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Kopfbahnhöfe, Teil 20 - TOLLE ERKENNTNISSE ...

Nachdenkliches · Kurzgeschichten
Bald werde ich für immer mit Georg zusammen sein. Aber bis dahin gibt es noch einige Hürden, zum Beispiel dieses Gemeindezentrum. Ich bin mit meiner zukünftigen Schwägerin Dagmar da. Ich mag sie sehr und glaube, dass ich mit ihr über alles reden kann. Kommt mir bekannt vor. Nein, sie ist nicht wie Hardys Schwester Regina, der ich mich anvertraut habe, ich dumme leichtgläubige Person.
Das Gemeindezentrum kann man schnell erreichen wie alles hier im Dorf. Die Schule ist darin enthalten und ein Kindergarten auch. Das Dorf Daarau ist Teil einer Samtgemeinde, an die noch kleinere Dörfer angeschlossen sind und all deren Kinder gehen in Daarau zur Schule oder in den Kindergarten. Es gibt außerdem einen großen Saal mit einer Theke und einem Schießstand. Echt jetzt? Ich stelle mir gerade vor, wie eine betrogene Ehefrau sich ein Gewehr greift und sich auf den untreuen Ehemann einschießt. Das hat was ...
Es sind ausnahmslos Frauen da, und zwar in jedem Alter. Schätzungsweise von 18 bis 60. Dagmar stellt mich ihnen vor als ihre zukünftige Schwester. Das ist auf dem Dorf so üblich: Schwägerinnen werden zu Schwestern. Die jüngeren Mädels kenne ich noch vom Fußballplatz. Auch Stephanie, die Frau vom Bäckermeister sehe ich, wir begrüßen uns unauffällig und sie zwinkert mir zu.
„Ich hab vor Jahren mit dem Bäckermeister geflirtet, da war ich total besoffen“, gestehe ich meiner zukünftigen Schwester.
„Ach der! Du bist bestimmt nicht die einzige, mit der er ins Bett wollte.“
„Aber die Stephanie hat mir erzählt, dass sie daraufhin mit Georg geschlafen hat. Aus Rache an ihrem Mann.“
„Ach Gottchen, mein Bruder hat so einiges angestellt ... Aber mittlerweile ist er ruhiger geworden. Hat bestimmt mit dir zu tun. Also mach dir keinen Kopf drüber.“ Dagmar lächelt bei diesen Worten.
„Einiges angestellt? Nein, ich will das gar nicht wissen, bin ja selber nicht die unschuldige Jungfrau.“
Wir schauen uns an und verstehen uns. Ich glaube, diese Dagmar ist auch nicht ganz ohne.
„Du willst also mehr über die Bräuche im Dorf erfahren?“
„Ja“, sage ich ein bisschen gequält. „Denn ich werde demnächst hier leben.“
„So schlimm ist es nicht, manchmal tratschen sie über einen und dann kommt ein anderer, über den sie tratschen. Aber im Großen und Ganzen ist der Zusammenhalt einfach toll. Und man sollte unbedingt in einen Verein eintreten. Das ist tröstlich und schweißt die Frauen zusammen. Wir alle helfen uns gegenseitig.“
„Werde ich vielleicht machen, fragt sich nur in welchen.“
„Alles wird gut, Tony. Hauptsache du liebst meinen Bruder“, sagt sie und umarmt mich. Ich lasse es mir gerne gefallen, obwohl ich sonst nicht auf Umarmungen von Frauen scharf bin.
Der weitere Abend ist lustig, alle Mädels - egal wie alt sie sind - unterhalten sich mit mir. Sie fragen mich, wo ich Georg kennengelernt habe. Ich sage ihnen, dass ich ihn schon lange kenne, aber dass ich mich erst vor Kurzem in ihn verliebt habe. Ich sage ihnen auch, dass ich mir kaum ihre Namen merken kann, weil ich namenblind bin und mir eher Gesichter einpräge. Aber das stört sie nicht weiter.
Die Mädels zeigen mir den Schießstand. Oh je, ich soll schießen mit einem Schießgewehr? Sie erklären mir Kimme und Korn - und ich schieße drauf los. Kann sein, dass ich was getroffen habe, hoffentlich keine Person, aber so genau weiß ich das nicht.
