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3 Seiten

Sauna-Wellness (1)

Romane/Serien · Erotisches
© klaus60
Das Projekt hatte er erfolgreich abgeschlossen. Diese Arbeit hatte ihn über einige Wochen hinweg ziemlich geschlaucht. So entschied Michael, dass er etwas Ausgleich verdient habe: Er machte Freitagmittag „blau“, um über das Wochenende auszuspannen, sich zu erholen, an nichts zu denken, sich verwöhnen zu lassen. All das mit sich und seinem Körper machen zu lassen, was man heute mit „Wellness“ bezeichnet. Er erinnerte sich an ein schönes Hotel, das er in einer guten Stunde mit dem Auto erreichen konnte. Etwas Schwimmen, Schwitzen in der großzügigen Saunaanlage. Dazu vielleicht noch eine Massage. Ein langer Spaziergang durch die schöne Mittelgebirgslandschaft. Ein gutes Buch packte er sicherheitshalber auch noch ein. Allein sein und die Seele baumeln lassen. Alles tun können, nichts tun müssen.

Als er im Auto saß und losfuhr, überlegte er sich, dass er sich für dieses „Abschaltwochenende“ ein Programm wie für zwei Wochen Urlaub vorgenommen hatte. Egal, auch wenn er nur einen Teil würde umsetzen können, wäre er schon überaus zufrieden. Im Hotel angekommen, bezog er sogleich sein geräumiges Zimmer mit Blick auf Wiesen und Wälder, verstaute seine Sachen im Schrank, zog Badehose und Bademantel an und drehte ein paar Runden im öffentlichen Schwimmbad, zu dem er vom Hotel aus direkten Zugang hatte. Die Kinder genossen mit lauem Geschrei den schulfreien Tag und kamen Michael bei seinen Runden des Öfteren in die Quere. So suchte er den Durchgang zur Saunaanlage, wo er schließlich am Rande des Sole-Entspannungsbeckens ein ruhiges Plätzchen fand. Er entledigte sich seiner Badehose, wickelte sich in den Bademantel, legte sich bequem auf den Liegestuhl und nickte nach wenigen Minuten weg.

Eine junge Frau schlenderte am Beckenrand entlang und musterte das Publikum. Langweilig, keine interessanten Leute dabei. Als sie an Michael vorbeiging, stutzte sie einen Moment. Der groß gewachsene Wuschelkopf gefiel ihr. Sie taxierte ihn auf Anfang/Mitte 30, also ein paar Jahre älter aus sie selbst. Unter dem verrutschten Bademantel entdeckte sich eine leichte Körperbehaarung an der Brust und am rechten Bein sichtbar. So, wie sie es gerne hatte. „Der Junge wäre einen Flirtversuch wert!“, grinste sie in sich hinein.

Als Michael wenig später die Augen wieder aufschlug, elektrisierte ihn das Bild, das sich ihm bot: Im warmen Solebecken schwamm, ihm direkt gegenüber, der nackte Körper einer jungen Frau. Kurz geschnittene, eng anliegende Haare umrahmten ein schmales Gesicht mit Stupsnase und natürlich roten Lippen. Ein Gesicht, in dem ein Lächeln zu spielen schien und dessen haselnussbraune Augen ihn neugierig anblickten. Wie immer, wenn eine attraktive Frau in sein Blickfeld kam, prüfte er die ganze Erscheinung von oben bis unten. Weit ausgebreitete schlanke Arme hielten sie am Beckenrand fest. Feste Brüste mit verführerischen, nicht allzu großen Höfen durchstießen die Wasseroberfläche und weckten in Michael das Verlangen, sie mit seinen Händen zu wiegen und zu streicheln. Eine schlanke Taille unterstrich die gelungenen Proportionen. Darunter kräftige, aber keineswegs stämmige Beine, die wohl regelmäßig Sport trieben. Ab den Hüften markierten zwei lang gezogene, elegante Kurven den Übergang zu den Schenkeln. Sie verliefen sich unterhalb eines im haarlosen Studiobraun kaum erkennbaren schmalen Strichs, über dem ein kleines schwarzes Dreieck schwebte – Blickfang und zugleich Wegweiser, der Michaels Blick von der Höhe des aus dem Wasser ragenden Hügels magisch wieder zu dem Strich zurück lenkte.

