehen und dann tropften Skippers Tränen in sein Fell.
Fortsetzung folgt:
 
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