Super Abend. Wir trinken reichlich und alle prosten mir zu.
Es gibt wirklich jede Menge Vereine in Daarau und Umgebung. Die sind natürlich getrennt in die für Frauen und die für Männer. Fußball ist reine Männersache. Nur Kegeln ist gesamtgeschlechtlich und findet in den Katakomben der Dorfkneipe statt. Leider habe ich noch nie gekegelt und bin bestimmt die totale Niete darin.
„Komm in den Frauenschützenverein, da ist es lustig.“ In meinem alkoholumwölkten Kopf tummelt sich einiges herum. Einmal im Jahr gibt einen Schützenkönig und dessen Braut ist die Schützenkönigin, ohne dass die jemals geschossen hat. Bei diesem Frauenscheißverein, Quatsch, Frauenschießverein, will ich dabei sein und ich werde genauso gut schießen wie die im Männerschießverein. Ich werde die Bräuche anpassen und vielleicht die erste Königin sein, die den Vogel selber abgeschossen hat. Nein, werde ich nicht, ich hab da so im Sinn, dass nur reiche Leute sich das leisten können, denn alle im Dorf saufen dann auf ihre Kosten.
Aber Billard käme in Betracht. Dafür gibt es noch keinen Verein. „Habt ihr schon mal Billard gespielt? Das ist toll!“
Nein, keine von den Mädels hat jemals Billard gespielt.
„Ich kann's auch nicht besonders gut, aber in der Theorie bin ich super, es macht Spaß und und man kann zwischendurch was trinken und vor allem was quatschen.“
Die Mädels zeigen sich interessiert.
„Gibt es hier noch andere sportliche, also richtig sportliche Möglichkeiten?“, bei diesen Worten muss ich lachen, denn ich bin körperlich total faul.
„Wir haben einen Tennisplatz mit mehreren Feldern. Den hat jemand für das Dorf gestiftet.“ Die Frauen fangen an zu kichern und ich wundere mich darüber. Warum kichern die?
„Echt jetzt, es gibt einen Tennisplatz? Und da kann jeder spielen?“ Das wäre was für mich, denn Tennis gucke ich gerne und hätte nicht übel Lust, es selber zu erlernen. Hab ja durch Zufall das Tennisturnier in Wimbledon verfolgt, als ein 17jähriger Spund das Finale gewann als jüngster Gewinner aller Zeiten. Und seitdem gucke ich mir auch andere Turniere an.
„Klar doch, man muss sich nur vorher eintragen. Und es gibt in der Kreisstadt einen Trainer, der einem alles beibringt. Das ist ein toller Typ! Nicht ganz so sexy wie der edle Spender, aber auch nicht schlecht ...“
Ist ja irre! Wer hätte gedacht, dass es in so einem kleinen Dorf so viele Möglichkeiten gibt.
Ich glaube, dass ich mich gut mit den jungen und auch den älteren Mädels verständigen kann. Die sind alle nett. Vielleicht sollte ich ihnen das Skatspielen beibringen, das hat mir früher viel Freude bereitet, vor allem, wenn ich gegen Männer gespielt habe. Okay, es gab nur Männer. Ja! Ich werde den Mädels das Skatspielen beibringen und wenn irgendwann der dritte Mann bei den Männern fehlt, dann wäre das ihr Auftritt. Dabei würde ich gern Mäuschen spielen ... Was für Perspektiven! Oder nicht? Ich will Georg nicht bloßstellen, wenn er gegen eine Frau beim Skat verliert. Andererseits hat er im Januar gegen mich beim Knobeln verloren, ohne beleidigt zu sein. Ich denke, er wird das verkraften. Ach Georg, ich liebe dich so.
Ich sage schon etwas betrunken: „Ich werde bald heiraten, nämlich den besten Mann auf der Welt überhaupt!“
„Stimmt! Du hast wirklich Glück“, tönt es zurück.
Ich schaue mich um und frage in die Runde: „Ist hier eine Frau, die mal mit Georg gepennt hat? Ich würde ihr das nicht übelnehmen, denn er ist ein ganz besonderer Mann. Also Daumen hoch!“
Erst tut sich nichts. Bis sich dann doch ein zaghafter Daumen meldet. Es ist eine nicht ganz junge Frau, aber sie ist hübsch und blond und schlank, wie ich es früher war. Okay, schlank bin ich immer noch. Stephanie, die Frau des unsäglichen Bäckermeisters meldet sich natürlich nicht. Ist klar, weil die anderen es nicht wissen sollen.