Sein Atem beschleunigte sich. Unter dem Bademantel begann sich seine Männlichkeit zu verstärken. In diesem Moment öffnete die junge Frau langsam ihre Beine und fesselte so Michaels Aufmerksamkeit noch mehr. Etwas verschämt, so lange auf diesen Strich, das Ziel vieler männlicher Wünsche, gestiert zu haben, zwang sich Michael, an der jungen Frau wieder nach oben und in ihr Gesicht zu sehen. Ihr spöttisches Lächeln offenbarte ihm, dass sie sich ihrer Wirkung auf ihn voll bewusst war. Wie eine gymnastische Übung spreizte sie ihre Beine mit lasziver Nonchalance noch mehrmals und zog damit seinen Blick erneut nach unten.

Plötzlich drehte sie sich auf den Bauch und wiederholte das Spiel in dieser Lage. Ihre strammen Pobacken verdeckten für Michael teilweise ein Tattoo, „Oh, ein Arschgeweih.“, dachte Michael und konzentriert sich voll auf dessen Enträtselung. Fast entgingen ihm dabei die Fingerbewegungen zwischen den Schenkeln. Er zweifelte, dass er das richtig sah, glaubte eher an eine Täuschung durch die Wasserbewegung. Da aber drehte sich der faszinierende Frauenkörper erneut: Der Strich war nun viel breiter. Bei genauerem Hinsehen glaubte Michael auch ein helleres Rot in seiner Mitte zu erkennen.

Dies war zu viel für den jungen Mann. Er sah zur Decke, schloss dann die Augen und versuchte, ans Büro und ein Projekt zu denken. Er wollte seinem Wachstumsproblem entkommen, denn er war sich nur zu sehr bewusst, dass eine Erregung sich bei ihm nicht wie bei manchen anderen Männern in die Länge entwickeln und der Schwerkraft gehorchen würde. Nein, sie würde sofort stolz nach oben weisen. Daher fürchtete er, sich in Kürze hier, im Nacktbereich, nicht mehr hüllenlos bewegen zu können. So entschied er sich für Anstand und gute Erziehung. Schweren Herzens riss er sich von dem wunderbaren Anblick, den die junge Frau ihm bot, los. Mit schnellen Schritten flüchtete er unter die kalte Dusche und von dort, immer noch mit dem Badetuch vor dem Bauch, in das Dunkel der nächsten Sauna. Beim Vorbeihuschen las er noch „Stollensauna – empfohlene Dauer bis zu 30 Minuten“. Hier glaubte er sich vor der Verführung geschützt.

Zu seinem Pech war Michael bei seinem überstürzten Aufbruch allerdings das maliziöse Lächeln der jungen Frau entgangen. Sie hatte durchaus bemerkt, dass er sich beim Aufstehen unter dem Bademantel zurechtgerückt hatte. Ihr Grinsen wurde dadurch noch breiter. „Wenn du nicht zurück in das öffentliche Schwimmbad flüchtest, entgehst du mir nicht, mein Lieber!“, dachte sie und schwamm langsam auf die Stufen des Solebeckens zu.
 
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Kommentare  

Am Ende deiner kleinen Geschichte bekommt man den Eindruck, dass die junge Dame so leicht nicht locker lassen wird. Michael kann sich also nicht in der Sauna in Sicherheit wiegen, hehe! Wunderschön erotisch, sehr gelungen.

doska (17.01.2010)

Schöne Erotik. Ich kann mich da nur anschließen. Man hätte zu gerne, dass es weitergeht. Da ich aber deinen Kommentar gelesen habe, kann ich mir ja noch ein weiteres Kapitel dieser Art erhoffen.

Jochen (15.01.2010)

Allen vielen Dank für die positiven Kommentare.
rosmarin, du könntet recht haben...
Ich hatte zunächst "(1)" beim Titel vergessen - womit sich
Michaels Bedauern vielleicht relativiert: Es geht demnächst
weiter


klaus60 (15.01.2010)

Hallo Klaus!

Auch ich möchte mich der Meinung der Vorgänger anschließen.
Eine sehr schöne Geschichte, obwohl diese nicht wie erhofft endete. Tut der Sache aber keinen Abbruch - ganz im Gegenteil.


Michael Brushwood (15.01.2010)

hallo, klaus, sehr pikant. und nun werden sie sich wohl in der sauna wieder finden.
gruß von


rosmarin (15.01.2010)

Sehr gute Geschichte

Korbinian Schreiberling (14.01.2010)

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