„Ich kann dich verstehen,“ sage ich zu dem gemeldeten Daumen, „aber trau dich nicht mehr in seine Nähe! Ich bin eine sehr eifersüchtige Frau, also lass es sein!“
Alle fangen an zu lachen. Gut abgeblockt, denn ich werde jede Frau vertreiben, die sich anmaßt, mir meinen Mann wegzunehmen! Na ja, noch ist er nicht ganz mein Mann und ich kann mir immer noch nicht diese Hochzeit vorstellen, aber das danach schon. Ich werde ihn lieben, werde ihn unterstützen, werde immer da sein, wenn er mich braucht, werde mich fernhalten, wenn er mich nicht braucht. Ach Georg, du bist es...
„Dein Verlobungsring ist wirklich schön. Obwohl er so schlicht ist.“ Ein Stimmchen reißt mich aus meinen Liebesträumen.
Ich schaue auf meinen Ring und sage: „Ich finde ihn auch schön und ich werde ihn immer tragen.“
„Das ist ein wertvolles Stück“, zirpt ein weiteres Stimmchen im Hintergrund.
„Das glaube ich nicht, der Stein ist aus Glas und der Ring ist aus Silber.“
„Nein, auf keinen Fall“, zirpt das Stimmchen wieder. „Der Aquamarin ist echt und der Ring ist aus Weißgold. Und beides zusammen ist teuer, richtig teuer. Ich weiß das, denn ich arbeite bei dem Juwelier, bei dem dieser Ring gefertigt wurde.“
Mir verschlägt es die Sprache. Gefertigt wurde? Echter Aquamarin? Weißgold? Juwelier? Das kann nicht sein!
„Der hat mindestens dreitausend Mark gekostet“, tönt es dennoch in meinen Ohren. „Lass mich doch mal schauen!“
Ich wehre mich nicht, als das Zirpchen näher kommt und mir den Ring vom Finger zieht. Bin wie betäubt und lasse es mir gefallen.
Es schaut fachkundig auf die Innenseite des Rings und verkündet triumphierend: „Natürlich, das ist siebenhundertfünfziger Weißgold!“
Alle Mädels staunen vor sich hin und bewundern den Ring. Nur mir steht der Mund weit offen. Ich schüttele den Kopf. Was passiert hier? Hat Georg sich total verschuldet, um mir diesen Ring zu schenken? Ich bin ... Ich weiß nicht. Entsetzt? Was bedeutet das?
Natürlich ist dieser Ring kostbar für mich, aber nur, weil Georg ihn mir gegeben hat. Und ich habe nie nach einem Stempel auf der Innenseite des Rings gesucht. So was brauche ich nicht und kann nichts damit anfangen. Fassungslos schaue ich ihn an. Ich wollte doch nur einen netten Ring, günstig sollte er sein und schön. Und jetzt das? Ist mein zukünftiger Mann ein Verschwender? Und woher hat er das Geld dazu?
Mittlerweile kommt mir noch anderes in den Sinn, nämlich die Renovierung oder gar Sanierung seines alten Hauses. Da wurden Wände eingerissen, Sanitärsachen neu geschaffen, eine Zentralheizung installiert und ein Holzkamin im großen Wohnzimmer gebaut. Und die schöne neue Küche erstmal! Das muss ihn ein Vermögen gekostet haben und das kann man nicht mit Freundesarbeit auf dem Dorf erklären, denn allein die Kosten für das Material waren sicher immens hoch.
Andererseits hat fast jeder im Dorf ein eigenes Haus und könnte Rücklagen anlegen. Ich stehe da und überlege, was hier gerade passiert, oder schlimmer noch: Was bisher passiert ist. Ich bin die genügsamste Person überhaupt, ich musste immer sparen, um meine Unabhängigkeit erreichen zu können - und jetzt das? Verschwenderischer Mist ist das! Ich will diesen Ring nicht, der ist viel zu teuer!
„Wir wissen doch alle, dass du dir den begehrtesten Junggesellen aus dem Landkreis gekrallt hast. Wie hast du das geschafft?“, tönt es auf mich ein.
Ich weiß nicht, was ich denken soll. Natürlich sieht Georg fantastisch aus, seine harten Gesichtszüge könnte ich immer wieder streicheln, abgesehen von seinen anderen Vorzügen, nämlich Verständnis und Güte. Im Bett ist er gnadenlos gut und ich liebe ihn.
„Natürlich sieht er gut aus, er ist intelligent, er ist fantastisch. Aber begehrtester Junggeselle im Landkreis? Was meint ihr damit?“
„Ich meine nichts weiter, als dass der Mann reich ist, er hat diese gutgehende Autowerkstatt, und vor Jahren hat er noch eine Baufirma gekauft. Ach ja, und er war es, der uns diese tolle Tennisanlage verschafft hat.“ Die anderen Mädels und Frauen grinsen bei diesen Worten.
Ich kann das nicht sofort realisieren, muss es erst einwirken lassen. Ich glaube, mein Mund steht weit offen, meine Kinnlade sackt herunter und ich bin fassungslos für eine Weile.
Doch dann bricht es aus mir heraus: „Ich bringe ihn um! Er hat mir nichts davon erzählt! Ich wollte nur einen Automechaniker heiraten und ich kann gut für mich selber sorgen, ich brauche keinen Mann dafür, vor allem keinen reichen!“
Ich will strikt zur Tür hinausgehen, denn das ist zu viel für mich.
„Nein, bleib doch, es tut uns leid.“
„Wir wussten das doch nicht!“
„Und der liebt dich doch, das kann jeder sehen.“
„Und du liebst ihn doch auch!“
Das mit der Liebe bringt mich etwas zur Besinnung. Aber nur etwas. Also bleibe ich und halte mich zurück, aber der Abend ist verdorben. Mühsam spiele ich die Fröhliche, die Glückliche mit dem teuren Verlobungsring, den sie von dem begehrtesten Junggesellen des Landkreises erhalten hat. Verdammt noch mal, in Wirklichkeit bin ich stinksauer!
Ich rede mit Dagmar darüber und sie bestätigt alles. Dagmar will mir auch gut zureden, aber ich wehre sie ab.
„Tut mir leid, Dagmar. Aber ich wurde fürchterlich verarscht von deinem Bruder, oh mein Gott, was hat er sich dabei gedacht? Ich wollte gemeinsam mit ihm etwas aufbauen, etwas, das uns noch mehr verbinden könnte - und jetzt das? Ist doch Kacke!“
„Überleg es dir gut, Tony. Er hat es bestimmt nicht absichtlich getan. Hat sich vielleicht so ergeben.“
„Und wenn nicht? Nein, das geht so nicht! Wollte er mich etwa prüfen? Hilfe, das wird ja immer besser!“
Ich muss meine Tränen unterdrücken. Warum hat er mich angelogen? Er hätte alle Zeit der Welt gehabt, um mich über seinen Vermögensstatus zu informieren, aber er hat es nicht getan.
„Na gut“, sage ich schließlich zu Dagmar - und bemühe mich weiterhin, die glückliche Verlobte zu spielen, aber es fällt mir schwer.
Eine Stunde später - und innerlich noch wutentbrannter - verlasse ich das Gemeindezentrum. Na, der wird was zu hören kriegen!
-*-*-
Ziemlich sauer komme ich vor Georgs Haus an. Das Blöde ist, ich bin nicht nur sauer auf ihn, sondern auch auf mich selber. Ich war ziemlich blöd und habe von all dem nichts geschnallt. Oder wollte ich nichts davon schnallen? Das Autotelefon zum Beispiel: Welch ein Automechaniker hat ein Autotelefon in seinem Willis-Truck? Der Willis-Truck ist ein lupenreiner Oldtimer, sehr selten und fast nie zu sehen in diesem unserem Lande. Und er hat mir erzählt, dass er einen Lister-Jaguar hat, den er gerade restauriert. Und der war bestimmt auch im voll schrottigen Zustand sauteuer. Und als meine Mutter gestorben war, hatte er fast die ganze Woche lang Zeit für mich.
Für mich war Georg ein Handwerker - und jetzt entpuppt er sich auf einmal als Unternehmer? Der hat mich verarscht und das geht gar nicht!
Georg wartet schon auf mich. „Wie ist es denn gelaufen mit den Mädels?“, fragt er und zieht mich an sich.
Ich schiebe ihn von mir weg. „Aufschlussreich“, sage ich knapp. „Ich bin jetzt um einiges schlauer als zuvor.“
„Wie meinst du das?“ Georg schaut mich verständnislos an.
Ich ziehe den sagenhaft teuren Ring von meinem Verlobungsfinger ab, es ist der Finger an meiner linken Hand, die Mädels haben mich drüber aufgeklärt, dass dieser Ring direkt zum Herzen führt, weil das Herz ja links schlägt. Und Herz bedeutet Liebe. Und Schmerz führt wohl auch direkt zum Herzen. Stimmt!
„Der war ziemlich teuer, gelle?“, sage ich und drücke Georg den Ring in die Hand.
Er schaut mich verdutzt an, doch ich lasse ihn nicht zu Wort kommen: „Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht? Du, der begehrteste Junggeselle im Landkreis? Wolltest du mich verarschen oder gar prüfen? Du kannst mich doch mal! Ich wollte doch nur einen Mann heiraten, mit dem ich etwas aufbauen könnte. Und du warst dieser Mann.“ Ich schaue ihn bitter an.
Georg sagt nichts darauf, er scheint unter Schock zu stehen.
Also rede ich weiter, denn ich bin richtig wütend: „Aber du hast doch schon alles! Bin ich nur das i-Tüpfelchen auf deinem, was auch immer, Ego, Leben, Geschäft, Unternehmen? Ich will das nicht, ich kann das nicht!“
Georg will mich in seine Arme nehmen, aber ich sträube mich dagegen. Ich will nicht, dass er mich besänftigt wie eine wütende Katze, denn ich bin eine wütende Katze, die gerade mit scharfen Krallen Hiebe austeilt. Und ich will keine Umarmung von ihm, weil ich dann weich werden könnte. Ich reiße mich los von ihm, obwohl das Losreißen von ihm mir weh tut.
„Wenn man schon vor der Heirat anfängt zu lügen, dann wird es später nicht besser werden!“
„Ich habe dich nicht angelogen, ich habe nur ein bisschen was verschwiegen.“
„Das ist wie eine Lüge, dieses Verschweigen!“
„Ja und nein, mein Stern. Ich hatte Bedenken. Du wolltest keinen Sesselfurzer, das hast du mir erzählt. Ich bin aber mittlerweile so ein Sesselfurzer, obwohl ich als Automechaniker manchmal in der Firma arbeite. Ich brauche das ...“
„In DEINER Firma natürlich! Ach ja, der gelangweilte Unternehmer macht sich einen Spaß daraus, zur Abwechslung als Handwerker zu arbeiten. Was soll der ganze Mist? Ich bin arm und du bist reich. Willst du einen Ehevertrag? Den kannst du haben! Den kannst du in diesen Ring eingravieren und dann wegschmeißen! Toll, und schon wieder vertraut mir ein Mann nicht!“
„Mein Stern, das kann man doch gar nicht vergleichen. Ich habe dir immer vertraut!“
Der behandelt mich wie ein dummes Kind! Ich kann nicht mehr, das ist zu viel für mich. Ich muss weg von hier.
Ich stürme zur Tür hinaus, laufe zum Haus meines Vaters, vergrabe mich dort im Bauernbett und denke daran, wie es mit Georg war, als wir darin lagen und wir uns liebten. Und warum habe ich ihm all diese schrecklichen Sachen an den Kopf geworfen? Ich bereue das jetzt schon.
Ich liege fast die ganze Nacht schlaflos da. Schon wieder schlaflos in Daarau. Damals wegen Hardy und jetzt? Ich habe den besten Mann auf dieser Welt, er hat mich nur ein bisschen getäuscht über seinen Vermögensstatus. Er muss doch wissen, dass ich sein blödes Geld nicht brauche. Und ich weiß auch, dass er mich liebt. In diesem Moment fange ich an zu weinen. Ich sollte es ihm auch endlich sagen, das mit der Liebe. Und hoffe, dass es noch nicht zu spät dafür ist.
 
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